Jetzt wird mir auch klar, weshalb hier so viele übers Geld klagen, während ich mich wie die Made im Speck fühle. Der Vergleich mit anderen ist letztendlich das, was Menschen zufriedenstellt, sagt man doch immer
Der Vergleich mit anderen oder auch die Auswüchse einer auf Ellenbogengesellschaft, die an zu vielen Stellen Konkurrenz vor soziales Miteinander stellt, was Sozialneid befördert. Sich mit anderen Berufsgruppen zu vergleichen wird nie befriedigend sein, weil man immer genügend Beispiele wird finden können wo man - gefühlt oder tatsächlich - schlechter wegkommt. Lehrer nagen nicht am Hungertuch, verdienen deutlich oberhalb des Existenzminimums (und das in allen Bundesländern, mit A- oder E-Gehalt und an allen Schularten), haben eine deutlich komfortablere Rentensituation als die Mehrheit der Bundesbürger und werden auch nicht unterbezahlt für ihre Ausbildung, egal wer mit welchem Studium/Ausbildung, welcher Laufbahn und welchen Arbeitsbedingungen mehr verdient. Diese Neiddebatte wirft wirklich ein extrem schlechtes Licht auf unseren Berufsstand.
Und da es offenbar ach so relevant ist für die Wertigkeit der Argumente wie hoch das Einkommen des sozialen Umfelds ist: Ich habe in meinem Freundes-, Bekannten- und Familienkreis Bürokaufleute, Reinigungskräfte, Handwerker und Handwerksmeister, Lehrer diverser Gehaltsstufen, Top-Manager internationaler Großkonzerne etc. Die Gehaltsspanne ist mir bewusst, auch ohne deren Gehaltszettel gesehen zu haben und ich kann mich entsprechend einordnen finanziell. Vor allem aber weiß ich, was es bedeutet aufstockend ALG II zu beziehen weil das Gehalt unterhalb des Existenzminimums liegt, ich weiß, wie man sich fühlt, wenn man endlich nur noch von seiner Hände (und seines Geistes) Arbeit leben kann und sich sogar Dinge wie Urlaub, Auto, den Einkauf im Bioladen etc. leisten kann. Wer ständig meint zu wenig zu haben soll sich mal ausrechnen, wieviel er mit ALG II hätte und einen Monat davon leben. Das reduziert das Bedürfnis jammern zu wollen ganz enorm!