Beiträge von CDL

    Ich könnte mir nicht vorstellen, Vollzeit zu arbeiten und damit weite Teile der Erziehung in fremde Hände zu geben.

    Was als individuelle Entscheidung völlig in Ordnung ist, nicht aber das Konzept sein sollte, worauf sich eine Gesellschaft bei der Planung von Betreuungsmöglichkeiten verlassen sollte, da es sonst eben doch wieder nur mehrheitlich an den Müttern hängen bleibt, die wahlweise Kinder-Beruf-Haushalt wuppen dürfen oder sich halt zu entscheiden haben.

    Der gute alte Veggie-Tag wurde von der Bildzeitung 2013 offenbar so erfolgreich positioniert, dass dieses falsche Gerücht sich selbst 2019 noch bei Akademikern hält (Zeit.de oder Niggemeier). Könnte man fast für Anerkennung zeugen.
    Übrigens, Verbote und Gängeleien: Es wurden auch mal Gurte in Autos verpflichtend eingeführt, seit Jahren darf man kein FCKW mehr nutzen, Asbest wurde verboten - kann man alles als Verbote und Gängelei bezeichnen - oder aber als das, was es häufig ist: Schutz von Menschen oder Umwelt (im Zweifel vor sich selbst).

    "Alles was Spaß macht, macht entweder dick oder wird von den Grünen bekämpft." (Renate Künast) ;) (Vor rund 20 Jahren mal aus der Wochenzeitung "Die Woche" ausgeschnibbelt und für diesen Moment aufbewahrt, in dem es mal passt. :D )

    Ich verstehe zwar, dass man Schwangere direkt aus der festen Jahresplanung damit rausnehmen möchte, es scheint mir aber eine ziemliche Zumutung zu sein unter Umständen lediglich tagesweise an einer Schule zu sein und sich auf mehrere Schulen einzustellen, deren Termine einzuhalten,etc. Gilt natürlich auch für Nicht-Schwangere. Auch für ältere oder gesundheitlich angeschlagene KuK ist das unter Umständen eine ziemliche Zumutung.

    Im Idealfall hast du recht Symmetra, weil Familien ausreichend engagiert und bemüht umeinander sind, Eltern die Bedürfnisse ihrer Kinder im Blick haben, deren Grenzen kennen und achten, sie fördern wo möglich und nötig. Was ist mit den vielen Kindern aller sozialer Schichten (denn Fürsorge und Erziehung sind ja keine spezifischen Merkmale einer besonderen Bildungs- oder Einkommensschicht), die dieses Glück nicht haben? Ignorieren wir als Gesellschaft, was auch bereits deren Famiien ignorieren, nur weil unser bisheriger Lösungsweg noch weit weg von einer optimalen Lösung (die es kaum gibt) ist? Ich bin persönlich kein Fan des gebundenen Ganztags in der aktuellen Form, sondern präferiere den offenen Ganztag, sehe aber eben auch, wer dabei auf der Strecke bleibt.

    Zusammengefasst: Ausschließlicher Vormittagsunterricht (außer natürlich in der Oberstufe, aber das ist ein anderes Thema) und gute und vor allem flexible Betreuungsangebote für Kinder, die Mittags nicht nach Hause gehen können wären in meinen Augen sinnvoll und notwendig.

    Würde ich, wenn es um Grundschulen geht sofort so unterschreiben, ab der Unterstufe ist das schon nicht mehr möglich, da z.B. Französisch als Wahlfach ab KLasse 7 mindestens den freiwilligen zusätzlichen Besuch des Französisch-Unterrichts in Klasse 6 voraussetzt. Da an diesem SuS aller 6.Klassen teilnehmen gibt es dafür dann eben einen Nachmittagstermin mit 1-2 Lerngruppen. er Brückenkurs Französisch in Klasse 5 ist nicht verpflichtend, wird aber als AG empfohlen, um das GS-Französisch aktiv zu halten. Auch das natürlich nur nachmittags möglich. Das sind nur Einzelfächer, die gibt es aber eben bereits ab Klasse 5 an allen Schularten, ganz ohne gebundenen Ganztag.

    Ich finde es gerade richtig erfrischend deine Beiträge zu diesen Thema zu lesen @goeba .

    Gesellschaftliche Stereotype ändern sich natürlich nicht von einem Tag auf den anderen, aber jeder von uns kann aktiv mit seinen Lebensentscheidungen dazu beitragen, dass künftige Generationen von Frauen und Männern vielleicht einmal weniger geschlechtsspezifischen Rollenstereotypen und dem damit einhergehenden (übergriffigen) Erwartungsdruck unterworfen sind.

    ..also, ich beobachte aktuell alles mögliche, aber ganz sicher keine "politikverdrossenheit". das ist in meinen augen so ziemlich das einzig positive momentan: das große interesse an politik, das man überall sieht. sicherlich teils auch undemokratische haltungen, die sich da zeigen, aber insgesamt bemerkt man doch vor allem eine repolitisierung, und das ist in einer demokratie grundsätzlich positiv zu werten. keine volksherrschaft ohne politisch aktive bürgerinnen und bürger.

    In den letzten Jahren ist an meinem Wohnort die Wahlbeteiligung systematisch gestiegen. Allein der Sprung zwischen der letzten Kommunalwahl/Europawahl und dieser Kommunalwahl/Europawahl macht mehr als 10% Zunahme bei der Wahlbeteiligung aus bei gleichzeitig sinkender Beteiligung für die AfD im Vergleich z.B.zur letzten Landtags- oder Bundestagswahl. Politikverdrossenheit sieht anders aus, simples "Protestwählen" ebenfalls.

    Es ist aber leider wahr - die AfD "Hochburgen" sind überall da, wo das Feindbild "Ausländer/Migrant" quasi gar nicht vorhanden ist... tief im Osten, und auch zB in den ländlichen Regionen von Bayern.Da, wo man den Leuten wohl sowas noch als Schreckgespenst verkaufen kann.
    Hier zB im Pott kennen wir genug Migranten, mit denen wir gerne zusammenleben.
    Klar gibts auch hier welche. die "wir" gerne los wären.
    Aber das ist eine Minderheit. Nur das erklär mal denen, die weder die einen noch die anderen live kennen.
    Eigentlich eine dringend zu unterrichtende Thematik für KuK in den betroffenen "Ostgebieten", in sowas wie "Sozialwissenschaften" vllt?

    Die Behauptung den braunen Spökes gebe es-vereinfach formuliert- nur dort, wo man keinen oder kaum Umgang mit Migranten habe liest man oft, hat aber nur äußerst begrenztes Erklärungspotential für die politische Landschaft der "neuen" BL und vergisst, dass die AfD bundesweit in allen Landtagen und dem Bundestag sitzt, in der Hälfte der Landtage mit zweistelligem Ergebnis (Hessen, Bayern, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg). BW ist da aktuell das BL mit dem drittbesten Ergebnis für die AfD auf Länderebene und wir sind nun weder besonders östlich gelegen innerhalb der BRD (anders als Bayern) noch Teil der längst-nicht-mehr-neuen BL. Ländlich sind wir, Ist Niedersachsen aber auch, dort kommt die AfD komischerweise dennoch nur auf 6,2% auf Landesebene. Muss wohl komplexer sein... Ein Blick in die Geschichte, auf gesellschaftliche Schichten, die Strukturschwachheit von Regionen, politische Teilhabe und das Gefühl repräsentiert zu werden ist aussagekräftiger. (Die FN in Frankreich ist ja in den Regionen besonders stark, in denen der Tourismus besonders ausgeprägt ist- obwohl es damit nichts zu tun hat. Über mangelnden Kontakt mit Fremden kann in Regionen wie PACA, Grand-Est und Co.kaum einer klagen- fördert die Toleranz keineswegs wie man sieht.)

    Ich weiss, aber ich wüsste eben gerne, ob wirklich Rezo dran "Schuld" hat. Oder ob es sowieso so gekommen wäre, also auch in dieser Grössenordnung.

    Nö, hat er sicher nicht. Die Grünen lagen auch bei vorangegangenen Wahlen bei deutschen Erst- und Jungwählern klar vorne und haben auch vor Rezo dank Greta und den Fridays for Future deutlich zulegen können.

    Deswegen meidet man den Osten :musik:

    Ob "man" das macht sei dahingestellt, frau fände es jedenfalls bedauerlich auf die wunderschönen Städte, Landschaften und die vielen engagierten Menschen aus den neuen BL zu verzichten, die ihr Herz auf dem richtigen Fleck haben. Braune Flecken haben alle BL, da fallen mir hier im Ländle auch problemlos genügend Beispiele ein. Die bekommt man auch sicher nicht weg mit einem "wir" versus "die" oder polemischen Sprüchen über "den" Osten.

    Postwachstumsökonomie macht halt Angst, weil anders, neu, man muss denken, bewusst handeln, solidarisch agieren und und und. Selbst wenn man dabei nicht ganz so radikale Ansätze verfolgt wie Niko Paech ließe sich mit einem derartigen Neudenken von Wirtschaft und Wirtschaftsordnung manches ereichen, was der Glaube an den Wachstumsgott unmöglich scheinen lässt.

    Ist das cool, diese Betreuung zu machen oder ist das anstrengender als Unterricht? (Z.B. wg. der individuellen Betreuung)Klingt für mich erst mal nicht übel, abgesehen davon, dass es sich um Nachmittage handelt.

    Kommt auf die Person, deren Wünsche und die Aufgabe an. Grundsätzlich würde ich sagen, dass es deutlich weniger anstrengend ist, als der Regelunterricht, da man teilweise extrem kleine Gruppen hat, es bei vielen Angeboten keinen festen Bildungsplan gibt, der zu befolgen wäre (Ausnahme: Die Kurse, die ab Klasse 6 auf mögliche Wahlfächer ab Klasse 7 vorbereiten und deren Besuch teilweise Vss.ist, um das jeweilige Wahlfach ab 7 wählen zu können.), sondern man sehr frei ist und Schülerinteressen stärker einbeziehen kann, man nicht auf soviel Ruhe und Disziplin achten muss, etc. Ich komme aber auch aus dieser Art von Betreuung, habe das lange mit viel Herzblut mit einer spezifischen Zielgruppe gemacht, so dass mir dabei das Herz aufgeht und ich es sehr schätze auf diesem Wege SuS anders kennenlernen zu können, als nur im klassischen Unterricht. Für die Beziehungsarbeit ist das Gold wert. Ich weiß von Kollegen, die dort nicht eingeteilt werden wollten, es aber wegen kurzfristiger Deputatsänderungen (z.B. Wegfall einer Abordnung) keine Alternative gab und die das als sehr unbefriedigend empfinden, weil sie etwas anderes wollten oder sie eben auf Teufel komm raus keinen Nachmittagsunterricht haben möchten. Viele KuK möchten aber gerne 1-2 Wochenstunden im Ganztag eingesetzt werden, weil es gerade auch für Volldeputatler eine nette Entlastung darstellt.

    EDIT: Ergänzend sei erwähnt, dass es auch KuK gibt, die bewusst nicht mit den SuS auch noch gesammelt arbeiten möchten, die im Ganztag sind, da das nicht immer, aber eben doch oft die Kinder sind, deren Eltern zu wenig Zeit und Kraft in die Erziehungsarbeit investieren können oder wollen.

    D.h. eine Stunde Aufsicht/Hausaufgabenbetreuung zählt wie eine Std. Unterricht?
    Ich frage deshalb, weil AGs häufig nicht wie Unterricht angerechnet werden à la "3 Std. Schul-Hasen-AG für 0,5 Deputatsstunden".

    Ja, eine Stunde Einsatz einer Lehrkraft in der Ganztagesbetreuung zählt wie eine Stunde Unterricht, ganz gleich welche Aufgabe die Lehrkraft wahrnimmt. Unter anderem wird das als Entlastungsmodell verwendetfür KuK. Solange es genügend Stunden gibt dafür. läuft das weiter, fallen Stunden weg, wird es reduziert auf die AGs, würden weitere Stunden wegfallen, würden AGs gekürzt werden.

    Wie wird diese Arbeit vergütet? Zählt eine Std. Aufsicht (Hausaufgabenhilfe etc.) wie eine Std. Unterricht?

    Bei uns gibt es ein offenes Ganztagsmodell an der Schule. Aus verschiedenen Gründen werden für Teilbereiche nicht nur Erzieher, sondern auch Lehrkräfte eingesetzt, bei denen das dann aber ganz regulär Teil ihrer Deputatsstunden ist, egal, ob sie eine AG anbieten (wo das normal ist) oder in der Hausaufgabenbetreuung eingesetzt werden.

    Ausgehend vom Bildungsplan für die Sek.I (BW) sind einige Bausteine auch bereits Thema in GK ab Klasse 7 ("Jugendliche in der Medienwelt") oder in WBS ("Werbung"). (WBS gibt es am Gymnasium erst ab 8, abgesehen davon nehmen die Bildungspläne sich aber meine ich nicht so viel in der Mittelstufe, unterscheiden sich abgesehen von Einzelaspekten lediglich bei den Operatoren.) Propaganda wird z.B. in Deutsch bei uns in 7 behandelt zeitgleich mit den beiden Bausteinen aus GK und WBS die ich benannt habe, um dann in 9/10 nochmal in G aufgenommen zu werden. Da lässt sich also manches fächerübergreifend thematisch verknüpfen. Viele der Stichworte die du nennst @Ummon bearbeite ich auch mit meinen 7ern im Rahmen von "Jugendliche in der Medienwelt" in GK.

    In BW gibt es an der Realschule das Fach AES (Alltagskultur, Ernährung, Soziales- beinhaltet Dinge wie Ernährung, Kochen, Handarbeiten) evtl.gibt es in deinem BL ja etwas Ähnliches an der Realschule, für das du dir zumindest einzelne Baustene aus deinem Pflegestudium anrechnen lassen könntest falls der Rest des Fachs dann eben auch zu dir passt. Berufsschule klappt aber bestimmt. Da hast du dann ja ein ganzes Fach, dass du dir- vielleicht abgesehen von etwas Fachdidaktik- anerkennen lassen kannst. Das wäre ja auch für dich ein immenser Vorteil. Lehrkräfte, die am Ende mehr kennen als nur Schule-Uni-Schule sind- bei entsprechender Qualifikation, die dir das Studium bringt- ein echter Gewinn für ihre Schüler.

    Bei aller Liebe Buntflieger, aber ich verbitte mir dann doch, dass mir Drohungen unterstellt werden, die ich nie ausgesprochen habe! Jemanden an seinen Worten (oder Taten) zu messen sollte dir als Formulierung geläufig sein. Werde ich deshalb auch sicher nicht weiter erklären. Das zur Drohung erklären zu wollen ist gänzlich absurd. Ich bin nicht die Einzige die die Formulierung des Lehramtsstudenten exakt so aufgefasst hat, wie von mir dargestellt. Habe von mehr als einer Userin hier im Forum PNs dazu erhalten. "Erst denken, dann schreiben" ist sicher kein freundliches Bitte-Bitte, sondern eine knappe Ansage, dass wer richtig verstanden werden will, sagen/schreiben muss, was er meint, sonst wird man eben an dem gemessen was hier steht, nicht an dem, was im eigenen Kopf vorgegangen ist dabei. Kommt dir thematisch bekannt vor? Tja, hat wohl seinen Grund, dass dich mein Beitrag derart massiv angetriggert hat, dass du dich so unsachlich einmischen musstest.

    Wenn der Lehramtsstudent ein Problem mit mir oder einem Beitrag von mir hat gehe ich davon aus, dass er bereits groß und vor allem artikuliert genug ist, sich selbst bei mir zu melden und dieser Art Schützenhilfe nicht bedarf. Vielleicht dann per PN, da es hier im Thread originär um etwas anderes geht.
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    Entschuldige bitte @tabularasa diese Nebendiskussion, die mit deinem Thread und Anliegen gar nichts zu tun hat.

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