Nicht nur SuS, selbst vielen Kollegen fällt das ja gar nicht auf, dass im System Schule immer die gleichen Noten rauskommen bzw. damit eine relative Rangfolge innerhalb (!) einer Klasse/eines Jahrgangs kreiert wird und keine absolute über Jahrgänge hinweg.
Wenn man lauter Dreier-Schüler in eine Klasse stecken würde, wären sie nicht mehr lange Dreier Schüler, sondern würden über die Notenskala differenziert.
Man kann so gut sein, wie man will, wenn die anderen besser sind, ist das nichts Wert und umgekehrt - man kann schlecht sein, solange die anderen noch schlechter sind (vielleicht ein aktuell passenderes Beispiel).
In der Schule werden Gewinner und Verlierer produziert.
Ich bin sofort bei dir Morse, wenn es um das Argument geht, dass Schule Lebenschancen nicht einfach nur ermöglicht sondern auch aktiv zuteilt und Noten dabei der massgebliche Selektionsfaktor sind. Ich glaube aber nicht, dass man per se annehmen kann, dass - ungeachtet schulgesetzlicher Vorgaben- Lehrer konstant eine soziale Norm anstelle einer kriterialen Norm ansetzen würden. Ich glaube bei mündlichen Noten ist das ein gewisses Risiko, weil diese generell für Bewertungsfehler anfälliger sind, würde aber annehmen, dass sich diese Bewertungsfehler mit entsprechender Selbstreflexion zumindest auf ein akzeptables Maß reduzieren lassen. Siehst du das anders? Wie machst du das bei deinen SuS- muss es innerhalb der Klasse eine "Rangliste" geben die sich in Form von Noten zeigt (und die nicht rein fachlich begründet ist)?