Na ja, es wird ja einen Lehrplan geben fürs Gymnasium und die Anzahl der Klassenarbeiten ist doch auch festgelegt (oder nicht? In BY auf jeden Fall)?
Ich hatte jetzt schon oft 5. Klassen und ja, der Übergang von der Grundschule zum Gymnasium ist für manche schon recht heftig. Mein Kind ist auch gerade in der 5. und kommt zum Glück sehr gut zurecht, aber ich sehe in meiner eigenen 5., dass das nicht immer so sein muss. An alles, was neu ist, gewöhnen sie sich natürlich irgendwann. Am Anfang fließen hier und da auch mal Tränchen, wenn es die erste 4 oder 5 gibt, wenn die Vokabel-Ausfrage noch nicht so klappt usw., aber das hat sich zumindest in meiner Klasse gelegt und sie haben die ersten Klassenarbeiten gut hinter sich gebracht. Bei Elterngesprächen höre ich fast immer, dass sie sich wohlfühlen an der Schule.
Leider ist es zumindest da, wo ich wohne, so, dass sehr viele ans Gymnasium gehen - zu viele. Ich habe da schon Geschichten gehört von Freundinnen an Grundschulen, wo die Lehrer so lange "bearbeitet" und eingeschüchtert werden, bis sie die Noten so drehen, dass der Übertritt ans Gymnasium gebongt ist. Allerdings fangen am Gymnasium dann die Probleme an. Wir haben jedes Jahr ca. 10-20 % SuS in den 5., die eigentlich nicht unbedingt fürs Gymnasium geeignet wären. Das merkt man daran, dass sie schnell überfordert sind mit dem Lernstoff in den verschiedenen Fächern (in BY schreiben sie zunächst nur in Mathe, Deutsch und Englisch Klassenarbeiten (= Schulaufgaben), jeweils 4 im Schuljahr) und damit, sich die gymnasiale Arbeitsweise anzueignen, sich selbständig zu organisieren, den Überblick zu behalten, die Hausaufgaben nicht zu vergessen, Stoff nachzubereiten bzw. zur nächsten Stunde zu wiederholen und zu überprüfen, ob er überhaupt sitzt. Bei vielen scheitert es allein schon daran... andere tun sich anfangs schwer, entwickeln sich dann aber gut und bekommen es dann doch hin. In meiner 5. Klasse habe ich welche, die es nicht schaffen, die Hausaufgabe von der Tafel ins Hausaufgabenheft so zu übertragen, dass sie sie zu Hause noch finden / lesen können / sie vollständig ist und sie dann tatsächlich auch noch zu machen. Da frage ich mich schon manchmal: Haben die das nicht in der Grundschule schon die ganze Zeit so gemacht?
Ich finde den Unterschied zur 4. Klasse Grundschule --> 5. Klasse Gymnasium in vielen Aspekten zu groß. Mein Kind hatte Angst davor, die Klassenarbeit in einer bestimmten Zeit schaffen zu müssen und weinte deshalb am Abend davor... An der Grundschule gab es bei Klassenarbeiten kein Zeitlimit! Da verstehe ich nicht, warum man das nicht in der 4. Klasse mal übt, dass man so eine Arbeit in einem gewissen Zeitrahmen schafft. (Möglicherweise lag das an Corona, das weiß ich natürlich nicht).
Auch habe ich Eltern, die mich wegen jedem Pups anrufen oder anmailen (Lehrer X hat dies getan und Lehrerin Y hat das gesagt - das war gemein! Mein Kind mag Lehrer Z nicht, kann es bitte die Gruppe wechseln? etc.), da denke Ich schon manchmal auch, dass sie noch verstehen müssen, dass das jetzt so nicht mehr läuft. Bei ca. 10 Lehrern, die sie jetzt haben, wird auch mal einer dabei sein, den sie nicht so mögen, damit müssen sie umzugehen lernen.
Meine 5. hat natürlich eine Führung durchs Schulhaus bekommen am Anfang. Verlaufen tun sich immer wieder welche aus den neuen 5. Ich kann aber nicht da sein und sie immer zu den Zimmern begleiten, da ich ja noch andere Klassen habe und selbst im Schulhaus rumrenne. Ich rate ihnen dann vorher schon immer, in Gruppen zu gehen oder ältere SuS anzusprechen, die helfen ihnen (tun sie auch).
Auch hieß es bei uns, dass die Kenntnisse in Mathe so unterschiedlich seien - wegen Corona. Die, die schlecht sind, haben allerdings schon mit den Grundrechenarten Probleme und das sollte eigentlich nicht an Corona liegen...
Was den Stoff in Deutsch angeht, weiß ich natürlich nicht, bei meinem Kind hab ich noch nichts von finiten und infiniten Verben gehört...
Ich persönlich bin schon bemüht, ihnen den Übergang möglichst angenehm zu machen, aber, wie gesagt, der Unterschied ist recht groß zur Grundschule und viele, denen in der GS alles leicht fiel, müssen jetzt erstmal lernen, richtig zu lernen und empfinden das dann natürlich als stressig.
Soviel mal zu meinen Eindrücken und Erfahrungen...