Beiträge von Lehrerin2007

    wenn meine Eltern nicht immer wussten, wo ich bin und erreichbar war ich logischerweise auch nicht

    Ich habe ja nicht geschrieben, dass ich mein Kind permanent per Handy überwache, sondern dass es die Möglichkeit hat sich zu melden. Tut es auch manchmal (weil es später kommt, eine Frage hat, was auch immer). Bei uns ist es grundsätzlich schon üblich, dass jeder in der Familie weiß, wo der andere ist und man sich abspricht, wann man ungefähr heimkommt (in der Regel zum Essen halt). Und 16 Jahre ist vielleicht auch nochmal etwas anderes als 11 Jahre (also 5. Klasse).

    Ich vermute, dass es eher die Eltern sind, denen etwas daran liegt ihre Kinder immer erreichen zu können.

    Das kann ich schwer leugnen ;) Bei uns war der Moment, wo das Kind zunehmend auch allein unterwegs war (also abseits vom üblichen Schulweg) der, wo wir ein Handy als wichtig erachtet haben, dass es sich melden kann, wenn nötig.

    Ich finde, es kommt auch auf das Kind an. Kind 1 ist bei uns bzgl. Medien sehr verantwortungsvoll, Kind 2 zeigt m. E. jetzt schon Suchtverhalten, da sind wir sehr vorsichtig. Es ist oft eine schwierige Entscheidung für Eltern, weil man nicht möchte, dass das Kind "Außenseiter" ist. Ich sehe aber auch, dass manche Kinder Klasse 5/6 auch manchmal noch "übergangsweise" ältere Handys (Tastenhandys) haben, finde ich auch keinen so schlechten Kompromiss.

    Hat sich das in den letzten Jahren so extrem verändert?

    Ich habe den Eindruck ja. Bei Kind 1 liegt die GS ein paar Jahre zurück, da waren es eher "Einzelfälle", so wie ich das mitbekommen habe, bei Kind 2 (GS gerade fertig) sind Smartphones deutlich präsenter. Aber natürlich erfahre ich das nur durch die Erzählungen der Kinder, kann also auch subjektiv sein.

    Ich finde es auch ab Klasse 5 in Ordnung, dass Kinder ein Handy / Smartphone bekommen unter der Voraussetzung, dass die Eltern mit den Kindern thematisieren, was man darf, was nicht, was mögliche Gefahren sind, dass sie nicht gleich sofort alle Apps zur Verfügung haben, sondern man gemeinsam altersgerecht auswählt, was Sinn macht, dass man die Zeit mit dem Handy beschränkt - leider passiert das bei vielen überhaupt nicht.

    Kind 1 hat immer noch kein WhatsApp und beschwert sich nicht ("Ist halt erst ab 16, ist halt so."), Tik Tok und Instagram auch nicht.

    Ich finde das Arbeitsblatt an sich schon nett, gerade im Anfangsunterricht mit vielen Bildern und dem damit verbundenen Einschleifen von aimer + best. Artikel. Aber es wäre mir unangenehm, so eine alte Kopie im Unterricht zu verteilen, ich würde es ebenfalls neu erstellen, dann sieht sicher gleich viel ansprechender aus.

    es bewusst fehlinterpretiert.

    Das ist ja beim Lehrerberuf häufiger so. Der Klassiker: 24 Unterrichtsstunden = 24 x 45 min. = 18 Zeitstunden pro Woche. Das ist nichtmal ein Halbtagsjob, also sind Lehrer überbezahlt und faul obendrein (und dann jammern sie auch noch - es gibt extra ein Forum dafür!)... Ich glaube auch, dass für viele die erste Interpretation naheliegender ist angesichts des Lehrer-Images in Deutschland.

    Bei uns (auch hoher TZ-Anteil) ist es eher umgekehrt bei den Zusatzaufgaben; neu anfallende Aufgaben gehen meist an Teilzeit-Lehrerinnen, denn "die haben ja noch Kapazitäten".

    Hast du denn den vollen Überblick darüber, wer welche Aufgaben hat? Ich musste dazu erst eine Liste des Kollegiums durchgehen, um mir einen Überblick zu verschaffen und hatte nach einem Jahr wohl noch nicht auf dem Schirm, wer genau was alles macht und in welchem Umfang (Zusatzaufgabe ist ja nicht gleich Zusatzaufgabe).

    Bei mir war es auch so, dass ich als Anfängerin in Vollzeit (zwei Korrekturfächer, im alten G9 in meiner Fächerkombi 5 Klassen) quasi alles gemacht habe, was mir angeboten wurde und zu allem "ja" gesagt habe, man wollte sich ja erstmal etablieren. Durch die Elternzeiten habe ich natürlich ein paar Sachen wieder abgeben müssen und mir danach auch erstmal möglichst viel vom Hals gehalten, da mich Teilzeit mit kleinen Kindern noch mehr gefordert hat als vorher Vollzeit ohne Kinder. Oberstufe habe ich aber auch die ganze Zeit durchgehend (bis zu diesem Jahr) gehabt.

    Bei uns gibt es nur ein recht allgemeines Teilzeitkonzept (bezüglich der Aufsichten, Präsenzstunden, Stundenplangestaltung), aber vieles ist auch nicht geregelt (Präsenz wird an Elternsprechtagen, beim Tag der offenen Tür, Sommerfest etc. in vollem Umfang erwartet) und faktisch haben Teilzeit-Lehrkräfte anteilig oft mehr Mehrarbeit, da sie auch an ihrem freien Tag zur Schule kommen müssen, wenn da eine Konferenz oder Sitzung ist. Wenn man (bei uns) z.B. den Montag eigentlich frei hat, ist das mit dem "freien Tag" ziemlich absurd (--> die meisten Sitzungen und Konferenzen sind montags).

    Du könntest ggf. mal mit dem Personalrat sprechen, auch um herauszufinden, ob da wirklich eine Schieflage besteht.

    Neue Medien oder KIs beispielsweise.

    mehr gesellschaftliche Themen. Fake-News, Populismus, Flüchtlinge, Gesundheitssystem, Klimaerwärmung ... Das sind alles Themen, die uns in Zukunft beschäftigen werden.

    Und wieso ist das nur am Gymnasium wichtig? Das wäre für alle SuS wichtig, unabhängig von der Schulart. Das ist nicht die Antwort auf die Frage von Caro07.

    In der Schule lernt man Sprachen weil man muss, nicht, um darin zu kommunizieren. Englisch habe ich nicht in der Schule gelernt.

    Na ja, ich schon. Und eben auch die mündliche Kommunikation ist heute eine der Säulen des Spracherwerbs am Gymnasium (es gibt auch mündliche Schulaufgaben).

    Ich hätte grundsätzlich kein Problem damit, wenn Sprachen nur noch freiwillig wären.

    Genau das könnte man ja dann auch über andere Fächer denken. 🤷🏼‍♀️

    Da ist doch ein normales Gespräch angenehmer / authentischer. Und dafür lernt man Fremdsprachen ja idR.

    Ansonsten bin ich auch der Meinung, dass man sich Fremdsprachenunterricht sparen könnte.

    Irgendwie widersprechen sich die zwei Aussagen für mich.

    Wieso streichen wir nicht Geschichtsunterricht? Kann man alles nachlesen, ChatGPT spuckt einem sicher einen fehlerfreien Bericht über KZ-Opfer aus.

    Eben.

    Ich verstehe die Logik nicht. Dann könnte ja jedes Fach "überflüssig" werden. ChatGPT kann mir auch Matheaufgaben ausrechnen.

    Und was nützt es mir, wenn ich zwar meine Texte von ChatGPT schreiben lasse, aber nicht einer Fremdsprache kommunizieren kann? Übersetzungstools gab es schon vorher, mir erschließt sich nicht, warum man jetzt wegen ChatGPT den Stellenwert des Fremdsprachenunterrichts in Frage stellt.

    Wie kann das sein, und warum ist es so?

    Hier wurden die Anforderungen im Bereich der Notengebung zuletzt gesenkt und die Zeit für die Abiturklausur mehrfach verlängert. Für die Note 4-, also 4 Notenpunkte benötigt man in den mod. Fremdsprachen z.B. nur noch 40%. (Früher waren es mal 50%, meine ich.) Die Note 2 gibt es ab 70%, die 1 ab 85% - wobei sich das im Abitur vor allem auf den Teil Hörverstehen bezieht, die schriftlichen Aufgaben werden mit Teilnoten bewertet (mit Bewertungsrastern). Außerdem wurden die Bewertungsraster zugunsten der SuS geändert, im sprachlichen Bereich findet man z.B. für 9 Notenpunkte (also eine 3+) die Beschreibung: im Wesentlichen lexikalisch, grammatisch/syntaktisch und orthographisch korrekt, Verständlichkeit geringfügig eingeschränkt - teilweise eigenständige Formulierungen". (Bewertungsraster moderne Fremdsprachen, Oberstufe/Abitur). Wenn die Verständlichkeit bereits geringfügig (was natürlich auch wieder Interpretationssache ist) eingeschränkt ist, noch die Bewertung "voll befriedigend" zu geben, finde ich schon recht generös.

    Ich würde mal behaupten, dass es in den Sprachen leichter ist, im Mittelfeld des Notenbereichs zu landen, dafür wiederum sehr schwierig, die ganz hohen Punktzahlen zu erreichen.

    Ja, würde ich so unterschreiben. Noten unterhalb der 4 Punkte gebe ich in meinen Fächern extrem selten, einfach deshalb, weil man schon ein leeres Blatt abgeben müsste, um 0 Punkte zu bekommen. Wenn man irgendwas schreibt, bekommt man (trotz sog. Sperrklausel) immer noch ein paar wenige Punkte in einer Teilaufgabe, selbst, wenn man das Thema verfehlt.

    Den Luxus VZ-Verdiener/-in und Hausfrau/-mann kann sich kaum jemand mehr leisten.

    Das kann man natürlich so sehen, aber ich würde das nicht als "Luxus" bezeichnen. In 99% der Fälle ist die Frau ja die "Hausfrau" und für viele Frauen (wie mich z.B.) wäre das die absolute Horrorvorstellung. Ich sehe es als Errungenschaft für Frauen an, dass sie heute das gleiche Recht haben wie Männer, arbeiten zu gehen und zum Glück oft auch die Möglichkeit, dass sie nicht heiraten müssen oder in einer Ehe bleiben müssen, um versorgt zu sein. Und trotzdem ist hier noch viel zu tun (Stichwort Altersarmut bei Frauen).

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