Beiträge von Lehrerin2007

    Die häufigste Todesursache 2018 (2019 ist noch nicht vollständig veröffentlicht) waren 345000 (Kreislaufsystem), 238000 (Krebs) und 71000 (Atemwegserkrankungen, natürlich ohne Corona). Verkehrstote waren es 3275.

    Das ist natürlich richtig, aber diese Krankheiten/Todesursachen sind einfach nicht so unmittelbar präsent wie ein grassierendes Virus. Das kann mich morgen treffen und schlimmstenfalls bin ich kurze Zeit später schwerkrank oder sogar tot (auch wenn das eher die Ausnahme ist). Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch Krebserkrankungen kommen auch vornehmlich in höherem Alter vor (auch hier gibt es natürlich Ausnahmen), man kann diese oder deren Verlauf teilweise langfristig durch einen gesunden Lebensstil und Vorsorgeuntersuchungen beeinflussen.

    Diese unmittelbare Gefahr eines mitunter tödlichen Virus macht halt mehr Angst als die langfristige Gefahr von Übergewicht, falscher Ernährung, Bewegungsmangel, hoher Alkoholkonsum, Rauchen, zu viel Stress etc., weil es theoretisch sofort passieren kann.

    Und für mich persönlich macht es einen Unterschied, ob ich täglich mit 20-30 Aerosol-ausatmenden Menschen (ab 15 J. biologisch ja quasi Erwachsene) mehrere Stunden in einem Raum verbringen muss, den ich mit abnehmenden Temperaturen immer schlechter durchlüften kann (bzw. immer kürzer) und es mich daher fast jederzeit treffen kann und ich nicht mehr tun kann gegenüber einer möglichen Herz-Kreislauferkrankung (die ich derzeit definitiv nicht habe), die ich vielleicht trotz gesundem Lebensstil irgendwann im Alter mal bekommen kann.

    Angst habe ich jetzt zwar auch nicht, aber ich bin angesichts der steigenden Infektionszahlen definitiv besorgt und gehe immer mit einem mulmigen Gefühl in die Schule, wenn es nächste Woche hier recht kalt wird noch mehr... Eine Covid-19-Erkrankung ist im Moment wesentlich wahrscheinlicher für mich als eine Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankung (Vorsorgeuntersuchungen dieses Jahr abgehakt), daher funktioniert diese Relativierung für mich im Alltag gerade nicht.

    mit welcher Vehemenz im Kollegen- und Bekanntenkreis für die Notwendigkeit des Wegfahrens auch in Pandemiezeiten

    Ich finde es anmaßend, Leute zu verurteilen, nur weil sie in den Urlaub fahren möchten.

    Für mich wird umgekehrt auch ein Schuh draus. Ich habe oft den Eindruck, dass ich mich verteidigen muss, wenn ich sage, dass ich nicht jede Ferien in den Urlaub fahre und auch nicht möchte. Ich werde dann sogar gefragt, warum nicht.

    Ich finde das auch total stressig und frage mich manchmal, ob die, die wirklich immer wegfahren, keine Korrekturen oder andere liegengebliebene Sachen zu erledigen haben? Ich würde es gar nicht schaffen und mein Mann hat ja auch nicht immer Urlaub, wenn ich Ferien habe. Und ich bin gern in meinem zu Hause, gerade in Pandemiezeiten.

    Ich kann diese Vehemenz, v. a. im Moment, auch nicht ganz verstehen und sehe es absolut nicht als "Verurteilung", wenn man das mal anmerkt.

    Also ich entscheide das ehrlich gesagt selbst. Ich bin auch ohne Corona schon ein Lüftungsfanatiker, da ich der festen Überzeugung bin, dass Frischluftzufuhr das "Lernklima" (im wahrsten Sinne des Wortes) verbessert. Wenn es zu kalt wird zum Dauerlüften, steht wenigstens die Tür auf, ggf. das Fenster auf dem Gang oder vorn auf "Lehrerhöhe", sowie mindestens alle 15' stoßlüften. Bei mir sind die SuS, die am Fenster sitzen automatisch "Lüftungsdienst" und bekommen dann öfter zwischendrin die Anweisung "Open the windows/Ouvrez les fenêtres" (da lernen sie gleich was 🤪), das kostet mich wenige Sekunden Unterrichtszeit, wenn überhaupt. Das Gemecker ignoriere ich, denn inzwischen wissen sie Bescheid, dass das Lüften unabdingbar ist. Wer mit Löcherjeans und Sneakers dasitzt, soll sich halt wärmer anziehen. Das ist der einzige wirksame Schutz, den wir Lehrer*innen nebst Abstand noch haben und den sollten wir auch nutzen.

    Ich glaube, wenn hier im Haus jmd. positiv wäre, würde das schnell die Runde machen. Allein wegen der Kinder. Eines neulich durch den Hausflur: "Mein Papa hat sooooo doll Halsweh". Ich: 😳! Am nächsten Tag treffe ich ihn und frage aus Witz, was sein Hals macht und ob er sich hat testen lassen: Ja, und es war negativ.

    Ansonsten meinst du, wenn man den Kontakt in der Nähe hat, bleibt es länger auf "1 Risiko-Begegnung", weil der immer in der Nähe ist und das mit aktualisiert wird, wenn die App sich aktualisiert? Interessant... Aber solange es grün ist..

    Liebe Englisch-Kolleg*innen!

    Wie gestaltet ihr Kurzarbeiten im Fach Englisch in der Oberstufe in Bayern? Seit es diese neue Berechnung gibt mit den Tabellen, heißt es ja - eigentlich - man soll nur Abitur-relevante Formate in den Kurzarbeiten verwenden, und nicht mit anderen (nicht-Abitur-relevanten) Aufgabenformen mischen. Macht ihr dann z.B. nur eine Cartoon-Analyse, einen Aufsatz, eine Hörverstehensprüfung usw?

    Wie prüft ihr z.B. Wortschatz ab in der Oberstufe - oder macht ihr das gar nicht mehr?

    Danke!

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