Beiträge von Lehrerin2007

    Zumal die kinderlosen Lehrkräfte, die sich hier leicht beleidigend ausgedrückt haben, auch mal bedenken müssen, dass die Kinder, die sie unterrichten und zukünftig unterrichten wollen - auf denen also ihr Beruf basiert - ja auch irgendwo herkommen müssen. So viel zum Thema "Privatvergnügen" (Das jetzt mal unabhängig von Besoldung, etwaigen Zuschlägen usw., sondern eher wegen beleidigender Ausdrücke wie Gebärmaschine, Karnickelprämie etc. - Warum es allerdings ab Kind 3 so deutlich mehr Kinderzuschlag sein muss, kann ich auch nicht nachvollziehen...) .

    Letzten Endes bekommt man den familienbezogenen Anteil ja auch nur anteilig zum Stundendeputat und in den meisten Fällen (insbesondere bie >2 Kindern) ist es ohne Teilzeit nicht machbar bis die Kinder aus dem Gröbsten raus sind (und das ja noch jeweils versetzt, nicht alle gleichzeitig). Und, wie viele Beamte / Lehrkräfte kennt ihr, die tatsächlich 6 Kinder haben, das wird wohl auch die absolute Ausnahme sein? Das Maximum, das ich kenne, sind 4 (Zwillinge als Nachzügler). Also hier mit den höchstmöglichen Zahlen zu rechnen und zu vergleichen ist auch eher realitätsfern.

    Sich "totarbeiten" in Vollzeit ohne Kinder - sorry. Obwohl wir uns hier die Care-Arbeit aufteilen, hab ich mich die letzten Jahre mit kleinen Kindern eher "tot" gemacht als jetzt, wo sie größer sind. Ich bin bezüglich meiner Arbeit (zwar immer noch in TZ) viel entspannter geworden, weil ich sie endlich mal (meist) schaffe, ohne mich total zerreißen zu müssen. Ich habe TZ mit (kleinen!) Kindern als stressiger empfunden als Vollzeit ohne Kids. Nur mal so nebenbei bemerkt.

    Ich unterrichte ja auch nicht an der Grundschule, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man eben gerade dort nicht die Aufgabenformen (wie sie dann in der Klassenarbeit rankommen) auch mal übt. Dann merkt man das doch vorher? :/

    Wenn ich es aber richtig verstehe, beschäftigst du dich mit dem hypothetischen Fall, dass du es erst bei der Korrektur der Klassenarbeit merkst? Wenn mir das wirklich passieren würde, würde ich an der Stelle entsprechend mild korrigieren oder ggf. sogar eine Aufgabe aus der Wertung nehmen (nach Rücksprache mit der Fachleitung).

    Irgendwie verstehe ich den Ausgangspost nicht so ganz. Ich merke doch bei der Erstellung der Prüfung (Klassenarbeit oder was auch immer), ob die von mir verlangten Aufgaben dem entsprechen, was ich im Unterricht durchgenommen habe?
    Meinst du mit "nicht richtig aufbereitet / gelehrt", dass du Fehler gemacht hast oder es zuvor unzureichend behandelt hast im Unterricht?

    Die Frage ist für mich dabei aber wieder: was bringt's? Lernen SuS dadurch vor jeder Stunde?

    Ja, manche/viele schon (je nach Klasse). Wenn ich allgemein z.B. die Vokabeln oder Grammatik wiederhole und (fast) alle mitmachen, kann jeder ein Wort oder einen Satz sagen, ich sehe aber schlecht, wer darüber hinaus tatsächlich den restlichen Stoff oder eben nicht beherrscht. Das verzerrt das Bild. Ich habe dann den Eindruck: Oh, die Objektpronomen haben sie aber gut drauf, passt. Und dann kommt das böse Erwachen bei der nächsten Schulaufgabe. Frage ich einzelne aus, gehe ich dem dann auch mal auf den Grund, warum es nicht lief. Meist kommen dann zig Gründe und Ausreden, die aufs gleiche drauf hinauslaufen: Ich hab nicht gelernt. Manchmal klappt es, dass sie sich am Riemen reißen und sich wieder besser vorbereiten, manchmal natürlich auch nicht.

    Stell euch das doch mal andersrum vor, dass ihr unangekündigt auf der GK oder FK über den Inhalt der letzten Sitzung vor versammelter Mannschaft ausgefragt werdet.

    Das ist ein komischer Vergleich. Die letzte LK liegt vielleicht 3 Monate zurück un die letzte Bio-Stunde vielleicht 2-7 Tage. Und wenn ich wüsste, dass "ausgefragt" wird, schaue ich mir die Inhalte vorher nochmal an. Ich wusste früher ganz genau, warum, wenn ich mal eine schlechte Note bekommen habe. Hab dann aufgepasst, mich wieder besser vorzubereiten - und genau das passiert bei vielen SuS eben nicht und dann ist die Situation natürlich besonders unangenehm.

    In einem 2-stündigen Fach kann es durchaus nur 1x im Jahr sein, je nach Klassengröße.

    Ich habe 3- bis 4-stündige Fächer und frage durchaus Vokabeln oder neue Grammatik "aus" (an das Wort "Ausfrage" musste ich mich auch erstmal gewöhnen, kenne es aber auch aus meiner Schulzeit, da hieß es nur anders, also ich wurde auch "ausgefragt"), da kommt jeder bis zu 2x im Jahr dran. Wenn jemand einen kleinen schriftlichen Leistungsnachweis verpasst, soll man zum Ausgleich eigentlich auch eine Ersatznote einholen, die dann mündlich erbracht wird.

    In Geschichte kann ich mir vorstellen, dass diese Ausfrage / Rechenschaftsablage eines Schülers oder einer Schülerin gleichzeitig der Wiederholung des Stoffes für alle dient (andere Schüler/innen ergänzen ggf.). In den Sprachen machen viele es so, dass alle die Vokabeln für sich im Heft mitschreiben und sie dadurch nochmal wiederholen oder ein kurzes Arbeitsblatt ausfüllen, für alle zur Übung, und einer liest dann vor = mündliche Note bzw. "Ausfrage".

    Nein, tut sie nicht. Wenn, wie ich bereits mehrfach schrieb, es Lehrer gibt, die nur 1 Note im Halbjahr erstellen, dann sagt sie nichts aus.

    Ich frage nochmal: Wo ist das möglich und in welchen Fächern? Bei uns definitiv nicht! Allein zwei Schulaufgaben müssen es in den Kernfächern sein und mind. eine mündliche Note pro Halbjahr macht einfach jeder.

    Mich kotzt das Geeiere mancher Lehrkräfte an weiterführenden Schulen an, die nicht ihre Bewertungskriterien bekanntgeben und dann aus einer Hefternote eine Zeugnisnote bilden.

    Sorry, aber so einen Unsinn habe ich noch nie gehört. Wo schreibt man keine Klassenarbeiten / Schulaufgaben an weiterführenden Schulen und wo macht man keine mündlichen Noten? Eine Zeugnisnote aus einer Heftnote (die es hier z.B. überhaupt nicht gibt) zu bilden, ist m.E. überhaupt nicht möglich.

    weil man ein volles Deputat nicht leisten könne als Anfänger. Das fand ich unmöglich

    Das wurde uns im Ref. zwar nicht gesagt, aber ich finde es auch unmöglich. Ich bin natürlich nach dem Ref. Vollzeit eingestiegen (ich bin überhaupt nicht auf die Idee gekommen, in Teilzeit zu arbeiten) und ja, klar war es anstrengend, aber ich war 27 und habe das gut gewuppt bekommen. Die Erfahrung, grundsätzlich schon mal Vollzeit gearbeitet zu haben (ich bin recht früh Mama geworden) und zu wissen, dass ich das schaffe, ist für mich sehr wertvoll. Ich werde definitiv nicht für immer in Teilzeit arbeiten, nur weil ich Frau / Mutter bin. Dieser Job muss in Vollzeit zu machen sein!

    Zum Thema Korrekturen und Korrekturfächer:

    Ich weiß natürlich nicht im Einzelnen, wie es in anderen Bundesländern ist, aber natürlich wurde auch mir von der Fächerkombi abgeraten aufgrund der vielen Korrekturen. Durch Aufgabenformen wie Lese-/Hörverstehen und sog. "mixed bags" ist aber meist nur ein Teil der Arbeit reiner Text - in der Unterstufe ca. 1/2 Seite, in der Mittelstufe 1 Seite, Oberstufenklausuren natürlich mehrere Seiten. Aber sicherlich liegt es auch stark an der Anzahl der Klausuren (hier: 4-stündig = 4 Klassenarbeiten/Jahr, 3-stündig = 3 Arbeiten, Oberstufe 1 pro Halbjahr) Ich persönlich finde das gar nicht sooooo schlimm... :flieh:

    Ich habe meine Fächerwahl nie bereut und empfinde die Korrekturen definitiv nicht als Haupt-Belastung in meinem Beruf. Hätte ich nur eine Fremdsprache wählen dürfen und dann ein anderes Fach, für das ich mich aber nicht so begeistern kann, würde ich das sicher auch mit weniger Begeisterung unterrichten, das wäre ja auch nicht schön!

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