Beiträge von Lehrerin2007

    Ruhige Schüler, die sich schriftlich besser ausdrücken können als "labern" fahren in By oft besser als in Hessen.

    In Bayern wird bei mündlichen Beiträgen zum Unterricht nur die Qualität bewertet, nicht die Quantität (obwohl das natürlich auch etwas zusammenhängt).

    Ich kann mich erinnern, dass bei mir als Schülerin explizit auch die Quantität der Unterrichtsbeiträge bewertet wurde und ich meine sogar in manchen Fächern war das Mündliche höher gewichtet als das Schriftliche (aber das weiß ich nicht mehr genau!), was ich aus heutiger Sicht schwierig finde. Ich war eher eine ruhige Schülerin (ganz im Gegensatz zu meinem Ich als Lehrerin :P) und tat mich schwer, mich häufig zu melden, daher waren meine mündlichen Noten oft nicht so gut. Dieses ständige "Du musst dich mehr melden" empfand ich damals als Druck.

    Halbe Punktzahl ergab eine 6 bei einer Deutsch-Probe. Klasse 5 Gymnasium.

    😳 Eine Schulaufgabe oder eine Stegreifaufgabe?

    Das habe ich bei uns noch nicht gehört, da würden die Eltern auf die Barrikaden gehen...

    In meinen Fächern gibt es im Anfangsunterricht immer Diskussionen, weil der Schwellenwert in den Fremdsprachen am Gym. zwischen 50 und 60 % für die Note 4 angesetzt wird (je nach Schweregrad, je höher die Jahrgangsstufe, desto niedriger der Schwellenwert, in der Oberstufe ist er dann bei 40%), während er in Mathe von vornherein viel niedriger ist (ich glaube 40%). Das verstehen Schüler und Eltern immer nicht und werfen uns Sprachenlehrern dann vor, dass wir es übertreiben...

    Die zweite Fremdsprache setzt auch in G9 weiterhin in Klasse 6 ein.

    Das stimmt, das ist wirklich immer eine heikle Phase, wenn sie nach einem Jahr dann eine 2. FS hinzukriegen. Das ist wirklich nicht ohne.

    Wie man ja unschwer erkennen kann, unterrichte ich an einem bayrischen Gymnasium. Aktuell habe ich die Klassenleitung einer 5. Nun zieht eine Schülerin aus meiner 5. Klasse aus privaten Gründen weg, in ein anderes Bundesland. Ich war nochmal mit den Eltern im Gespräch und im Zusammenhang Schule / Neustart kam von den Eltern die Äußerung, dass sie hoffen, dass es dann weniger Druck in der Schule gebe, denn der Druck sei in Bayern so groß. Das beschäftigt mich seitdem, aber natürlich höre ich das nicht zum ersten Mal.

    Es gab auch schon Umfragen (Presse), wo herauskam, dass bayrische Schüler am meisten Leistungsdruck empfinden. Aber woran genau wird das festgemacht bzw. woran liegt das? An der Zahl der Leistungserhebungen (ich glaube nicht, dass es da so gravierende Unterschiede gibt, hier schreibt man jährlich in Kernfächern 3-4 „Klassenarbeiten“), an den Inhalten/Lehrplänen (mein Englischbuch von 1992, anderes BL, hat mehr Grammatikthemen drin als das Lehrbuch für meine jetzige 5. Klasse), an den Lehrkräften (meine KuK kommen zu 50% aus anderen BL, es gibt auch nicht DIE bayrischen Lehrkräfte…)?

    Ich mache aktuell gerade wieder die Erfahrungen, dass es von einigen SuS schlicht ignoriert wird, wenn ich Vokabeln oder Grammatik zu lernen aufgebe, oft fehlen Hausaufgaben, der Stoff ist am nächsten Tag schon wieder vergessen, weil das neue Grammatik-Thema z.B. nicht zu Hause nochmal wiederholt wurde. Und dann schreibe ich einen Test oder frage ab und dann heißt es: So ein Druck, auch wenn ich genau den Stoff aus der letzten Stunde abfrage. Gestern hieß es als Reaktion auf die schlechte Vokabel-Abfrage: Ich hatte keine Zeit zum Lernen. Aha…

    Als ich vor ein paar Jahrzehnten in der Schule war (ich hatte auch noch samstags Unterricht), gab es auch regelmäßig Klassenarbeiten, Tests, Abfragen und da ging natürlich auch mal was daneben, wenn ich nicht vorbereitet war und dann war mir klar, warum. Heute spricht man dann aber von Druck.

    Auch ist es so, dass hier die Übertrittsquote zum Gymnasium (an meinem Wohnort) sehr hoch ist, weil viele Eltern unbedingt das Gymnasium für ihre Kinder wollen, koste es, was es wolle. Wenn sie dann überfordert sind, weil sie eigentlich an einer anderen Schulart besser aufgehoben wären, heißt es wieder: Immer dieser Druck. Der ist dann aber in vielen Fällen selbst gemacht!? (Selbst jetzt, wo wir wegen der Schulschließungen keine Klassenarbeiten (hier: Schulaufgaben) mehr schreiben, wird gejammert, dass der Druck so groß sei…).

    Die Abiturnoten werden auch in Bayern immer besser, aber ich habe das Gefühl, damit steigt der Druck eigentlich noch mehr, weil ein Abitur mit einer 2 vor dem Komma nichts mehr wert ist. Also möchten alle bitte möglichst nur noch 1er haben und sind bei 2ern "enttäuscht" (gerade wieder erlebt in der Oberstufe, trotz eindeutig erkennbarer Mängel, die keine 1 rechtfertigen).

    Zugegebenermaßen habe ich jetzt nicht die Lehrpläne anderer BL studiert und dort natürlich auch nicht unterrichtet, aber eure Eindrücke oder möglicherweise Vergleiche von denen, die in verschiedenen BL unterrichtet haben, würden mich interessieren. Vielleicht wird dieser Vorwurf mit dem „extremen Druck“ für mich dadurch irgendwie greifbarer.

    https://www.br.de/nachrichten/ba…chueler,Sbi8UtB

    Masken dürfen jetzt für weiterführende Schulen am Platz bei einer Inzidenz unter 25 abgesetzt werden.

    (Und das, wo sie hier gerade wieder anfängt zu steigen...).

    Außerdem ist das Vorhaben, bis September in jedem Klassenzimmer einen "Lüfter" (wie Söder sagt; also wahrscheinlich ein Filtergerät) zu deponieren. Kann man dem Glauben schenken, dass das klappt? Irgendwo habe ich gelesen, dass es 75.000 Klassen(räume) in Bayern gibt.

    Ich glaube, Visavid wird ab dem nächsten Schuljahr in ganz Bayern benutzt. Ich kenne es gar nicht (ist glaub ich auch neu?), aber es gibt ja Fortbildungen dazu... Wenn das so wenige Features hat, komm ich wohl auch ohne FoBi klar, aber wegen der FoBi-Stunden kann man es ja mal machen....

    Was du schreibst, klingt enttäuschend und nach einem Rückschritt. Wir sollen digital werden und den Fernunterricht verbessern und dann kann man nichtmal den Bildschirm für Präsentationen teilen??? ?(

    Dann wird der Distanzunterricht, sofern wir ihn brauchen, also Frontalunterricht am Bildschirm. :sleeping:

    Und die unfähigen Lehrer aus der Steinzeit sind dann wieder Schuld.

    Eigentlich war das ja so geplant, dass Externe dafür rekrutiert werden können. Diese Aufgabe wurde aber auf die Schulleitungen abgewälzt (die ja auch nichts, wirklich gar nichts zu tun haben!), angeblich (heißt es bei uns) sei der Markt leer. Was ich mir aber nicht so wirklich vorstellen kann. Viele Studenten haben ihre Jobs verloren und auch Praktikanten und Reffis würden das vielleicht tatsächlich auch gern machen (für die Erfahrung und das Geld). (Ach ja, es kann als Mehrarbeit geltend gemacht werden.)

    Bei uns wird jetzt die Bereitschaft für die Übernahme von Stunden für die "summer school" abgefragt. Alle sind genervt... Ich will mich einerseits nicht drücken, es muss ja so oder so gemacht werden, und wenn man es auf viele verteilt, ist es auch nicht so ein Ding, wenn jeder 1x in den Ferien reinkommt. Andererseits stehe ich so überhaupt nicht dahinter, weil es einfach nichts bringen wird und nur Kosmetik ist. Die entstandenen Lücken werden so niemals aufgeholt werden! Viel entscheidender ist, dass wir nicht nochmal die Schulen schließen im nächsten Schuljahr... aber ich habe nicht den Eindruck, dass da grad irgendwas passiert.

    Wie wird das bei euch gehandhabt? Gibt es die "summer school" eigentlich für alle Schularten?

    Sehe ich das alles zu schwarz? Meine Kinder sind 5 und 9 und damit weit weg von einer möglichen Impfung.

    Ich biete 8 und 11 Jahre, nicht so viel besser. Kind 1 könnte in 2022 geimpft werden. Aber ich weiß total, was du meinst und ich verfolge auch die Nachrichten über Delta mit einer gewissen Unruhe. Mein mir Angetrauter hört immer den Drosten-Podcast (beim Putzen 😝) und berichtete daraus heute, dass die Situation in Deutschland nicht 1:1 vergleichbar ist mit der im UK, aus folgenden Gründen:

    - Die Inzidenz im UK war dieses Jahr noch nicht so niedrig wie unsere derzeit, die war immer so um die 20, bevor Delta Überhand nahm. Wir sind in D. Stand heute bei einer Inzidenz von 6, also in einer besseren Ausgangslage, bevor Delta das Zepter übernimmt. Zum Thema exponentielles Wachstum würde auch ich als totaler Mathe-Laie sagen, dass das durchaus einen Unterschied macht und uns noch etwas Zeit verschafft.

    - Zum Zeitpunkt, als Delta sich im UK stark verbreitete, waren dort alle Schulen offen. Hierzulande sind die ersten Bundesländer in den Sommerferien und alle anderen folgen nach und nach im Juli.

    - Der saisonale Effekt scheint doch stärker zu sein als bisher angenommen. Das kann sich in den Sommermonaten auch nochmal positiv auf die Entwicklung auswirken.

    - Drosten meint, dass der Wendepunkt im UK Ende Mai war (bzgl. Delta / ansteigende Zahlen, Delta lag bei 80% unter den Neuinfektionen) und wir schätzungsweise Ende Juli an dieser Stelle sein werden. Bis dahin schaffen wir nochmal, einige zu impfen und haben alle Ferien.

    Was ich noch denke: Im UK wurde hauptsächlich mit Astra geimpft. Nach allem, was ich gelesen habe, scheint BioNTech besser zu wirken gegen die Mutante, was auch nochmal einen Unterschied machen könnte (mein Gedanke).

    Heute las ich, dass Moderna die Liefermenge erhöht im Juli/August, was auch nochmal ein Pluspunkt ist beim Impftempo.

    Also, ich versuche (so gut es geht) positiv zu bleiben.

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