Beiträge von Lehrerin2007

    Zum Distanzunterricht kann man sicher "gezwungen" werden, das ist ja unsere Dienstpflicht und natürlich muss man mindestens Arbeitsmaterial bereitstellen (absolutes Mininum). Aber dass man zu Videokonferenzen / Online-Unterricht "gezwungen" werden kann, dafür gibt es doch gar keine Grundlage? Man kann höchstens in einem schulischen Konzept vereinbaren, dass nach Möglichkeit pro Klasse / pro Woche eine Videokonferenz stattfinden soll oder Ähnliches. Wenn man z.B. keine Kamera zu Hause hat oder das Mikrofon am Computer nicht geht, kann man dann auch gezwungen werden, sich eins zu kaufen, wenn man das nicht möchte? Sowas gehört nicht zur selbstverständlichen Grundausstattung eines Lehrers!

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es über Beschwerden von Elternseite hinaus geht.

    Gestern habe ich von einem Fall gehört, wo ohne Erlaubnis eine Videokonferenz mitgeschnitten wurde durch einen Schüler, was im Nachhinein rauskam. Ich denke, hier hat dieser Lehrer vor allem das Recht, es eher sein zu lassen, wenn so etwas passiert!

    Oft lese ich hier, dass ihr für das Distanzlernen länger braucht. Wirklich aus Interesse: Wieso ergibt sich das bei euch so?

    Das stimmt, der Arbeitsweg, Pausenaufsichten und Sitzungen usw fallen zwar weg, aber ich muss mich (gerade als Klassenlehrerin) wesentlich häufiger mit meinen Kollegen der Klasse (sowie mit den Klassenleitungen meiner anderen Klassen) kurzschließen und abstimmen. Ich muss hinterhertelefonieren, wenn ein Schüler die Aufgaben nicht runterlädt, sich nicht einloggt, nicht am Onlineunterricht teilnimmt etc. Für Aufgaben, die ich nicht kontrollieren kann (bei 2 Fremdsprachen und ca. 70 SuS kann ich nicht alles selbst korrigieren), stelle ich nicht einfach copy/paste Lösungen ein, sondern erkläre etwas dazu (warum hier jetzt diese Zeit oder dieses Verb rein muss in die Lücke, welche alternativen Lösungen es gibt etc.). Es ist einfach komplett anders und das, was ich normalerweise im Unterricht erkläre, versuche ich durch Recherche (Lernvideos), Tonaufnahmen, schriftliche Erklärungen etc. aufzufangen. Dauert...

    Irgendwo haben wir doch über digital natives und basic skills im Schulleben wie Textaussagen erfassen diskutiert...

    In meinem Arbeitsplan für heute (5. Klasse) habe ich einen Link zu einem Lernvideo eingestellt mit dem Auftrag, das Video anzuschauen.

    Bekomme dann heute mittag im Teams-Chat eine Nachricht: "Wo kann ich das Lernvideo anschauen?"

    Mmh. :computerrache:

    Also die erste Teams-Sitzung (macht ein Kollege) hat wohl geklappt mit meiner Klasse, ich habe parallel auf Hilferufe gewartet, es kam nur einer, dass der Login nicht ging, was bei dem betr. Schüler aber schon vor Weihnachten der Fall war. Mein Hinweis, es nochmal zu probieren, bevor der Distanzunterricht losgeht und sich ggf. zu melden, wurde ignoriert. Tja...

    Und Mebis (bayr. Lernplattform) ist jetzt gestaffelt. Kind 2 sollte jetzt um 8:30 rein und sich bei der Klassenlehrerin melden, hat geklappt! Wow!

    Ja, bei uns wurde das teilweise schon im Frühjahr vorsorglich gemacht, nachdem wir Teams für unsere Schule eingerichtet haben und die neuen Klassen haben es direkt am Anfang gemacht.

    Müssen dann auch noch Einverständnisse zu einzelnen Nutzungen z.B. Videokonferenzen gegeben werden?

    Du meinst zu jeder einzelnen Videokonferenz? Das kann ich mir nicht vorstellen. Das wäre ja organisatorisch nicht machbar. Entweder ganz oder gar nicht; einige wenige Eltern haben bei uns auch nicht diese Einverständniserklärung abgeben (ich schätze aber, dass sie es inzwischen aufgrund der Situation nachgeholt haben).

    Nein, gibt es nicht,

    Ok, das ist ungewöhnlich. Aber das betrifft jetzt deine Schule? Wie ist es beim TE?

    zudem ist es abnehmend, weil die TZ-Leute immer draufarbeiten.

    Das Problem kenne ich. In meinem Fall habe ich aber für 6/7 Wochen Vollzeit gearbeitet und habe dann auch Vollzeit-Gehalt bekommen. Das war ok.

    Vor allem aber kann es doch nicht sein, dass man darauf setzt, dass TZ-Leute aufstocken

    Jein. Also ich wurde gefragt und habe es freiwillig gemacht, weil ich wusste, es ist begrenzt. Für 1-2 Monate kann ich mir sowas vorstellen.

    Unser Konzept sieht einen Wechsel aus Videokonferenzen und Übungsphasen vor

    Ja, so haben wir es eigentlich auch geplant und ich finde es auch sehr sinnvoll.

    Bin ich zu pflichtbewusst? Es ist meine erste Klassenleitung / 5. Klasse. Von 6.-10. hatte ich alle schon mind. einmal. Für mich sind das die Kleinen, fast noch Grundschüler, ich fühle mich so verantwortlich, das beste draus zu machen für sie.

    Bei meinen 9ern geht es mir auch ziemlich am "Popo" vorbei (um mit Humbelbees Worten zu sprechen), da da bei den meisten nichts mehr zu retten ist. Die Klasse schrumpft nicht umsonst alle Naselang wieder um jemanden (gerade wieder...).

    Bei meinen 11ern wiederum nicht, weil die echt genervt sind und sich Sorgen um ihr Abi machen. Aber immerhin haben sie noch ein gutes Jahr... (voller Ungewissheit allerdings).

    Ich weiß jetzt nicht mehr, wo der Thread hin ist, wo du zu Videokonfernzen in der Grundschule fragtest.

    Die Lehrerin von Kind 2 hat jetzt vor, jeden Morgen (allerdings in 2 Schichten mit je der halben Klasse, die mit 19 SuS eh schon klein ist) eine halbstündige Konferenz geplant via MS Teams. Die SuS sollen ihre Aufgaben vom Vortag bereit halten, scheinbar will sie dann gemeinsam korrigieren. Ich werde berichten, wie es läuft.

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