Palim: Um das von dir Geschriebene mal in konkreten Zahlen zu übertragen: Was würdest du schätzen, wird in deiner Klasse im Fach Mathematik pro Woche im Schnitt zeitlich für Üben/Wiederholen/Trainieren aufgewandt und wie viel für die Erarbeitung von neuem oder Transferwissen?
Das kommt doch sehr darauf an, was gerade Thema ist.
Führe ich etwas Neues ein, brauche ich 2, manchmal 3 Stunden, um es einzuführen, Material einzusetzen, sicher zu gehen, dass die Kinder es an sich verstanden haben. In dieser Zeit geht es noch nicht ums Üben.
Und ich nehme mir dann die Zeit für die Einführung, starte damit früh am Tag und verlängere die Mathestunde, wenn es sein muss, um nicht mittendrin abbrechen zu müssen, setze es nicht am ersten Tag als HA ein, sondern da dann lieber etwas zum Üben.
Wenn es eingeführt ist, kann es sein, dass täglich geübt wird, in unterschiedlichen Formaten auf unterschiedlichen Niveaus.
Die Differenzierung wird angepasst.
Es gibt Transfer-Aufgaben, die ich mit allen bearbeite, es gibt andere, die nur einige Kinder lösen ... und es gibt Kinder, die sehr viel anderes Material bekommen, weil sie weit mehr trainieren oder dies so gut wie gar nicht benötigen, dafür aber etwas, was sie herausfordert, damit sie etwas dazu lernen und nicht nur abarbeiten.
Und weil du es ja gerne in Zahlen hättest: In meiner Klasse sind Kinder, die noch die Aufgaben bis 10 zählen, und andere Kinder, die locker über 1000 rechnen - im Kopf, denn die schriftlichen Verfahren kennen sie noch nicht.
Dieser eindimensionale Unterricht, den du dir anscheinend vorstellst, kommt bei mir wenig vor, nicht in D, Ma, SU, Rel, eher mal in Musik oder Kunst.
Und doch wäre es ein Gewinn, eine Stunde für das Üben zu haben oder die Inhalte auf eine Stunde mehr strecken zu können. Und auch diese Stunde wäre nicht eingleisig.
Ein noch größerer Gewinn wäre eine pädagogische Assistens in der Klasse, mit der man sich die Aufgaben teilen könnte.