Beiträge von Palim

    Mit den DaZ-Schüler:innen und deren Eltern muss man auch reden, dafür braucht man häufiger Übersetzer, die man sich selbst organisiert, wenn es um Kleinkram geht, oder (in NDS) bei der Behörde beantragt und irgendwann genehmigt bekommt.

    Der DaZ-Unterricht ist „anders“, häufig fordernd, sehr unterschiedlich je nach Zusammensetzung der SuS. Ob man daran Freude findet, ist wohl sehr individuell.

    Abenteuerlich an dieser Situation, Aviator , ist, dass dir offenbar nicht klar ist, wie groß der Lehrkräftemangel und die Not an anderen Schulen sein kann und unter welchen Umständen man dann arbeitet. Da sind 8 Std DaZ eine Kleinigkeit … und für viele Schulen wären sie ein großes Geschenk, ebenso wie jemand, der im Schulgebäude außerunterrichtliche Aufgaben übernimmt.

    Mir erscheint es so, als hättest du dich mit deinen dir entgegenkommenden Annehmlichkeiten mit der Schülerschaft am WBK und Abi-online gut und gerne eingerichtet und bist nun erschüttert, dass du für eine Zeit in den Präsenzunterricht mit jugendlicher Schülerschaft gesetzt wirst.

    Schwierigere Diktate - klingt nach einem anderen Diktat oder 3 weiteren Sätzen - man muss ja dann auch beides diktieren. Üben lassen kann man natürlich verschiedene Texte.

    Andere Mathearbeiten klingt auch nach verschiedenen Arbeiten, die ja ausgeteilt und bearbeitet werden, dann müssen die gym-Kinder weitere Aufgaben im AFB II und III bewältigen. Das wird sonst auch erwartet für gute Noten und den Übergang zum Gym.

    sondern ein aus Gründen gefrusteter Ex-Nerd.

    Danke 8)

    ... aber es zeigt eben auch, dass nicht alle, die derzeit nicht Schritt halten, generell Digitalisierung ablehnende Personen sind,

    und "früher" war manchmal vor 10 Jahren, wo einiges quer gelaufen ist und bewirkt hat, dass manche (also ich) an bestimmten Punkten einen Stopp gesetzt haben, weil anderes wichtiger war und es bei der Digitalisierung ohnehin nicht voran ging.

    Es war auch unsinnig, in den letzten 2 Jahren an einem Konzept zu schreiben oder gemeinsam etwas im Kollegium abzustimmen, solange der Schulträger nicht klar hat, was er anschaffen will und wann es so weit sein wird.

    .. nun plötzlich gibt es einen Fortschritt, was vielleicht auch am Geld liegt, aber sicher auch an einer Personalie (... eine Person beim Schulträger, die seit 20 Jahren gebremst hat und nun in den Ruhestand gegangen ist - SCHON ändert sich auf einmal ganz viel.) Leider ist das Internet dadurch dennoch nicht besser, 10 Mbit reichen einfach nicht für uns alle.

    Dass die Technik hakelt und nicht ausreicht, ist dann übrigens kein Aushängeschild, sondern bei den Kolleg:innen, die sich nur ungern heranwagen, eher ein Hemmnis, weil sie sich bemühen und es dann doch nicht klappt. Lernen am Misserfolg.

    Wo bzw. wann hat eine heute ca. 60 Jahre alte Lehrkraft den Digitalisierungszug verpasst? [1] Mit ca. 30, Mitte der 90er? Oder erst mit 40, Mitte der 00er, als in den Schulen schon flächendeckend Smartboards und Konsorten Einzug hielten

    Ich kann es für mich ziemlich genau festsetzen, auch ohne 60 Jahre alt zu sein:

    Ich habe die letzten 5-7 Jahre verpasst,

    • weil ich vor 15 Jahren gerne ein Board gehabt hätte, es aber eben nicht flächendeckend verbaut wurde,
    • weil ich zwar um 2010 rum begeistert und gewillt war, privat Convertibles zu kaufen, sie aber im Unterricht nicht einsetzen konnte, weil die Peripherie nicht stimmte,
    • weil die Service-Firma sich nie wirklich um Schulen kümmern wollte und nichts gewartet wurde (warten kommt wohl von abwarten), der Schulträger davon aber nichts wissen wollte,
    • weil ich vor 10 Jahren ein Board hatte, fast allein im Schulhaus, und mit viel Aufwand etliche Charts erstellt habe in unterschiedlicher Software, andere Interessierte gab es damals in meiner Umgebung kaum, selbst das Teilen über das Internet war nicht verbreitet, (die interaktiven Materialien mit der Board-Software sind kaum noch nutzbar, auch, weil man sich nicht auf ein gemeinsames, Board-unabhängiges Datei-Format einigen wollte ... und heute ohne diese auskommen kann(H5P)),
    • weil auch die Verlage sich keinesfalls auf den Weg gemacht haben, sondern das Schulbuch 1:1 abbilden und die Inhalte der DVDs 1:1 übertragen, wobei man digital jährlich die Lizenz bezahlen muss, die DVD aber nur einmal kauft, das muss der Haushalt auch hergeben,
    • weil Inklusion seit 2013 und Integration von Migranten seit spätestens 2015 sehr viel Zeit und Einsatz gefordert haben, sodass das Digitale in den Hintergrund trat, ... und auch erst, wenn man sich eingearbeitet hat, in einem mehrfach zieldifferenten Unterricht sinnvoll ergänzt, - gerade diejenigen, die sich da intensiv einarbeiten (müssen), werden zumeist weniger Zeit in Digitalisierung stecken (können), ... zudem werden gerade diese Schulen schlechter ausgestattet sein,
    • weil unter Corona klar wurde, dass unsere Elternschaft nur zu 20% digital unterwegs ist, die meisten aber bitteschön alles in Papierform herausgegeben haben wollten und die digitalen Angebote nicht einmal angesehen haben,
    • weil die jüngeren Kolleginnen gewohnt sind, alles übers private Handy zu regeln, ohne sich um Datenschutz zu kümmern - schwupp - schnell erledigt, schnell verbreitet ... , da bräuchte es erheblich klarere Regelungen und ich finde, dass man an der Stelle zu Recht skeptisch sein darf.

    Am Ende ist nicht alles, was glänzt, Gold wert, und manches, was als "Digital" verbreitet wird, ist einfach nur Chichi.

    Und es ist müßig zu fordern "Dann machen wir halt Analoges und Digitales parallel". Nein. In dieser Welt leben wir einfach (überwiegend) nicht mehr.

    Tut mir leid für die "Digitalen", aber in meiner Welt ist noch sehr vieles analog.

    Solange es nicht ordentlich klappt mit den digitalen Möglichkeiten, kann ich entweder täglich digital+analog vorbereiten ... oder mangels Zeit auch einfach mal auf analoges Bewährtes setzen, weil ich weiß, dass DAS funktionieren wird und ich nicht improvisieren muss, weil die Technik versagt. (Das WLan bzw. Internet generell ist im gesamten Schulhaus ein Glücksspiel, die Kapazität des Anschlusses reicht nicht aus. Gerade ist zudem der Beamer im eigenen Klassenraum kaputt - mal sehen, wie lange. Der ITler des Schulträgers, der sehr viel fitter und eifriger ist als die Firma, die wir zuvor hatten, hat vergeblich versucht, den Beamer auszutauschen (Ultrakurzdistanz gegen Kurzdistanz - passt nicht).

    Es wird seine Zeit brauchen, bis man nach und nach zum Digitalen wechselt. Wer die Möglichkeiten gerne nutzt, wird darin schneller sein, andere langsamer oder sehr, sehr langsam.

    Darum muss der Unterricht nicht schlechter sein, nein.

    Darum müssen andere Lehrkräfte auch keine Mehrarbeit haben, warum?

    Wenn man etwas Neues angehen möchte, kann man das tun. Wie immer (auch wenn es nicht um Digitales geht) wird man andere überzeugen müssen.

    Dazu muss es aber genial und faszinierend und erfolgsversprechend sein oder zumindest praktikabel und zeitsparend, hilfreicher als Vorheriges oder irgendwie besser sein, damit andere einen Grund sehen, sich umzustellen. Ansonsten ist es Aufwand, der durch nichts gerechtfertigt wird, außer dass andere Menschen auf mehr Technik setzen möchten und persönlich Vorteile sehen, die nicht jeder als solche wahrnimmt oder annimmt.

    Man wird, wenn man überzeugend sein will, andere bei den Neuerungen an die Hand nehmen müssen, immer und immer wieder. Da reicht es nicht, sie als "doof" darzustellen und zu verurteilen. Dann erreicht man sie nie, kann sich aber weiterhin darin sonnen, wie toll man selbst die Digitalisierung für sich selbst nutzt.

    Dazu gehören vielleicht auch Ideen, die früher nicht umsetzbar waren. Wenn man schon das x. Mal das Konzept umgestrickt und Neuerungen eingepflegt hat, ist man dessen womöglich müde. Das kommt, früher oder später, weil man schon sehr häufig aktiv verändert hat, weil man gesehen hat, wie Veränderungen mit viel Einsatz geschafft werden, sich aber nach 5-10 Jahren überleben, weil man derzeit überlastet ist, weil die Zeit nicht für alle Begehrlichkeiten ausreicht, weil...

    Sollen die, die auf Neues setzen wollen, es ausprobieren und zeigen, wie es geht ... andere werden skeptisch sein, Fragen stellen, abwarten, zusehen und nach und nach das adaptieren, was ihnen eine sinnvolle Ergänzung zu sein scheint.

    In NDS gibt es das auch,

    bestimmt erkennt man nicht immer alles, aber die Bewerbenden sehen sich die Schulen genauer an und überlegen, wo sie landen möchten. In den letzten Jahren haben sie auch verzichtet, wenn ihnen keine Stelle zusagte, um kurz darauf eine befristete Vertretung anzunehmen und abzuwarten.

    Es bleibt ein Nachteil für Schulen mit Standortnachteile, da man als Schule e8n tolles Kollegium aufwarten kann, aber keine anderen Vergünstigungen.

    Das wäre dann nicht dein Problem, sondern etwas, was die Schule lösen müsste, indem sie dich entsprechend einplant, ggf. andere Vertretungskräfte nicht mehr benötigt in der Folge oder dank etwas besserer Personalversorgung dann irgendwo ein Teamteaching mit Doppelsteckung einplanen kann z.B. in einer Inklusionsklasse. Mehr Lehrkräfte einzuplanen ist wirklich kein Problem für Schulen und so lange man nicht plötzlich eklatant überversorgt ist gerade auch im Vergleich zu anderen Schulen droht auch keine (Teil-) Abordnung.

    … sagst du für dein Land und deine Region?

    In meiner Region ist man sofort in der Abordnung, sobald Stunden übrig sind oder man über 100% versorgt ist.

    Stockt jemand auf, sodass mehr Stunden da sind, klopft die Dezernentin an und bittet um Abordnung.

    Letztlich sollte das aber nicht dazu führen, dass eine Schule/ das Land über Jahre die Vertretungen hinhält oder ausbeutet.

    Am Ende ist man nicht an dieser Schule angestellt, man kann versetzt werden, in NDS gilt das auch für Vertretungskräfte.

    Ich kann es mir ohne Nachteilsausgleiche, Differenzierung und zieldifferente Beschulung kaum noch vorstellen, zudem wird vieles erst im Laufe der ersten Schuljahre ersichtlich und die Kinder sind eine Weile (2-3 Jahre) in der Klasse.

    Entsprechend müsste die Personalausstattung eine komplett andere sein … und die Arbeitszeiterhebung entsprechenden Ausgleich bewirken.

    Könnte man die Mehrarbeit ansparen, hätte man in den darauffolgenden Jahren stets ein reduziertes Deputat, womöglich eine Dauerschleife, aber eben kein Fass ohne Boden mit immer neuen Aufgaben.

    Es wäre sicher gute Werbung, wenn die Schulen viel besser ausgestattet würden, aber die BL schauen einander das Sparen ab, nicht aber die besseren (teureren) Bedingungen.

    NDS hat die Vorgaben für Radtouren angepasst, das ist nun schwieriger,

    früher hatten wir schon Klassenfahrten per Rad, montags hin, freitags zurück.

    Geht heute aus verschiedenen Gründen nicht mehr.

    Ich halte gar nichts davon,

    es wird dabei allein ums Sparen gehen.

    Dann gibt es keine A14- und A15-Stellen, sondern eine Prämie geringeren Umfangs, die sich auf die Altersbezüge nicht auswirken wird und für die viele Lehrkräfte die Bedingungen nicht erfüllen, die man Jahr für Jahr verändern kann.

    Oder es wird erwartet, dass man zusätzliche Stunden übernimmt und zusätzliche Aufgaben, die man auch jetzt schon zu Hauf ohne Ausgleich hat.

    Anders herum wird ein Schuh daraus:

    - angemessener Einstieg mit A13 für alle

    - Arbeitszeiterfassung und entsprechender Ausgleich für alle

    - Entlastungsstunden für zusätzliche Belastung oder für weitere Aufgaben (muss mit Arbeitszeiterfassung abgestimmt sein)

    - Aufstiege in allen Schulformen bei Übernahme besonderer Aufgaben oder Ämter

    - zusätzliches Personal für weitere notwendige Aufgaben in den Schulen.

    Arbeitszeitkonto: nein danke, damit versucht sich das Land aus der Verantwortung zu stehlen, die geleistete Arbeitszeit zu entlasten und zurückzugeben,

    stattdessen: Senior-Lehrkräfte, die mit bis zu 1/2-Stelle weitere Aufgaben übernehmen, z.B. Gutachten, Förderung in vielen Belangen, Herausforderung, Beratung für SuS und Eltern, Beratung oder Supervision für Lehrkräfte, Ausbildung von Refs/Seiten- und Quereinsteigende, Beratung des Ministeriums, Konzepte, außerschulische Zusammenarbeiten etc.

    So würde man womöglich viele an den Schulen halten können, denen nach Jahrzehnten der Mehrarbeit die Luft ausgeht und die die aufreibende Arbeit als Lehrkraft nicht länger leisten können, mit ihrer Expertise aber viele Aufgaben abnehmen und das Kollegium unterstützen könnten.

    Ich weiß, dass wir, als ich Kind war, bei einer merkwürdigen Tante eingeladen waren, wo es genau diesen Kuchen gab,

    meine Mutter rümpfte die Nase, ich fand ihn besonders saftig und lecker … mir war die Tante auch eher egal, wenn doch der Kuchen gut schmeckte.

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