Und es ist müßig zu fordern "Dann machen wir halt Analoges und Digitales parallel". Nein. In dieser Welt leben wir einfach (überwiegend) nicht mehr.
Tut mir leid für die "Digitalen", aber in meiner Welt ist noch sehr vieles analog.
Solange es nicht ordentlich klappt mit den digitalen Möglichkeiten, kann ich entweder täglich digital+analog vorbereiten ... oder mangels Zeit auch einfach mal auf analoges Bewährtes setzen, weil ich weiß, dass DAS funktionieren wird und ich nicht improvisieren muss, weil die Technik versagt. (Das WLan bzw. Internet generell ist im gesamten Schulhaus ein Glücksspiel, die Kapazität des Anschlusses reicht nicht aus. Gerade ist zudem der Beamer im eigenen Klassenraum kaputt - mal sehen, wie lange. Der ITler des Schulträgers, der sehr viel fitter und eifriger ist als die Firma, die wir zuvor hatten, hat vergeblich versucht, den Beamer auszutauschen (Ultrakurzdistanz gegen Kurzdistanz - passt nicht).
Es wird seine Zeit brauchen, bis man nach und nach zum Digitalen wechselt. Wer die Möglichkeiten gerne nutzt, wird darin schneller sein, andere langsamer oder sehr, sehr langsam.
Darum muss der Unterricht nicht schlechter sein, nein.
Darum müssen andere Lehrkräfte auch keine Mehrarbeit haben, warum?
Wenn man etwas Neues angehen möchte, kann man das tun. Wie immer (auch wenn es nicht um Digitales geht) wird man andere überzeugen müssen.
Dazu muss es aber genial und faszinierend und erfolgsversprechend sein oder zumindest praktikabel und zeitsparend, hilfreicher als Vorheriges oder irgendwie besser sein, damit andere einen Grund sehen, sich umzustellen. Ansonsten ist es Aufwand, der durch nichts gerechtfertigt wird, außer dass andere Menschen auf mehr Technik setzen möchten und persönlich Vorteile sehen, die nicht jeder als solche wahrnimmt oder annimmt.
Man wird, wenn man überzeugend sein will, andere bei den Neuerungen an die Hand nehmen müssen, immer und immer wieder. Da reicht es nicht, sie als "doof" darzustellen und zu verurteilen. Dann erreicht man sie nie, kann sich aber weiterhin darin sonnen, wie toll man selbst die Digitalisierung für sich selbst nutzt.
Dazu gehören vielleicht auch Ideen, die früher nicht umsetzbar waren. Wenn man schon das x. Mal das Konzept umgestrickt und Neuerungen eingepflegt hat, ist man dessen womöglich müde. Das kommt, früher oder später, weil man schon sehr häufig aktiv verändert hat, weil man gesehen hat, wie Veränderungen mit viel Einsatz geschafft werden, sich aber nach 5-10 Jahren überleben, weil man derzeit überlastet ist, weil die Zeit nicht für alle Begehrlichkeiten ausreicht, weil...
Sollen die, die auf Neues setzen wollen, es ausprobieren und zeigen, wie es geht ... andere werden skeptisch sein, Fragen stellen, abwarten, zusehen und nach und nach das adaptieren, was ihnen eine sinnvolle Ergänzung zu sein scheint.