Ihr schreibt alle über verschiedene Ansätze und Umsetzungsformen, dazu vermutlich aus verschiedenen BL, habt eure Schulen vor Augen, die Möglichkeiten in eurer Stadt oder auf dem Land, die bestehenden Förderschulen mit guter Ausstattung oder solche ohne Lehrkräfte oder geschlossene Schulen.
WENN man Inklusion haben möchte, müssten sich Regelschullehrkräfte UND Förderschullehrkräfte bewegen. BEIDE müssen Inklusion lernen, denn bisher war die Ausbildung der Lehrkräfte schulformspezifisch.
Die Regelschullehrkräfte hatten weniger Kinder mit Beeinträchtigungen in den Klassen, je nachdem, wie schnell die Übergänge in die Förderschulen gestaltet wurden.
Die Förderschullehrkräfte haben in den Förderschulen gearbeitet, nicht aber in einem inklusiven Setting.
Sie haben jetzt ganz andere Aufgaben, alte Aufgaben, neue Aufgaben, die untereinander möglichst ausgewogen verteilt werden müssen. Somit müssen sich alle auf etwas anderes einlassen.
Es würde leichter gelingen, wenn diese Änderung des Aufgabenbereiches entsprechende Anerkennung und Entlastung erhalten würde und nicht erwartet würde, dass man es zusätzlich und ohne Ausgleich erledigt - das ist aber vielerort der Fall und zwar gerade bei den Lehrkräften, die bisher nach A12 entlohnt werden.
Das Berufsbild wandelt sich - ich finde den Vergleich zum Mechaniker nicht abwegig - aber wenn sich Ansprüche und Anforderungen ändern, muss man auch am Beruf selbst etwas ändern und nicht erwarten, dass beide Berufe gleichzeitig übernommen werden - sozusagen zur Hälfte der Arbeitszeit.
Dabei bedeutet eine zieldifferente Beschulung in keinem Fall, dass die SuS die Kompetenzen erreichen, die die regelbeschulten Kinder in der Klasse erreichen. Darum wird es ja als "zieldifferent" bezeichnet. Insofern ist es abwegig, Inklusion am Gymnasium unter die Bedingung zu stellen, alle Kinder müssten das Abitur erreichen, da an anderen Schulen die Abschlüsse auch nicht erreicht werden - und in der Grundschule bei weitem nicht die Kompetenzen, die von Kindern ohne geistige Beeinträchtigung erwartet werden.