Beiträge von Palim

    Du bist wirklich zu bedauern, dass du freiwillig in einer Region arbeiten musst, deren Dialekt dir nicht gefällt.

    Wenn das die Begründung für bessere Digitalisierung sein soll, werden wir noch sehr lange darauf warten müssen, denn hier ist „früher“ ein ganz normales Wort wie „damals, bisher, zumeist, bis jetzt, zuvor, ohne zusätzliche Möglichkeiten, auf üblichem Weg, vor 20 Jahren, in vielen Regionen weiterhin, mangels technischer Möglichkeiten…“

    Erkundige dich beim Personalrat oder der Gewerkschaft, welche Bedingungen gelten.

    Mit dem Wissen kannst du dann ins Gespräch mit der SL gehen oder womöglich deine Abrechnung der Überstunden einreichen.

    Nachfragen solltest du auch, ob durch den Einsatz als Vertretung eine Festanstellung einklagbar wäre - an der RS- und zu welchen Bedingungen diese erfolgen würde.

    Wenn du mit den Eltern ohnehin im Gespräch bist, solltest du die Maßnahmen abstimmen und sie dahin beraten, dass sie auch zu Hause daran teilhaben.

    Das bedeutet, dass das Kind auch zu Hause keine Dauer-Aufmerksamkeit bei den Hausaufgaben bekommt, sondern sie möglichst selbstständig erledigt.

    Das nächste ist, herauszubekommen, woran das Kind denkt und träumt und warum es abgelenkt ist, ob die Aufgaben stimmig sind oder zu leicht oder zu schwierig, ob es bestimmte Aufgabenformen sind, bei denen es auftritt … oder alle?

    Entsprechend kann man dann die Aufgabe zum Teil anpassen, ohne das Kind aus der Verantwortung zu nehmen.

    Manchen Kindern hilft es, wenn sie einen besonders ruhigen Arbeitplatz bekommen (anderer Tisch an der Wand/ Blickschutz/ Kopfhörer) um von den anderen weniger abgelenkt zu sein.

    Manchen Kindern hilft es, sehr klare Absprachen zu setzen, vor allem, wenn sie es von zu Hause gewohnt sind (wenn … dann…)

    Manchen Kindern hilft ein Verstärkerplan, den man sich hier aber genau überlegen muss (abgegrenzte Aufgaben in bestimmter Zeit - das kann man als Herausforderung gestalten, hilft auch manchen …“Schaffst du … in 5 Minuten?“

    Viele Kinder in den ersten Klassen waren wenig oder nicht im Kindergarten, sie haben länger gebraucht, sich in der Gruppe wohlzufühlen. Weil sie viel zu Hause waren, ist für sie die Regel, bei allem Zuwendung und Hilfe für sich allein in ausreichend Zeit zu bekommen und dies auch mit absoluter Selbstverständlichkeit einzufordern. Das besprechen wir in Klasse 1 auch immer wieder und erklären Schule als solche und Erwartungen der Lehrkräfte sowie deren Möglichkeiten, Kindern wann und wie zu helfen - das war im letzten Durchgang auch schon ein Thema, dieses Mal wieder, hat also nicht nur mit Veränderungen mit Corona zu tun, sondern mit derzeitigem Verhalten vieler Eltern.

    Meine Lehrer von damals haben die Bahnfahrkarten telefonisch gebucht. Das geht heute nicht mehr, weil die Hotline keine Bestellungen mehr annimmt.

    Nur mal so als Beispiel. Viele Dinge gehen heute nicht mehr, weil es die Services nicht mehr gibt. Eine Bestätigung per Telex kann man auch nicht mehr bekommen.

    Man fährt zum Bahnhof und erledigt es dort, wenn man es online nicht machen möchte oder kann. Das hat auch etwas mit der Kontenverwaltung zu tun, allein das ist an sehr vielen Schulen ein Trauerspiel.

    Alternativ fragt man telefonisch bei Busunternehmen an, ja, man kann auch eine Mail schicken - geht beides über die gleiche Leitung bei uns.

    Übrigens gibt es weiterhin Landschulheime mit Faxgeräten … faxen Sie uns Ihre Anmeldung zu oder senden Sie per Post. Das Gelände ist schön, die Unterbringung angemessen, aber besonders günstig.

    Den Anbietern geht es da zum Teil nicht anders als den Schulen hinsichtlich Internet und Digitalisierung.

    Ein bisschen macht es den Anschein, als würden einige erwarten, weil sie selbst alles digital erledigen möchten, müsste die Welt sich mit einem Fingerschnips darauf einstellen und danach richten.

    Ich schnipse dann mal, wenn nächste Woche das Internet nicht geht und der Beamer weiterhin defekt ist, hilft bestimmt.

    Mit den DaZ-Schüler:innen und deren Eltern muss man auch reden, dafür braucht man häufiger Übersetzer, die man sich selbst organisiert, wenn es um Kleinkram geht, oder (in NDS) bei der Behörde beantragt und irgendwann genehmigt bekommt.

    Der DaZ-Unterricht ist „anders“, häufig fordernd, sehr unterschiedlich je nach Zusammensetzung der SuS. Ob man daran Freude findet, ist wohl sehr individuell.

    Abenteuerlich an dieser Situation, Aviator , ist, dass dir offenbar nicht klar ist, wie groß der Lehrkräftemangel und die Not an anderen Schulen sein kann und unter welchen Umständen man dann arbeitet. Da sind 8 Std DaZ eine Kleinigkeit … und für viele Schulen wären sie ein großes Geschenk, ebenso wie jemand, der im Schulgebäude außerunterrichtliche Aufgaben übernimmt.

    Mir erscheint es so, als hättest du dich mit deinen dir entgegenkommenden Annehmlichkeiten mit der Schülerschaft am WBK und Abi-online gut und gerne eingerichtet und bist nun erschüttert, dass du für eine Zeit in den Präsenzunterricht mit jugendlicher Schülerschaft gesetzt wirst.

    Schwierigere Diktate - klingt nach einem anderen Diktat oder 3 weiteren Sätzen - man muss ja dann auch beides diktieren. Üben lassen kann man natürlich verschiedene Texte.

    Andere Mathearbeiten klingt auch nach verschiedenen Arbeiten, die ja ausgeteilt und bearbeitet werden, dann müssen die gym-Kinder weitere Aufgaben im AFB II und III bewältigen. Das wird sonst auch erwartet für gute Noten und den Übergang zum Gym.

    sondern ein aus Gründen gefrusteter Ex-Nerd.

    Danke 8)

    ... aber es zeigt eben auch, dass nicht alle, die derzeit nicht Schritt halten, generell Digitalisierung ablehnende Personen sind,

    und "früher" war manchmal vor 10 Jahren, wo einiges quer gelaufen ist und bewirkt hat, dass manche (also ich) an bestimmten Punkten einen Stopp gesetzt haben, weil anderes wichtiger war und es bei der Digitalisierung ohnehin nicht voran ging.

    Es war auch unsinnig, in den letzten 2 Jahren an einem Konzept zu schreiben oder gemeinsam etwas im Kollegium abzustimmen, solange der Schulträger nicht klar hat, was er anschaffen will und wann es so weit sein wird.

    .. nun plötzlich gibt es einen Fortschritt, was vielleicht auch am Geld liegt, aber sicher auch an einer Personalie (... eine Person beim Schulträger, die seit 20 Jahren gebremst hat und nun in den Ruhestand gegangen ist - SCHON ändert sich auf einmal ganz viel.) Leider ist das Internet dadurch dennoch nicht besser, 10 Mbit reichen einfach nicht für uns alle.

    Dass die Technik hakelt und nicht ausreicht, ist dann übrigens kein Aushängeschild, sondern bei den Kolleg:innen, die sich nur ungern heranwagen, eher ein Hemmnis, weil sie sich bemühen und es dann doch nicht klappt. Lernen am Misserfolg.

    Wo bzw. wann hat eine heute ca. 60 Jahre alte Lehrkraft den Digitalisierungszug verpasst? [1] Mit ca. 30, Mitte der 90er? Oder erst mit 40, Mitte der 00er, als in den Schulen schon flächendeckend Smartboards und Konsorten Einzug hielten

    Ich kann es für mich ziemlich genau festsetzen, auch ohne 60 Jahre alt zu sein:

    Ich habe die letzten 5-7 Jahre verpasst,

    • weil ich vor 15 Jahren gerne ein Board gehabt hätte, es aber eben nicht flächendeckend verbaut wurde,
    • weil ich zwar um 2010 rum begeistert und gewillt war, privat Convertibles zu kaufen, sie aber im Unterricht nicht einsetzen konnte, weil die Peripherie nicht stimmte,
    • weil die Service-Firma sich nie wirklich um Schulen kümmern wollte und nichts gewartet wurde (warten kommt wohl von abwarten), der Schulträger davon aber nichts wissen wollte,
    • weil ich vor 10 Jahren ein Board hatte, fast allein im Schulhaus, und mit viel Aufwand etliche Charts erstellt habe in unterschiedlicher Software, andere Interessierte gab es damals in meiner Umgebung kaum, selbst das Teilen über das Internet war nicht verbreitet, (die interaktiven Materialien mit der Board-Software sind kaum noch nutzbar, auch, weil man sich nicht auf ein gemeinsames, Board-unabhängiges Datei-Format einigen wollte ... und heute ohne diese auskommen kann(H5P)),
    • weil auch die Verlage sich keinesfalls auf den Weg gemacht haben, sondern das Schulbuch 1:1 abbilden und die Inhalte der DVDs 1:1 übertragen, wobei man digital jährlich die Lizenz bezahlen muss, die DVD aber nur einmal kauft, das muss der Haushalt auch hergeben,
    • weil Inklusion seit 2013 und Integration von Migranten seit spätestens 2015 sehr viel Zeit und Einsatz gefordert haben, sodass das Digitale in den Hintergrund trat, ... und auch erst, wenn man sich eingearbeitet hat, in einem mehrfach zieldifferenten Unterricht sinnvoll ergänzt, - gerade diejenigen, die sich da intensiv einarbeiten (müssen), werden zumeist weniger Zeit in Digitalisierung stecken (können), ... zudem werden gerade diese Schulen schlechter ausgestattet sein,
    • weil unter Corona klar wurde, dass unsere Elternschaft nur zu 20% digital unterwegs ist, die meisten aber bitteschön alles in Papierform herausgegeben haben wollten und die digitalen Angebote nicht einmal angesehen haben,
    • weil die jüngeren Kolleginnen gewohnt sind, alles übers private Handy zu regeln, ohne sich um Datenschutz zu kümmern - schwupp - schnell erledigt, schnell verbreitet ... , da bräuchte es erheblich klarere Regelungen und ich finde, dass man an der Stelle zu Recht skeptisch sein darf.

    Am Ende ist nicht alles, was glänzt, Gold wert, und manches, was als "Digital" verbreitet wird, ist einfach nur Chichi.

    Und es ist müßig zu fordern "Dann machen wir halt Analoges und Digitales parallel". Nein. In dieser Welt leben wir einfach (überwiegend) nicht mehr.

    Tut mir leid für die "Digitalen", aber in meiner Welt ist noch sehr vieles analog.

    Solange es nicht ordentlich klappt mit den digitalen Möglichkeiten, kann ich entweder täglich digital+analog vorbereiten ... oder mangels Zeit auch einfach mal auf analoges Bewährtes setzen, weil ich weiß, dass DAS funktionieren wird und ich nicht improvisieren muss, weil die Technik versagt. (Das WLan bzw. Internet generell ist im gesamten Schulhaus ein Glücksspiel, die Kapazität des Anschlusses reicht nicht aus. Gerade ist zudem der Beamer im eigenen Klassenraum kaputt - mal sehen, wie lange. Der ITler des Schulträgers, der sehr viel fitter und eifriger ist als die Firma, die wir zuvor hatten, hat vergeblich versucht, den Beamer auszutauschen (Ultrakurzdistanz gegen Kurzdistanz - passt nicht).

    Es wird seine Zeit brauchen, bis man nach und nach zum Digitalen wechselt. Wer die Möglichkeiten gerne nutzt, wird darin schneller sein, andere langsamer oder sehr, sehr langsam.

    Darum muss der Unterricht nicht schlechter sein, nein.

    Darum müssen andere Lehrkräfte auch keine Mehrarbeit haben, warum?

    Wenn man etwas Neues angehen möchte, kann man das tun. Wie immer (auch wenn es nicht um Digitales geht) wird man andere überzeugen müssen.

    Dazu muss es aber genial und faszinierend und erfolgsversprechend sein oder zumindest praktikabel und zeitsparend, hilfreicher als Vorheriges oder irgendwie besser sein, damit andere einen Grund sehen, sich umzustellen. Ansonsten ist es Aufwand, der durch nichts gerechtfertigt wird, außer dass andere Menschen auf mehr Technik setzen möchten und persönlich Vorteile sehen, die nicht jeder als solche wahrnimmt oder annimmt.

    Man wird, wenn man überzeugend sein will, andere bei den Neuerungen an die Hand nehmen müssen, immer und immer wieder. Da reicht es nicht, sie als "doof" darzustellen und zu verurteilen. Dann erreicht man sie nie, kann sich aber weiterhin darin sonnen, wie toll man selbst die Digitalisierung für sich selbst nutzt.

    Dazu gehören vielleicht auch Ideen, die früher nicht umsetzbar waren. Wenn man schon das x. Mal das Konzept umgestrickt und Neuerungen eingepflegt hat, ist man dessen womöglich müde. Das kommt, früher oder später, weil man schon sehr häufig aktiv verändert hat, weil man gesehen hat, wie Veränderungen mit viel Einsatz geschafft werden, sich aber nach 5-10 Jahren überleben, weil man derzeit überlastet ist, weil die Zeit nicht für alle Begehrlichkeiten ausreicht, weil...

    Sollen die, die auf Neues setzen wollen, es ausprobieren und zeigen, wie es geht ... andere werden skeptisch sein, Fragen stellen, abwarten, zusehen und nach und nach das adaptieren, was ihnen eine sinnvolle Ergänzung zu sein scheint.

    In NDS gibt es das auch,

    bestimmt erkennt man nicht immer alles, aber die Bewerbenden sehen sich die Schulen genauer an und überlegen, wo sie landen möchten. In den letzten Jahren haben sie auch verzichtet, wenn ihnen keine Stelle zusagte, um kurz darauf eine befristete Vertretung anzunehmen und abzuwarten.

    Es bleibt ein Nachteil für Schulen mit Standortnachteile, da man als Schule e8n tolles Kollegium aufwarten kann, aber keine anderen Vergünstigungen.

    Das wäre dann nicht dein Problem, sondern etwas, was die Schule lösen müsste, indem sie dich entsprechend einplant, ggf. andere Vertretungskräfte nicht mehr benötigt in der Folge oder dank etwas besserer Personalversorgung dann irgendwo ein Teamteaching mit Doppelsteckung einplanen kann z.B. in einer Inklusionsklasse. Mehr Lehrkräfte einzuplanen ist wirklich kein Problem für Schulen und so lange man nicht plötzlich eklatant überversorgt ist gerade auch im Vergleich zu anderen Schulen droht auch keine (Teil-) Abordnung.

    … sagst du für dein Land und deine Region?

    In meiner Region ist man sofort in der Abordnung, sobald Stunden übrig sind oder man über 100% versorgt ist.

    Stockt jemand auf, sodass mehr Stunden da sind, klopft die Dezernentin an und bittet um Abordnung.

    Letztlich sollte das aber nicht dazu führen, dass eine Schule/ das Land über Jahre die Vertretungen hinhält oder ausbeutet.

    Am Ende ist man nicht an dieser Schule angestellt, man kann versetzt werden, in NDS gilt das auch für Vertretungskräfte.

    Ich kann es mir ohne Nachteilsausgleiche, Differenzierung und zieldifferente Beschulung kaum noch vorstellen, zudem wird vieles erst im Laufe der ersten Schuljahre ersichtlich und die Kinder sind eine Weile (2-3 Jahre) in der Klasse.

    Entsprechend müsste die Personalausstattung eine komplett andere sein … und die Arbeitszeiterhebung entsprechenden Ausgleich bewirken.

    Könnte man die Mehrarbeit ansparen, hätte man in den darauffolgenden Jahren stets ein reduziertes Deputat, womöglich eine Dauerschleife, aber eben kein Fass ohne Boden mit immer neuen Aufgaben.

    Es wäre sicher gute Werbung, wenn die Schulen viel besser ausgestattet würden, aber die BL schauen einander das Sparen ab, nicht aber die besseren (teureren) Bedingungen.

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