Die kurzfristigen Abordnungen sind in der Regel durch Erkrankungen bedingt,
alles andere sind Halbjahres- oder Jahresplanungen, das würde ich auch hier vermuten, durch das Verfahren zieht sich ja alles schon länger hin.
Die Perspektive der anderen Schulen fehlt hier sehr vielen.
Bei einem Ausfall muss die Schule 6 Wochen selbst überbrücken, es sei denn, es liegen langfristige Krankschreibungen vor, aber auch das dauert häufig einige Tage. Bei Schwangerschaften wird in der Regel die Bewertung der Gyn abgewartet (Titer-Bestimmung), danach die Gefährdungsbeurteilung geschrieben, was auch etwas dauert.
Anschließend oder parallel wird der/die Dezernentin in Kenntnis gesetzt. Die schaut sich die Zahlen in der Statistik an und fragt dann Abordnungen an bestimmten Schulen an, oft mit einer Frist, bis wann sie Bescheid haben möchte, wer geht.
Erst an dieser Stelle erfahren die möglichen Kolleginnen davon, das geht ja aber nicht früher.
Innerhalb der Schule kommt es zum Auswahlprozess, der Personalrat wird beteiligt.
Bis zur Abordnungsverfügung ist noch Papierkram zu erledigen.
Bei Widersprüchen irgendwelcher Art verzögert es sich weiter.
Seid ihr noch nie in der Lage gewesen, dass es an eurer eigenen Schule zu hohem Mangel kam und ihr nicht wusstet, wie ihr es bewerkstelligen sollt, alle SuS zu betreuen?
Oder sind Lehrkräfte in großen Systemen so unbehelligt davon, dass sie sich darum keine Gedanken machen?
Wenn Schüler nicht nach Hause geschickt werden können, braucht es für jede Stunde Betreuung. Der Fall der Grundschule in Wiefelstede war gerade in den Medien, ist aber kein Einzelfall, sondern der einzelne Fall, der medial so präsent wurde. Wie sehr es an anderen Schulen brennt, scheint ja nicht mal Kolleg:innen anderer Schulen verständlich zu sein.
Ja, Abordnungen sind doof, ein System, dass auf Lehrkräfte-Reserve setzt, wäre viel besser, dass in den Grundschulen 20 Jahre lang auf nichtlehrendes Betreuungspersonal gesetzt wurde, fällt einem nun auf die Füße, denn die Verträge und Rechte wurden inzwischen geschärft und nicht-lehrendes Personal kann nicht mehr, wie früher, 28h der Lehrkraft ersetzen (das hat das Yolandas nicht begriffen) und soll und darf den langfristigen Ausfall nicht übernehmen.
Wenn dann an einer Schule 140% Lehrkräfteversorgung sein soll, ist es doch klar, dass dort nach verfügbaren Lehrkräften gesucht wird für Schulen die über Wochen täglich ihre Unterversorgung stemmen.
Eine solch gute Versorgung braucht es übrigens nicht für eine Anfrage, wer über 90% liegt, ist auch dabei.