Beiträge von Palim

    Wir haben es in den 3. und 4. Klassen mit den Logo-Sachen thematisiert, jeder vermutlich ein wenig unterschiedlich. Dazu gab es entweder Videos oder Texte und Gespräche.

    In Klasse 1+2 wurde es aber auch thematisiert.

    Meiner Meinung nach ist das Ziel auch, dass man Fragen beantwortet und dem unreflektieren Medienkonsum etwas entgegen setzt.

    Für mich haben Kinder ein Recht darauf, zu wissen, was um sie herum geschieht. Die Welt ist damit beschäftigt, da geht es an den Kindern ohnehin nicht vorbei.

    Ansonsten bin ich bei den Kindern entspannter, auch was das Corona-Maßnahmen betrifft.

    Ja, sie müssen sich einschränken und vorsehen, aber sie kennen es auch gar nicht anders.

    Ja, wir tragen Masken, aber das bedeutet nicht, dass man keine Emotionen wahrnehmen könnte, das kann man schon und Kinder können das auch.

    Was die sonstigen Einschränkungen betrifft, habe ich eher das Gefühl, dass andere sagen, früher gab es zig Sachen in der Schule, die nun nicht gehen. Das sind Erwartungen, die die Kinder gar nicht hätten, wenn andere sie nicht erheben würden. Und die erheben sie ständig, ganz unabhängig von Corona: Schule besteht aus Festen, Feiern, Fahrten, Projekten, Übernachtungen, Sport, Musik, Aufführungen, Spiel, Spaß und Spannung... in einem Maß und Umfang, den ich nicht bieten kann.

    Je nach Schule und Klientel sollte man sich zügig einen Überblick darüber verschaffen, welche Verhaltensregeln es an der Schule gibt und welche Sanktionen wofür üblich sind, damit man sich daran selbst orientieren kann und die SuS einem keinen Bären aufbinden.

    An manchen Schulen gibt es schon Handreichungen für neue KollegInnen.

    Ansonsten: Schulbücher, Schulplan, noch ausstehende Projekte in diesem Schuljahr, zeitliche Fristen für Klassenarbeiten, Notengebung, Notenabgabe…, Lernmanagement-Systeme, Kommunikationskanäle im Kollegium/ schwarzes Brett/ Mail/ ggf Dienstvereinbarung zu Zeiten, Krankmeldung bei wem/ wann /wie, Vertretungsregelung (du bist krank/ andere sind krank), aktuelle Corona-Regelungen an der Schule,

    Könnte halt nur sein, dass die Leute gar nicht mehr Russisch sprechen wollen.

    Ja, hätte ich auch gedacht, habe das diskutiert und zur Antwort bekommen, dass die Menschen es durchaus trennen könnten und differenziert sehen.

    Die Alternative ist ein Brief, in dem genau das erläutert wird, oder eine Übersetzungs-App, die ich schon nutze, wenn ich längere Texte aus dem Sachunterricht auf anderen Sprachen benötige oder Streitigkeiten klären will.

    Bei uns kommen jetzt gerade Ortskräfte aus Afghanistan mit Kindern an, die anderen werden kommen.

    Ich suche derweil schon mal nach Material, in meinem Schrank schlummert hoffentlich noch ein Ordner mit DaZ-Material für Kinder mit russischer Erstsprache, vielleicht kann ich davon etwas adaptieren.

    Ansonsten greift das, was wir sonst nutzen, zusätzliche Stunden haben wir ohnehin nicht. Einige Kinder können dolmetschen und es ist vor Ort einfacher, jemanden mit Kenntnissen in Russisch als in Dari oder Arabisch zu finden.

    icke

    Meine sind wenig älter, sie fragen zum Teil nicht und zum Teil sehr konkret.

    Die Eltern selbst gehen sehr unterschiedlich mit dem Thema um, einige halten die Kinder möglichst von dem Thema fern, bei anderen laufen irgendwelche Sender in Dauerschleife.

    Manche Kinder, die nichts davon wissen, sind dann eher bestürzt durch das, was sie in der Schule erfahren, ich will aber auch einen Gegenpol zu der Dauerbeschallung setzen und manches einordnen.

    Wenn ich es nicht genauer weiß, dann sage ich, dass ich es nicht weiß.

    Wenn sehr merkwürdige Äußerungen kommen, versuche ich es einzuordnen oder zu überlegen, wie sie darauf kommen. Nicht nur darum finde auch ich wichtig, nachvollziehen zu können, worauf die Verlautbarungen der russischen Seite basieren und was sie heranziehen.

    Zu Beginn habe ich es mit einem Streit im Sandkasten verglichen, das verstehen die Kinder sehr gut, da sie das Verhalten kennen und auch wissen, wie sie sich dabei selbst verhalten. Sie beschimpfen sich, sie ärgern und provozieren, wenn es eskaliert, wird die Schaufel zur Waffe, sie gehen auch eine Art Bündnis ein, selten wechselt jemand die Seite und manchmal gibt es auch Kinder, die ein Stopp auf der eigenen Seite setzen und mutig sind, äußern, wenn es zu weit geht oder den Vorschlag machen, Hilfe oder Vermittlung zu suchen.

    Das haben wir schon besprochen, bevor der Krieg begann, weil ein Kind aus der Klasse fragte, ob es Krieg geben würde. Von den Kindern erwarten wir, dass sie ihre Konflikte mit Worten klären.

    … Natürlich ist der Konflikt erheblich komplizierter, ein Angriffskrieg mit Beschuss der Wohngebiete fällt aus allem heraus, was gewöhnliches Streitverhalten abbilden würde. Aber auch ungewöhnliches und unbegründet aggressives Verhalten kennen Kinder aus ihrer Umgebung.

    Noch etwas anderes:

    Wir haben für ganz anderen Unterricht eine Kiste mit bunten Figuren, rote, blaue, gelbe Personen, Kinder. Man könnte es auch mit Spielfiguren oder kleinen Papphütchen darstellen. Mit buntem Papier haben wir Länder dargestellt. Die Personen bewegen sich durch die Länder und vermischen sich. Darüber kann man dann darstellen, dass Personen aus einem Land in ein anderes reisen, ziehen, auswandern, sich dort mit vielen verbünden oder es besetzen. Wir haben daran Flucht erklärt und dass es im aufnehmenden Land trotzdem Menschen gibt, die die Sprache des Angreifenden sprechen und aus diesem Land stammen, aber ja selbst nicht den Krieg verursacht haben.

    Außerdem haben wir darüber gesprochen, dass diese Flüchtlinge auch in Turnhallen untergebracht werden … an dem Thema sieht man dann, wie schnell die Meinungen kippen, wenn das eigene Leben unmittelbar beeinflusst wird („sie können gerne kommen, in anderer Leute Turnhallen, aber ich will meinen Sport haben“)

    Es gibt gute Filme bei Logo, einzelne Clips, die nur eine Minute dauern, die man auch anhalten oder nach der Erläuterung ein zweites Mal gucken kann.

    Es gibt eine gute Seite von der Sendung mit der Maus, die habe ich aber erst gestern gefunden.

    Aber manchmal lenken die Bilder auch ab oder die Kinder fallen in die Konsum-Starre und denken, wir glotzen/ reden einfach nur im Unterricht, da geht die Zeit schnell herum. Da ist es schwer, ihnen gerecht zu werden, aber vielleicht geht das dann im Moment einfach nicht auf die Weise wie sonst. Ausgeknobelten, vielfach differenzierten, schüleraktiven Unterricht kann ich mir nicht über Nacht aus dem Ärmel schütteln.

    Edit:

    Die Links wollte ich noch anfügen ... und mache es nun anders:

    Das Land NDS hat eine Seite mit Hinweisen erstellt, dort finden sich unten in einem Kasten auch Links auf Logo und die Maus sowie Schau hin! und andere empfohlene Links

    https://bildungsportal-niedersachsen.de/ukraine-konfli…uer-lehrkraefte

    außerdem der Link zu einer taskcards-Sammlung mit Hinweisen

    https://www.taskcards.de/#/board/8f6f67…d7-cb358c32fa5d

    Wir haben auch in der Klasse über den Krieg gesprochen und an einem anderen Tag über Flucht und Flüchtlinge.

    Kinder meiner Klasse, die russisch sprechen können, können nichts für den Krieg und haben auch Sorge, und nicht wenige haben in ihren Familien Erfahrungen von Verfolgung und Umsiedlung und sind gerade deshalb in Deutschland, gelten nun aber als „die Russen“.

    Kinder, die hinzukommen, erschrecken sich vielleicht, weil auch hier Menschen russisch sprechen.

    Wir haben darüber gesprochen, warum es Angst oder Konflikte auslösen kann, aber auch einmal mehr, wie man Kinder in die Klasse aufnimmt.

    Warten wir es ab, erst einmal kommen neue Kinder einer Ortskraft aus einem anderen Konflikt hinzu.

    (…) Dieses grundsätzliche Verständnis und eine grundlegende Art zu Denken und an Themen heranzugehen würde ich als Hauptzweck des Studiums sehen.


    Wenn das im Primarbereich nicht geschieht, und sei es eben am Beispiel von Konfuzius oder der alttestamentlichen Exegese, dann läuft da tatäschlich sehr viel falsch.

    Ja, wenn,

    wenn man unter Praxisbezug verstehen will, dass es um konkrete Schulthemen und deren Gestaltung im Unterricht gehen soll,

    ist es aber etwas anderes, als dass man das grundlegende Verständnis, Sprachwissenschaft o.a. als relevant für die Ausgestaltung des Unterrichts ansieht, gerade weil diese Kenntnisse für die Bewertung der schulischen Inhalte relevant sind oder die nachvollziehbare Erläuterung für Schwierigkeiten beim Lernen bieten.

    Im Grundschullehramt ist die Exegese von AT/NT dabei, und das ist gut so.

    Ist das Studium davon heute so weit entfernt (kann ich von unseren Refs her nicht bestätigen) oder aus welchem anderen Grund kommt man zu dieser Einschätzung?

    So wie ich von polnischen Freunden mitbekommen habe, wollen die Ukrainer nicht nach Deutschland, da aus deren Sicht Verräter.

    Die meisten mir bekannten Russen unterstützen Putin, da er nicht die Ukraine besetzen will, sondern nur von Banderas, Nazis und Waffenanlagen gegen Russland säubern will. Die westlichen Medien verschweigen die Kriegsverbrechen der Ukraine im Grenzgebiet der Ostukraine.

    Unsere ukrainischen Freundin hasst jetzt alles was mit Russland zu tun hat und würde am Liebsten nach Kiew fliegen und Ihr Land verteidigen.


    Die Fronten sind extrem verhärtet und es trieft der Hass. Echt traurig.

    Genau das erlebe ich anders und ich denke, es ist wichtig, dass man differenziert und dies auch in die Klassen trägt.

    Es gibt durchaus aus Russland stammende Mitbürgerinnen, die entsetzt sind, sich schämen und große Sorge haben, dass ihnen dieser Konflikt angelastet wird.

    Bisher war es hier ein gutes Miteinander, auch wenn auch ich Menschen kenne, die vorwiegend russische Sender mit auffälligen Inhalten konsumieren, z.B. auch im Hinblick auf Corona, aber nicht nur.

    Andere stehen im Austausch quer durch die Länder, lesen die Darstellungen in unterschiedlichen Ländern und sind offen, unsere Fragen zu beantworten.

    Eine Bekannte hat vor einigen Tagen gesagt: „Die Politiker streiten und beginnen den Krieg, am Ende leidet die Bevölkerung, auf allen Seiten.“

    Sie haben alle Sorgen um ihre Familien und um die Zukunft, die durch diese Eskalation erheblich schwieriger geworden ist.

    Solange es einen territorialen Konflikt im Land gibt, nimmt die NATO es nicht auf.

    In der Ukraine gibt es Separatisten, da muss man über die Vergangenheit lesen, warum der Osten des Landes zu Russland tendiert, und wie sehr es in den vergangenen Jahren von Russland forciert wurde.

    Auch in Moldau gibt es im Osten Separatisten,

    in Georgien war es ähnlich, in Kasachstan.

    Im niederländischen De Telegraph gab es einen Artikel, der es gut erläutert, auf tagesschau24 wurde heute Abend ein zweiteiliger längerer Beitrag gezeigt, der verschiedene Facetten aufzeigt.

    Putin will Weltmacht sein, keine NATO-Erweiterung nach Osten, kein starkes Europa und hat ein anderes Verständnis von Machtbereichen bzw. Staaten.

    Es gibt Urteile dazu, dass die Schule den Lehrkräften auch alle Handreichungen zur Verfügung stellen muss?! Das war mir nicht bewusst. Hast du dafür eine Quelle?

    Nein, habe ich nicht, aber eine Schule, in der es so ausgelegt wird.

    Wir haben seit vielen Jahren immer wieder Lehrkräftemangel und versuchen immer aufs Neue die Aushilfen nicht hängen zu lassen.

    Ansonsten teile ich die Äußerungen von chilipaprika , dass man als Referendar nach einer guten Ausbildung im Studium durchaus in der Lage ist, die Inhalte der eigenen Fächer zu erschließen und pädagogisch umzusetzen.

    Ich finde Handreichungen eher zu Erläuterung der grundsätzlichen Konzeption sinnvoll, nutze oft eher die Zusatzmaterialien, aber eben auch anderer Lehrwerke.

    Schon am Anfang war mir nicht klar, worum es überhaupt geht, nun sind Schulbücher genannt, die ich nicht kenne und beurteilen kann, und ein Seiteneinstieg über anscheinend 3 Fächer.

    Der Einsatz von Vertretungen ohne Lehramtsausbildung und die ungenügenden Ressourcen in den Schulen und zur Begleitung derer, die in der Ausbildung sind, führt dazu, dass Personen sich von vorne nach hinten durch das Buch arbeiten und an die Vorgaben der Handreichungen halten, um zu verzweifeln, wenn es nicht zur Lerngruppe passt.

    Dann wird nach Fortbildung gerufen, das Land ist aber nicht bereit, in Ausbildung zu investieren.

    Am Ende hilft das Quer- und Seiteneinsteigenden aber wenig.

    Hilfreich wäre:

    - Vernetzung im Kollegium,

    - Materialressourcen über die Schule,

    - Vernetzung mit anderen in gleicher Situation

    - Ressourcen im Internet nutzen.

    Die Inhalte von Klasse 3 in D, Ma, Su sind ja nicht exotisch, da findet man eine Menge auf Tauschplattformen und den Blogs von GS-Lehrkräften.

    Dazu braucht es schnell das Handwerkszeug, wie man Unterricht plant, der auf die Lernausgangslage abgestimmt ist.

    in NDS nicht ans Gym zu gehen und da blieb nur die Oberschule.

    DAs ist regional sehr unterschiedlich. In Schleswig-Holstein gibt es wirklich nur 2 Schulformen in der SekI, in Nds. hat man zwar insgesamt mehr Auswahl, regional muss man dann aber genau schauen, was möglich ist. Gesamtschulen-Gründungen waren lange verboten, sodass es davon nicht so viele gibt, dann wurde die Umwandlung in Oberschulen forciert, aber es gibt auch Städte/Regionen mit Gesamtschulen und anderen Schulformen.

    Bei der BPB gibt es eine Übersicht der Schulformen in den Bundesländern.

    Oberschule

    Das kommt wohl aufs Bundesland an.

    In NDS, HB und BB ist es der Name für eine besondere Schulform der SekI., die man zuvor wohl als kooperative Gesamtschule angehesen hätte,

    anderswo heißt sowas Realschule Plus (RLP)

    Regelschule (TH), Mittelschule (SN), Regionale Schule (MV), Sekundarschule (ST/NRW), Erweiterte Realschule (SL) oder Integrierte Sekundarschule (BE) heißen.

    Natürlich sind die Konzepte auch nicht alle identisch.

    Wir haben ein Ma-Lehrwerk, das so viele Seiten hat, dass man täglich mindestens 3 Seiten bearbeiten müsste, wollte man alles schaffen und ausfüllen.

    Oftmals beinhaltet ein Lehrbuch ja auch viel mehr Themen, als eigentlich laut Lehrplan vorgesehen ist.

    Und obwohl das KuMi die Bücher doch überprüfen möchte, sind Themen gesetzt, die nicht im Curriculum stehen.

    Ich will keine andere Schulleitung, ich will so einen tollen Lüfter!

    Einer der auf die Uhr guckt und geräuschlos und pünktlich die Fenster auf und wieder zu macht, während ich weiter Unterricht mache. Auch bei Sturm. Ich brauch aber einen großen, der in der 3a auch bis hoch an die Entriegelung kommt. Und einen kräftigen, der den schweren Hebel für die Kippfenster ganz oben bedienen kann.

    (ein Luftfiltergerät hab ich schon.....)

    Der könnte dann auch die Pausen übernehmen oder die Aufsicht, wenn die Lehrkraft mal trinken oder austreten möchte (anderer Thread).

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