Es gibt solche Klassen, die man nicht allein lassen kann - und ja, dann hat man ein Problem, weil "Pause" nur "unterrichtsfrei" bedeutet und nicht "ich-kann-tun-und-lassen-was-ich-will" und weil Unterricht bedeutet, dass man eine Aufsichtspflicht hat, der man nachkommen muss und die sich nach den SuS richtet, die da sind.
Dann muss man nachweisen können, dass man im Raum war, als die Schere flog.
Ja, das ist ein Problem, klar, aber es gibt Schulen, die sich genau dieser Schüler:innen annehmen, die an anderen Schulen nicht beschult werden.
Statt sie zu verteilen, landen sie oft in bestimmten Schulen, die dafür notwendige Unterstützung jedoch nicht, eher der Lehrkräftemangel, da ja gerade diese Schulen nicht an oberster Stelle der Wunschliste stehen.
Ich hatte auch schon Unterricht mit solchen SuS. Eine Schulbegleitung zu erhalten, die dann auf diese SuS Acht gibt, ist sehr schwierig und braucht 1-2 Jahre zusätzlicher Arbeit sowie das Einverständnis der Erziehungsberechtigten.
Bis dahin hat man dann womöglich ein Problem, am Vormittag 5 min Zeit zu finden, obwohl man weit vorher kopiert und bemüht ist, alles immer vorab zu regeln. Man hat auch ein Problem im Unterricht, da man gleichzeitig hinter bestimmten Kindern stehen möchte, um sofort eingreifen zu können, obwohl die Aufgabe des Unterrichtens etwas anderes erfordert.
Die Lösung, die einem angeboten wird, sind stundenlange Konferenzen, salbungsvolle Worte und Gespräche mit SchulpsychologInnen, mit Verweis auf die Verhältnismäßigkeit von Konsequenzen, da die armen Kinder dringend soziale Kontakte und Bildung benötigen. Dafür darf die Schule dann ein Abhilfe-Konzept verfassen, in dem eine lückenlose Aufsicht des Kindes festgehalten wird, um die anderen zu schützen ... und schon haben ein paar Lehrkräfte das Problem, keine 5 min zum Luftholen zu haben.
Welchen Vorschlag habt ihr denn konkret für die Lehrkräfte von Schüler:innen mit Verhaltensauffälligkeiten und aggressivem Verhalten?
