Ich sehe es dann aber ehrlich gesagt nicht als Aufgabe der Lehrkräfte an, diesen mangelnden Willen des Dienstherren durch eigene Mehrarbeit auszugleichen.
Die Lehrkräfte legen für eigene Fehlzeiten oder die anderer KollegInnen Material auf den Tisch. Das kann auch mal Übungsmaterial sein, fehlt jemand über längere Zeit, ist das aber nicht so ohne Weiteres möglich und eben auch nicht günstig für die Klassen.
Natürlich gibt es keinerlei Anrechung auf das zusätzliche Erstellen von Materialien zur Vertretung.
Für Langzeit-Vertretungen gibt es auch andere Vertretungskräfte, allgemein als "Feuerwehrlehrkraft" betitelt (ab Bachelor-Studierenden aufwärts), dazu braucht es aber viel Aufwand und Anträge etc., sodass es a) oft zunächst über mehr als 6 Wochen die Vertretung über die PM benötigt und b) nicht immer zu einem Abschluss kommt, weil es unterschiedliche Genehmigungen braucht und weil andere Stunden (DaZ u.a.) gegengerechnet werden oder nur die Kernzeit (Stunde 1-4) vertreten wird oder weil es c) keine Bewerbungen mehr/in dieser Region darauf gibt.
Für Klassenfahrten bedeutet das:
Fährt eine Klassenlehrkraft, übernimmt die Kollegin, die sonst in dieser Klasse gesteckt wäre, den Unterricht in den Fachklassen.
Fährt eine Co-Lehrkraft, fallen bis zu 28 Std. an, die durch die PM erteilt beaufsichtigt werden müssen, die diese Lehrkraft vorab hinlegen muss - also Material, das keinen Unterricht erfordert, sondern von den Kindern möglichst selbstständig bearbeitet werden kann.
UND:
Für die Klassenfahrt erhalten die Lehrkräfte insgesamt 4 Stunden erlassen, wenn sie diese nehmen möchten, müssen sie noch einmal Material für die Vertretung bereitstellen, damit eine PM die Stunden beaufsichtigt und die Lehrkräfte abwesend sein können. Das geht natürlich nur, wenn die Schule mit entsprechenden Stunden versorgt ist und die PM nicht in Vertretungen stecken, denn dann kann man nicht fehlen.
Neuerdings sind die Verträge der PM anders gesetzt, die PM muss nun wöchentlich 6 feste Stunden eingesetzt werden, statt flexibel auf Abruf zu sein. So ist ihre Arbeitszeit verlässlicher, es kommt zu keinen kurzfristigen Anforderungen (was vorab aber schon vertraglich ausgeschlossen war) und die Pool-Stunden können nicht zum Halbjahr aufgebraucht sein - also spart das Land die Erweiterung der Verträge.
Nun kann die PM aber gar nicht mehr das Deputat einer fehlenden Lehrkraft von 28 Stunden in der Woche ersetzen.
Wie das während Klassenfahrten oder anderen Vertretungen klappen soll, wissen wir nicht ... und hangeln uns mal wieder durch... und stellen Fragen, ohne Antworten zu erhalten... und streichen alles zusammen, um irgendwie den Unterricht/ die Aufsicht in den Klassen gewährleisten zu können.