Beiträge von Palim

    Die Schulträgerin kann Schwerpunkte ausweisen, sodass nicht alle Gebäude entsprechend ausgestattet werden müssen.

    Fallen Angel

    Du magst es traurig finden, aber ein Schulträger kann alte Schulgebäude von vor 150 Jahren ja nicht mal eben anpassen, das wären immense Kosten, die man vielleicht über viele Jahre stemmen kann, aber nicht von jetzt auf gleich. Das ist, bei allen Wünschen, schlicht unrealistisch.

    Wenn man gleichzeitig KiTa bauen und ausstatten muss, weil die Geburtenzahlen steigen, und den Ganztag realisieren soll (bauen und ausstatten), wird man Prioritäten setzen müssen. Das kann dann eben auch bedeuten, dass eine von mehreren Schulen nicht Rollstuhl-gerecht ist und deshalb diese Kinder vorerst nicht aufnehmen kann.

    Auf lange Sicht kann und sollte man erwarten, dass alle Gebäude entsprechend ausgestattet sind, aber es stößt tatsächlich an Grenzen, die letzltich Schulneubauten bedeuten würden.

    Wenn die Schulleitung spontan komplett wegbricht, ist das natürlich schwierig. Aber in so einem Fall muss man sich dann mal kurzfristig intern über Wasser hatten, bis das eine Abordnung von einer anderen Schule kommt.

    Wenn das aber ohnehin schon der Dauerzustand ist und die KollegInnen dauernd weiter Aufgaben übernehmen, weil Lehrkräfte fehlen, dann hält man sich über Jahre derart über Wasser.

    Und es ist der- oder diejenige, die dann die SL übernehmen soll, die dann womöglich zuerst das Gehampelt mit der Beantragung haben wird, in NDS ein immenser Aufwand mit Beantragung, Budgetberechnung etc., bis man dann irgendwann keine Lehrkraft, sondern eine Vertretungskraft mit wenigen Stunden erhält, die ein bisschen was auffangen kann, aber auch Unterstützung braucht.

    Letztlich ist es auch eine Ahnung oder das Wissen darüber, wie mangelhaft das System ist, für das man als SL dann die Verantwortung tragen soll, die dazu führt, dass es wenige übernehmen möchten.

    Auch die Einstellung oder die finanziellen Möglichkeiten der Schulträgerin können ein Hemmnis sein, wenn es über Jahrzehnte nicht voran geht, weil die Trägerin klamm ist und im Brennpunkt auch Spenden schwieriger zu sammeln sind.

    Ein anderer Grund für ständig vakante Stellen wird auch sein, dass die A12-Lehrkräfte eine A13-SL-Stelle für den Aufstieg benötigen, um dann weiterziehen zu können, da es kaum A13-Stellen außerhalb von SL gibt. Dann wechselt man nach 3-5 Jahren auf den nächsten Posten.

    und b) muss m. E. selbst an einer kleinen Schule der/die Schulleiter/in m. E. nicht seine/ihre kompletten Sommerferien in der Schule verbringen (zumindest in den Grundschulen, in denen Bekannte von mir unterrichten, ist das nicht der Fall; da reicht auch eine Notfall-Telefonnummer).

    Wenn die angegebene Nummer dann als solche verstanden wird und die SL tatsächlich im Urlaub sein und bleiben kann.

    Auch da wird die Fürsorge beim Arbeitnehmer abgeladen, statt klare Verhältnisse zu schaffen. Und das ist ein Grund, warum die Aufgabe der SL so unbeliebt ist. Alles soll immer bis spätestens 12 Uhr abgegeben sein, aber andere machen munter Urlaub und haben dazu eine automatische Mail-Benachrichtigung.

    Warum denn das? Bei uns teilt sich das SL-Team - also Schulleiter, stellvertretende Schulleiterin sowie die fünf Abteilungsleiter*innen - den "Feriendienst" auf.

    An kleinen Schulen gibt es dieses Team eben nicht.

    Es ist mit unverständlich, warum DezernentInnen Urlaub nehmen können, man in der Schule aber eine Dauerbereitschaft erwartet.

    NDS: Im dicksten Zeugnisstress kommen noch Statistik-Abfragen, die umgehend bearbeitet werden sollen, für die erste Woche sind die Richtlinien für zusätzliche Lernhilfen angekündigt, was da zu organisieren ist, weiß noch niemand, für das Ende der 2. Woche eine Corona-Einschätzung, für das Ende der 4. Ferienwoche eine weitere Einschätzung der Corona-Situation.

    Warum reicht nicht für 3 Wochen eine Notfallnummer, falls es einen Wasserrohrbruch in der Schule gibt?

    Es ist doch aber ein Unterschied, ob mal einen Tag lang oder eine Woche lang die SL nicht da ist

    oder ob sie nie da ist.

    An den kleinen GS wuppt so manches Kollegium alles mögliche, weil keine SL da ist, gerade weg, gerade krank, gerade zur SQL, gerade sonst wo, gerade im Bewerbungsverfahren, gerade ...

    Da gibt es keine Stellvertretung, die Arbeit muss dann irgendwie aufgeteilt werden, manchmal auch über Jahre.

    An der Grundschule? Oder an einer weiterführenden Schule?

    Grundschule,

    es war zwischendurch weniger, nun wieder mehr,

    die Curricula von 2016 sind offenbar mit heißer Nadel gestrickt.

    In einigen Fächern sind "besondere Lernaufgaben" extra, in anderen ersetzen sie Arbeiten,

    in einigen Fächern gibt es im Curriculum sinnvolle Aufgabenstellungen, in anderen keine wirklichen Anhaltspunkte, was gemeint sein könnte.

    Und ich weiß, dass selbst die zur Beratung angefragten FachberaterInnen manchmal nicht helfen können.

    In Niedersachsen in Mathe 6-8 Klassenarbeiten im Jahr, davon müssen 2 "besondere Lernaufgaben" sein (also keine Klassenarbeiten, sondern etwas anderes Schriftliches, z.B. ein Portfolio, ein Plakat etc.,

    in Deutsch waren es früher auch 6-8 Klassenarbeiten, jetzt sind es 6 im Jahr + 4 andere fachspezifische Leistungen, die man innerhalb der Schule festlegt.

    In SU 2 Präsentationen, 2 Dokumentationen und 2-3 Lernkontrollen im Jahr.

    Tests sind nicht festgelegt.

    Ausgegangen waren wir ja eigentlich von der Frage, ob es in BY in Grundschulen einen besonders hohen Leistungsdruck gibt.

    Gelandet sind wir bei der Frage, wie stark dieEltern mithelfen. Das ist ein Teil der Antwort. Erwarte ich, dass sie mithelfen und passe die Leistungserwartung darauf an? Oder erwarte ich es zwar bei einigen Sachen, z.B. Lesen üben, nicht aber hinsichtlich des Lernens für Arbeiten.

    Ein anderer Teil der Antwort ist sicher auch die Anzahl der Leistungserhebungen, die mir in BY recht hoch erscheint, allerdings wechselt es in meinem Bundesland ständig, was wann in welcher Anzahl absolviert werden muss. So häufig, dass ich fast Nachreden 4-Jahres-Durchgang wieder neue Bestimmungen habe und sich dieKlassenarbeiten anders zusammensetzen müssen oder zusätzliche Aufgaben absolviert werden sollen. Auch die Zusammensetzung der Note wurde seit 2006 mehrfach verändert.

    Über viele Arbeiten, bei euch heißt es Proben, ergibt sich Leistungsdruck, um so mehr, wenn Eltern für jede Arbeit mit dem Kind etwas üben wollen oder sollen. Indes beeinflusst erheblich den Unterricht, weil man die Leistungsüberprüfungen ja auch alle unterbringen muss.

    Ich kann ja auch nicht beliebig so, wie ich gerne würde.

    Den Beitrag habe ich erst jetzt gesehen.

    Das trifft den Kern.

    Ob du das meinst, was ich mir dabei denke, weiß ich aber nicht.

    Dein Ansatz ist ein anderer, ausgehend von einer anderen Schulform mit anderer Schülerschaft.

    Die Frage war, an welcher Stelle man das System mitträgt.

    Es gibt solche, da hat man keine Wahl, weil man keine andere Möglichkeit hat oder sieht, obwohl man es unfair findet.

    Es gibt andere, da gibt es Möglichkeiten, die man nutzen oder schaffen kann.

    Warum reagierst du so überzogen und fühlst dich angegriffen?

    Ich habe dich lediglich gefragt.

    Wenn dir die Bedingungen undZusammenhängesogeläufig wären, müsstest du hier ja nicht fragen

    und könntest deine Erwartungshaltung mit dem Leben abgleichen.

    Man richtet sich hier mit den Stoffplänen nach den Curricula der Fächer und Schulformen aus und nach der Schülerschaft, die in die Klassen kommt, und sorgt sich darum, dass beides überein kommt.

    @Antimon

    Manche Zusammenhänge sind offenbar auch nicht klar. So, wie du bemerkst, dass deine SchülerInnen nicht in der Küche helfen - mich wundert da nichts, ich habe genug Berührungspunkte - und sich dies auch auf Fähigkeiten auswirkt, die im Unterricht notwendig sind, so ist es mit dem Schuhe zubinden oder Anziehen auch. Da geht es um Fingerfertigkeit, aber auch um Konzentration, Aufmerksamkeit, Handlungsplanung, Zielgerichtetheit.

    Alles Fähigkeiten, die es in der Schule zum Lernen auch braucht, die aber in der Grundschule bei vielen noch entwickelt werden müssen - bei einigen sehr viel mehr als bei anderen.

    Aber irgendwo gibt es eine Grenze und da meine ich nicht Schuhebinden und Lochen sondern die kognitiven Fähigkeiten.

    Genau da ist der Zusammenhang. Es geht nicht um die Fertigkeit des Lochens selbst, wohl aber um die Selbstständigkeit und die Handlungsplanung etc. DAS IST Kognition!

    Und Kinder, die da zu wenig Vorerfahrungen haben, haben Nachteile, aber ich kann ja nicht nach 6 Wochen der Meinung sein, dass diesem Kind ohnehin nicht zu helfen ist.

    Bis die Kinder oder Jugendlichen bei dir ankommen, sind viele Jahre ins Land gegangen. Stimmt.

    Dass sie bei dir "fertig" sind, habe ICH gar nicht gesagt. Das unterstellst du mir.

    Ich frage mich aber, was du dir vorstellst, wie Grundschulen die Defizite auffangen.

    Ich frage mich, wie viel zu abschätzen kannst, von dem, was in Schule wirklich aufgefangen wird und wie viel Mühe und Anstrengung es für manche Kinder bedeutet, bis sie letztlich doch ein gutes Stück weiter gekommen sind, trotzd aller Benachteiligungen gleich welcher Art.

    Und ich frage mich, wie viel du weißt von den Bedingungen an Grundschulen.

    Es muss in der Grundschule genügend Gelegenheiten gegeben zu lernen, nicht mehr als das erwarte ich.

    Ja, das erwarte ich auch. Das erwarten viele.

    Aber ich werde jeden Tag eines Besseren belehrt.

    Die Erwartungen, die ich habe, entsprechen nicht dem, was ich vorfinde. Es fehlt an allem und man verwaltet den Mangel.

    Trotzdem fängt man vieles auf - siehe anderer Beitrag - aber eben nicht alles.

    Letztlich zeigt dein Beitrag, dass du durchaus Erwartungen hast und Grenzen setzt.

    Du erwartest, dass die SchülerInnen deinem Unterricht folgen können.

    Können sie es bei mir nicht, muss ich daran arbeiten und das braucht viel Zeit. Zeit, die dann für anderes fehlen wird. Zeit, in denen andere SchülerInnen andere Aufgaben brauchen und auch Aufmerksamkeit.

    Die Ärztin vom Gesundheitsamt, die die Einschulungsuntersuchungen macht, schreibt gerne auf ihre Zettel, das Kind solle am Deutschförderunterricht teilnehmen. Sie erwartet, dass die Schule diesen erteilt. Die Schule hat aber gar keine Stunden hierfür und erteilt ihn nicht.

    Sie sieht Mängel, kreuzt vieles an, und erwartet, dass die Schule das auffängt. Schließlich ist es eine inklusive Schule. Dass die Schule dafür gar keine Stunden hat, sieht sie nicht. Ein Rezept für Therapien darf sie nicht aussprechen. Also sind die Eltern auf andere Ärzte angewiesen, die dies aber nicht befürworten. Also bekommt das Kind keine Therapie. Trotzdem muss das Kind in der Schule die Anforderungen bewältigen und den Mangel kompensieren.

    Die Eltern erwarten, dass in einer inklusiven Schule genug Personal ist, um die Kinder entsprechend zu begleiten und zu fördern. Dass dem nicht so ist, bekommen sie dann erzählt und glauben einem nicht, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

    Allein davon, dass man erwartet, dass Schule alles richtet, haben Schulen nicht die Möglichkeiten, die sie bräuchten.

    Dass man schon zu Beginn der Schulzeit etliche verliert, hat auch etwas mit den Elternhäusern zu tun, aber auch damit, dass die Schulen nicht die Möglichkeiten haben, es aufzufangen. Das liegt sicher auch daran, dass sich zwar die Elternhäuser verändert haben, die Schulen aber nicht in dem Maße, wie es notwendig wäre. Gerade an den Förderstunden kann man nämlich hervorragend sparen und darüber die Statistik der Unterrichtsversorgung schöner aussehen lassen, als sie ist.

    Da zu Beginn gar nicht genug Impfstoff vorhanden war, hätte man es derart gar nicht umsetzen können oder sehr lange warten müssen.

    Der Mangel macht doch die Priorisierung nötig.

    Dafür, dass es diese Strukturen alle nicht gab, hat es noch recht gut geklappt, auch wenn manche Terminvergabesysteme einfacher als andere erscheinen.

    Im anderen Forum wird auf Länder verwiesen, in denen gerade sehr viele Menschen sterben. Antwort:

    Wenn der Staat zu wenig Impfstoff bereitstellt (Ich denke da Richtung Brasilien.), ist das durchaus ein Problem, weil dann keiner, der diese Form von Schutz nutzen möchte, Zugang hierzu hat. Der Staat soll also ermöglichen, dass sich jeder schützen darf, ohne dass sie es müssen. Das war doch die ganze Zeit über mein Punkt.

    Wenn der Staat aber Impfstoff zur Verfügung stellt, möchtest du eine Freiwilligkeit der Impfung. Was, wenn sich dann keiner impfen lassen möchte? Ist das dann selbstbestimmtes Leben?

    Es ist so freiheitsliebend, dass diejenigen, die sich nicht impfen lassen, über Leben und Sterben derer entscheiden, die sich nicht impfen lassen können. Ja, das sind die zu wenige, darum vernachlässigst du sie.

    Aber es gibt auch Geimpfte, die sich anstecken werden, lies den verlinkten Beitrag von Antimon, in dem es erklärt wird.

    Und es werden sich Ungeimpfte anstecken, das Virus vermehrt sich ungehemmt und kann dabei diverse Mutationen hervorbringen.

    Die gleiche Situation sieht man in den Ländern, in denen noch nicht sehr viele geimpft werden konnten. Letztlich macht es doch für das Virus keinen Unterschied, warum die Menschen ungeimpft sind, es fragt doch nicht, ob sich ein Liberaler aus freien Stücken nicht impfen lassen wollte und zieht dann weiter, damit dieser sein Leben weiter selbst bestimmen kann.

    Die deutsche Regierung ist da viel zu zimperlich. Von vielen hörte ich schon, dass der Lockdown im Herbst eh schon beschlossene Sache ist. Ich hoffe sehr darauf, dass es nicht dazu kommen wird.

    Wenn man darauf hofft, dass es zu keinerlei Einschränkungen kommt, weil man persönlich betroffen ist oder emphatisch für andere, dann sollte man doch alles in Bewegung setzen, damit dies nicht geschieht. Also müsste man doch für kurze, harte Lockdowns sein, für klare Regelungen zur Erkennung, wie regelmäßige Testungen an Orten, die quasi ein gesellschaftliches Screenings bieten, für Schutzmaßnahmen, für Impfungen,

    statt auf Freiwilligkeit bei allem zu setzen.

    Ansonsten ist das ganz selbstbestimmtes Leben, so selbstbestimmt, dass alle ganz freiwillig auf vorbeugende Maßnahmen verzichten und die nächste Welle selbst herbeiführen.

    Wir können aber froh sein, dass Corona vergleichsweise geringe Schäden anrichtet.

    Nein, wir können froh sein, in einem Land zu leben, in dem die Regierung sehr viele Maßnahmen einsetzt, sodass die Schäden gering gehalten werden.

    Sonst wären viel mehr Menschen gestorben, erkrankt, arbeitslos, ohne Auskommen.

    Nach Freiheit zu rufen würde dann nämlich auch bedeuten, dass jeder ganz eigenverantwortlich für alles andere vorsorgen darf, es keine Überbrückungshilfen bräuchte, womöglich nicht mal eine Krankenkasse - kann Jäger gant freiwillig für sich selbst vorsorgen.

    Letztlich würde das sehr schnell die Freiheit der Privilegierten auf extreme Weise begrenzen. Das kann sich auch ein Liberaler nicht wünschen wollen.

    So verständlich, warum zweimal AZ in kurzem Abstand eine blödere Idee ist?

    Ja, schön erklärt,

    ich wollte darauf hinaus, dass die Abstände aus unterschiedlichen Gründen geändert wurden, s.o., und dass es auch weiterhin Änderungen gibt, z. B. hinsichtlich der Aussage, was passiert, wenn man innerhalb der maximalen Spanne nicht das 2. Mal geimpft werden kann.

Werbung