In den ersten Tests lernen die Kinder einfach noch wahnsinnig schlampig und meinen es reicht, wenn ersichtlich ist, dass sie das richtige Wort meinen. Mir ist aber wichtig, dass sie von Anfang an sorgfältig schreiben. Auch wenn das vermutlich nicht ihren Erfahrungswerten aus der Grundschule entspricht. Fange ich damit erst verspätet an, weil sie erst "ankommen müssen", müssen sie hinterher doppelt lernen.
Vermutlich kennen die Kinder gar keine Vokabeltests.
Für die Grundschule gibt es weiterhin die Vorgabe, dass Wörter nur abgeschrieben werden, aber nicht aus dem Gedächtnis zu schreiben sind.
Rechtschreibung wird bewertet, dies erfolgt aber in klar abgegrenzten Situationen,
gleiches kann auch für andere Inhalte gelten, wenn in den Curricula sehr deutlich dargelegt ist, wann bewertet werden darf und wann nicht.
Es ist so manches überhaupt nicht selbstverständlich, von dem man denkt, dass jeder das wüsste, z.B. eben Vokabeltests.
Es gibt so manches, das man immer und immer wieder erläutern muss.
In Klasse 3 (oder schon in Kl. 2 vorab) muss man erklären, was Noten sind und wofür es die gibt, was es bedeutet, für eine Arbeit zu lernen,
dass "Guckt euch noch mal die Mappe an." nicht wortwörtlich gemeint ist, wie man an Klassenarbeiten herangeht etc.
Meiner Meinung nach schlägt genau an diesen Stellen die Bildungsungerechtigkeit erbarmungslos zu, weil bestimmte SchülerInnen niemanden zu Hause haben, der ihnen die Schul-Welt erklärt und aufarbeitet, wenn scheinbar Selbstverständliches erwartet wird.