die ganze Diskussion um SoStump. und andere Konzepte ist sehr schwierig und komplex. Aber sie MUSS geführt werden, da der Schriftspracherwerb das zentrale Anliegen der Grundschule ist.
Bestimmt. Die muss man immer wieder führen und sich immer wieder vergewissern oder mit weiteren Ansätzen abgleichen.
Die Diskussion um SoStump kann man aber nur mit denen führen, die die Methode kennen. In NRW scheint sie verbreiteter zu sein, andernorts ist sie schlicht unbekannt.
Im Zentrum muss m.E. die Sachstruktur stehen
Dann mal los.
die "Sachstruktur" bezieht sich auf ... sprachwissenschaftliche Aspekte?
Letztlich braucht es in der Beurteilung immer auch einen Blick auf die Schülerschaft und die Vorgehensweise, die Möglichkeiten der Differenzierung, der Umsetzung etc.
Oft sind die vorgegebenen Strukturen in Lehrgängen besser als beim hausgemachten und oft unterschiedlich gehandhabten sog. "Methodenmix". Aber klar: Jedes Lehrwerk hat seine Schwächen und muss gründlich vorab geprüft werden.
Der Methodenmix selbst wird inzwischen in den Lehrgängen eingesetzt, gerade weil darüber ein guter Anteil an Differenzierung möglich ist.
Nach Prüfung des Lehrwerkes werden von Lehrkräften dort andere Materialien eingesetzt, wo das Buch Schwächen hat, zu ungenau erläutert, zu schnell vorgeht, zu wenige Übungen anbietet. DAS aber liegt auch wieder an der Lerngruppe bzw. an einzelnen SuS, sodass man bestimmte Inhalte intensiver üben muss, vielleicht mit allen, häufiger mit einzelnen, während man für die, die dies bereits können, anderes wählt.
Der Nachteil des Lehrganges ist die Begrenztheit des Materials, wodurch die individuelle Förderung erschwert wird, da man zusätzliche Materialien nutzen muss. Einige Verlage gehen deshalb dazu über, unzählige zusätzliche Handreichungen, Förderkarteien und Sammelbände mit Tipps oder Kopiervorlagen anzubieten. Dann ist man aber auch bei dem Methodenmix und muss als Lehrkraft selbst abwägen und auswählen, was man einsetzen möchte.
Die von vorn herein offeneren Materialien haben diese Mischung bereits in sich und bieten die Differenzierung in einem gewissen Rahmen an.
den Kollegen/-innen (Anzahl fachfremd Deutsch unterrichtender Kollegen wird in der GS immer größer, bis hin zu Seiteneinsteigern ...)
einen an der Sache (Sprache) orientierten Rahmen. Dann kommt mit dem Faktor "Können der Lehrkraft" auch noch eine weitere entscheidende Größe hinzu; jedes Konzept kann halt „vergeigt“, aber auch „veredelt“ werden …
Ja. Das ist ein Problem. Dieses liegt aber nicht im Material begründet, sondern in schlechter Schulpolitik und im Sparzwang, nicht genügend gut ausgebildete Lehrkräfte zu angemessenem Gehalt einzustellen.
Wie oben genannt muss man auch beim Lehrgang wissen, was man tut und einen genauen Blick auf das haben, was die SuS schaffen oder wo sie Hilfe benötigen. Deshalb unterrichten in der Grundschule Lehrkräfte, die sich darauf spezialisieren, die sich sowohl mit dem Schrifspracherwerb als solchen wie auch mit der individuellen Förderung in extrem heterogenen Lernguppen auskennen.
Schiffbruch erleiden auch die, die in der GS meinen, es würde ausreichen, durchs Schulbuch zu eilen.
Eine solche Forderung ist für mich gleichbedeutend mit dem Ansatz, immer gleiche Pläne mit immer gleichen Materialien im Schrank zu halten, sodass eine beliebige und auch unausgebildete Person nach vorgegebenen Skript die SuS berieseln kann.
DAS ist dann aber m.E. kein Unterricht mehr und man bewahre und davor, dass es in Zukunft noch mehr als jetzt schon notwendig ist.