Beiträge von Palim

    Also lauf einfach los und sieh zu, dass es nicht mehr als 100 m werden.

    Das klingt so, als kämen alle gleichzeitig an.

    Vor Augen habe ich als Flachländer deine Kraxelbilder und meinen windigen Deich.

    Tatsächlich laufen bei der Wanderung mit SchülerInnen einige gerne ein Stück vor, andere mit dir, 20m dahinter, gerne auch mal 150m dahinter und andere müssen geschoben werden.

    Als Lehrkraft läuft man mal mit den einen, mal mit den anderen und dank der Superkräfte kann man pfeilschnell von ganz hinten nach ganz vorne gelangen.

    Man kennt den Weg und das Gelände, die einen nehmen den rollstuhlgerechten, Ebenen Weg, die anderen schickt man noch auf einen Umweg durchs Gelände.

    Schön ist es, wenn dabei alle gelassen bleiben können, Freude daran haben, den Weg zu beschreiten, und gemeinsam ans Ziel kommen.

    In den ersten Tests lernen die Kinder einfach noch wahnsinnig schlampig und meinen es reicht, wenn ersichtlich ist, dass sie das richtige Wort meinen. Mir ist aber wichtig, dass sie von Anfang an sorgfältig schreiben. Auch wenn das vermutlich nicht ihren Erfahrungswerten aus der Grundschule entspricht. Fange ich damit erst verspätet an, weil sie erst "ankommen müssen", müssen sie hinterher doppelt lernen.

    Vermutlich kennen die Kinder gar keine Vokabeltests.

    Für die Grundschule gibt es weiterhin die Vorgabe, dass Wörter nur abgeschrieben werden, aber nicht aus dem Gedächtnis zu schreiben sind.

    Rechtschreibung wird bewertet, dies erfolgt aber in klar abgegrenzten Situationen,

    gleiches kann auch für andere Inhalte gelten, wenn in den Curricula sehr deutlich dargelegt ist, wann bewertet werden darf und wann nicht.

    Es ist so manches überhaupt nicht selbstverständlich, von dem man denkt, dass jeder das wüsste, z.B. eben Vokabeltests.

    Es gibt so manches, das man immer und immer wieder erläutern muss.

    In Klasse 3 (oder schon in Kl. 2 vorab) muss man erklären, was Noten sind und wofür es die gibt, was es bedeutet, für eine Arbeit zu lernen,

    dass "Guckt euch noch mal die Mappe an." nicht wortwörtlich gemeint ist, wie man an Klassenarbeiten herangeht etc.

    Meiner Meinung nach schlägt genau an diesen Stellen die Bildungsungerechtigkeit erbarmungslos zu, weil bestimmte SchülerInnen niemanden zu Hause haben, der ihnen die Schul-Welt erklärt und aufarbeitet, wenn scheinbar Selbstverständliches erwartet wird.

    Weihnachten naht in großen Schritten ... du kannst auch bestimmte Bastelsachen in sehr vielen Klassen einsetzen, zB. Celina-Sterne, wenn man sie heftet und nicht klebt,

    zudem gibt es viele schöne Sachen zu Weihnachten mit Schüttelwörtern oder Logicals oder anderem.

    Dazu solltest du in Erfahrung bringen, ob es in der Schule einheitliche Regeln zur Reglementierung gibt. Wenn nicht, such dir selbst etwas aus, was zählt und zieht. Die Kinder werden in den Wochen vor Weihnachten noch kribbeliger und je länger es dauert, bis du Grenzen ziehst, desto mehr werden sie ausprobieren, wann du es endlich tust.

    Davon abgesehen finde ich es doof, Vertretungskräfte hängen zu lassen. Es stimmt, dass man lieber mehr auf den Zettel schreibt, damit keine Langeweile aufkommt. Da kann keiner erwarten, dass du alles schaffst und rettest.

    Das eine ist sicher, dass man sich selbst abgrenzt, aber das ist ja gerade am Anfang nicht immer leicht.

    Das andere ist, dass du

    - dir Beratung suchen kannst z.B. bei der Schulpsychologin, der Gewerkschaft etc.

    - das Gespräch mit der Dezernentin suchen kannst über eine mögliche Abordnung oder Verstetzung

    - dich beim Bezirkspersonalrat beraten lässt hinsichtlich weiterer Möglichkeiten

    Außerdem gibt es noch die CARE-Beratung, eigentlich für Lehrkräfte, die 6 Wochen oder länger (gerechnet auf 1 Jahr) krank waren,

    aber ich meine, dass da auch präventiv Möglichkeiten waren.

    https://www.landesschulbehoerde-niedersachsen.de/bu/lehrkraefte/AuG/care

    Nun sind Referate ja auch nicht das, was beim Methodenlernen bzw. im Verlauf des Unterrichts als Erstes drankommt.

    Nein, aber etwas, das durchaus einen Großteil der Note ausmacht.

    Bewertet werden soll aber die Leistung der Schüler.

    Dann müsste man ja dem schlechten, aber ohne Internetzugang eigenständig erarbeiteten Material eine gute Note geben,

    dem Hochglanz-Plakat mit perfekter Performance und herausragender Verköstigung dank der Mithilfe der Eltern eine schlechte.

    Gleiches gilt für Mappen, Aufsätze, Werkstücke, Kunstbilder uvm., die zu Hause waren und unter Hilfe angefertigt wurden.

    Das ist ein generelles Problem, das du da ansprichst. Deswegen sind wir dazu übergegangen, dass benotete Referate nur noch in der Schule vorbereitet werden. Das Material dazu allerdings kann man von zuhause mitbringen.

    Man kann auch nur Sachen bewerten, die ausschließlich in der Schule erstellt werden oder es je nachdem, ob es eine Pflicht- oder Wahlleistung ist, handhaben.

    Dann muss man als Lehrkraft dazu deutlich Stellung beziehen, denn bei bestimmten Eltern ist es natürlich nicht beliebt, wenn man sie quasi ausschließt.

    Offenbar bevorzugen bestimmte Eltern auch Schulen, bei denen sie selbst viel Einfluss nehmen können.

    Wir hatten während der Corona-Schulschließung auch immer auf die Rückmeldungen der Schüler gewartet. Manche wurden nämlich mit Aufgaben überschüttet (duales System, fleißige Schüler). Wenn keine Rückmeldung kommt, denkt man aber auch, dass es passt.

    Ging mir ähnlich, die Rückmeldung wurde nur von sehr wenigen gegeben, bei denen es tatsächlich passte.

    Für die Berarbeitungszeit gab es einen Richtwert, den manche exakt ausgefüllt sehen wollten.

    Angebote wurden von einigen nicht als solche verstanden, sondern verpflichtend angesehen, gleichzeitig von weit weniger Kindern bearbeitet. Im Unterricht ist die Differenzierung erheblich leichter umzusetzen.

    Auch die Debatte um Hausaufgabenzeiten ist in Grundschulen nicht unbekannt, auch da gibt es selten eine Rückmeldung, oft dann, wenn die Familie den kompletten Nachmittag mit den Aufgaben verbringt - trotz vorheriger Absprachen, Rückmeldung zu geben.

    Die Erfahrung von CatelynStark , dass immer alles von zu Hause begleitet wird, gibt es in den Grundschulen auch. Dann passen Kinder bei den Hausaufgabenbesprechungen nie auf, weil es zu Hause erklärt wird.

    Befeuert wird es z. B. dann, wenn Mappen oder Referate, die zu Hause erarbeitet werden, benotet werden: so kommen gerade Kinder dieser Eltern zu guten Noten.

    Der Segen, dass manche Eltern ihre Kinder bestmöglich unterstützen, ist manchmal dann ein Bumerang.

    Einfach vorauszusetzen, dass alles was in der Grundschule theoretisch vermittelt werden sollte auch praktisch stattgefunden hat und sitzt und dann einfach alles zu machen wie immer, geht dieses Jahr einfach nicht.

    Den Gedanken hatte ich hinsichtlich des dargestellten Geometrie-Themas: da es ja Listen gibt, was gestrichen werden kann, kann man sich da schon ausrechnen, dass die Themen zurückgestellt werden. Tatsächlich werden sie das sonst aber auch ab und an.

    Undeutlicher werden dafür die Unterschiede durch geänderte Curricula: andere Schwerpunktsetzung und gestrichene Aufsätze werden sich bei Schreibgeschwindigkeit und Ausdrucksvermögen bemerkbar machen, beides ist ohnehin gerade „hartes Brot“... an dem wir noch eine Weile knabbern werden.

    Unter Eltern und Schülern spricht sich doch irgendwann rum, wie absolut unmöglich und unmenschlich das Lernen und Leben am Gymnasium ist. (Wenn es denn tatsächlich so wäre!) Genauso würden alternative Bildungswege jenseits des Gymnasiums ganz schnell Nachahmer finden.

    Das Gesamtschulverbot wirkt noch immer nach und nicht jede neu gegründete IGS hat oder erhält ein gymnasiales Angebot.

    Tatsächlich gibt es aber durchaus Familien, die schon in Klasse 4 entscheiden, dass ihr Kind das Abitur auch über andere Schulformen erreichen kann.

    In NDS weit verbreitet sind die Oberschulen, die sozusagen eine "reduzierte" Gesamtschule sind, in die zumeist nur Haupt- und Realschule einfließen. (Sie könnten aber auch Kurse auf Gymnasialniveau und eine gymnasiale Oberstufe haben.)

    An welcher Oberschule in Niedersachsen ist das denn umgesetzt?

    Eher wechseln die SchülerInnen nach der 10. Klasse an das Angebot der BBS und legen dort ihr Abitur ab.

    Das Problem müsste doch auch an den Grundschulen auftreten (ansonsten frage ich mich nämlich wirklich, was mit unseren 5ern passiert ist).

    Ja, das ist an Grundschulen auch so, hinzu kommen sicher auch die unterschiedlichen Vorgaben der Bundesländer, was verbindlich zu bearbeiten war während der Schulschließung im Frühjahr, da wurden ja z.T. merkwürdige Ansagen der Ministerien getätigt.

    Tatsächlich hatten die Kinder gleich nach den Ferien Schwierigkeiten, den längeren Schultag und die ganze Woche zu bewältigen. Inzwischen geht es in den meisten Klassen wieder, aber Quarantäne grenzt es wieder ein.

    Zu den Arbeiten: auch da hat Corona sicherlich eine Mitschuld. Aus Sorge, dass die Schulen schließen oder das Wechselmodell einführen müssen, haben viele Lehrer sich bestimmt beeilt, dass sie ihre vorgeschriebenen Arbeiten zeitnah schreiben. In NDS gibt es coronabedingt auch einen Stichtag (20.11.), an dem die (vorläufigen) Zeugnisnoten vorliegen sollen. Also auch das sorgt für zusätzlichen Stress. Kommt halt einiges zusammen.

    Die Vorgabe ist auch, dass in jedem Fall mindestens eine Arbeit geschrieben sein muss und weniger nur nach erfolgter Einschränkung sein darf. Die Äußerungen des Kultusministers, dass Lehrkräfte da Rücksicht nehmen könnten, stimmen nicht, vielmehr sollten ja zusätzlich unbenotete Lernstandserhebungen erfolgen.

    Und noch zum Deutsch-Thema: das o.g. kommt eben NICHT im Lehrwerk vor

    Die CuVo kann man ja einsehen, die genannten Themen sind in Klasse 5/6 angegeben. Auf welchem Niveau und Umfang sich dann die Arbeiten beziehen, ist ja so erstmal nicht ersichtlich. Zeitformen sind in der Grundschule auch im Plan, vielen SuS fällt das sehr schwer, andererseits benötigt man sie dann für die Aufsatzerziehung, dann kann vorheriges Üben sinnvoll sein, aber auch verknüpft werden.

    Bei uns gab es vor Jahren, nach der Abschaffung der OS, Verbundkonferenzen mit GS-Gym, auf denen die Deutscharbeiten vorgestellt wurden. Ich fand auf den letzten 2 Konferenzen die Arbeiten der jungen KollegInnen nachvollziehbar und angemessen, gerade Grammatik war aber immer ein schwieriges Thema.

    Vom fächerübergreifende Unterricht und integriertem Ansatz scheint man derzeit Abstand zu nehmen, vielleicht kommt das dem Übergang zum Gym entgegen.

    Vielleicht haben wir GrundschullehrerInnen dazu im Gegensatz die etwas emotionalere Sprache drauf, die uns beruflich im Umgang mit den Schülern prägt, denn wir sprechen ständig kleinere Kinder an.

    Das ist mit Sicherheit ein wichtiger Aspekt, auch im Umgang mit Eltern.

    Wenn ich verstanden werden will, muss ich die Eltern so ansprechen, dass es ihnen möglich wird, meine Informationen oder Anliegen zu verstehen.

    Übrigens hieß es bei uns immer „Beurteilen und Beraten“ und Beratung gehört in jedem Fall mit zu den Aufgaben der Lehrkräfte ( @samu ).

    Qualität der Artikel und Färbung hin oder her...

    ... offenbar war es notwendig, damit das Thema überhaupt in anderen Medien und Köpfen ankommt.

    Früher gab es mal einen Newsletter mit Sammlung zu Schulthemen, aber ich glaube, der wurde eingestellt.

    Vielleicht wäre manchmal ein Austausch auf Augenhöfe einfach besser.

    Aus diesem Grund hatte ich versucht zu erläutern, warum die Sichtweise einfach eine unterschiedliche ist.

    Gymnasiallehrkräfte sagen bei 5.Klässlern Sätze wie: "Die sind noch so klein." "Die sind so niedlich" "Die sind aber unselbstständig."

    Grundschullehrkräfte wissen, dass sie die größten und selbstständigsten SuS ans Gym schicken.

    Eltern und SchülerInnen bemerken den großen Unterschied zwischen den Schulformen.

    Der Satz, die Kinder müssten am Gymnasium das Lernen lernen, kam ja nun nicht von den Grundschullehrkräften, es wurde schon darauf hingewiesen, dass die Kinder tatsächlich auch zuvor schon etwas gelernt haben. Gleichwohl gibt es Kinder, die bisher weit weniger Aufwand betreiben mussten für gute Noten, und solche, die schon in der Grundschule für gute Noten einiges an Aufwand geleistet haben, wobei es manchen am Gym schwierig fallen wird, dies für alle Fächer aufrecht erhalten zu können.

    Was aber ist das Geheimnis des Lernens am Gymnasium, das sich so sehr von den anderen Schulformen unterscheiden soll?

    Gymnasialschulempfehlung, ja oder nein, oder gibt es das überhaupt in Niedersachsen? Steht das so im Lehrplan, ja oder nein, oder gibt's überhaupt schulübergreifende Lehrpläne?

    In Niedersachsen gibt es das seit vielen Jahren nicht. So viele Jahre, dass die Schüler schon selbst Lehrkraft sein können. Nach der Abschaffung der verbindlichen Orientierungsstufe als eigenständige Schulformen in Klasse 5/6 gab es eine unverbindliche Empfehlung Ende Klasse 4, nun zählt das Halbjahreszeugnis und eine Empfehlung kann auf Wunsch schriftlich gegeben werden, alles andere erfolgt in Beratungsgesprächen.

    Damit kann man Änderungen nicht erklären.

    Lehrpläne gibt es für Doppeljahrgänge, die Abstimmung zwischen den Doppeljahrgängen stimmt häufiger nicht, die zu weiteren Schulformen auch nicht immer - das gilt auch für den Übergang von Klasse 1/2 nach 3/4 z.B. für das Einmaleins. Zudem ändern sich die Pläne schnell (im Vergleich zu früher), aber immer zeitversetzt, d.h. die Grundschulen haben Jahre vorher schon neue Vorgaben, die weiterführenden Schulen erst ein paar Jahre später die darauf angepassten Pläne. Die Schulbuchverlage bekommen die Änderungen vor den Schulen, halten sich aber nicht an die gesetzten Themen.

    Manchmal werden an Gym Inhalte vorausgesetzt, die noch gar nicht verpflichtend waren, z.B. die Unterscheidung der Objekte, dann aber sehr schnell in Klasse 5 im Unterricht angesprochen ... und damit als bekannt vorausgesetzt. Wünschen sich die Gymnasien die Behandlung der Themen in der Grundschule, kommt von anderen Schulformen der Wunsch, man möge es besser lassen, weil die SuS sonst alles durcheinander bringen.

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