Beiträge von Palim

    Bilder haben keine Anlaute. Wörter haben Anlaute (so der Grundschulterminus).

    Ja, das war nicht sauber formuliert. Zum Ausdruck kommen sollte, dass auf den mehrsprachigen Anlauttabellen ein Bild gezeigt wird, dessen Bezeichnung in den beiden Sprachen unterschiedlich sein kann, jedoch den selben Anlaut hat.

    Bei Kindern mit großen Schwierigkeiten würde ich zunächst rein auf die mündliche Ebene zurück. Die Silbenbögen zu malen ist schon wieder ein weiterer Schritt, der schwierig sein könnte.

    Zum einen war genannt worden, dass das Kind beim Schreiben (also der Motorik) offenbar wenig Probleme hat, zum anderen wurde nach Möglichkeiten im aufgezeigten Klassenverband gefragt.
    Bei 23 Kindern, die durchgängig von genau einer Lehrkraft beschult werden, ist man auf der Suche nach schriftlichen Aufgaben, die das Kind selbstständig bewältigen kann, oder nach Materialien, die es nutzen könnte.

    Sinnvoller wäre etwas anderes und bei besseren Möglichkeiten könnte die Förderung ganz anders aufgestellt sein oder werden. Aber diese scheinen offenbar nicht gegeben. In meinem BL sind sie es jedenfalls nicht.

    Vlt. käme ja ein Förderschwerpunkt Lernen infrage. Wäre zwar bereits in der 1. Klasse sehr extrem, aber vlt. könnte man bei frühzeitiger Förderung verhindern, dass das Kind zu schnell den Anschluss zu den Mitschülern verliert.

    Auch hier ist es stark vom Bundesland abhängig, die Bezeichnungen, die präventive Förderung, der Zeitpunkt einer Überprüfung und die entsprechenden Konsequenzen sind überall anders.

    Die Fragen von @Plattenspieler sind wirklich gut, die muss ich ja nicht wiederholen (Hörvermögen einschließlich Wahrnehmung und Verarbeitung testen lassen!).

    Wenn ihr mit Anlauten/ Anlauttabelle arbeitet, könnte man ggf. eine zweisprachige wählen. Darin sind Bilder enthalten, die in beiden Sprachen den gleichen Anlaut haben.

    Zur konkreten Arbeit würde ich bei diesem Kind auf die Wahrnehmung von Silben zurückggehen und schauen, ob diese möglich ist (Silbenbögen unter Bilder schreiben). Dazu gibt es auch fertige Materialien, häufig in Handbüchern, ein bisschen bei 4teachers, mir gefallen auch die Materialien von Katrin Wemmer). Allerdings muss man dabei überprüfen, ob das Kind die Bedeutung der Abbildungen kennt und gleich benennt: "Christbaum" oder "Weihnachtsbaum" führt hier zu verschiedenen Ergebnissen.

    Mir ist wichtig, dass die weiteren Buchstaben so weit es möglich ist, auch geübt werden, danach Silben, dann Wörter. Hierzu nutze ich Lese-Übungsmaterial, bei dem oben immer zuerst die bisherigen und ein neuer Buchstabe einzeln stehen, die man dann von vorne nach hinten und oben nach unten lesen lässt, danach Silben, dann erst Wörter. Materialien.
    Ein anderes Konzept verfolgt der Lehrgang IntraAct, hier werden Silben als Bild erlernt und eingeschliffen.
    Aber 3 Buchstaben sind schon sehr wenig!
    Für eine Schülerin mit ähnlichen Fähigkeiten hatte ich Buchstaben (große Druckbuchstaben) und Bildmaterial, die dann zugeordnet werden mussten. Es gibt bei 4teachers dazu 2 Möglichkeiten:
    a) fertige Datei mit Anlautbildern von maria77, zu finden mit dem Suchwort Buchstabenbilder
    b) selbst Bilder zusammenstellen, indem man nach Anlauten sucht, zu finden mit dem Suchbegriff in Anführungszeichen "Anlaut A" und der Auswahl, nach Bildern zu Suchen

    Wenn es um Anlaute geht, kann man auch Bilder anbieten und dazu nur die Silbenbögen oder nur die Anlaute notieren lassen. Später kann man dann die Anlaute jeder Silbe eintragen lassen, dazu die Vokale... Auch darüber lässt es sich aufbauen.

    Dass das Kind ggf. die 1. Klasse wiederholt, ist - je nach Bundesland - möglich. Dann muss man das mit den Eltern besprechen, deutlich festhalten und das anstehende Halbjahr nutzen, um Vorläuferfähigkeiten (Reime, Silben, Folgen, Motorik, Zählen uvm.) zu festigen.
    Andernfalls wird man im einen Elterngespräch erörtern, wo die Probleme liegen, welche außerschulischen Möglichkeiten bestehen und wie man im Folgenden mit dem Kind arbeiten möchte (raus aus dem Lehrgang, Förderung über gesondertes Material).

    Dass die Durchführung von Konferenzen in den BL unterschiedlich ist, hatten wir ja neulich erst, als einige in Panik verfielen, als sie Kenntnis davon erhielten, dass in anderen BL Fach- und Zeugniskonferenzen unter Elternbeteiligung ablaufen.

    Bewirbt man sich in Nds. auf eine Stelle, zeigt man selbst Unterricht, berät eine Lehrkraft zu deren gezeigten Unterricht, stellt sich einer mündlichen Prüfung zum Schulrecht UND leitet eine Konferenz oder Dienstbesprechung ... gerne alles an einem Tag hintereinander weg.
    Also tritt das Kollegium, an größeren Schulen wohl auch nur ein Teil des Kollegiums, für diese Konferenz/ DB an, an dem von der Dezernentin vorgegebenen Tag zum vorgegebenen Zeitpunkt. Bei uns waren es bisher immer Dienstbesprechungen.

    Sinnvoll bleibt es, wie schon genannt, dennoch, ein Thema zu wählen, das in der schulischen Arbeit relevant ist, also ein Konzept zu erstellen/überarbeiten, Informationen zu teilen uvm.

    Ein Kollegium muss den oder die Bewerberin schon mächtig mögen, wenn es 1 Std. Konferenz zu einem nichtigen Thema "spielt" ... oder wahlweise hassen, wenn der-/diejenige dann mit erfolgreicher Bewerbung die Schule verlässt.
    Will man an dieser Schule bleiben und eine Funktionsstelle bekleiden, sollte man sich womöglich ein zielführendes Thema wählen.

    Die Vertretungskräfte bekommen bei uns keine Einführung ... sie warten auf den Vertrag, der hoffentlich über die telefonisch vereinbarten Stunden ausgestellt wird, dann wird unterschrieben und los geht es mit dem Unterrichten.

    Die Vertretungstätigkeit umfasst einiges, was Aufgabe von Lehrkräften ist, z.B. auch Notengebung,
    eher keine Klassenleitung, damit auch viele andere Tätigkeiten nicht.
    Mit einer grundständigen Ausbildung zur Lehrkraft ist das nicht zu vergleichen.

    Ich fürchte, nein. Laut GEW muss explizit der höhere Studienabschluss (Diplom, Magister, Master, bei mir Magister) in dem Mangelfach (bei mir Musik) vorliegen.

    Ja,
    das ist in Nds. auch so.
    Und die Fächer müssen für die Grundschule relevant sein.
    Wirtschaft z.B. geht nicht, wenn man in die Grundschule will, nicht mal mehr für Vertretungskräfte. Das war vor Jahren noch anders.
    Ein Musik-Bachelor reicht für eine Vertretungstätigkeit, nicht aber für eine feste Stelle.
    Dann müsste mindetens ein Musik-Master auf den Tisch ...und für das 2. Fach zusätzliche Nachweise darüber.

    Wie bei euch der Quereinstieg mit der OBAS funktioniert, versteht wohl nur ihr NRWler.

    Mir ist auch nicht klar, was davon dann das Ziel ist. Was bist du, wenn du den Quereinstieg absolviert hast? Gibt es einen Abschluss?

    In Nds. kann man mit vorgewiesenem Master einen Quereinstieg in verschiedenen Schulformen machen,
    braucht aber letztlich 2 Unterrichtsfächer.

    Dabei gibt es die Möglichkeit, in den Vorbereitungsdienst, also ins Ref, einzusteigen, wie LehramtsabsolventInnen
    ODER den direkten Quereinstieg zu machen, dabei unterrichtet man eine Menge mehr Stunden und absolviert quasi nebenbei und zusätzlich das Referendariat (Vorteil: man bekommt mehr Geld), die Prüfungsleistungen scheinen jedoch andere zu sein (da hört man eine Menge, mal so, mal anders, auf der Seite des Ministeriums klingt es weit harmloser (4 Unterrichtsbesuche und am Ende eine Bewährungsfeststellung - seitens des SL vermutlich).
    Am Ende ist man Lehrkraft und einem stehen die Wege offen.

    Immer aber muss man davon ausgehen, dass man in der Grundschule
    a) Klasenlehrkraft wird, auch als Schulleitung
    b) Unterricht in Deutsch, Mathematik oder anderen Fächern übernehmen muss, auch in Klasse 1
    c) als Schulleitung davon auch Ahnung haben sollte, da man u.a. auch für die Einschulung oder Zurückstellung von SuS zuständig ist,
    d) als Schulleitung einige Jahre Erfahrung mitbringt, damit man die üblichen Vorgänge, z.B. Förderschul-Überprüfungsverfahren uvm. als Lehrkraft vorgenommen hat und als Schulleitung weiß, worum es da geht. Das ist nicht vorgeschrieben, aber es fährt gerne und schnell gegen die Wand, wenn man nicht weiß, was man tut.

    In Nds. kann man sich als Lehrkraft auf die SL-Stellen bewerben, die Fortbildung dafür bekommt man erst, wenn man die Stelle bereits hat und als SL arbeitet.

    Zum einen gibt es ja nun genügend Bundesländer, die den Lehramtsstudiengang längst auf BA+MA umgestellt haben und in denen die Regelstudienzeit der Lehrämtler gleichlang ist.
    Zum anderen ist die Ausbildung mit dem 1. Examen ja nicht abgeschlossen, sondern das 2. Examen, samt 18-24 Monaten Vorbereitungsdienst, kam schon immer dazu, heute ist es auch so.

    Zum dritten werden HIER die GymnasialkollegInnen mit schlechten Noten in die Grundschulen geschickt, indem sie eine verbeamtete Stelle am Gym erhalten, dann für 1-2 Jahre an die Grundschule oder SekI abgeordnet werden, ohne spezifische Ausbildung und ohne Vorbereitung,
    während die GymnasialkollegInnen in BY, die in die Grundschule möchten, eine zusätzliche Qualifizierung absolvieren müssen, die sie dann für die Grundschule befähigt ... und dazu, dass sie mit zusätzlicher Qualifizierung weniger verdienen.

    Wenn sich die Beamtenbesoldung am akademischen Abschluss orientieren würde, hätten zuvor die Lehrkräfte allein aufgrund des 2. Examens schon A13 verdienen müssen, das mehr ist als ein alleiniger Uni-Abschluss,
    müssten nun aber längst mit BA+MA+2. Examen entsprechend besoldet werden.
    Das ist aber nicht so.

    In welcher Branche kann man denn Uni-AbsolventInnen mit zusätzlicher 2jähriger Qualifikation und staatlicher Prüfung bei Fachkräftemangel unter Wert einstellen?

    Subtrahieren ist schwieriger, weil man nicht einfach die Zahlreihe nach oben zählen kann, sondern rückwärts zählen müsste, was viele Kinder auch nicht können.
    Und man kann nicht davon ausgehen, dass Kinder 3+2 oder 5-3 auswendig wissen. Gerade die Schwachen wissen das nicht und zählen immer wieder neu und wieder und wieder und haben dann noch immer kein Bild davon im Kopf, wenn man es nicht vielfach übt.

    Da kommen Kinder oft mit erschreckend wenigen Vorkenntnissen und sind dann schnell mit Ziffern bis 10 und für uns einfachen Rechenaufgaben überfordert.
    "Ich glaube, du kannst nicht bis 3 zählen" ... hat sich in diesem Durchgang bewahrheitet :pinch:
    Diese Kinder raten dann oder erstarren und verharren im Nichtstun, wenn sie plötzlich Aufgaben mit "mehr als" und "weniger als" präsentiert bekommen.

    Es gibt seit 2015 bei 4teachers ein Forum, in dem viele Hilfen gesammelt wurden
    https://www.4teachers.de/?action=showto…&topic_id=35103
    dort gab es auch mehrsprachige Brief-Vorlagen in 17 Sprachen, die inzwischen auch von Verlagen nachgearbeitet wurden.

    Wir haben an unserer Schule ein Konzept erstellt, als mehrere Flüchtlinge in die Schule kamen, die nicht (lateinisch) alphabetisiert waren.
    Dabei sieht das Konzept vor, dass die Kinder täglich 1 Std. in einer Kleingruppe gefördert werden sollten (was leider wegen des Lehrermangels nicht aufgeht), um erste Wörter, dann Grundlegendes, später spezielle Grammatik zu erarbeiten und zu üben und auch mal erledigte Aufgaben durchsprechen zu können (Fehlerschwerpunkte).
    Ansonsten - also auch, wenn die DaZ-Std. fehlen - sind die Kinder mit in den Klassen.
    Dort erhalten Material von der dortigen Lehrkraft, zieldifferent oder zielgleich, je nach Fach und Vermögen
    oder arbeiten an ihrem eigenen Material zur Alphabetisierung, das in einer gesonderten Mappe (einheitliche Mappenfarbe) ist, ergänzt durch bestimmte Arbeitshefte. Die Materialien sind durch Arbeitpläne strukturiert und so eine Art Modul-System, sie bearbeiten eines nach dem anderen, man kann aber auch springen, zunächst geht es um Alphabetisierung, später um Verben, Nomen, Adjektive, Satzbau. Wenn sie an der Stelle sind, können sie zumeist am anderen Unterricht teilnehmen und mitmachen, einiges muss man noch vereinfacht oder zieldifferent anpassen, so ähnlich wie bei Förderschüler Lernen. Die (Erst-)Alphabetisierung "verschlingt" bei vielen SuS 1 Jahr, manchmal geht es schneller.

    Das Konzpet ist schulintern umgesetzt, zum Jahresanfang gibt es eine DaZ-Konferenz, bei der Lehrkräfte, die den Alpha/DaZ-Unterricht erteilen oder als neue Lehrkräfte in den Klassen damit konfrontiert sind, informiert werden.

    Schön wäre, wenn man bei Neuaufnahme pro Schüler eine Stunde Zeit hätte, um den Lernstand in D und Ma erfassen zu können. Das klappt leider nicht immer. Aber die Unterlagen aus der Erstaufnahmeeinrichtung sind inzwischen erheblich besser.

    Ob sich das auf ein Gymnasium anpassen lässt, weiß ich nicht.

    Anders arbeiten kann man, wenn die SuS Englisch/ Französisch beherrschen, man sich mit ihnen verständigen kann, sie die Schrift kennen, man mit ihnen über grammatische Strukturen sprechen kann.
    Dann lohnt es sich Materialien einzusetzen, die für DaF nutzbar sind, die auf die Erstsprache zurückgreifen und die Zweitsprache erläutern.

    Nachtrag:
    An der nächstgelegenen Uni wurden DaZ-Module angeboten. Zum ersten bin ich gefahren, das entpuppte sich dann allerdings nicht als 1. Modultag, sondern als allgemeine Vorstellung. Inhaltlich war es mir dann zu theoretisch, auf meine Situation nicht angepasst, insgesamt zu lang (mehrere Module über mehrere Jahre verteilt), zu aufwändig für zu wenig schnellen, konkreten Nutzen.
    Für die Alphabetisierung wäre zu überlegen, ob der LURS-KURS da ein Stück weit helfen könnte (https://alphaprof.de/kurse/), ich habe ihn mir aber noch nicht angesehen.

    Aber es ist ein typisches Beispiel für eine schlecht formulierte Aufgabenstellung.

    Es ist ein Krikitpunkt an VERA, dass die Aufgabenstellungen schlecht formuliert sind und in den Erwartungshorizonten viele den SchülerInnen mögliche und logische Erläuterungen keine Berücksichtigung finden.
    So wie @Caro07 es beschreibt, sollen dann Lehrkräfte die schlechte Arbeit auffangen, indem sie SchülerInnen vorab an schlechte Aufgabenstellungen gewöhnen, damit diese qualitativ hochwertige Antworten geben können.
    Im Anschluss an VERA soll man dann im Kollegium aufarbeiten, warum die SuS schlecht abgeschnitten hätten. Eine Rückmeldung, dass die Aufgabenstellung missverständlich war, gibt es nicht.

    In jeder Klassenarbeit würde man selbst darauf aufmerksam werden und eine angemessene Berücksichtigung bei der Bewertung einfließen lassen sowie die Aufgabenstellung beim nächsten Mal verbessern.
    Deutlich zeigt sich, wie stark Sprache die Ergebnisse in allen Fächern beeinflusst, wenn Sachaufgaben und Aufgabenstellungen gar nicht oder missverstanden werden.
    Begriffe wie "mehr" und "weniger" oder "weiter" und "zurück" erscheinen uns selbstverständlich, sind es aber für Schulanfänger nur bedingt (eine Seite weiter blättern ... ist ein Krampf!)


    Rein in Termen geschrieben wären die beiden Aufgaben:
    1. 5-3=x
    2. 5=3+x

    Wenn man es derart aufschreiben würde, hätte man als erneute Hürde für schwache SuS, dass bei der 2. Aufgabe
    5= steht
    Gerade bei den schwachen SuS ist es häufig so, dass sie nur bei dem einfachen Schema a+b=c oder a-b=c wissen, was sie tun müssen,
    stolpern aber bei 5=3+x und addieren dann die zur Verfügung stehenden Zahlen, weil sie die Grundlagen noch nicht verstanden haben, sondern nach einem ihrer Meinung nach immer gleichen Muster die Aufgaben abarbeiten.
    Allerdings denken die wenigsten SuS in Termen ... und wenn, haben sie die Inhalte auch verstanden.

    Würde man die Aufgaben malen/ skizzieren,
    ist die Darstellung von 5 Vögeln mit 3 Würmern unmissverständlich und die Zuordnung kann auf dem Papier erfolgen.

    Die Darstellung von "3 Murmeln mehr als" ist im Bild weit schwieriger darzustellen.
    Entsprechend schwierig ist es, den SuS den Sachverhalt zu vermitteln, da sie sich davon _kein Bild_ machen können, also keine Vorstellung entwickeln und dann verwirrt vor der Aufgabe sitzen.

    Mir ist nicht klar, was genau du suchst,
    vielleicht auch, weil deine Situation nicht klar ist.

    Natürlich kann man sich allgemein mit DaZ beschäftigen, aber das hast du ja vermutlich schon im Studium gemacht, zumindest hast du ja ein Zertifikat erhalten.

    Bei der Arbeit selbst kommt es immer darauf an, mit welchen SchülerInnen man arbeitet,
    das geht von Kindergarten bis Erwachsenenbildung,
    von Alphabetisierung bis C2,
    von unterrichtsimmanent über Kurse bis hin zu außerschulischen Angeboten
    und entsprechend gibt es ganz unterschiedliche Materialien.

    Vielleicht ist es sinnvoller, wenn du zunächst konkretisierst, was du suchst.

    Tayfun prüft die Argumente in der A-13-Debatte kritisch.

    Tayfun meckert immer und immer wieder und schreibt gegen "A13 für alle",
    allen anderen Argumenten zum Trotz,
    und findet in jeder Meldung, die ein anderes Gehalt von Lehrenden in irgendeiner Situation darlegt,
    einen Anhaltspunkt, warum niemand gleichviel zu einem anderen verdient oder viedenen soll
    und Grund- und SekI-LuL schon gar nicht A13.

    Ich hatte meine Antwort eigentlich verworfen, nachdem das Thema etwas zur Elternbeteiligung abgedriftet ist.

    Danke für die Antwort. Ich habe die Diskussion um die Verweise nun abgewartet.

    Natürlich musst du deine Schulsituation nicht offenlegen.

    Man muss da manchmal etwas kreativ sein, und gelegentlich braucht man auch ein wenig Mut. Aber es gibt eigentlich immer etwas, wo man kürzen kann.

    Mir ist das schon klar, aber die Möglichkeiten sind winzig, die Aufgaben immens
    und von der Landesschulbehörde kommt ja in dieser Hinsicht, die auch TeilzeitkollegInnen wie Entlastung im Allgemeinen betrifft, gar nichts oder noch mehr Bürokratie und Arbeit.

    Die Anzahl der Fachkonferenzen scheint also vorgegeben zu sein, aber ist auch ihre Dauer vorgegeben? Selbst wenn die Schulordnung der FaKo viele Aufgaben zuweist, heißt das nicht, dass man in jeder FaKo jedes Thema behandelt. Und wenn ihr in der GS - so stelle ich mir das vor - beinahe alle fast alle Fächer unterrichtet, könnte man bspw. alle FaKos an einem Nachmittag abhalten, eben entsprechend gekürzt, so auf 20min pro Fach oder so. Protokolle kann man auch so schreiben, dass es nach mehr klingt, auch ohne Falschaussagen zu machen. Ich habe es auch schon an kleinen Schulen erlebt, dass es EINE einzige Sitzung gab, in der jedes Fach kurz zu Wort gekommen ist.

    Mir ist schon klar, dass man Fächer zusammenlegen kann, was wir auch machen, oder dass man Konferenzen hintereinander weg auf einen Nachmittag legen kann, machen wir auch.
    Dennoch ist es viel Zeit. Du schreibst, Konferenzen sind Entscheidungsgremien, weniger Inforamtionsveranstaltungen. Das trifft in Teilen zu, am ehesten wohl für die Gesamtkonferenz. In Fachkonferenzen wird bei uns aber doch einiges weitergegeben.
    Sammelkonferenzen können ggf. helfen, andererseits zeigt die Erfahrung, dass es mehr bringt, wenn man nicht in jedem Fach etwas anreißt und vertagt, sondern einmal durchzieht und dann abhaken kann.

    Vermutlich arbeiten viele Grundschulen in diesem Bereich erheblich gründlicher und kleinschrittiger, als andere und brauchen deshalb zu viel Zeit und zu viel Planung für zu viel Papier,
    selbst wenn sie nur das Minimum an Konferenzen ansetzen brauchen sie deshalb viel Zeit.
    Sehr viele Grundschulen brauchen sehr viel Zeit um neue Curricula einzuarbeiten. Das liegt an den Vorgaben, die durch die Inspektoren regional durchgesetzt wurden, das liegt auch daran, dass die Curricula sehr unkonkret sind. Das schafft Möglichkeiten für kreative Lösungen, braucht aber ebenfalls eine Menge Arbeitszeit und Absprachen.
    Wenn es in 15 Jahren mehrfach Änderungen gibt, die weniger auf Bestehendes aufbauen, sondern immer wieder alles auf den Kopf stellen, kommt man aus der Arbeit kaum wieder heraus. Änderungen in der Leistungsbewertung ziehen viel nach sich, wer Freiräume nutzen will, muss sie auch überblicken. Wer aber vom Ministerium ca. 500 Seiten Vorgaben für den Unterricht in Deutsch in der Grundschule erhält, hat einiges zu lesen, um dort die Freiräume zu finden (Bildungsstandards, Curriculum Grundschule, Förderschule Lernen, Förderschule GE, Handreichung Rechtschreibung, Curriculum DaZ).
    Alternative Formen der Klassenarbeiten, die zuvor solche ersetzten, sind plötzlich verpflichtend und zusätzlich zu Klassenarbeiten zu leisten und Präsentationen sind im Grundschulbereich sehr aufwändig in der Vorbereitung, die gänzlich innerhalb des Unterrichts ablaufen muss (keine Bewertung von Hausaufgaben oder häuslich angefertigten Teilen!) Tatsächlich muss man da womöglich weitaus großzügiger sein und sehr kleine Aufgaben, die man bisher auch im Unterricht eingesetzt hat, zur "Präsentation als fachspezifische Leistung" für die Leistungsbewertung" heranziehen.

    Die Frage bleibt, wo man sonst Einschränkungen vornehmen kann oder auch TeilzeitkollegInnen entlasten könnte,
    wie man es schafft mit einem 50% Kollegium die 50% Abordnungen und Vertretungen zeitsparend und doch sinnvoll einzuarbeiten und zu unterstützen
    und unter diesen Bedingungen den Unterricht und auch die außerunterrichtlichen Aufgaben irgendwie verteilt ...

    Bei der Unterrichtsvorbereitung kann man sicher Zeit einsparen, wenn man auf "Feiertagsdidaktik" verzichtet. Vielleicht muss man zu einer Einstellungen kommen, die besagt, dass die Landesschulbehörde dafür nicht genügend Zeit zur Verfügung stellt und man deshalb die aufwändigeren Anteile des Unterrichts und eine individuelle zieldifferente Beschulung nur ansatzweise ermöglichen kann. Aber will man das wirklich? Ist das eine Ent- oder eine Belastung?
    Zu dem Hinweis, dass am ehesten bei der Unterrichtsvorbereitung gekürzt wird, ist übrigens auch die Arbeitszeitstudie in Nds. gekommen, da im Vergleich von Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten der Deckeneffekt bei den VollzeitkollegInnen nachweisbar und die Verknappung der Arbeitszeit in genau diesen Bereichen erfolgte.

    Da kommt doch auch hinzu, dass auch die Sanktionen in den BL unterschiedliche sind.

    Was ist ein Verweis?

    Das gibt es in anderen BL gar nicht.

    Wenn ein Schüler sozial auffällig ist, sich häufig nicht an Regeln hält und die Erziehungsmaßnahmen nicht ausreichen
    oder gleich beim ersten Mal etwas Außerordentliches geschieht
    und die LuL der Meinung sind, dass eine übliche Sanktion nicht ausreicht,
    wird DANN vom SL eine Klassenkonferenz einberufen, die allein eine Ordnungsmaßnahme (z.B. Ausschluss vom Unterricht) beschließen darf.

    Das entscheidet keine Lehrkraft allein,
    es ist so wichtig, weil unterschiedliche Rechte gegeneinander stehen (Recht auf Unversehrheit, Recht auf Unterricht).

    Es ist nicht so, dass betroffene Eltern in dieser Konferenz Partei ergreifen,
    sondern gemeinsam wird überlegt, welche Ordnungsmaßnahme in welchem Umfang angemessen ist und darüber dann abgestimmt.

    Wie haben einfache Kopfhörer ohne Mikrofon.
    Sie werden in einem Karton gelagert und nur bei Bedarf ausgegeben.
    Dadurch sind sie erheblich langlebiger, weil nicht ständig alle damit hantieren oder mit den Drehstühlen drüberfahren.

    Am Ende der Stunde werden sie eingesammelt, wobei die SuS schnell lernen, wie sie das Kabel aufzuwickeln haben.
    Und ja, auch sowas ist von KollegInnen abhängig.

    Bitte klär mich mal auf was die Eltern dort machen und mitentscheiden können. Ich kann mir das so garnicht vorstellen. Geht es da um Ordnungsmaßnahmen für einzelne Schüler oder versteh ich das falsch?

    Die Konferenz zu Ordnungsmaßnahmen ist eine Klassenkonferenz. Dort sitzen die dafür gewählten VertreterInnen.
    Der betreffende Schüler und seine Eltern werden angehört und verlassen dann den Raum.

    Die ElternvertreterInnen bleiben im Raum, sie hören die Beratung, können sich auch selbst einbringen und stimmen auch mit ab.
    Häufiger ist es so, dass die Eltern
    a) ihre Sicht erläutern, z.B. etwas dazu sagen, wie die Kinder das Verhalten, das dort thematisiert wird, auffassen/ wahrnehmen/ kommentieren
    b) etwas zum häuslichen Umfeld/ zum Nachmittag und dem dortigen Verhalten sagen
    c) nachfragen, welche Optionen es gibt.

    Meiner Meinung nach dient es vor allem auch der Transparenz und Information.
    In den Konferenzen wird nicht über die Köpfe der Eltern an ihnen vorbei beratschlagt, sondern sie werden mit eingebunden.
    Man erläutert die Möglichkeiten und auch die Grenzen.
    Es wird in der Regel für alle deutlich, dass VOR der Konferenz schon sehr viele andere Maßnahmen erfolgt sind, die alle nicht gegriffen haben.
    Sicherlich ist diese Transparenz auch ein Teil Kontrolle, da man genau darlegen muss, warum man entscheidet und nicht eigenmächtig etwas bestimmen kann, das Eltern gar nicht nachvollziehen können.
    Sind Eltern nicht dabei, entsteht doch schnell der Eindruck, Schule sei eine "Black-Box", Lehrkräfte könnten unverhältnismäßig oder überzogen agieren, man hat keinen Einblick auf Regeln, Recht und Vorgehensweisen ... klingt nach Kafka.

    Ich weiß, dass darin, dass Lehrkräfte etwas untereinander diskutieren, mancher eine Schwäche vermutet, für mich ist es eher eine Stärke, da ElternvertreterInnen wahrnehmen, dass Lehrkräfte sich viele Gedanken machen und eine Menge Register ziehen, Gespräche suchen, Maßnahmen überlegen und diese gemeinsam abwägen.
    Das kann man im Prinzip auch Fachkonferenzen übertragen.

    Bei Zeugniskonferenzen ist das schwieriger, das sehe ich ein.
    Auch da ist es an unserer Schule so, dass z.B. erläutert wird, warum ein Kind springt/ zurückgeht, welche Maßnahmen vorab erfolgten.
    Tatsächlich war es früher so, dass vor allem für die Konferenz Ende Klasse 4 von allen SuS das Notenbild vom Halbjahr + Jahresende +Arbeitsverhalten +Sozialverhalten gezeigt wurden und für jeden Schüler erläutert und abgestimmt wurde, welche Schulempfehlung daraus entsteht, die NICHT(nie allein!) am Notenschnitt hing.
    Manchmal musste man dann auch erläutern, warum man einem Schüler mit dem Schnitt 2,6 eine Gymnasialempfehlung ausspricht, dem anderen mit gleichem Schnitt aber nicht.
    (nur zur Info für Nicht-Niedersachsen: a) Die Konferenz gibt es nicht mehr. b) Die ausgesprochenen Empfehlungen der Grundschulen, die es erst nach der Abschaffung der Orientierungsstufe seit 2004 gab, war nie verbindlich... und ich bin mir nicht ganz sicher, ob die vorherige Empfehlung je verbindlich war.)

    Zu den Konferenzzeiten:
    Wir hatten schon alles Mögliche, früher war es generell 15.30 Uhr, Gesamtkonferenzen waren häufig erst ab 17 Uhr,
    Schulvorstandssitzungen sind häufig abends, ähnlich den Elternabenden, wo es auch flexibler wird,
    manches findet bei uns derzeit ab 14 Uhr statt.

    Zumeist fragt man, wann die Eltern eine Teilnahme ermöglichen können. Das ist recht unterschiedlch. In den letzten Jahren hatten wir z.T. VertreterInnen, die im Schichtdienst arbeiten, da sind die Zeiten relativ egal. Meistens bekommt man von den Eltern gesagt, dass sie es sich einrichten können, wenn sie es rechtzeitig wissen.

    Wir ermöglichen nicht alles, aber wir erwarten auch nicht, dass Eltern generell Zeit haben.
    Konferenzen am Vormittag sind sehr, sehr selten.

    Da es ja eigentlich um Arbeitszeiten ging, die Elternbeteiligung ist in den Sitzungszeiten zu überücksichtigen:

    2Konferenzen sind in der Regel so anzuberaumen, dass auch berufstätige Vertreterinnen und Vertreter der Erziehungsberechtigten daran teilnehmen können.

    Auch das führt zu besonderen Blüten und ist in der Regel dann nicht mit einer gegenseitigen Unterschrift erledigt.

    Am Ende sind die auch noch stimmberechtigt?

    Ja, klar.
    Bei Klassenkonferenzen sind sie zum Teil stimmberechtigt (z.B. auch bei Ordnungsmaßnahmen), zum Teil beratend (Zeugnisse, Versetzungen, Abschlüsse, Übergänge, Überweisungen, Zurücktreten und Überspringen),
    bei Fachkonferenzen stimmberechtigt und können darüber das Zünglein an der Waage bei einer Schulbucheinführung sein,
    in Gesamtkonferenzen sind die ElternvertreterInnen auch stimmberechtigt:

    (3) 1Den Teilkonferenzen gehören als Mitglieder mit Stimmrecht an:

    • die in dem jeweiligen Bereich tätigen Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
    • die Referendarinnen und Referendare sowie die Anwärterinnen und Anwärter, die in dem jeweiligen Bereich eigenverantwortlich Unterricht erteilen, und
    • mindestens je eine Vertreterin oder ein Vertreter der Erziehungsberechtigten sowie der Schülerinnen und Schüler.


    Im Schulvorstand sitzen an kleinen Schulen zur Hälfte Eltern, zur anderen Hälfte Schulleiter+Lehrkräfte+pädagogische MitarbeiterInnen, alle stimmberechtigt:

    (...)
    2Dabei beträgt die Anzahl der Vertreterinnen und Vertreter der Lehrkräfte die Hälfte und die Anzahl der Vertreterinnen und Vertreter der Erziehungsberechtigten sowie der Schülerinnen und Schüler jeweils ein Viertel der Mitglieder nach Satz (...)

    (2) 1Der Schulvorstand an Grundschulen besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der Lehrkräfte sowie der Erziehungsberechtigten. 2Die Anzahl der Vertreterinnen und Vertreter der Erziehungsberechtigten beträgt die Hälfte der Mitglieder nach Absatz 1 Satz 1.


    - - -

    Ich bin ehrlich sprachlos, dass in anderen Bundesländern ernsthaft Elternvertreter auf internen Besprechungen von Lehrerkollegien herumsitzen.

    Ebenso wäre ich nicht auf die Idee gekommen, dass es anderswo nicht so wäre. Ich kenne das gar nicht anders und weiß, dass schon meine Mutter als Elternvertreterin bei Zeugniskonferenzen war.
    Sie sitzen auch nicht herum, sondern nehmen teil, äußern sich, beraten ... und stimmen mit ab, bei allen Belangen (bei Zeugniskonferenzen beraten sie nur und nehmen keinen Einfluss auf die Noten o.a.). Auch würde ich es nicht als "interne Besprechung" ansehen, es weiß ja jeder, dass die Sitzungen mit Eltenbeteiligung sind und kann sich darauf einstellen.

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