Bei mir ist es auch ähnlich,
ich habe auch vorher schon mit Kindern ehrenamtlich gearbeitet.
Auch ich bin für Grund- und Hauptschulen ausgebildet worden (, zwischendurch gab es sogar GHR), wollte aber in die Grundschule.
Während des Studiums waren kaum Stellen vorhanden, man brauchte sehr gute Noten, um direkt ins Ref gehen zu können, sonst musste man warten, und musste sich auf Hauptschule einstellen, wenn man überhaupt etwas bekommen wollte … oder Vertretungen über Jahre mit kurzen Verträge, Festanstellung erst, wenn man 3 Jahre Anstellung über die Vertretungen gesammelt hatte, manchen wurde 1 Woche vorher gekündigt.
Als ich dann fertig war, gab es durch die Umstellung auf die Verlässlichkeit vor allem in der Grundschule Bedarf.
Ich wollte viele Fächer unterrichten und fand es schwierig, mich für die Studienfächer zu entscheiden, ich musste 2 Fächer ausschließen, die ich auch gerne gemacht hätte.
In der Grundschule unterrichte ich sie aber seit vielen Jahren.
Und ich wollte an den Anfang, fand gerade den Erstunterricht spannend … und habe im Studium Fundamente gelegt, auf denen sehr vieles aufgebaut werden konnte, das ich heute benötige, damals aber nicht geahnt habe.
DaZ wurde als solches bei uns noch nicht angeboten, aber Inhalte haben mir dabei den Weg geebnet,
ich hatte tolle Profs in Pädagogik und es ging schon damals um Individualisierung, heute ist es wegen der Inklusion breiter aufgestellt, als damals. Ich unterrichte Kinder mit Geistiger Beeinträchtigung und mit Hochbegabung, die Sache an sich finde ich gut, auch wenn die Bedingungen mies sind.
Mir gefällt die Vielfalt und an sich auch, dass man an der kleineren Schule vieles miteinander gestaltet, mit ca. 10 Leiten hat man viele zusätzliche Aufgaben, je kleiner das Stamm-Kollegium, desto mehr zusätzliche Beauftragungen, denn an jeder Schule müssen sie verteilt werden. An sich interessiert mich vieles, aber über die Jahre ist die Schieflage von zusätzlichen Aufgaben zu Arbeitszeit immer extremer geworden und insgesamt zu viel dazu gekommen.
Was man an der Grundschule nicht unterschätzen sollte:
- Es ist viel Arbeit, die Kinder in die Schule und ins Lernen finden zu lassen, das wird auch immer herausfordernder, da man sehr viele zusätzliche Bedarfe hat und diese überwiegend in der Grundschule unterrichtet werden. Und damit ist nicht gemeint, dass man Aufwand für das hübsche Klassenzimmer betreibt. Die 1. Klasse hat es in sich, überschaubarer wird es meiner Erfahrung nach je nach Klassenzusammensetzung, Jahrgang oder Einzugsgebiet ab Mitte Klasse 2 oder noch später
- Der Korrekturaufwand ist nur scheinbar kleiner, weil man häufiger engmaschig jede bearbeitete Aufgabe kontrolliert. Sicher kann ich mich nicht mit Leistungskurs-Klausurstapeln messen, aber ich sitze ständig an irgendwelchen Heften und bin froh, dass es je nach Jahrgang wechselt, worauf es ankommt, sodass es nicht immer gleich.
- Man ist sehr nah an den Kindern, die zu uns abgeordneten Gymnasiallehrkräfte und versetzten HS-Lehrkräfte (länger her) fanden die Kinder fordernder, fanden die Belastung im Unterricht größer und waren alle der Meinung, dass man den Unterricht ganz anders planen müsse.
- Bei allen Bemühungen zu Lernbegleitung etc. hat man selten „Freilauf“ im Unterricht, weil Schüler:innen etwas bearbeiten, denn in der Regel gibt es dann noch etwas zu differenzieren oder fördern oder besprechen oder vorzubereiten oder …