Beiträge von Palim

    Dafür, dass im Lehramt wirklich jeder, der die Bedingungen für die Verbeamtung erfüllt und die Probezeit irgendwie übersteht, diese Beträge erhält,

    Was ja nicht jede und jeder schafft, wenn man bedenkt, wie viele in und nach dem Studium etwas anderes machen, das Ref abbrechen, nicht bestehen, danach wechseln oder auch die Probezeit nicht schaffen (ja, gibt es auch)

    Parallel dazu hat sich die Vollkasko- oder Vollversorgungsmentalität so entwickelt, dass die daraus erwachsenden Ansprüche zu einem Faktor geworden sind, der Menschen in den öffentlichen Dienst treibt.

    Wer das sucht, wird sicher nicht in die Schule gehen.

    Man kann Arbeitnehmern nicht immer mehr Einschnitte zumuten und Beamte aussparen.

    Nur, dass man die Einschnitte und Nachteile bei Verbeamteten nicht wahrnimmt und nicht erinnern will, und sehr einseitig Vorteile bewertet.

    Derzeit wird soll an allem Möglichen beschnitten werden, immer am unteren Rand. Das provoziert Ärger und Neid.

    Womöglich könnte man anders agieren und damit die Gesellschaft besser zusammenhalten, statt über Lifestile-Teilzeit, zu wenig arbeitende Menschen zu lamentieren, könnte man Arbeitszeit erheben und Teilzeitquoten in der Arbeitszeitstatistik ausweisen, um sie zu anderen Ländern vergleichbar zu machen. Das will man ja aber offenbar gar nicht, man braucht etwas, worauf man die Einschnitte berufen kann und freut sich im Anschluss über das Rufen gegen die Beamten.

    Was mich dazu besonders ärgert ist, dass sie Arbeitshefte oft nur zu einem kleinen Teil bearbeitet werden.

    Wir haben ein Mathe-Lehrwerk mit gesplitteten AH, die Hefte selbst sind dünner als sonstige AH, insgesamt ist es jedoch weit mehr Stoff. Ein Kollege hat es mal überschlagen: Man müsste 3 Seiten am Tag schaffen, wenn man alles bearbeiten wollte. So ist es letztlich aber gar nicht gedacht, das Konzept des Lehrwerkes sieht sehr viel Differenzierung vor, sodass das alles in den AH abgedruckt ist, aber von jedem Kind nur ein Teil bearbeitet wird. - Das ist aber nur ein Grund.

    Ich klebe nicht am AH, ich finde sie oft auch nicht sinnvoll. AH werden selten von Lehrkräften entwickelt, schon gar nicht evaluiert. Verlage haben die neuen Curricula vor den Lehrkräften, NDS stellt ja jetzt gerade erst darauf um, die Curricula vorab zu veröffentlichen und nicht im laufenden Schuljahr rückwirkend. Auch sind sie immer für den Durchschnitt gefertigt, meine Klassen bilden in den letzten Jahren aber keinen "Durchschnitt" ab.

    Also nutze ich das von den eingeführten Lehrwerken, was ich sinnvoll finde, weiche ab, wo ich besseres habe (z.B. Aufsatzerziehung), arbeite erheblich freier, wenn es hilfreich ist, lasse aus, was unsinnig erscheint oder abgedruckt ist und gar nicht dem Curriculum entspricht.

    Zusätzliche Übungshefte setze ich dennoch ein, da ist es sehr unterschiedlich, wie weit die Kinder damit kommen, da es oft auch "Lückenfüller" sind, aber nicht alle Kinder diese zeitlichen Lücken haben. Diese Hefte wachsen mit, ich bin da nicht an Jahrgänge gebunden, sodass das Heft die Kinder begleitet, bis es gefüllt ist.

    Themen streichen geht nicht - das hat man bei der schriftlichen Division in dem einen Bundesland (War es Niedersachsen?) gesehen

    Offenbar verfangen die Überschriften der Medien bei dir, mit dem Sachverhalt scheinst du dich nicht beschäftigt zu haben, teilst aber das, was du behalten hast.

    Die schriftliche Division wurde nicht gestrichen.

    Es ging um eine Entscheidung der KMK, die bundesweit gilt.

    Sie wird mit dem neuen Ma-Curriculum in NDS in die Tat umgesetzt.

    Dass Curriculum gilt ab dem nächsten Schuljahr und die schriftliche Division muss dann in Klasse 4 nicht mehr vermittelt werden, bisher sollten Schüler:innen sie kennenlernen. In Zukunft wird sie in der 5. Klasse eingeführt, so wie andere Inhalte auch, die schon länger nicht mehr in den Curricula der GS stehen oder dort nie standen.

    In der Regel sind es verschiedene Themenhefte.

    Anders als in Deutsch- oder Mathebüchern, in denen sich die Schwerpunkte abwechseln, (die Verknüpfung geht seit Jahren stark zurück, ich warte auf die Kehrtwende), sind sie auf die Hefte verteilt. Die Lehrkraft muss den Überblick behalten, meist gibt es Verteilungspläne der Verlage.

    Entwickelt hat sich auch, dass es häufiger Arbeitshefte als Verbrauchsmaterial gibt, also weniger Abschreiben der Aufgaben und mehr Formate, die direkt im Arbeitsheft eingetragen werden. Für NDS hat das sicher auch den Grund, dass Bücher über das Ausleihverfahren gemietet werden, während AH von den Eltern gekauft werden.
    Und die Differenzierung ist über verschiedene AH leichter, indem man unterschiedliche AH anschaffen lässt.
    Ich bin mit AH flexibler in der Anschaffung

    Wenn man ein Lesebuch, ein Sprachbuch und ein Arbeitsheft (oder 2) kauft, sind die Preise / der Verdienst des Verlags insgesamt noch höher, die Kosten für die Familien wären in NDS geringer

    Es sind ja mehrere Sachen, die dich ärgern.

    An der Notengebung kannst du erst einmal nicht ändern.

    An den häufig wechselnden Curricula und Vorgaben auch nicht. Da hilft einerseits, nicht alles auf die Goldwaage zu legen: wenn da nicht explizit steht, dass Videos zu drehen sind, dann lass es, wenn die Methode und der Inhalt für deine Schüler:innen nicht passen. Wenn möglich kann man auch es als Schule festlegen, dass sowas nicht jedes Jahr passieren muss, sondern einmal in 4 oder 8 Jahren.

    Zum anderen ein realistische Blick darauf, was sich wirklich ändern muss und welches Gewicht es erhalten kann.

    Bei den notwendigen Materialien hilft Vernetzung. Warum haben die Kinder in der Inklusion andere Materialien? Welche Vorgaben hindern dich, anderes einzusetzen? Welche unterstützenden Hilfen habt ihr seitens der Schule (Zugriff auf Materialbörsen)

    Davon abgesehen denke ich, dass die Beschulung von Förderschüler:innen ein Stiefkind ist und Verlage sich da weit weniger bemühen. Aber du bist doch sich schon lange dabei und müsstest viele Materialien haben. Oder liegt es mit daran, dass du in anderen Jahrgängen eingesetzt bist?

    NDS setzt als zusätzliche Unterrichtszeit nun Stunden für "Sichere Basis" an, bei einer sonst im Vergleich schmalen Stundentafel im Grundschulbereich.

    Für diesen Unterricht gibt es Vorgaben, am Ende macht den Unterricht aber jede Lehrkraft selbst.

    Für das Thema "digitale Bildung" werden FoBI angeboten, am Ende entscheide ich selbst, ob ich daran teilnehmen möchte und kann und was ich davon umsetze.

    Nervig finde ich das Geschraube am Curriculum - es werden "fachspezifische Lernaufgaben" angesetzt, zwar mit Beispielen und Vorgaben, aber in großer Vielfalt. Man kümmert sich, informiert sich, entwickelt Aufgaben, probiert sie aus, evaluiert, ist dann zufrieden ... dann wird das Curriculum geändert und es gibt Vorgaben, welche Formate es bitte sein sollen - also wieder von vorn. DAS ist unnötig ...

    Aber so superviele Vorgaben gibt es nicht,

    davon abgesehen werden bei uns FöS-Schüler:innen zieldifferent und ohne Notengebung (Berichtszeugnis) unterrichtet und die Vorgaben sind dann eher individuell. Man fördert das Kind so, dass es möglichst gut in allen Teilbereichen lernt. Ich finde, das nimmt den Druck raus und ermöglicht vieles.

    Für mich hört sich das wie Zusatzübungen an, wo bestimmte Fertigkeiten automatisiert werden sollen,

    Das könnte im Zusammenhang mit der „Sicheren Basis“ stehen, die in NDS umgesetzt wird, also das Training grundlegender Fähigkeiten.

    Der Unterricht kann als Stunde, als Lernzeit oder noch ganz anders umgesetzt werden, viele Schulen gehen da jetzt in Phasen der Öffnung.

    In der oben genannten Liste sind übrigens Lehrwerke aufgeführt, nicht aber Arbeitshefte, auch von anderen Verlagen z.B. die Fibel, nicht aber die Schreibübungshefte, die man dann dazu kaufen kann.

    Da es um ein AH und Verbrauchsmaterial geht, ist die Kollegin frei in ihrer Entscheidung. Diese Hefte werden in NDS von den Eltern gekauft und bezahlt,

    allein für die Schulbücher gibt es ein Leihverfahren (quasi mit Miete).

    Fördervariante bedeutet bei den wenigsten Lehrwerken Förderschulniveau im Sinne des Förderschwerpunkts Lernen (diese Hefte heißen meistens irgendwas mit "inklusiv"), sondern eher Differenzierung innerhalb des Grundschullehrplans.

    Das ist bei sehr vielen Lehrwerken wirklich schlecht umgesetzt und nährt noch immer die Vorstellung, alle Schüler:innen könnten dann zur gleichen Zeit am gleichen Inhalt mitarbeiten.

    Das klappt aber nicht, wenn die einen bis 100 und die anderen bis 1 Mio rechen, noch weniger, wenn man individuelle Förderpläne umsetzt und den Kindern die notwendige Zeit einräumt.

    Vielleicht soll das AH eine Grundlage sein, vielleicht etwas, das möglichst jeder erreichen und absolvieren soll, während alles andere dann aus anderen Materialien bestritten wird, es könnte sogar ein Kompromiss oder ein Alibi-Lehrwerk sein, weil man ansonsten sehr frei arbeiten möchte - und darf.

    Für Nds:

    Es ist zunächst die Frage, ob die Hefte über die Fachkonferenz als Lehrwerk eingesetzt sind. Dann ist es ein Beschluss, an den sich die Lehrkraft halten muss. Er gilt für Lehrwerke, es ist aber eine Grauzone, ob auch Arbeitshefte damit einbezogen sind (u.a. wg. Ausleihe der Bücher, aber nicht der AH).

    Wenn das/ein/dein Kind stark von den Leistungen abweicht, in die eine oder andere Richtung, kann man individuelle Absprachen treffen (für das Herausfordern: Springen, Drehtür, andere Materialien anstelle dieser, andere Materialien als Ergänzung, andere Themen als Ergänzung ...) Das sind aber immer individuelle Absprachen, die man in einem Förderplan festhalten kann/sollte - je nachdem, wie gravierend die Differenzierung ist.

    Davon abgesehen bedeutet der Einsatz eines solchen Heftes nicht, dass Anforderungsbereich 2 und 3 im Unterricht nicht beachtet würden. Gerade in diesen Bereichen kann man auf andere Materialien ausweichen oder unabhängig von Arbeitsheften vielfältige Herausforderung einsetzen und ist damit weit flexibler, als mit den Vorgaben eines AH.

    Weil die Lehrkraft Gefahren aktiv abwenden muss,

    dazu gehört für mich auch, dass auf einem quirligen Grundschul-Schulhof, auf dem sonst keine motorisierten Fahrzeuge sind, zumindest in der Pause keine fahren,

    an sich wäre es sogar gut, wenn es gar nicht am Vormittag wäre, da man die Pausenzeiten gerne auch mal verändert, aber dann wäre andererseits der Zugang ständig verwehrt.

    Wenn also die Gefahr zu groß ist, kann ich den einen Handwerker bitten, 10 min zu warten, nach der Pause hat er freie Bahn und kann auch selbst sicher über den Hof fahren.

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