Beiträge von Palim

    Schaffen es die Eltern denn, ihre Kinder passend einzukleiden?

    Nein, schaffen sie leider nicht, wie an vielen anderen Tagen im Schuljahr auch nicht.

    Sagst du den Ausflug in den Wald ab, weil Hänschen ind Lieschen in Sandalen oder Flip-Flops am Bus stehen?

    Wenn es einmal in 3-10 Jahren schneit und der Schnee nicht liegen bleiben wird, wie in unserer Region üblich, komme ich als Lehrkraft auf die Idee, gleich morgens mit der Klasse rauszugehen, Schneemänner zu bauen, zu gleiten, Erfahrungen im Schnee zu sammeln.

    Auch dann sind einige Kinder nicht passend gekleidet, wir kommen dann mit kalten Fingern zurück in die warme Klasse und trocknen die nassen Sachen an der Heizung.

    NDS beschäftigt genau dafür sogenannte Pädagogische Mitarbeiter:innen (PM).

    Offiziell müssen sie 3 Tage vorab informiert werden und halten keinen Unterricht,

    inoffiziell sind viele auf Abruf schnell in der Schule, wodurch sich eine Anspruchshaltung entwickelt,

    ebenso wie hinsichtlich der Vertretungssituation:

    Offiziell soll eine gesunde Lehrkraft der PM den vorbereiteten Unterricht oder etwas anderes für die eigene Klasse überlassen und selbst in die Vertretungs-Klasse gehen.

    Häufig ist es in der Realität auch so, das Parallel-Kolleg:innen oder Fach-Kolleg:innen Material vorbereiten, mit dem die Schüler:innen recht selbstständig arbeiten können.

    Ein Haufen Mehrarbeit, der in einer anhaltenden Vertretungssituation zur Gewohnheit wird, die so nie erreicht werden sollte.

    Nachdem diese Modell in über 20 Jahren nicht mehr nur die Aufsicht während Klassenfahrten anderer Klassen, während Fortbildungen, Arztterminen oder auch Krankheiten war, sondern immer häufiger reguläre Vertretung daraus wurde, ist es an der Zeit, dass öffentlich wird, dass keine Lehrkräfte vorhanden sind, dass die vorhandenen Regelungen mit PM nicht ausreichen und die Schulen immer häufiger in Bedrängnis sind, den Vormittag überhaupt stemmen zu können, weil die Zuweisung an Stunden schon zu Schuljahresbeginn nicht ausreicht, weil alles an Förderung stets gestrichen ist, weil man als Schule irgendwie die zu wenigen Stunden so einsetzt, dass die Kinder beaufsichtigt sind.

    Damit es publik wird und Eltern verstehen, dass gar kein Unterricht stattfindet, dass Vertretung „Aufsicht“ bedeutet, weil nicht-lehrendes Personal eingesetzt wird, dass mehrere Klassen zusammengefasst werden müssen, damit alle zumindest Aufsicht erhalten, ist eine Stunde Betreuung auf dem Schulhof eine gute Möglichkeit.

    Die Alternative ist eine Doppelklasse in einem Klassenraum oder in der Turnhalle oder das Pendeln der Lehrkraft zwischen mehreren Räumen.

    In der Grundschule ist das üblich..

    … und so kommt dann auch bei den Eltern an, dass Unterricht ausfällt und Aufsicht erfolgt.

    Wenn vorne eine annähernd erwachsene Person steht und Aufgaben zur Beschäftigung anleitet, verstehen die Kinder es nicht und zu Hause kommt es entsprechend auch nicht an.

    Ich frage mich nur, warum da so lange alle zugeguckt haben. Mangelnde Transparenz?

    Wer guckt denn zu?

    Bei uns gab es vor vielen Jahren mal Eltern, die sich beschwert haben und ganz viel Transparenz, dass weder Lehrkräfte noch Vertretungskräfte zu finden sind, zumal die SL ja auch nicht einfach so einstellen darf.

    Derzeit? Seit Jahren … (Beitrag ist 7 Jahre alt)

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    Mutterschutz --> keine Vertretungsmittel

    Elternzeit --> Vertretungsmittel

    Wiedereingliederung --> keine Vertretungsmittel

    Langfristige Krankschreibung --> Vertretungsmittel

    Kettenkurzkrankschreibungen --> Oft keine Vertretungsmittel

    Genau das gehört dann aber zu der Antwort, warum die Versorgung entsprechend ist.

    Das Land hält keine entsprechenden Reserven vor, die Lehrkräfte sollen es auffangen.


    Unter diesen Umständen ist dann nur Aufsicht möglich, aber kein Unterricht.

    Wenn es in der Grundschule zu Distanzunterricht kommt, weil selbst ein Aufsichts-Modell nicht mehr ausreicht, kann es dazu führen, dass die Schule besser versorgt wird, kann, muss aber nicht.

    Ich kann mir vorstellen, dass Druck ausgeübt wird, warum Schule X es besser schafft (was ist besser?) als Schule Y, was auch mit Teilzeitquoten etc. zusammenhängt, aber am Ende muss man doch immer sagen: Die personellen Ressourcen geben es nicht her.

    Wenn man nun viele Anmeldungen hat, kann man das Losverfahren nutzen und erhält dann auch ca. 50% aus Leistungsgruppe 1, was eher die Kinder mit der höheren Schulformempfehlung sind

    Losen kann auch bedeuten, dass es mehrere Lostöpfe gibt, jeweils für die Leistungsgruppe oder -wie hier früher- je Notenschnitt.

    Dann werden zwar die SuS ausgelost, die Verteilung auf die Gruppen ist aber vorgegeben.

    wenn's mal nen halben Tag mit der Antwort geht.

    Lernen am Vorbild, Eltern beschweren sich, wenn sie nach 2 Stunden noch keine Antwort erhalten haben.

    Ich bin dazu übergegangen, in solchen Fällen zu äußern, dass ich entweder die Kinder unterrichte oder Elternkommunikation führe, beides gleichzeitig ist mir nicht möglich.

    Wie es wohl wäre, wenn man nachts die Studierenden anschriebe und innerhalb von 2 Stunden Antwort erwarten würde?

    Daran zeigt sich schlussendlich, wer überhaupt wirklich "begabt" ist und wer sich erst mal nur dafür hält.

    Das würde ich anders einschätzen,

    allerdings sitzen bei mir alle und bei dir nur noch die, die sich im Schulsystem über Jahre so angepasst verhalten haben, dass sie zu guten Noten gekommen sind.

    Bei mir sitzen auch Kinder, die könnten, aber aus unterschiedlichen Gründen dann doch nicht zu guten Noten kommen, ergabt sind sie dennoch.

    Es gibt nicht nur Hochleister, die mit Freude die Mathe-Wettbewerbe absolvieren, sondern eben auch solche, die das doof finden … so ähnlich, wie du die Chemie-Olympiade anders einschätzt oder dir da etwas anderes vorstellen kannst.

    Aber das bleibt ein Teil des Problems, individuelle Förderung wird da schwierig, wo es nicht ausreicht, einfach mal eine Aufgabe mehr hinzulegen. Da würde ich mir im System andere Strukturen wünschen, um Schüler:innen von Beginn an anders heranführen zu können.

    In anderen Ländern ist Mathe ja auch im Grundschulstudium generell enthalten,

    Geschichte war bei uns damals Bezugsfach für SU, damit man einen GS+HS-Abschluss erlangen konnte.

    Du könntest noch mal nachhaken, warum es so eingeschätzt wurde (Mathe), um die Anerkennung des Faches zu erreichen.

    Ein Bundeslandwechsel steht für dich wohl nicht zu Debatte?

    Ansonsten steht dir nach der Anerkennung ja die Regelschule offen und an GS wie HS ist es üblich, weitere Fächer zu übernehmen, z.B. DaZ oder dann Deutsch oder auch Mathe.

    Tatsächlich sind aber genau das die Aufgaben, die 15jährige unwahrscheinlich gerne lösen, weil sie so herrlich stumpfsinnig sind, man sie so herrlich auswendig lernen kann und in der Prüfung so herrlich einfach Punkte dafür bekommt.

    Da deckt es sich dann wieder mit der Einschätzung der Schüler:innen. Anspruchsvolle Aufgaben sind bei denen, die alles andere locker bewältigen, gar nicht sonderlich beliebt, wenn es erfordert, dass sie mehr als nur rechnen und ankreuzen sollen.

    Gerade deshalb finde ich Begabtenförderung schwierig, wenn es nicht in Beschäftigung enden soll.

    Du bist also der Meinung, dass Lehrpläne sich nicht ändern und sich nicht an veränderte Gesellschaft anpassen müssen? Das sehe ich anders und nicht nur, weil sich mein Sohn langweilt. Ist vermutlich sein Job als Teenie. Aber wir können doch nicht immer alles so lassen, wie es mal war. Schule muss sich doch ein Stück weit mitverändern.

    Du hast ja ganz konkrete Beispiele vor Augen…

    … aber was ist, wenn man den Unterricht anpasst und die Schüler:innen es dennoch „langweilig“ finden?

    HCL

    Die Unterrichtseinstiege müssen spannend sein

    - es muss einen Ablaufplan geben, der die Kinder wissen lässt was kommt

    Es geht ja genau um das „Abholen“ und darum, wann es hilfreich ist und wann es Erwartungen schürt.

    Unterrichtseinstiege müssen nicht immer ein Feuerwerk sein, es reicht auch, wenn man sagt, was in der Stunde gemacht wird.

    Dabei ist der Mehraufwand gering.

    Mir raubt der Einstieg ansonsten Zeit, die ich im Unterricht dringend für Schüleraktivität benötige. Zudem finde ich, dass man eben auch dahin erzieht, dass Arbeitsphasen 7nd Übungsphasen „arbeiten“ bedeutet, ohne dazu extra animiert zu werden.

    Schöne Einstiege gibt es dort, wo sie wirklich passen, ein Thema eröffnen, entdeckendes Lernen anregen, aber dann sind sie Teil der Stunde und nicht als Spiel oder anderes vorweg gesetzt.

    - einmal pro Stunde eine kleine Bewegungsphase einbauen--> kann/muss aber nicht fachspezifisch sein

    In Klasse 1 braucht es häufige Wechsel, das kann und muss man dann aber reduzieren, um die Arbeitsphasen zu verlängern.

    Die Bewegung gibt es dann nach der Arbeitsphase oder nach der Stunde.

    Die meisten Schulen haben ein Konzept zur Bewegten Pause, haben 3 Stunden Sport im Plan, haben Bewegung am Vormittag integriert.

    Ich erlebe wenige Schüler:innen, die sich nicht bewegen mögen, Sport ist für sehr viele das Lieblingsfach.

    Helfen würde z.B. auch, dass Kinder den Schulweg selbstständig zurücklegen. Aber auch da unternimmt die Schule doch schon Fußgänger-Übungen, Anreizsysteme, Fahrrad-Sicherheitstraining, Fahrradführerschein.

    für gute Schüler müssen sinnstiftende schwierigere Aufgaben zur Verfügung stehen

    Sehe ich auch so. Dann müssten diese Schüler:innen aber entsprechend selbstständig arbeiten können, sonst ist es sehr schwierig, gute Aufgaben hinlegen zu können.

    Für schwache Schüler:innen muss man aber auch sinnstiftende leichte Aufgaben zur Verfügung haben und für die noch schwächeren auch.

    Spätestens da ist der Mehraufwand immens und wird weder gesehen noch gewürdigt bzw. anerkannt.

    Und spätestens da bräuchte es dringend eine helfende zweite Person im Raum, die auch koordiniert, organisiert, anleitet, Ergebnisse sichtet.

    Heute stimmt man sich erst tagelang ab, um mal ein Treff für 2-3 Stunden organisieren zu können.

    Um dann auch unter Beobachtung und Anleitung zu spielen.

    Das freie Spiel, das Ausprobieren und die wirkliche Langeweile, die einen dann kreativ werden lässt, fällt weg.

    Viele Kinder gebrauchen „langweilig“ für „keine Lust“, sie kennen Langeweile gar nicht und fassen die Bedeutung ganz anders.

    Meiner Meinung nach entsteht durch die Dauerbetreuung zudem,

    - dass die Kinder immer sofortige Hilfe erwarten, sobald sie nur hochschauen und etwas nicht selbst machen möchten,

    - dass sie immer direkte individuelle Ansprache erwarten und nicht warten können (weit weniger als früher),

    - dass sie nichts selbst entscheiden, sehr unsicher sind und immer die Rückversicherung einer erwachsenen Person suchen, die ihr Handeln bestimmt und begleitet. Das führt dann womöglich auch dazu, dass die Gruppen-Erklärung nicht ausreicht, sondern diese Kinder bei jeder Aufgabe an die Hand genommen werden möchten und von der Lehrkraft einzeln betreut werden wollen. Und es führt zur Aussage, dass die Lehrkraft nicht erklären und nicht helfen würde, wenn sie die Einzelbetreuung untersagt und erwartet, dass Kinder bei der allgemeinen Erklärung zuhören, Aufgaben lesen (was?) und sich selbst organisieren.

    Das betrifft die Dauerbehüteten, dagegen stehen die, die wenig Anreize und kaum Aufmerksamkeit bekommen haben, die sich selbst überlassen sind.

    Wenn es möglich wäre, würde die zugewandte Aufmerksamkeit geteilt werden, die Dauerbehüteten hätten auch mal Freiraum, die anderen hätten auch mal jemanden, der sich ihnen zuwendet, zuhört, antwortet und etwas zeigt.

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