Auch hier muss inkludiert werden, müssen die unterschiedlichsten Niveaus beachtet und integriert werden, es gibt keine Lobby und die Eltern interessieren sich nicht.
Ich sehe da tatsächlich den hier so oft betonten Unterschied zu den GS wirklich nicht.
Sehe ich ähnlich. In NDS gibt es die Deklarierung von GL-Schulen nicht, da ist jede Schule inklusiv.
Schwerpunkte an Schulen mit mehr Schülern besonderer Bedarfe ergeben sich aus anderen Gründen.
Die Schullandschaft sieht vor, dass Kinder mit dem Schwerpunkt GE dann auch zur GE-Förderschule wechseln können, alle anderen verteilen sich auf die Schulen.
Ich bin ohnehin der Meinung, dass die Schulen, die sich um diese Aufgaben kümmern dürfen/müssen/wollen, hierfür auch Unterstützung und Ausstattung benötigen. "Gibt es nicht" ist da keine Lösung, man kann Kinder und Jugendliche nicht sich selbst überlassen, das rächt sich.
In der SEK II z.B. brauche ich wirklich
keinen Schnickschnack, im Gegenteil: ich bin froh, wenn wir die unschnickschackhaften Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens hinbekommen.
Was ist denn"Schnickschnack"?
Wann ist es nice-to-have, weil es hübsch aussehen soll, und wann ist es sinnvoll für die Gestaltung und Organisation des Unterrichts?
Ich will ja in der Regel gar keinen Schnickschnack, ich betrachte das, was ich gerne hätte, nicht als solchen, es sei denn, alles außer Schulbuch und s-w-Kopie wäre Schnickschnack.
Vieles brauche ich tatsächlich für die Organisation der Differenzierung, z.B. Hängeregister/Fächermappen, Folienschläuche für AB, Stehsammler für Karteikarten, Klammern/Klemmen/Schachteln/Briefumschläge/Gummiringe für Legematerialien und dann Aufbewahrung für diese sortierten Materialien.
Anderes brauche ich zum Differenzieren selbst. Klar, das geht auch allein mit Arbeitsblättern. Bestimmt. (je mehr ich drüber nachdenke: es geht nicht ohne)
Aber es geht weit besser mit Materialien zum Anfassen,
... ich brauche z.B. in Mathe ständig Plättchen, eine Art Spiele-Chips, da sind welche gekauft, andere geschenkt, quasi ein Abfall-Produkt, das aber im Unterricht sehr nützlich ist. Andere Schulen haben Steckwürfel oder anderes Material, ich brauche es lose, nicht befestigt wie im Rechenschieber, weil es mir dann nützlicher für verschiedene Rechenwege ist. Wie das früher gemacht wurde? Man hat Naturmaterialien genommen.
... ich brauche ständig Legematerial für Buchstaben/Silben/Wörter, davon sind die meisten selbst hergestellt. Ich wüsste nicht einmal, wo es das am Markt überhaupt gibt. Wie das früher gemacht wurde? Gar nicht? Man hat einfach immer und immer wieder die Buchstaben schreiben lassen, auf Schiefertafeln, und wer es dann konnte, durfte eine Sitzreihe weiter hinten sitzen.
... ich brauche häufig Wimmelbilder, davon sind welche kostenlos aus dem Internet, andere hat die Schule vor zig Jahren für die Sprachförderung im Kindergarten gekauft. Wie das früher gemacht wurde? Weiß ich nicht. Es gab eine Bildertafel oder ein Buch, man hat Bilder auf die Tafel gezeichnet oder gezeigt oder die Kinder irgendwie zum Sprechen animiert.
... ich brauche häufig andere kleine Spiele, inzwischen würde sie die Schule kaufen - war aber vor Jahren anders. Wie das früher gemacht wurde? Spielen war nicht so angesagt in der Schule, man beachtet aber heute, dass man darüber einiges besser vermitteln kann und einige Kinder gut erreicht. Wo der Fußball für die Pause herkam, weiß ich nicht, aber die letzten 25 Jahre hat ihn bei uns zumindest die Schule gekauft und gespendet bekommen (Ein sehr klassisches Beispiel, dass bestimmte Kosten einen sehr hohen Nutzen haben.)
Zur Frage nach der SekI:
Bei einigen dieser Sachen kann ich mir vorstellen, dass man damit auch Jugendliche noch erreichen kann, bei vielen anderen Sachen denke ich, dass sie eine andere Ansprache benötigen, dass man sie eher auf einer Meta-Ebene erreichen kann, was in der GS oft gar nicht geht, da geht es weit mehr um das Ausprobieren.
Das wird man auch in der SekI benötigen, wenn Seiteneinsteiger (gemeint sind Kinder, die von außen ins Schulsystem kommen) weder lesen noch rechnen können und keinerlei Schulerfahrung mitbringen. Dafür bräuchten SekI-Schulen auch Personal, das sich einarbeiten kann.
Bei uns hat sich in den letzten Jahren ein bisschen was verändert. Ich überlege, woran es lag: neue Generation an Lehrkräften, andere SL, Politiker und Verwaltungskräfte, die selbst Kinder im KiGa/GS-Alter haben, anderer Kämmerer, die Einsicht, dass das Sparverhalten der letzten Jahre so nicht länger zu halten ist.
Ganz sicher hat Antimon damit recht, dass man deutlicher auftreten muss, ich weiß aber, dass man beim alten Kämmerer damit genau das Gegenteil erreicht hat.