Die Schule bekommt nach Schüler- und Klassenzahl eine gewisse Anzahl Lehrerwochenstunden und damit Stellen.
Das Land hat eine gewisse Anzahl X an Schulen, es muss diese mit Stunden versorgen, die a) die Pflichtstunden abdecken, b) die Zusatzbedarfe bedienen und c) zudem auch die Stunden, die in Seminare/ Entlastungen etc. gehen, zur Verfügung stellen.
Die Schule selbst hat alljährlich eine wechselnde Anzahl an Stunden, weil sich
a) die Pflichtstunden ändern können, wenn es zu einer Änderung in der Anzahl der Klassen kommt, in einer Änderung der Stundentafel,
b) die Zusatzbedarfe ändern können, weil diese jedes Jahr neu beantragt werden müssen,
c) sich die Entlastungen etc. verändern können.
Diese Stunden müssen durch Lehrkräfte übernommen werden, die in wechselnden Teilzeiten oder auch Vollzeit arbeiten, die auch langfristig ausfallen können, die in Mutterschutz/ Elternzeit gehen, die Angehörige pflegen, die ein Sabbatjahr nutzen möchten oder oder oder.
Diese Flexibilität wird man einplanen müssen und sollte sie über eine entsprechende Reserve abdecken, man wird ja statistische Werte haben, wie viele Lehrkräfte im Schnitt (langzeit-)erkranken, schwanger werden/ in Elternzeit gehen und aus familiären Gründen reduzieren.
Damit man die Stunden an einer Schule abdecken kann, gibt es dort zwar Stellen, immer aber auch die Möglichkeit, einen Ausgleich über Abordnungen/ Versetzungen zu schaffen, zudem kurzfristige Vertretungen und selbst Referendar:innen, die auf die Versorgung angerechnet werden.
Wenn nun plötzlich alle Lehrkräfte in Vollzeit arbeiten wollten, wäre das womöglich ein großer Überhang, von diesem ist aber seit 10-15 Jahren gar nichts zu sehen, andernfalls hätte das Land ja eine Menge Lehrkräfte, die es über Abordnungen an den Schulen des Landes verteilen könnte, um zu einem einigermaßen ausgeglichenen Bild zu kommen, und die Schulen hätten ausreichend Reserven, um alle Pflichtstunden problemlos zu besetzen und die zusätzlichen Anforderungen und Zusatzbedarfe auffangen zu können.
Zudem könnte das Land endlich die notwendigen Entlastungen umsetzen, die mangels Lehrkräften und Einstellungen immer wieder aufgeschoben werden.
Wenn die Kollegin nach den Sommerferien plötzlich mit 100% arbeiten wollte, müsste sie das mit einem halben Jahr Vorlauf beantragen. Derzeit würde der Dezernent haber "juchu!" schreien, die Versorgung der Schule angleichen und die Abordnungsverfügung an diese Schue schicken. Ob dann diese Kollegin oder eine andere in die Abordnung geht, steht auf einem anderen Blatt, entlassen würde keiner, stimmt.
Das liegt aber daran, dass die grundlegende Versorgung seit Jahren nicht stimmt, und nicht nur Spitzen durch Vertretungen aufgefangen werden, sondern Schulen schon zu Beginn des Jahres mit einer Unterversorgung zu rechnen haben.