Beiträge von Humblebee

    Die ebenfalls erwähnte Abendschule läuft bei uns in RLP übrigens schlicht und einfach an stinknormalen berufsbildenden Schulen neben dem "Morgenunterricht". Das hat noch VIEL weniger Potential zu etwas, was auch nur annähernd einem Ausstieg gleich kommt

    Kurze Nachfrage: Gibt es in RLP tatsächlich (nur) an den BBS die Möglichkeit, das Abitur nachzuholen?

    Hier in meinem Wohnort gibt es für Erwachsene, die auf dem zweiten Bildungsweg ihr Abi oder die FHR machen wollen, zum einen - für Berufstätige - ein "Abendgymnasium", zum anderen - für Nicht-Berufstätige - ein "Kolleg" mit Tagesunterricht. Diese Schule befinden sich beide im selben Gebäude, sind aber nicht Teil einer BBS.

    Diese Schulformen sind auch recht gut besucht, da es in NDS so etwas wie ein "Weiterbildungskolleg" nicht gibt. Hier stirbt eher der Bildungsgang "Berufsoberschule" an den BBS aus. Davon gibt es mittlerweile meines Wissens nur noch zwei oder drei in ganz NDS.

    Das mag einige überraschen, aber Schwerbehinderungen (also das Vorhandensein, nicht das Wissen welche), Schwangerschaften und so einiges andere wissen Stundenplaner oder Vertretungsplaner. Wir sind schließlich an der Unterrichtsverteilung beteiligt oder tragen sie ein und Deputatsermäßigungen wegen Schwerbehinderung, Altersermäßigung (genaues Geburtsdatum),... liegen uns vor. Ebenso erfahren wir sofort wer schwanger ist (keine Mehrarbeit, muss keine Pausenaufsichten machen,..).

    Warum sollte das jemanden überraschen? Ich denke, das ist allen klar.

    In einem extrem kleinen Kollegium wie meinem fällt es natürlich sofort auf, wenn eine Kollegin vor und nach jedem Urlaub (Ferien haben wir nicht) zuverlässig je eine Woche krank ist. Das ist übrigens nicht übertrieben. Die Dame hatte immer dann frei, wenn sie es für richtig hielt. Sollen doch die anderen ihren Urlaub absprechen, damit der Betrieb weiterlaufen kann, was geht mich das an...

    Wie gesagt: Falls es bei uns KuK geben sollte, die sich ähnlich verhalten, bekommt es außerhalb der Vertretungsplanung vermutlich kaum jemand mit. Wir haben ja fast 150 KuK, verteilt auf fünf Abteilungen und sechs Gebäude/Gebäudeteile.

    Neulich war ich bspw. überrascht, als mir eine Deutschkollegin erzählte, dass eine andere Deutschkollegin, die ich nie in unserem Lehrerzimmer treffe, weil sie ausschließlich in zwei anderen Abteilungen unserer Schule eingesetzt ist (sie hat eine andere berufliche Fachrichtung als ich), zum Ende der Sommerferien einen Unfall gehabt habe und dadurch den kompletten September lang krankgeschrieben gewesen sei. Ich mag die betreffende/betroffene Kollegin und es war mir unangenehm, dass ich ihr Fehlen nicht bemerkt hatte. Aber da ich sie höchstens auf der Gesamtdienstbesprechung am vorletzten Ferientag hätte vermissen können (was aber aufgrund der Vielzahl der Teilnehmer*innen nicht der Fall war), hätte ich ihren "Ausfall" wirklich nicht bemerkt, wenn die andere Kollegin mir nicht davon zufällig berichtet hättte. Das finde ich eigentlich sehr traurig!

    Das ist aber ein entscheidender Unterschied. Wenn du damit befasst wärst, würden dir solche Muster unweigerlich viel, viel schneller auffallen als mit dem "normalen" Kollegenblick. Dazu kommt, dass Vertretungsplaner*innen meist überdurchschnittlich analytisch denkend mit besonderer Fähigkeit zur Mustererkennung sind (keine Ahnung, ob das nun genau ausdrückt, was ich sagen will, aber ihr versteht hoffentlich, was ich meine), weil das ja zu den wichtigsten Grundkompetenzen in dieser Funktion gehört. Es bedeutet aber nicht, dass die Vertretungsplaner*innen absichtlich die Fehlzeiten auf diese Art analysieren würden. Es fällt einfach als Nebenprodukt auf, könnte man sagen.

    Mag sein.

    Ich wollte nur ausdrücken, dass die hier als "Fakt" hingestellten Aussagen, jede/r hier kenne "solche" KuK und es gebe niemanden, der/die nicht schon mal die Erkrankung einer Kollegin/eines Kollegen angezweifelt habe, auf mich definitiv nicht zutreffen. Eben weil ich darauf im Schulalltag als "normale" Kollegin einfach nicht achte und mich das auch nicht interessiert (und m. E. auch nichts angeht).

    P. S.: Wahrscheinlich hängt das auch mit der Größe des Kollegiums zusammen. Mir fällt oftmals überhaupt nicht auf, wenn ein/e Kollegin/Kollege nicht da ist; es sei denn, ich muss die-/denjenigen vertreten oder meine eigene Klasse ist von diesem Fehlen betroffen.

    Believe it or not: Ich habe in all den Jahren noch nie darauf geachtet, wann welche/r Kollegin/Kollege fehlt oder ob XY nun an einer Konferenz teilnimmt oder nicht. Ich bin aber auch nicht in der Vertretungsplanung tätig.

    Ich glaube, es gibt keinen, aber wirklich keinen Arbeitnehmer, der nicht schon an das ein oder andere Mal eine Erkrankung eines Kollegen (zumindest in Teilen) angezweifelt hat.

    Doch, denn ich achte auf so etwas im Kollegium wirklich nicht. Von daher zweifle ich auch keine Erkrankungen an. Zumal ich ja gar nicht weiß, ob jemand nicht da ist, weil sie/er selber oder ein Kind erkrankt ist oder aus sonst irgendeinem Grund nicht anwesend ist. Und - wie gesagt - das interessiert mich auch überhaupt nicht.

    Humblebee : Ich hatte zumindest noch nie einen in der Hand und hab auch noch nie davon gehört :doc:

    Du meinst jetzt Schülerausweise, oder? Ich bezog mich auf Ausdrucke - gennant "Schulbescheinigungen" -, die die SuS unserer Schule und meines Wissens auch der allgemeinbildenden Schulen hier in der Region zu Schuljahresbeginn erhalten. Da steht einfach nur drauf, dass XY vom 01.08.202x bis 31.07.202y Schüler*in der Klasse XYZ an der Sonstwas-Schule ist.

    Aber vielleicht gibt es die an Grundschulen auch hier nicht automatisch sondern nur auf Nachfrage. Werde mal - wenn ich dran denke - eine befreundete GS-Lehrerin hier aus der Stadt fragen :) .

    Mir persönlich ist keine GS bekannt, die Schülerausweise hat, aber eine Bestätigung, dass das Kind dorthin geht, kann man sich ja schnell ausfüllen lassen.

    Aber wozu?

    Kurze Zwischenfrage: Bekommen eure SuS denn keine Schulbescheinigungen? Die benötigt man als Erziehungsberechtigte/r hier z. B. zur Vorlage bei Ämtern oder zum Nachweis, dass man berechtigt ist, eine Verminderung der Leihgebühr für die Schulbuchausleihe in Anspruch zu nehmen (bei drei oder mehr schulpflichtigen Kindern; Nachweise/Schulbescheinigungen müssen dann in den jeweiligen Schulen vorgelegt werden).

    Das, was mich hier so stört, ist der moralische Zeigefinger, dass Teilzeitarbeit einfach nicht anerkannt wird und dass hier oft so verächtlich heruntergeguckt wird und ständig pauschalisiert wird, dass Teilzeitkräfte ständig Sonderwünsche hätten und ständig fehlen würden.

    Dem ist nicht so.

    Nein und meiner Meinung nach hat das hier auch niemand behauptet.

    wenn die Teilzeitlehrerin sich kindkrank meldet, müssen vielleicht mal 2 Stunden vertreten werden (Oberstufe z.B. wird bei uns gar nicht vertreten und mehr als 4 Stunden hat man sowieso nicht).

    Nur mal so am Rande: Das ist vermutlich schulspezifisch oder schulformspezifisch. An meiner BBS haben TZ-Lehrkräfte - auch einige, die nur 10 oder 12 Stunden oder noch weniger unterrichten - durchaus Schultage mit sechs oder acht Unterrichtsstunden, sind aber dann nur zwei oder drei Tage in der Schule. Eine Kollegin, die im Sommer aus der Elternzeit zurückkam, unterrichtet ihre acht Unterrichtsstunden sogar derzeit alle an einem Wochentag (auf eigenen Wunsch!).

    Ich habe es mal “gewagt” mir in der Lehrerküche eine Kopfschmerztablette zu gönnen und wurde daraufhin vor allen zurecht gewiesen, dass ich mich nicht professionell verhalten würde. :angst:

    Es ging übrigens nicht um die Tatsache, dass ich trotz Kopfschmerzen anwesend war sondern nur darum, dass ich es gewagt hatte mir anmerken zu lassen, dass es mir nicht gut ging. Tja…

    Als unser Abteilungsleiter/Koordinator mal mitbekam, dass ich mir wegen Zahnschmerzen schon zwei Schmerztabletten "eingeworfen" hatte, hat er mich direkt nach Hause bzw. zum Zahnarzt geschickt mti den Worten "So kannst du doch keinen Unterricht mehr machen!". Da war ich mal wieder froh um meine "Bullerbü"-Schule...

    Fortbildungstage z.B. sind bei uns auch nicht reduziert, Elternsprechtage (bzw. Anwesenheitszeit) auch nicht (obwohl weniger Klassen), Klassenleitungen auch nicht.

    Zu den Gesamtkonferenzen und zu den Konfenzen der Abteilung, der man zugeordnet ist, müssen bei uns auch die TZ-Kräfte (die mind. 50% reduziert haben) erscheinen, zu den schulinternen Fortbildungsnachmittagen (die wir allerdings max. einmal pro Schuljahr haben) ebenfalls. Klassenleitungen übernehmen diese TZ-KuK aber i. d. R. nicht und beim Elternsprechtag (findet auch nur einmal jährlich statt) brauchen sie nur zwei statt vier Stunden anwesend zu sein. Zudem ist bei uns jede Lehrkraft zwei "Teams" (einem Bildungsgang- und einem Fachteam) zugeordnet, die TZ-Kräfte nur einem; daher nehmen sie dann natürlich auch nur an den vierteljährlich stattfindenen Teamsitzungen eines Teams teil.

    Das ist bei allen familienfreundlichen Regelungen im Schuldienst tatsächlich etwas, was mich wirklich nervt...

    Die Männer sind in ihren Firmenjobs immer unabkömmlich. Die Kolleginnen müssen gefühlt immer alles machen und benötigen maximale Flexibilität und maximales Entgegenkommen seitens der Schule. So gut ich die Regelungen zur Familienfreundlichkeit auch finde. Da ist etwas in Schieflage.

    Ich kenne einige - zugeben: wenige - Familienväter, die in der "freien Wirtschaft" in Teilzeit tätig sind.

    Und ich muss sagen, für mich persönlich fallen die vier Stunden, die ich reduziert habe, schon positiv auf. Einfach schon aus dem Grund, dass ich diese zwei Doppelstunden nicht vor- und nachbereiten muss.

    Ich habe aber keine Familie, um die ich mich kümmern muss.

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