Beiträge von Humblebee

    ist ein bisschen OT, aber uns ist neulich aufgefallen, dass im Vergleich mit den Novembern der letzten Jahre, in diesem Corona-November viel weniger KollegInnen und SchülerInnen fehlen. (wegen Masken und Lüften ist Risikogruppe 1 bei uns per Definition ausgeschlossen, so dass Corona selbst nicht für Fehlen sorgt.) Unser Vertretungsplan ist quasi nicht mehr existent und mit Vertretungen kann ich mir dieses Jahr wohl kein Weihnachtsgeld dazuverdienen. Ich führe das auf weniger Stress wegen ausfallender Extratermine, Maskentragen und "ich bleib einfach mal zu Hause, wenn ich erkältet bin" zurück. (Will damit nicht sagen, dass kalte Klassenzimmer angenehm sind, nur, dass die Erkältungen deswegen wohl zu vernachlässigen sind.)

    Ui! Bei uns ist bei den SuS ist der Krankenstand sogar höher als sonst (aber nicht aufgrund von Coronafällen, sondern wegen Erkältungen - mit denen man ja auf jeden Fall daheim bleiben soll - und anderer Erkrankungen) und es sind auch immer mal wieder KuK (oder deren Kinder) krank. Der Vertretungsplan ist nicht weniger "voll" als sonst.

    Ich selbst war in diesem Schuljahr auch schon dreimal krank (Migräne, Magen-Darm-Infekt und Erkältung).

    Sinnvoll wäre, zumindest bei den Schülern, die älter als 14 Jahre sind, bis 31. März 2021 komplett auf digitalen Unterricht umzustellen. Alles andere ist Flickschusterei, weil immer wieder Lehrer und Schüler in Quarantäne sind.

    Das ist aber nicht an jeder Schule so. Also bitte nicht pauschalisieren! Wir hatten seit Beginn der "Corona-Krise" nur zwei Kollegen in Quarantäne und bei den SuS sind es auch nicht viele (derzeit bei über 1500 SuS nur zwei Corona-positiv getestete SuS und 16 in Qurantäne).

    Für viele - wenn nicht sogar die allermeisten - meiner SuS wäre ein erfolgreicher Abschluss definitiv nicht erreichbar, wenn sie nun über vier Monate lang nur digitalen Unterricht hätten. Ohne Präsenzunterricht, der m. E. auch im Wechselmodell möglich wäre, wären sehr viele meiner SuS "verloren".

    Sorry, aber ich verstehe die Frage nicht wirklich. Was meinst du mit "abklären"?

    Wenn ich das Gefühl habe, dass ich den Schultag nicht "packen" werde (weil ich z. B. starke Kopf- oder Halsschmerzen habe, ziemlich erkältet oder heiser bin, Magen-Darm-Probleme habe,...), melde ich mich krank. An solchen Tagen schleppe ich mich garantiert nicht zur Schule, denn damit würde ich weder mir selbst noch meinen SuS, die ich dann eh nicht vernünftig unterrichten könnte, einen Gefallen tun.

    EDIT: Und wenn's mir sehr schlecht geht, gehe ich selbstverständlich zum Arzt.

    Weil Kollegen noch verfrorener sind als Schüler (und ich mich ggü. Schülern besser durchsetzen kann).

    Meine KuK nicht! Eher im Gegenteil: In der letzten Zeit ist es bei uns im Lehrerzimmer manchmal kälter als in den Klassenräumen, weil irgendwer mehrere Fenster aufmacht und dann in den Unterricht geht. Kommt man dann in der nächsten Pause ins Lehrerzimmer, ist es dort ganz schön kühl...

    In NRW ist die Teilnahme an Klassenarbeiten jedenfalls Pflicht, da gibt es keine Ausnahmeregelung.

    Im niedersächsischen Leitfaden "Schulen in Corona-Zeiten - Update" für die berufsbildenden Schulen (Stand 13.11.20) heißt es:

    "Leistungsfeststellungen in Form von Klassenarbeiten oder Klausuren finden in der Regel im Präsenzunterricht statt, können aber ebenfalls auf im Distanzunterricht erworbenen oder weiterentwickelten Kompetenzen aufbauen.

    Bei entsprechenden technischen Voraussetzungen ist es möglich, schriftliche Leistungen im Distanzunterricht zu erbringen, wenn die Lernenden individuelle Erklärungen zur eigenständigen Erbringung der Leistungen unterschrieben haben. Zusätzlich sollte die schriftliche Bearbeitung der Aufgaben-, Frage- bzw. Problemstellungen mittels Kamera einsehbar sein und das Ergebnis muss unmittelbar eingescannt und an die Lehrkraft versandt werden."

    Ich weiß allerdings nicht, ob dasselbe auch für allgemeinbildende Schulen gilt und an welcher Schulform du FrauTeacherin nun eigentlich tätig bist, da du "Sek I" wie auch "FOS" und "BFS" in deinem Profil angegeben hast.

    An meiner Schule wurden schon SuS, die vom Präsenzunterricht als Risikopatient*innen freigestellt sind, sowohl nachmittags zum "Nachschreiben" von Klassenarbeiten einbestellt als auch per Kamera dazugeschaltet.

    An welcher Oberschule in Niedersachsen ist das denn umgesetzt?

    Von Bekannten weiß ich, dass es an der OBS in Garrel im Landkreis Cloppenburg schon seit einigen Jahren einen gymnasialen Zweig gibt.

    Gemäß dieser Liste https://www.landesschulbehoerde-niedersachsen.de/service/schulen/oberschulen/ haben aber noch zehn andere niedersächsische Oberschulen ein gymnasiales Angebot (was - gemessen an der Gesamtzahl der OBSn - aber nicht wirklich viele sind; ich meine aber, diese Liste ist nicht vollständig, denn ich kenne weitere Oberschulen, die dort nicht aufgeführt sind)

    Aber ansonsten gebe ich dir recht: die meisten SuS wechseln nach Klasse 10 eher an die BBS um dort im BG ihr Abi zu machen.

    Humblebee

    Ich unterrichte ja im zweiten Bildungsweg, nicht am Regelgymnasium. Ich vermute, dass unsere Schüler mit Fachabi das Fachabi am Berufskolleg in einem zweijährigen Bildungsgang absolviert haben, ohne konkretes Ziel und dann merken, dass das, was sie möchten, doch nur mit Vollabi studierbar ist. Dann kommen sie zu uns.

    Entschuldige bitte, ich hatte nicht mehr daran gedacht, dass du ja gar nicht im allgemeinbildenden Schulsystem tätig bist!

    Wie gesagt, mir ist kein Fall bekannt, wo ein/e Fachabiturient/in nach Erwerb der Fachhochschulreife bei uns noch irgendwo das "normale" Abi nachgeholt hat. Aber ich bekomme natürlich i. d. R. auch nicht mit, was aus unseren ehemaligen SuS wird (von SuS aus meiner eigenen Klasse mal abgesehen, da hört man immer mal wieder von dem einen oder der anderen).

    state_of_Trance : Ok, dann scheint es bei euch mit dem Fachabi tatsächlich einfacher zu sein als bei uns. Ich würde mal behaupten, dass ca. 25-35% unserer SuS, die in der FOS 12 starten, ihr Fachabi nicht schaffen oder aber schon im Laufe des Schuljahres abbrechen. Ich muss dazu sagen, dass - zumindest an unserer Schule - diese Schulform, die explizit zur Fachhochschulreife führt (also die FOS 12), zunehmend weniger gefragt ist, d. h. die SuS-Zahlen sinken in den letzten Jahren. In der FOS Wirtschaft Kl. 12 hatten wir bspw. vor einigen Jahren noch zwei Klassen mit 24/25 SuS pro Klasse, dieses Jahr sind es 18 in der einen und 14 in der anderen Klasse (dort haben seit Schuljahresbeginn schon 3 SuS das Handtuch geworfen). Unsere FOS Technik steht kurz vor dem "Einstampfen", weil es sowohl für die Klasse 11 als auch die 12 kaum noch Bewerber*innen gibt (derzeit haben wir in beiden Jahrgängen nur noch 14 SuS). Einzig die FOS Sozialpädagogik besuchen momentan noch über 20 SuS.

    Ich finde es übrigens interessant, dass ihr so viele SuS des BK habt, die nach Erreichen des Fachabis noch zu euch ans Gymnasium kommen! Das habe ich von unseren Absolventen*innen der FOS 12 noch nie gehört (also dass sie im Anschluss wieder an eine allgemeinbildende Schule wechseln oder auch auf's BG). Ich verstehe auch die Intention dahinter nicht. Wenn jemand sein Fachabi macht, plant er doch normalerweise ein Studium an einer Fachhochschule oder ein "einschlägiges" Studium an der Uni, oder? (Wobei mittlerweile etwa die Hälfte unserer Absolvent*innen der FOS 12 im Anschluss eine Ausbildung machen und gar nicht ins Studium gehen). Warum wechseln diese SuS bei euch denn nicht gleich nach der 10. Klasse Realschule in die 11. des Gymnasiums und gehen stattdessen noch ins BK?

    Nein, die kenne ich leider nicht. Aber was deine Beschreibung von news4teachers angeht, kann ich nur zustimmen! Ich habe dort immer mal wieder "reingelesen", weil ich ab und an auch auf der "4teachers"-Seite stöbere, aber als sehr informativ empfinde ich diese Seite nicht. "Lehrer-Bild-Zeitung" trifft es gut ;) !

    @Lehramtsstudent : Die wenigsten SuS sind mehrere Jahre bei uns, da wir - abgesehen vom BG (Klasse 11-13), den zweijährigen Fachschulen und Berufsfachschulen und natürlich den Berufsschulklassen des dualen Systems - fast nur einjährige Bildungsgänge haben. Die SuS, die sich bei uns bewerben, werden angenommen, wenn sie die formalen Voraussetzungen erfüllen (z. B. den erweiterten Sekundarabschluss I erreicht haben um das BG zu besuchen); Beratungsgespräche können wir unmöglich mit allen Bewerber*innen führen.

    Zu "Zeitverschwendung" und "persönlicher Enttäuschung": Ich gebe zu bedenken, dass bei uns auch viele SuS zur Schule gehen, um ihre Schulpflicht zu erfüllen und/oder weil sie keinen Ausbildungsplatz bekommen haben. Bei diesen SuS ist die Motivation auf einen erfolgreichen Abschluss des jeweiligen Bildungsgangs hinzuarbeiten meist von Schuljahresanfang relativ gering.

    Einen Bildungsgang mit niedrigeren Anforderungen zu besuchen, ist oftmals nicht möglich. Beispiel: Wer einen einigermaßen guten Hauptschulabschluss vorweist, kann nicht in die Berufseinstiegsschule aufgenommen werden, weil diese nur für SuS mit schlechtem oder ohne Hauptschulabschluss vorgesehen ist. Trotzdem "packen" dann doch recht viele SuS die einjährige Berufsfachschule nicht.

    Also, an unserer BBS bekommt man seinen Schulabschluss "geschenkt" (aka: mit sehr viel pädagogischem Wirken ermöglicht).

    Puh, das finde ich heftig! Bei uns bekommt man seinen Schulabschluss nicht "geschenkt", würde ich mal behaupten, denn wir haben in vielen Bildungsgängen recht hohe "Durchfallquoten" (d. h. es verlassen relativ viele SuS mit einem Abgangszeugnis unsere Schule). Auch vom beruflichen Gymnasium gehen nicht gerade wenige SuS nach der 11. oder 12. Klasse wieder ab, die dann doch merken, dass es bei uns nicht so einfach ist, wie sie gedacht hatten (oder sie merken das spätestens, wenn sie ihr Abi nicht bestehen). Und auch bei den Berufsschüler*innen bestehen immer wieder eine ganze Reihe von SuS ihre IHK- oder Handwerkskammerprüfung nicht.

    Holzauge sei wachsam! Brennpunktgesamtschulen muss man mögen, da bist du mehr Sozialarbeiter als Lehrer. Außerdem habe Gesamtschulen deutlich ausgedehntere Arbeitszeiten.

    Vielleicht BK?

    Auch an einer beruflichen Schule/BK ist man in vielen Bildungsgängen mehr "Sozialarbeiter*in" als Lehrkraft, eben je nach Bildungsgang und SuS-Klientel.

    Und warum es gerade an einer beruflichen Schule keine "ausgedehnteren Arbeitszeiten" geben soll, musst du mir bitte mal erklären! An meiner BBS ist "nur" von der 1. bis zur 10. Stunde Unterricht (letztere endet um 17 Uhr), aber viele beruflichen Schulen haben auch Abendunterricht.

    Karl-Dieter : Wenn jemand - so wie Susannea - mit ihrer Angestelltenstelle zufrieden ist, warum musst du dagegen "anreden"? Sie wird doch selbst wissen, ob es ihr gefällt, oder nicht, und da sie ganz klar sagt, dass sie nicht verbeamtet werden wollen würde (tolle Satzkonstruktion!), steht es dir m. E. in keiner Weise zu, darüber zu urteilen.

Werbung