aber vielleicht kommt man mit älterem Klientel nervlich besser durch den Alltag
Das kommt aber auch auf den Bildungsgang an. Die 29 SuS, die ich dieses Schuljahr in meiner Berufsfachschule Wirtschaft habe (davon vier mit Realschul-, der Rest mit Hauptschulabschluss aus der 9. oder 10. Klasse Hauptschule), sind schlimmer als ein Sack Flöhe... Da ist selten mal komplette Ruhe und dementsprechend ist der Unterricht nicht gerade "chillig". Ähnlich geht es in den Klassen der Berufsvorbereitung (heißt bei uns "Berufseinstiegsschule") - also SuS mit gar keinem oder schlechtem Hauptschulabschluss - zu. Die Klientel in anderen Klassen, z. B. den meisten Berufsschulklassen, der Fachoberschule, dem beruflichen Gymnasium ist aber durchaus weniger "verhaltensoriginell".
Es ist also zum einen von Schuljahr zu Schuljahr unterschiedlich, zum anderen wirklich abhängig vom Bildungsgang, wie sich die Klassen verhalten und ob man sie alleine lassen kann oder ihnen einen längeren Arbeitsauftrag zum Selbststudium geben kann.
Der andere meinte, dass er meistens nur 30 Minuten statt 45 unterrichtet um im Lehrerzimmer zu chillen
Ich frage mich, was denn dann die SuS in der Zwischenzeit machen? Entlässt er sie einfach früher nach Hause bzw. in die Pause? Oder sind sie die ganze Zeit unbeaufsichtigt? Und wie schafft er seinen "Unterrichtsstoff"? Es gibt ja auch an BBSn Rahmenlehrpläne, an die wir uns zu halten haben.
Unsere Schulleitung würde uns (zurecht!) "rund machen", wenn wir dauernd den Unterricht früher beenden würden, gerade jetzt zu Coronazeiten!