Es war von Syrischen Imbissen die Rede und von "Asiaten", die Nagelstudios betreiben. Also eher prekäre Jobs. Aber Kris24 wollte, so vermute ich, von gelungener Integration erzählen und dass Ungelernte auch Ausbildungen absolvieren, wenn man sie lässt.
Es sind alles Selbstständige und die Syrer kamen als Erwachsene erst vor wenigen Jahren (Vorurteil, prekäre Jobs?) Die Asiaten sind übrigens keine Flüchtlinge. Ich gehe nicht ins Nagelstudio, sie sind aber, wenn ich vorbei gehe, gut besucht. Es verdienen übrigens auch Deutsche Mindestlohn und ein Bäcker sucht (heute gesehen) für mindestens 25 € Stundenlohn für Sonntag Verkäufer. So schlecht wird hier nicht gezahlt.). Klar wäre vermutlich mancher ursprünglich lieber angestellt worden. Aber auch McDonalds hat mal klein angefangen. Auch mancher Deutsche macht sich selbstständig. Und die irgendwo im Büro sitzen, sehe ich ja nicht. Und wer weiß, was sie in 10 Jahren machen?
Die länger da sind, verrichten im Durchschnitt dieselben Jobs wie Deutsche, ich habe z. B. mehrere Kollegen, bei denen ich nur am Aussehen und Namen den Migrationshintergrund erkenne. Von einem habe ich erst im Gespräch erfahren, dass er als kleines Kind als Flüchtling nach Deutschland kam. Ich habe auch immer wieder asylsuchende Schülerinnen und Schüler mit hervorragenden Noten am Gymnasium. Ich erfahre erst dann, dass sie noch asylsuchend sind, wenn eine Fahrt ins Ausland ansteht. Ich freue mich, wenn erst die Anerkennung klappt und sie später sogar auf Wunsch den deutschen Pass erhalten (als Klassenlehrerin wurde ich bereits mehrfach um Beurlaubung dafür gebeten).
Ich esse deshalb gerne beim Syrer, weil die Qualität hervorragend ist, er viele Speisen mit frischen Gemüse anbietet, die täglich wechseln und ungewohnt, aber hervorragend gewürzt sind. Das finde ich so nicht woanders. Mein Speiseeis kaufe ich übrigens in einem arabischen Süßigkeitsladen, die Tochter besucht das Gymnasium.
Wie geschrieben mehr als 50 % haben Migrationshintergrund (in der Zeitung gelesen). Zuzug begann vor über 120 Jahren (aus dem Süden, aus dem Osten weniger), viele kamen in den 60er (flohen vor Diktaturen in Portugal, Spanien und Griechenland) und hält bis heute an.
(Ergänzung, ich erwähnte somalische Bäcker, weil es meine Bäckerei ist und er inzwischen bewusst somalische Azubis einstellt und übernimmt. Es war nur ein Beispiel. Ich hätte auch Geschwister aus Tschetschenien (ehemalige Schüler) erwähnen können, die inzwischen alle studieren und je länger ich nachdenke, umso mehr fallen mir ein.)