ich greife dich heraus, beziehe mich aber auch auf andere ähnliche Kommentare.
Ich bin absolut auf der Seite der Landwirte. Mit Sicherheit kommt deren Wut jedoch nicht nur wegen der Spritsteuer. Landwirte werden seit Jahren gegängelt und es lohnt sich fast nur noch, wenn es riesige Betriebe sind. Die ganzen Auflagen der letzten Jahre sind einfach kaum noch von kleineren Betrieben zu stemmen. Zusätzlich werden Landwirte in der Öffentlichkeit oft für Umweltverschmutzung etc verantwortlich gemacht
Und wenn Landwirte tatsächlich überdurchschnittlich die Umwelt belasten (nicht nur durch subventionierten Diesel, Überdüngung (Nitratbelastung unseres Grundwassers und was ist mit der ganzen Gülle? ), sie müssen kaum Kohlenstoffdioxid reduzieren (am wenigsten von allen Bereichen), darf das nicht angesprochen werden?). Biobauern werden (kaum) nicht verantwortlich gemacht.
Übrigens die Subventionen erreichen vor allem die Großbauern (mit Bauerverbandpräsident vorneweg), nicht die, die es nötig haben und vielleicht sogar ökologisch arbeiten. Durchschnittlich sind es übrigens 48 000 Euro pro Jahr (und es soll ja kaum reduziert werden, das meiste bleibt, Reduktion der Subventionen zwischen 1 und 5 %). Angebaut wird hier übrigens vor allem Futtermittel oder für Energieverwertung und (der Rest ist oft) für das Ausland (z. B. Schweine für China). Ich las 40% bzw. 12 % (nur Schweine). Subventionen per Gießkanne fördern wilde Auswüchse. Mir wurde dies übrigens bewusst, als ich vor einigen Jahren über die wuchernde Subvention von Zuckerrüben erfuhr (und die völlig unsinnigen Folgen). Die Schweiz schaffte es damals schon ohne (Zuckerrüben) .
Interessant und verlogen ist, wie Merz oder die AFD sich mit den Bauern verbünden. Wer hat alles vor gut einem Monat der Reduktion zugestimmt?
Und wenn die Lebensmittelpreise steigen würden (deswegen sicher nicht, fast alle unserer Lebensmittel sind aus dem Ausland, vom Rest Erhöhung höchstens 5 % (s.o.)), dann würde vielleicht weniger weggeschmissen? Da sind wir Normalos tatsächlich Spitzenreiter (viel mehr als der oft gescholtene Handel oder auch der angeblich so verschwenderische Staat). Billige Lebensmittel werden halt nicht wertgeschätzt.
Seltsam, dass die Bauern nicht so einig gegen die 5 großen Handelsketten sind. Aber da machen die Großen Geschäfte auf Kosten der Kleinen und der Staat soll es dauerhaft ausgleichen? Warum nicht in anderen Bereichen?
Nein, ich habe kein Verständnis für die extremen Proteste und die Erpressung des Staates. Und gestern wurde wohl vielfach das Recht gebrochen (nicht genehmigte Demos bzw. Blockaden), Krankenhäuser waren nicht erreichbar (selbst die Charité klagte). Die LG blockiert einzelne Straßen, bei uns ging gestern (unangekündigt) über Stunden nichts mehr. Wieviel subventionierter Diesel da verfahren wurde?