Beiträge von Kris24

    ich habe mehrere Kollegen durch Burnout als Kollegen verloren (sie arbeiten jetzt an völlig anderen Stellen). Es lagen nie private Gründe vor.

    Grund

    Sie waren gut, engagiert, wurden oft von Schülern, Kollegen und SL um Aufgaben gebeten, wollten alles perfekt erledigen und konnten nicht nein sagen. Ich selbst stand vor Jahren kurz davor. Der Burnout eines Fachschaftskollegen (Chemie) und guten Freund hat mich vermutlich davor bewahrt. Ich habe neinsagen gelernt, suche Ausgleich. Ja, für viele ist es Berufung und nicht nur irgendein Job, das sagen Fließbandarbeiter sicher seltener. Als Lehrer gibt man viel und bekommt oft nicht entsprechend zurück. Es ist eben nicht ein Schreibtischjob, man hat mit Menschen zu tun.

    Bei uns sind endlich die der Gruppe der Ü80 mit der ersten Impfung versorgt, leider weder meine Mutter mit knapp drunter und Risikofaktoren, noch mein Mann und ich - beide halt als Pflegende (seine Mutter und bei mir die Tante). Ich bin jetzt erst mal froh, nicht in Kontakt zu den Schülern zu kommen, bis alle auch die zweite Impfung haben. Dann ist zumindest das Risiko geringer.

    Meine Tante (Zwillingsschwester meiner Mutter) wohnt in Bayern und hat jetzt einen Termin für Mitte April für AstraZeneca erhalten. Mein Onkel (3 Wochen jünger) muss noch warten. In Bayern geht es bei den Einladungen wohl streng nach Alter, in Baden-Württemberg gilt innerhalb der Prioritätenliste das Windhundprinzip (und deshalb ist so ein Freund goldwert, ich musste nicht heute Nacht auf der Lauer nach neuen Terminen liegen).

    Das wusste ich gar nicht. In der Schule hieß es, wir müssten genau ins Impfzentrum XY fahren.

    Der nach Nachbarkreis hat neulich veröffentlicht, dass mehr als 50 % von außerhalb kommen (großteils aus unserem). Er bietet noch freie Termine an, wenn alle anderen ausgebucht sind. Ich habe auch überlegt, aber es gab dann einen im meinen, 100 m entfernt von meiner Wohnung. Ich dachte, wenn es hier vor Ort klappt, AstraZeneca, sonst warte ich (ich war ja nicht überzeugt).

    Kris24: Was heißt das? Kann jetzt jeder sich impfen lassen?

    Nein, aber meine Mutter ist knapp 80. Mit Altersgrenze meine ich Wahl des Impfstoffs. Jeder kann AstraZeneca, BioNTech oder Moderna bekommen.

    Nur die ersten beiden Gruppen dürfen sich impfen lassen (also älter als 70 oder beruflich oder gesundheitlich). Meine Mutter musste den 1. Termin diese Woche absagen, aber es klappte sofort wieder (der Freund meiner Nichte probiert es freiwillig sofort nach Mitternacht sehr erfolgreich, er hat bereits mehrere Termine für verschiedene Personen gebucht).

    Echt? Bei uns war das Impfzentrum vorgegeben. Anmeldung online. Impfstoff konnte man sich auch nicht aussuchen.

    In Baden-Württemberg war von Anfang ausdrücklich "Impftourismus" erlaubt (Begriff stammt von Lucha bzw. er hat ihn verwendet). Impfzentrum ist also nicht vorgegeben. Man wählt eines aus der Liste aus.

    Mein Bruder und Stiefvater fuhren bereits im Januar 200 km, meine Kollegen Anfang März bis heute ebenfalls, meine Mutter in 2 Wochen. Jeder Baden-Württemberger darf sich in jedem baden-württembergischen Impfzentrum anmelden. Impfstoff sieht man seit einer Woche am Abstand der zwei Termine (3 - 6 Wochen BioNTech, 9 - 12 Wochen AstraZeneca). Man klickt dann entsprechend oder fordert neue Termine an (meistens gibt es drei, außer es springt jemand kurzfristig ab, dann gibt es halt nur den einen.)

    Bei uns macht ja jeder seinen Termin selber aus und kann damit sowohl Impfstoff als auch Impfzentrum und auch Termin selber bestimmen.

    In Baden-Württemberg inzwischen (nach Aufhebung der Altersgrenze, ich war noch davor) auch. Meine Mutter hat gestern einen Termin für BioNTech Mitte April erhalten (allerdings im benachbarten Landkreis, bei uns dauert es länger).

    Medikamenteneinnahme, Allergien, Schwangerschaft uvm. werden in Baden-Württemberg auf einem Anamnesebogen abgefragt. Da ich überall nein angekreuzt habe, hat der Arzt (mein ehemaliger Kinderarzt vor 40 Jahren) gemeint, er hätte keine weiteren Fragen. Bei den anderen Gesprächen (meiner Gruppe) dauerte es viel länger.

    ich habe jetzt seit knapp 3 Wochen AstraZeneca und bin dankbar, bei Inzidenzzahlen weit über 200 in unserer Stadt (großer Landkreis hat nur 130), Klassen 5, 6, 11 und 12 sind komplett anwesend (Wechselunterricht, was ist das?)

    AstraZeneca soll schweren Verlauf zu 100 % verhindern und ich hoffe, dass ich keinen leichten Verlauf mit Longcovid kriege (dazu fehlen mir noch Studien).

    Ja, doch, im Wesentlichen.

    Genauso, wie Nymphicus verstehst du nur, was du verstehen willst. Der Widerstand gegen deine Beiträge richtete sich nicht primär gegen das, was du über Aerosole geschrieben hast, sondern gegen deine Art, hier unnötig deine Panik zu verbreiten. Wir sind nach wie vor nicht alle gestorben, obwohl nicht so gelaufen ist, wie du es gerne gehabt hättest.

    Zu dem Zeitpunkt, zu dem du das behauptet hast, gab es noch keine zweite Welle. Zumal "Welle" meines Wissens nicht genau definiert ist. Dass es Phasen der Infektionsanstiege gibt, wenn Menschen (wieder) mehr Kontakt haben, ist natürlich.

    Niemand hat behauptet, Kinder und Jugendliche könnten das Infektionsgeschehen auf keinen Fall beeinflussen. Es gab nur keine belastbaren Daten dazu, auf deren Grundlage man zu der definitiven Aussage kommen konnte, dass Kinder und Jugendliche Infektionstreiber wären. Dass sich Kinder und Jugendliche nicht infizieren können und es an Schulen keine Infektionen gibt, hat nie jemand behauptet. Das hast du nur jedes Mal verstanden.

    Anfangs war vor, sagen wir, einem dreiviertel Jahr. Hier tut niemand so, als sei von Anfang an alles klar gewesen. Mittlerweile sind aber einige Dinge klar, insbesondere die Infektionswege. Selbst, wenn hier jemand schreibt, der vor einem dreiviertel Jahr nicht gecheckt hat, wie sich Viren verbreiten, das aber jetzt tut, hatte Lindbergh genau dieselbe Zeit und hat es nicht geschafft, sich irgendetwas zu verstehen oder zu merken.

    Ich versuche mal die vielen Punkte zu beantworten. (Der letzte Teil bezieht sich nicht auf dich.)

    Nymphicus hat nie behauptet, dass alle sterben. Aber die 2. und 3. Welle hätte vermieden können. Und damit viel Leid und wirtschaftlicher Schaden. Auch ich wurde hier im September noch ausgelacht (und der Kommentator erhielt von denselben Leuten Beifall wie du jetzt), Covid-19 ist doch vorbei. Im September hätte man die Welle noch mit viel weniger Aufwand bremsen können. Es ist schlimm, wenn man die Gefahr kommen sieht und zu viele es nicht ernst nehmen (sehr viele Wissenschaftler sagen inzwischen, sie sind müde und ziehen sich zurück, ich kann es nachvollziehen, mir geht es auch so und ich stehe nicht in der Öffentlichkeit).

    Die 2. Welle begann übrigens Ende August (im Nachhinein lässt sich das genau berechnen, ist ähnlich wie beim Tsunami, ist anfangs auch klein, 40 cm oder so, man kann ihn im Meer leicht übersehen, aber wer Bescheid weiß, ist besorgt, warnt und wird oft verlacht). Die Leute wollen hören, alles ist gut, die, die dies äußern, werden gelobt. (Die 3. Welle begann vermutlich Anfang/Mitte Januar, die englische Mutation breitet sich seitdem exponentiell aus.)

    Momentan treiben übrigens Kinder und Jugendliche die Pandemie, weil sie viele Kontakte ohne Abstand haben. In Geschäften darf eine Person pro 10 qm, im Klassenzimmer sind mehr als 5 bzw. 6 Personen. Zudem wird viel und auch lauter gesprochen als an anderen Orten.

    Vor einem Jahr war vieles nicht klar, seit Mai (10 Monate) ist aber die Rolle der Aerosole bekannt, kurz darauf gab es den offenen Brief vieler Wissenschaftler an WHO, dass sie dies anerkennen mussten.

    Es ist einfach frustrierend, wie wenig Wissenschaft in diesem Land noch zählt. Dass hier eine Lehrerin Miss Jones meint, es gäbe viele "Fakten" (klingt so wie alternative Fakten) und sie wählt für sich die schönste.

    Manches war anfangs nicht bekannt, manches sicher heute noch nicht (bei wie vielen Prozent leichter Fälle altern Organe vorzeitig und wie schnell, kann sich eine geschädigte Niere vollständig erholen, hält sie wenigstens durch, wie viele Herzinfarkte und Schlaganfälle sind Folge von Covid-19 usw., wieviel Demenz, was gibt es noch?), während die einen vorsichtig sind, halten sich andere die Augen zu und erfinden " schöne Fakten". Aber Streeck lag fast immer falsch, sein Fachgebiet sind nicht Coronaviren, er erzählt schöne Geschichten, passt die Daten dazu an (manche nennen es Lügen (oder alternative "Fakten"), z. B. wie viele Tote gab es in Gangelt? Heinsberg?) und Leute wollen ihm glauben.

    Ergänzung

    Mein Beitrag hat sich mit Firelillys überschnitten.

    Petition gegen Selbsttests in der Schule:

    https://www.openpetition.de/petition/onlin…in-elternhaende

    in Elternhände sind sie noch unsicherer, bei uns wird von den sich weigernden Schülern gesagt, dass die Mutter gesagt habe, einen positiven Test könne sie jetzt nicht gebrauchen, weil sie gerade ihr kleines Geschäft wieder eröffnet habe, weil der Vater eine wichtige Geschäftsreise unternehmen muss, danach würde er sich testen lassen usw.

    Dazu wird berichtet, dass in einigen Regionen ein wilder Handel mit Selbsttests übe ebay etc. existiert. Wo die nur alle herkommen?

    Hm, ich hab das etwas anders verstanden. Der Selbsttest findet erst "größere" Mengen von Viren, so dass der schleichende Anfang und das ausschleichende Ende nicht erfasst wird (im Gegensatz zum PCR). Der gesamte Teil der hochinfektiösen Phase wird aber erkannt. Die Aussage, dass der Schutz nur für ein paar Stunden gilt, passt damit auch überein.

    Ich find das Bild dazu jetzt gerade leider nicht (und hoffe, dass ich das nicht mit dem "Schnelltest" verwechsel)

    die hochinfektiöse Phase dauert aber auch nicht so lange und wenn beim Test die mittelinfektiöse Phase nicht erkannt wird, ist es einige Stunden später hochinfektiös.

    Ich habe die Zeitangabe aus Berichten über Selbst- und auch Schnelltest, da wurde immer gewarnt von negativen Test am Vorabend. Man müsse sie direkt vor dem Treffen machen.

    Bei den Selbsttests werden doch nur die wenigen Stunden der höchstinfektiösen Phase gefunden, nicht der Anfang einer Infektion, nicht der Ausklang. Deshalb kann man auch nur bei negativen Test nur sagen, dass man voraussichtlich die nächsten Stunden niemanden anstecken wird. Von daher halte ich die Zahlen schon für glaubwürdig, der Test zeigt nur 6 - 10 Stunden der Infektion an, nicht x Tage. (Und deshalb müsste er täglich durchgeführt werden, wenn man sich allein darauf verlassen will.)

    Bei uns heißt es klar, man will einen Ausbruch mit x Leuten erkennen, verhindern lässt er sich nicht.

    Mein Mann muss sich einmal pro Woche testen lassen, das kostet 80€ beim Testzelt und online sind sie ausverkauft. Gratis is da goanix.

    Bei uns am Ort darf sich seit Fastnacht jeder einmal pro Woche kostenlos testen lassen (teilweise sogar ohne Anmeldung, mit Anmeldung muss man aber nicht warten), Lehrer u. a. sogar zweimal. Gibt es bei euch so etwas nicht?

    Kathie: Ist mir alles bekannt, die schweren Fälle betreffen aber nur einen kleinen Teil der Bevölkerung. Wie oft hörte ich schon von Fußballern, die Corona hatten und zwei Wochen später wieder auf dem Feld standen. Erst heute auch wieder. Alle, die ich kenne, die es hatten, überstanden es gut.

    Und ich von zwei Eishockey-Profis aus Landshut (?), die danach Herzrhythmusstörungen hatten. Es kam durch die intensive medizinische Betreuung von Profisportlern heraus. Bei uns Normalos kommt es nur durch Zufall heraus oder nie. Ich frage mich schon, wie viele Herzinfarkte (jetzt und in den nächsten Jahren) eigentlich Covid-19-Tote sind?

    Übrigens auch andere Organe können dank Covid-19 schneller altern. Dann hat man nicht mehr das Herz, Niere usw. eines 30jährigen, sondern eines 50jährigen (und in 10 Jahren vielleicht eines 80jährigen).

    Nur der Hinweis: Die GEW BW hat darauf hingewiesen, dass nachdem die Durchführung der Tests nicht Teil der Dienstgeschäfte sei, diese Tätigkeit auch nicht beamtenrechtlich abgesichert sei, es greife maximal die Unfallversicherung im Schadensfall. (PDF ist im BW-Thread hochgeladen von mir.)

    Du hast es zwar schon einmal geschrieben (und ich gelesen), aber ganz verstehe ich es nicht. Was passiert mir schlimmstenfalls? Ich zwinge ja niemanden, fasse die Tests noch nicht einmal an, notfalls ist eher die SL oder die Stadt dran, die die Tests besorgt haben. Es sind Selbsttests, ich sage niemanden, bohre tiefer (glücklicherweise hatte ich beim 1. Mal erst später Unterricht).

    Da habe ich im Chemieunterricht (bei Schülerversuchen, aber auch eigenen) ganz andere Dinge schon erlebt. (Einmal war die Situtation kritisch und mir wird heute noch schlecht, wenn ich daran denke, zweimal ging es gut aus und wäre vermutlich auch nicht lebensgefährlich geworden, aber fast in jeder Stunde könnten sich Schüler ernsthaft verletzen, der Gasbrenner wird immerhin 1700°C heiß usw.)

    Ich mag nicht mehr,siehe Faktenthread.

    Das ist doch total Harakiri!

    Meine eigene Tochter müsste noch 4 Tage in die Schule gehen, Grundschule.

    Warum lässt man in Hessen nicht die Eltern entscheiden, welchem Risiko sie ihrem Kind aussetzen wollen?

    Und das Problem ist, dass selbst wenn man sofort reagiert, noch 2 Wochen lang die Zahlen exponentiell steigen, weil die Leute bereits infiziert sind (bis die Daten bei RKI landen). Und die Kultusminister haben den Eltern versprochen, dass eine mögliche Schulschließung einige Tage Vorbereitung darf.

    Man kann sich bei diesem Diagramm (oder das vor einiger Zeit von mir verlinkte der Süddeutschen, das jetzt bereits übertroffen wurde, es war ohne Lockerung vor einem Monat berechnet worden) leicht ausrechnen, was ca. 3 Wochen bedeuten (es geht sooo langsam los, wir Menschen denken linear und nicht exponentiell).


    Jetzt sind die Schulen erst ein bis zwei Wochen geschlossen (in Baden-Württemberg erst ab Gründonnerstag), vielleicht kann man eine Delle erkennen (und "schlaue" Menschen denken, es seien die Schnelltests, was die bringen, zeigt Österreich und bei uns ist es fast überall freiwillig und viel zu selten).

    Ja, und im Schulbereich durch das gebetsmühlenartig wiederholte "Kinder sind nicht ansteckend" sowie die Händewasch- und Desinfektionsorgien von den Aerosolen abgelenkt wurde.

    Allerdings steht es jetzt eben in der Hygieneverordnung, dass der MNS aufzulassen ist im Unterricht. Man muss nicht einmal etwas über Aerosole wissen, um sich dran zu halten.

    ja, das meinte ich neulich, als ich schrieb (und du hast es ja bestätigt), dass im Fernsehen zur Primetime einfache Weitergabe über heutigen Wissenstand gegeben werden muss. Vermutlich denkt die Politik und Leute, die sich mehr damit beschäftigen, alles sei klar, aber das ist nicht der Fall.

    Ich habe ernsthafte Diskussionen mit Menschen, die alles richtig machen wollen, sich ständig die Hände desinfizieren, im Supermarkt Handschuhe tragen, aber die Maske sitzt unten an der Nasenspitze statt oben am Ansatz (oder es wird ständig gelüftet). Auch bei uns im Lehrerzimmer tragen einige bei ca. 2 m Abstand keine Maske und wenn der kurzfristig unterschritten wird, auch nicht. Erst bei längerem Gespräch (immerhin, war anfangs auch nicht) wird sie aufgezogen. Aber den Leuten ist nicht klar, dass der Superspreader bereits aus dem Raum gegangen sein und man sich im Raum bei geschlossenen Fenstern immer noch anstecken kann.

    Ich muss zur nächsten VK. (Heute morgen hatte ich 4 Präsenzstunden inkl. Beaufsichtigung von Selbsttests der Schüler (das klappt bei uns zunehmend besser). Das stresst mich am meisten, das hin und her und immer die Sorge, etwas zu vergessen.)

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