Beiträge von Kris24

    Aber man konsumiert doch eh ständig was, warum nicht andere damit unterstützen? Man könnte beim Restaurant Essen abholen, sich Klamotten auf Maß anfertigen lassen, Bio-Kiste aus der Region bestellen, bei etsy Weihnachtsgeschenke einkaufen, Musik kaufen statt irgendwo illegal runterladen, Bücher über den örtlichen Buchladen bestellen... Da gibt's sicher noch viel mehr. Das geht in Kurzarbeit natürlich nicht, aber für besser Verdiendende schon.

    Das tue ich sowieso (bis auf Maßkleidung, auf die Idee kam ich bisher gar nicht)^^, aber es tut nicht die Mehrheit (und deshalb sind kleine Zahlen von Infizierten für die Wirtschaft besser, darum ging es hier).

    Und ich konsumiere aus Freude, sonst bleibt es beim notwendigsten selbstverständlich vor Ort (Musik illegal herunter geladen habe ich noch nie, da erkläre ich meinen Schülern, dass dies Diebstahl ist, egal wie knapp man bei Kasse isr. Auch ich musste als Jugendliche sparen.)

    bei mir ging es nicht um Quaratäne (da ist dies sogar vorgeschrieben, da würde ich gut aufbereitete Stunden schicken, da bin ich per Chat erreichbar), sondern um einzelne gefehlte Stunden am Nachmittag (und ich bin auch deshalb so "ablehnend", weil ich den Verdacht habe, dass geschwänzt wurde (entsprechende Schüler, nur nachmittags gefehlt) und ich fürchte, dass das "Schule macht".)


    Übrigens biete ich schon seit Jahren eine Stunde in der Woche an, ich bin in der Sammlung und jeder kann klopfen.

    Eigentlich wären in der Situation gerade diejenigen gefragt, die finanziell abgesichert sind bzw. über reguläres Einkommen verfügen. Der "kleine Mann" ist da evtl. auch von Kurzarbeit betroffen oder hat nach Abzug der Fixkosten nicht so viel Geld übrig, es in den Wirtschaftskreislauf einzubringen. Leider kam gerade von ersteren zu wenig - die saßen gefühlt über den Sommer erst recht auf ihrem Geld.

    Ich konsumiere aber nur, wenn ich mich nicht in Gefahr bringe. Volle Restaurants oder Geschäfte meide ich seit dem Frühjahr, ich habe zwar für unser Theater gespendet, aber kein Theaterabo gekauft. Und das tun viele. Es geht nicht um "auf dem Geld sitzen", es geht um Gesundheit (es hieß doch immer, die Risikogruppen sollen sich schützen und gerade die älteren haben überdurchschnittlich viel Geld).

    Ich konsumiere, wenn ich dabei Freude finde. Sonst spende ich.


    Gefahrlos konsumieren kann man im Internet, aber das möchte ich nicht, das hilft dem örtlichen Handel nicht.

    die Frage ist halt, wer gibt wieviel aus (und da vieles z. Z. zu ist, gehen aktuell viele shoppen oder zumindest bummeln)


    Die Zahlen sind insgesamt nicht so gut (wurde zumindest immer behauptet, die Mehrwertsteuersenkung hilft auch nicht wie erhofft).

    Zumindest in der Zeit vor dem 2. Lockdown haben doch die Leute fröhlich konsumiert, waren auf Reisen und nutzen diverse Freizeitangebote. Ich las schön öfter, dass viele Leute die entsprechenden Geschäfte angeblich meiden würden, sehe das aber zumindest in meinem zugegebenenermaßen nicht repräsentativen Alltag nicht unbedingt bestätigt.

    Erstens im Sommer waren die Zahlen niedrig und zweitens wurde im ganzen Jahr viel weniger konsumiert als sonst (das behaupten zumindest Restaurants und Hotels).

    Ich kenne viele, die seit Anfang Oktober bei Restaurants nur noch den Abholservice verwenden (es sind oft gerade die älteren, due aber relativ viel Geld haben). Manche machen sich auch finanzielle Sorgen (drohende Kurzabeit oder gar Arbeitslosigkeit), auch die tätigen keine größeren Ausgaben.

    Am besten geht es der Wirtschaft, wenn sich Menschen keine Sorgen machen. Natürlich gab es Menschen, die im Sommer dachten, Corona sei vorbei.

    Was verstehst du denn unter "Aufschrieb"? Deinen Tafelanschrieb oder deine (handschriftliche) Stundenplanung? Letztere ist bei mir nur stichpunktartig; die würde ich auch niemandem zur Verfügung stellen (da kann ich mir aber auch nicht vorstellen, dass jemand danach fragen würde, denn das muss doch allen klar sein, dass die nur für mich und nicht für die SuS bestimmt ist). Aber vom Tafelanschrieb könnte ich auch ein Handyfoto machen und dieses auf der Plattform hochladen; das ist kein Problem und habe ich auch schon mehrfach gemacht.

    Beides (ich habe Tafelaufschrieb und Stundenplanung nicht getrennt und beides digital).

    Die Schüler sehen halt mein Ausgedrucktes und wollen dies, um sich das abschreiben zu ersparen. Im Fernunterricht im Frühjahr habe ich es aufbereitet (ergänzt, verschiedene Farben für Tafelanschrieb, mündliche Erklärungen und Fragen), das kam gut an, kostet aber auch Zeit (und niemand mehr müsste im Unterricht zuhören und aufpassen).

    Arbeitsblätter verwende ich nicht so häufig. Darum geht es nicht, weil die bereits von Mitschülern weiter gegeben wurden.

    Ob ich nun die Arbeitsblätter für die fehlenden SuS in einem Ordner abhefte oder in Ablagekästen lege - wie wir es schon seit Jahren machen - oder dieses Arbeitsblatt auf der Lernplattform hochlade, wäre für mich kein Unterschied. Das dauert doch beides nur Minuten (zumindest, wenn ich die Arbeitsblätter in digitaler Form vorliegen haben; aber das ist bei mir fast immer der Fall). Diesen "Service" haben nun schon einige meiner KuK als "neuen Standard etabliert" (sogar schon vor Corona) und ich finde das gut so und werde es auch in Zukunft so beibehalten.

    Worin besteht denn deiner Meinung nach die viele Mehrarbeit?

    Arbeitsblätter ist okay, aber ich wurde nach meinem Aufschrieb gefragt und der bringt unaufbereitet meinen Schülern nichts. (Es ist ja meine "Gedächtnisstütze". Und da immer jemand fehlt ...)

    (Bei uns nehmen Mitschüler die AB mit, damit habe ich keinen Mehraufwand. Aber um AB geht es mir nicht.)

    Ergänzung

    Zeitaufwändiger sind allerdings die Messages an mich mit der Bitte, sofort zu antworten, weil man gerade an den Hausaufgaben sitzt. Überlegen, im Buch nachschlagen ist nicht mehr bei allen gefragt. Ich hoffe, es spielt sich noch ein. Bei uns sind die Möglichkeiten noch neu.

    Genau das befürchte ich, dass dieser Service sich gerade stillschweigend als neuer Standard etabliert. Ich persönlich finde das arg bedenklich, denn das wird unweigerlich in noch mehr Mehrarbeit ausarten. Einige Eltern erwarten das schon jetzt von uns - denn hey, wir haben doch die Lernplattform. Dass die Onlinebeschulung ausschließlich für Quarantäneschüler erfolgen muss und nicht für kranke Schüler gilt, muss immer wieder aufs Neue mühsam klargestellt und diskutiert werden.

    Ich habe tatsächlich bereits die Aufforderung erhalten (und ich habe nicht alles digital, vieles erkläre ich ohne Aufschrieb). Außerdem erhalte ich inzwischen täglich Mails und Messages über die von der Schule eingerichteten Programme, in denen ich gebeten werde, noch einmal etwas aus dem Unterricht zu erklären. Das war vor Corona nie der Fall.

    Das zeigt aber auch, dass es statistisch wenig Sinn macht, eine so feine Aufgliederung der Altersstruktur zu machen und dann auch noch nur einzelne Landkreise zu betrachten. Die Gruppen werden so klein, dass die statistischen Schwankungen jeden Erkenntnisgewinn verhindern. Auch bei den 20-24jähringen ist die Inzidenz im zitierten Beispiel ja 0. Das ist reiner Zufall.

    Das stimmt. Deshalb habe ich viele Landkreise verglichen (und mein Landkreis ist größer). Es geht nur um Trends (der war bei den von mir verglichenen Landkreisen im Westen anders als im Osten, dass fand ich schon interessant und nachdenkenswert). Einzelne Zahlen sind nicht aussagekräftig.

    Die absoluten Zahlen werden auf dieser Seite auch genannt. Dann weiß man genaueres.

    @samu,

    es gibt inzwischen einen eigenen Thread für dieses Thema Altersstruktur/Corona-Infizierte. Frosch hat die Diskussion verschoben.

    Die Zahlen sind (für diese Altersgruppe) hochgerechnet auf 100 000. Wenn du absolute Zahlen wissen möchtest, scrolle etwas (steht auch auf der Seite) . Wenn also nur einer über 80 wäre und der wäre positiv getestet, dann wären es 100 000.

    (Ich vermute, dass ein paar ältere z. B. in einem Altenheim infiziert haben und es nicht allzu viele Alte in diesem Kreis gibt, so dass 165 / 100 000 bzw. 1,65 pro 1000 bzw. ca. 3 auf 2000 also 1,65 Promille der Alten aktuell positiv getestet sind. Kurz, es gibt z. B. 2000 Menschen über 80 im Landkreis und 3 wurden in der Woche positiv getestet. Und in der Vorwoche keiner.)

    Man verwendet also pro 100 000 statt Prozent (= pro Hundert), um "schöne" Zahlen zu erhalten.

    Auch so ein Ding. Wir sind eine kleine Grundschule. Ohne EDV-Spezialisten, ohne eigene Server. Warum schaffen es weder Schulträger noch Landesregierung uns eine Möglichkeit wie BigBlue Botton einzurichten und zur Verfügung zu stellen. Irgendwo einen dicken Server mit guter Verbindung bei der Stadt und die Schulen können ihn nutzen. Statt dessen gibt es eine Lösung über das Land. Die ist aber offiziell noch im Beta-Stadium und läuft nicht stabil. Super.

    Bei uns ist im Frühsommer der Lankreis vorgeprescht und hat dies über das Kreismedienzentrum organisiert (man konnte sich einfach dort als Lehrer anmelden und verwenden). Wir benötigen es inzwischen nicht mehr (schuleigene Lösung) , aber anfangs war es eine Hilfe.

    Fernunterricht an weiterführenden Schulen zeigt es nur deutlicher als Präsenzunterricht. Auch da hängt es vom Elternhaus ab (und da war es den allermeisten egal), deshalb verstehe ich diese plötzliche Aufregung nicht bzw. ich empfinde es als scheinheilig.

    Auch vor Corona studierten Kinder von Akademiker viel häufiger als Kinder von bildungsfernen Schichten. Bei mir sind im Frühjahr genau die Kinder und Jugendlichen abgetaucht, die auch sonst im Unterricht abtauchen, die, die Hausaufgaben abschreiben (in meinen Fächern gut möglich, auch wenn ich es bemerke, kann ich es doch nicht "beweisen"). Jetzt haben es halt auch die Eltern bemerkt und weil alle "Kosumentenhaltung" haben, ist die Schule schuld. Aber diese Jugendlichen werden auch im Studium scheitern, wenn sie ihre Einstellung nicht ändern.

    Ich persönlich wünsche auch normalen Unterricht, nur haben wir den aktuell nicht. Es ist Notbetrieb, vieles ist nicht möglich, ständig wird man durch das Lüften unterbrochen, viele frieren jetzt schon (alle fragen sich, wie das im Januar wird). Dazu kommen die Diskussionen um Masken (bei uns gibt es Querdenkerkinder und andere, die Angst haben, weil sie selbst oder Angehörige ein erhöhtes Risiko haben), ich finde es in manchen Klassen nur anstrengend (in anderen fühle ich mich noch wohl). Aber inzwischen musste ich lernen, dass bei uns Transparenz doch nicht so groß ist wie gedacht. Und das macht mir dann persönlich Sorge.

    Werden die Kontakte bei einem positiven Testergebnis automatisch gewarnt oder muss man dann noch mal bestätigen, dass man das Ergebnis "teilen" möchte?

    Das wollte ich gerade schreiben. Man muss das Ergebnis ja nicht teilen. Ein Problem der App ist ja gerade, dass zu viele das Ergebnis dann nicht teilen...

    In den letzten Wochen haben täglich gut 2000 positiv getestete Personen es aktiv in der App eingetragen (es geht wohl leichter, wenn die App bereits das Ergebnis anzeigt, sonst muss man den QR-Code extra scannen), aber ca. 40 % taten es nicht, obwohl sie die App verwendet haben. Man muss es also aktiv tun (und viele vergessen es oder wollen nicht).

    In Umfragen wurde festgestellt, dass zwar viele selbst gewarnt werden wollen, aber nicht bereit sind, selbst andere zu warnen.

    Letztens schrieb jemand hier von dem Beispiel von einer älteren Person, die noch 2 Wochen vor dem Tod eine künstliche Hüfte bekam. Sowas meine ich.

    Das wird zwar immer wieder (ohne Beleg) behauptet (vor allem von der FDP), stimmt aber zumindest für die letzten Jahren nicht, was vor 20 Jahren war, weiß ich nicht (außer die Person stirbt überraschend). Und wenn es wirklich einen Fall gab, dann ist es noch nicht die Normalität. Vielleicht kommt dies von der falschen Vorstellung, dass jemand mit 80 Jahren mit 82 durchschnittlich stirbt, weil die Leute nicht wissen, was durchschnittliche Lebenserwartung bedeutet (ein 80jähriger lebt durchschnittlich noch knapp 10 Jahre) oder sie wollen Stimmung machen, das denke ich persönlich zumindest bei bestimmten Gruppen.

    Auch in Deutschland wird überprüft, ob es der Person einen Mehrwert bietet, ob die Hüfte noch "anwächst", ob die Person nachher wieder aus dem Bett kommt. Auch Ärzte werden überprüft und Krankenkassen reden mit.

    Dann lies das Interview in der NZZ. Dort steht 1. der Arzt könne sich aus Gründen des Schutzes der Persönlichkeitsrechte nicht im Detail zu diesem Fall äussern und 2. dass Patienten in umliegenden Spitäler ausgeflogen werden.

    Kris24 Die Triage-Richtlinien wurden in der Schweiz dahingehend überarbeitet, dass nun auch die Selbständigkeit eines alten Menschen ein Kriterium ist. Dennoch bleibt natürlich das Alter ein Kriterium. Die durchschnittliche Lebenserwartung in der Schweiz liegt bei 84 Jahren, ganz unabhängig von Corona.

    in Deutschland wird die durchschnittliche Lebenserwartung für Neugeborene angegeben und die ist natürlich geringer als für heute 80jährige. Der 80jährige stirbt nicht mehr im 1. Lebensjahr am plötzlichen Kindstod, mit 25 Jahre an einem Motorradunfall, mit 55 an Krebs. Der durchschnittliche 82jährige lebt angeblich noch 9 Jahre (das habe ich auch dank Corona gelernt). Covid-19 kostete im Frühjahr durchschnittlich 9 Lebensjahre, es waren nicht nur Fälle, die sowieso im nächsten halben Jahr gestorben wären wie oft behauptet. Der jetzt 84jährige würde also durchschnittlich über 90 werden.

    Das Problem ist Triage, weil die Intensivpflege nicht für alle reicht, nicht, weil es medizinisch nicht sinnvoll ist, den Menschen intensiv zu behandeln. Bei letzterem stimmen fast alle zu, das erstere macht vielen Angst. Meine Eltern sind froh, dass sie sich vor 10 Jahren für Deutschland entschieden haben, sie bekommen die Ängste ihrer Schweizer Freunde mit (und selbst, wenn das mit dem Alter als alleiniger Grund verändert wurde, das Vertrauen vieler Betroffenen ist weg. Ein Fall reicht.)

    Allgemein (ich meine damit ausdrücklich nicht dich)

    Ich denke, diese Gedanken verändern eine Gesellschaft negativ, wenn über "lebenswertes" Leben entschieden wird. Das macht mir Sorge, ich empfinde, die Empathie für andere sinkt, das war schon vor Corona der Fall, aber jetzt tritt es offen auf und viel zu viele übernehmen es unüberlegt. Und das hat Auswirkungen über Corona hinaus.

    Dass bei jemandem, der über 85 ist, überlegt wird, welche medizinisch grundsätzlich mögliche Behandlung noch erfolgen sollte, ist unabhängig von Corona Realität und vernünftig, auch wenn es für niemanden ein angenehmes Thema ist. Wenn man in der Schweiz damit offener umgeht, halte ich das im Prinzip für begrüßenswert, vor allem, wenn man Fälle aus Deutschland im Kontrast dazu sieht, bei denen schwer Erkrankte dieses Alters noch 2 Wochen vor ihrem voraussehbarem Ableben eine künstliche Hüfte verpasst kriegen, weil künstliche Hüften abrechnungstechnisch eine Goldgrube sind.

    Gegen Überlegen spricht nichts. Aber es wird von diesem 85jährigen erzählt, der im Krankenwagen lag und den kein Arzt angesehen hat, da wurde nichts überlegt.

    Mein Stiefvater wurde vor zwei Wochen 89, er ist topfit, meine Eltern sind ständig auf Reisen (dieses Jahr mussten 4 Auslandsreisen wegen Corona abgesagt werden), er spielte bis vor kurzem Faustball, schwamm den ganzen Sommer im Rhein, spielt jetzt täglich Boule im Verein (inkl. Wettbewerbe). Er hilft mir und meinen Geschwistern immer noch bei handwerklichen Aufgaben, er war Landschaftsgärtner und schneidet alle unsere Bäume (und die, der Nachbarn) . Seine Mutter wurde über 100, war bis zum Ende körperlich und geistig fit. Er amüsiert sich, wenn selbst Ärzte ihn 20 Jahre jünger schätzen.

    Viele Alte sind heute fit. Und sie könnten noch lange gesund und selbstbestimmt leben. Ja, jeder muss irgendwann sterben, aber jeder hat nur ein Leben und es einfach abgeben, weil andere es bestimmen, wer hat das Recht dazu? (Es ist für viele erschreckend leicht, über andere zu urteilen. Das schockt mich besonders.)

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