Beiträge von Kris24

    Also ich habe in einer Klasse keine 25 Haushalte und am Tag auch keine 75, und ich nehme stark an, du auch nicht, Roswitha111 ...

    Haushaltsmitglieder sind gemeint. In Corona-Zeiten zählt ein Haushalt ja fast als eine Person.

    Eben, nicht nur fast. Bei mir sind es pro Tag über 100 verschiedene Haushalte, privat müsste ich jeden einzeln treffen. Man darf nur Mitglieder eines (!) weiteren Haushaltes treffen und (!) insgesamt höchstens 10 (letzte Woche war statt und noch ein oder, ich war auf einer Familienfeier mit 9 Personen aus 3 Haushalten).

    Ob du nun im Laufe des Tages Kontakt zu 25+ Personen hast, die aber zeitversetzt kommen oder zu einer Gruppe von 25 Personen, die in immer gleicher Zusammensetzung sind, macht nicht wirklich einen Unterschied. Auch für Schulen gibt es Hygienekonzepte, die je nach Inzidenzrate in der Region adaptiv angepasst werden. Hier von Freiwild zu sprechen ist reine Polemik und geht irgendwie auch an der Realität anderer Berufsgruppen vorbei.

    Also ich sehe mindestens 100 Jugendliche pro Tag (wer hat nur eine Klasse?) mindestens 45 (meistens 90 Minuten), 8 Klassen in der Woche. So lange bin ich auf keinem Amt, habe keinen Kontakt zu einem Verkäufer usw. (die Corona-App zeigt auch erst über 10 Minuten engen Kontakt rot, weil es genügend Virus benötigt, um Covid-19 auszulösen, ein Virus wie bei anderen Krankheiten reicht nicht, deshalb besteht bei kurzem Kontakt keine Gefahr). Und es wird viel und im Vergleich zu anderen Situationen laut gesprochen.

    Ich kenne tatsächlich kaum eine andere Berufsgruppe, die mit so vielen verschiedenen Leuten langen und intensiven Kontakt (Kommunikation) hat. Im ÖPNV schweigen die meisten und spielen mit ihrem Handy, hören Musik. Es bleiben Krankenhäuser, die bei uns Besuchsrecht extrem eingeschränkt haben und jetzt Schnelltests erhalten. Meine Schwester (Krankenschwester) hat pro Schicht auf jeden Fall weniger (Anzahl) enge Kontakte (Früh-Reha). Vor Pflegepersonal auf Covid-19-Stationen haben wir beide großen Respekt.

    An welche Berufsgruppen denkst du?

    Einen Vorteil (?) kann ich aktuell beobachten. Wir Lehrer sind plötzlich Helden und keine Faulpelze mehr. Soviel allgemeine Anerkennung (also wegen Berufsgruppe, nicht wegen meinen Taten) habe ich noch nie erhalten. Alle möglichen Menschen sprechen mich an, jeder will mich fragen wie es bei uns aussieht, aber im Gespräch heißt es auch immer wieder, dass solange die Schulen offen bleiben, die Zahlen nicht sinken werden (und es sind "normale" Menschen z. B. Kassiererin im Supermarkt, keine Lehrer etc.).

    Auch wenn ich mich nicht als Freiwild sehe, ich fühle mich recht ungeschützt (auch eine FFP2-Maske ist nicht 100 % sicher und sind meine selbst angeschafften wirklich gut oder doch Fälschungen? ). Vom Land erhalten wir einfache (stinkende) OP-Masken, die erst mal einige Tage gelüftet werden müssen. Ich verwende sie schon lange nicht mehr. Unsere Räume sind klein (altes Schulgebäude), Fenster zur Wetterseite (bei Regen nicht zu öffnen, ohne dass ein Drittel der Schüler nass wird), gelüftet wird kaum noch (ich "darf" nur noch 5 Minuten pro Stunde lüften (Anweisungen von der SL, weil unsere Heizungen es nicht mehr schaffen, und in der Pause ist es bei uns wg. fehlender Aufsicht nicht möglich). Es ist eher ein "Augen zu und durch". Und es ist wahnsinnig anstrengend, ich bin einfach müde.

    bin ich froh, dass ich in Baden-Württemberg so lange schreiben lassen darf, wie ich möchte und der Stundenplan hergibt (wir haben nicht immer eine Doppelstunde) , ich passe meine Arbeit an die Zeit an bzw. umgekehrt.

    Und ein Tipp von oben ist, sich zu entlasten, indem man eben nicht ganz so lange schreiben lässt wie möglich.

    Konkret schreiben meine Leistungskurse 2 Schulstunden inkl. evtl. Pause (und ja, die Zeit ist wie die Klausur unterschiedlich lang), alle anderen zwischen 40 und 60 Minuten (10. Klasse Mathe manchmal auch etwas länger). Aber es ist letztendlich meine Entscheidung.

    Bei uns schreiben nur Deutschkurse länger, benötigen Stunden von Kollegen. Das könnte ich in Chemie gar nicht, selbst wenn ich wollte (und in Mathe wurde es in den letzten 10 Jahren nur einmal direkt vor dem Abitur gemacht (vierstündig, also auch nicht Abi-Länge), aber nie wiederholt.

    Solange nicht in verschiedenen Kursen/Klassen die gleiche Klausur geschrieben wird, muss die Zeit doch nicht gleich lang sein. Sie muss nur passen.

    Ist bei euch vorgeschrieben, wie lange Klassenarbeiten und Klausuren sein müssen? Bei uns nur Mindestanzahl in Hauptfächern und Höchstzahl in Nebenfächern bzw. 2 in Leistungskursen und 1 in Basiskursen.

    Ja und? Das sind doch meine Bazillen, die kenne ich schon.

    Heißt das jetzt, dass die Tests keine zuverlässige Aussage über eine Infektion liefern?

    Doch, aber wenn man zu früh ist oder zu spät nach der Infektion testet, dann sind es zu wenige Viren (Drosten verglich es mit ein paar Fischen im Teich, die man evtl. nicht erwischt). Ersteres ist das Problem, man testet negativ und zwei Tage später ist derjenige hoch infektiös (am ansteckenden ist man kurz vor Ausbruch der Symptome und unmittelbar danach oder durchschnittlich zwischen dem 4. und 8. Tag).

    Deshalb braucht man nach Ausbruch von Symptomen und mildem Verlauf oft keine 14 Tage mehr warten (manchen Gesundheitsämtern reicht 1 Woche).

    Die Grundschullehrer bekommen das hier nicht.

    Die Gymnasiallehrer in Baden-Württemberg bekommen auch keine einzige FFP2-Masken .

    Wir bekommen allerdings einfache OP-Masken, die lt. meinem Apotheker nur andere schützen, aber nicht den Träger. Sie seien in dieser Hinsicht schlechter als dreifache gut passende selbst genähte Stoffmasken (2 Lagen Baumwolle, dazwischen Polyestervlies). Anscheinend hat das Land Angst, dass wir die Schüler anstecken könnten. Es wurde im Sommer ja von dem Verband der Kinderärzte behauptet, nur die Lehrer würden den Virus in die Schule tragen. Vielleicht stammt es auch aus dem Vorrat des Landes, das doch nicht an Kliniken weiter gegeben werden konnte. Sicher fühle ich mich bei den aktuellen Zahlen nicht (Vervierfachung in den letzten 10 Tagen), bei uns explodiert es gerade.

    Bei uns trägt sie kaum jemand, die einen trugen vor den Herbstferien Stoffmaske, die anderen FFP2. Mal schauen, wie es nächste Woche aussieht.

    Lieber schwarzer_Hut

    erst einmal, ich wünsche dir alles Gute.

    Ich hatte einen Kollegen, der bis zur Pension viele Jahre mit MS unterrichtet hat. Außer seinem "wankenden" Gang war ihm nichts anzumerken. Das ganze ist schon ein paar Jahre her, er zog inzwischen wieder in seine Heimat, daher kann ich ihn leider nicht mehr fragen.

    Ich kannte auch eine Frau (Mutter einer Jugendfreundin), bei der es vermutlich auch beeinflusst durch zwei schwere Schicksalsschläge extrem schnell verlief, sie hätte nicht mehr unterrichten können (sie war aber Hausfrau, nicht Lehrerin und ihr Mann hat sich um alles gekümmert) und es ist viele Jahre her, die Behandlung hat Fortschritte gemacht (sie hat auch aufgrund des einen Schicksalsschlages irgendwann aufgegeben). Ich weiß, dass die Krankheit bei Männern oft anders verläuft, als bei Frauen.

    Kurz, ja es ist möglich, dass du noch viele Jahre gut unterrichten kannst und dir die Schule/Schulträger/ Land hilft, wenn es Probleme gibt, bei uns wurde z. B. ein Aufzug eingebaut, den er allerdings nicht verwendete, und er musste weniger unterrichten (bei voller Bezahlung). Kümmere dich um dich, deine Familie, sorge dafür, dass es dir gut geht. MS lässt sich zwar noch nicht heilen, aber immer besser behandeln.

    Noch einmal alles Gute.

    Danke fürs tippen. ;)

    Genauso sah es vor den Sommerferien bei uns aus. Und auch allem anderen stimme ich zu.

    Hätten die Universitäten also bereits vor Jahren die Kapzitäten für die Medizinstudiengänge erhöht, hätten wir das Problem nicht? Schande für unser Land echt! Statt genug Mediziner auszubilden, müssen die Abiturienten um jede Note feilschen, um bloß auf ihre 1,0 zu kommen, da ihre Alternative sonst wäre, ewig und drei Tage Wartesemester zu sammeln oder ins Ausland nach Österreich oder Bulgarien zu gehen.

    Viele unserer Mediziner gehen ins Ausland (z. B. Schweiz oder Schweden, meine Schwester arbeitete auch viele Jahre als Krankenschwester in der Schweiz, bevor ihr das pendeln zu viel wurde und verzichtet seitdem auf viel Geld und sie hatte fast nur deutsche Kollegen), weil sie dort bessere Bedingungen vorfinden. Geiz ist geil und möglichst niedrig Krankenkassenbeiträge und Steuern zahlen, rächt sich (manchmal).

    im großen und ganzen stimme ich dir zu, aber bzgl. keine Überlastung, ich hoffe auf den Shutdown light (ohne ihn wäre es spätestens Mitte Dezember knapp geworden).

    Und einige bekannte lntensivmediziner äußerten sich heute in einer Pressekonferenz, den Artikel, den ich vor ein paar Stunden las, finde ich nicht mehr. Google spuckte mir einen knapperen aus, es gibt einfach zu wenig Personal, es droht lt. diesen Medizinern Überlastung (und genau deshalb handelt die Politik jetzt).

    https://ga.de/news/panorama/…ng_aid-54311387


    Oder

    https://www.n-tv.de/wissen/Klinik-…le22128146.html

    Ich gebe jetzt mal die Aussage meines Hausarztes weiter, aber ohne Gewähr:

    "Solange Sie niemanden operieren, können Sie die FFP2-Maske so lange tragen, bis sie feucht ist. Dann lassen Sie sie trocknen und verwenden sie am nächsten Tag wieder. Das können Sie so 1 bis 2 Wochen machen. Dann setzt sich der Filter zu, das Atmen wird schwerer, das heißt, die Maske muss weggeworfen werden und Sie müssen eine neue nehmen."

    Ich probiere das gerade aus. Ich möchte - mal abgesehen von den Kosten - auch nicht so viel zusätzlichen Müll produzieren.

    Mache ich genauso. Allerdings verschmutzt sie irgendwann (zugesetzt hat sich noch keine). Ich habe 2 im Wechsel (an langen Schultagen, trage sie insgesamt bis zu 10 Stunden), fasse sie beim Wechsel immer nur an den Bändern an (auf keinen Fall innen), um sie nicht zu verunreinigen (ideal wäre Hände waschen vor und nach dem Wechsel, aber das funktioniert leider nicht immer).

    Aus Infektionsgründen gehörten die Schulen geschlossen (und das wissen auch die Verantwortlichen, deshalb wird es anders begründet z. B. mit Verhinderung von Gewalt).

    Fenster lassen sich öffnen, aber die Diskussionen im Restaurant waren um einiges extremer als in der Schule (da zählt mein Wort ggü. Schülern mehŕ) und da ich auch nicht Streit will, blieben die Fenster zu (Abstand war bei uns 1,5 m). Und der Restaurantbesuch ist genau wie die Tourismusbranche für die Gesellschaft entbehrlicher als andere Branchen.

    Ich habe in letzter Zeit auch oft überlegt, was man schließen soll, Friseur benötige ich auch nicht. Ich weiß es nicht, befürchte aber, dass dies nicht reicht.

    Wieso denn das deiner Meinung nach? Wenn die Tische in weitem Abstand stehen oder nur jeder zweite Tisch besetzt wird, ständig alles desinfiziert wird, die Gäste (außer am Tisch) und Servicekräfte durchgehend ihre MNB tragen usw. sehe ich dort nicht mehr Infektionsrisiko - sondern eher weniger - als bspw. wenn ich im Bus oder Zug sitze oder mit mehreren anderen Kundinnen und Kunden im Supermarkt einkaufen gehe.

    Du nimmst beim Essen die Maske ab, sprichst mit anderen und verteilst deine Aerosole im ganzen Raum (genau wie in der Schule). Und ich bin länger im Restaurant als im Supermarkt (da besteht kaum Gefahr, wo hat man da länger als 10 Minuten nahen Kontakt?)

    Restaurants lassen sich oft nicht gut lüften, ich reagiere sehr empfindlich auf Zigarettenrauch und konnte früher kein Restaurant ohne Tränen und Husten besuchen. Der Bus öffnet öfter die Türen, Einkaufsmärkte haben angeblich sehr gute Lüftungen (und außerdem sollen weniger Personen gleichzeitig hinein dürfen). Ich kann nachvollziehen, dass durchschnittliche Restaurants gefährlicher sind als Bus und Supermarkt (und der Hauptgrund ist immer, was ist lebensnotwendig), deshalb bleiben die Schulen offen (in der Pressekonferenz wurde soeben z.B. die Gewalt gegenüber Kinder im Frühjahr angesprochen und das auch deshalb die Schulen offen bleiben müssen), aber eben auch Supermärkte und ÖPNV. Es geht um die Gesellschaft, nicht um den einzelnen.

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