Beiträge von Kris24

    Zeit ist natürlich auch ein Problem (und dann fallen zuerst die Gespräche mit Fachkollegen weg, mir fällt gerade ein, wie viele Stunden ich einem Geographie- und Sportlehrer Bruchrechnung erklärt habe (dieselbe Gesamtschule), damit er es am nächsten Tag den Schülern erklären konnte (und er brachte Dinge immer wieder durcheinander, während ich hoffte, nichts wichtiges vergessen zu haben).

    Ich bin froh, dass an meiner jetzigen Schule darauf Rücksicht genommen wird (bei Einführung von NwT gab es Diskussion nach dem Motto alles Naturwissenschaft, ich habe damals zurück gefragt, ob man auch von einem Italienischlehrer Französischunterricht verlangen würde, seitdem wurde bei uns auch NwT entsprechend aufgeteilt, auf diese eine Kopplung kam es auch nicht mehr an.) Im allerersten Jahr musste ich tatsächlich Akkustik und Kraft unterrichten (und war den Schülern ungefähr zwei Wochen Schulbuch voraus. Ich fühlte mich unsicher und das merken Schüler (wenn Lehrer kaum mehr wissen als sie, wenn Hintergrundwissen fehlt.)

    Auch von meinen Englischkollegen höre ich immer wieder, wie schlecht die Aussprache (vieler) Grundschullehrer sei, dass sogar grammatikalisch Fehler gemacht würden usw.

    Ich war ein Jahr in den USA (Schüleraustausch) und ich habe gemerkt wie schlecht die Kollegen ausgebildet waren. Eine Lehrerausbildung wie bei uns gab es (damals) nicht.

    Fachfremd unterrichten ist für mich eine absolute Notmaßnahme, nicht viel besser als gar kein Unterricht (meine Englischkollegen meinen manchmal, kein Englischuntericht in der Grundschule sei besser).

    Das funktioniert schon in der weiterführenden Schule. Wir führen unsere Schüler mit dem System (Klassenlehrerunterricht) bis zum Realschulabschluss (tlw. mit Quali).

    Es bedarf Einarbeitung und (vor allem im ersten Durchgang) leidet der Fachunterricht bzw. eher die Fachdidaktik darunter, aber machbar ist das wirklich (auch von Referendaren werden die Klassen im BdU ja nicht unbedingt direkt gut unterrichtet!)

    Ich unterrichte mittlerweile D, E, EK, Geschichte/Politik, Wirtschaft, Bio und Kunst und es geht. Man muss Zeit investieren und sich fortbilden. In Schulen mit insgesamt höherem fachlichen Anspruch ist das vielleicht nicht ideal, aber auf jeden Fall ist das machbar. Wir haben ja alle ein Referendariat, einen universitären Anschluss und ein Abitur geschafft.

    Man muss sich Methodik und Didaktik anschauen und mit studierten Fachkollegen parallel arbeiten, dann geht das.

    Ich habe einmal eine Klasse Mathe 6 (Gesamtschule) übernommen, die mangels Mathelehrer in Kl. 5 von einem Bio- und Chemielehrer unterrichtet worden war und man hat es deutlich gemerkt. Bereits das Verfahren für schriftliche Subtraktion war nicht auf Dezimalzahlen erweiterbar (ich musste ein weiteres Verfahren einführen) , Rechengesetze sind nicht richtig erklärt worden usw.

    Ich selbst habe im Anfangsunterricht zweimal Physik unterrichtet (und hoffe alle Begriffe richtig erklärt zu haben). Es ist Schmalspur (es fehlt das Hintergrundwissen), es fehlt das Wissen, wozu es später noch verwendet wird (dazu reicht es nicht, alle Lehrpläne zu lesen). Und wenn die Basis fehlt, Begriff falsch erklärt werden, ist es selbst bei einer Unterstufe schlecht (und später kaum korrigierbar, weiß ich auch aus Gesprächen von Kollegen). Die Didaktik ist nicht das Problem.

    Mag sein, dass es an einer Hauptschule nicht so auffällt. Aber man merkt es deutlich, wenn man eine Klasse von einem Nichtfachlehrer übernimmt, die Klasse hat kein "breites Wissen " und Fachbegriffe werden entweder wortwörtlich aus dem Schulbuch erklärt oder zu allgemein (Alltagswissen), aber nicht fachlich korrekt. Es fehlt das Verständnis.

    Das war aber eher ein Problem Deiner Schule und nicht eins des Landes.

    Wir bekommen für jede Sammlung (Bio, Physik, Chemie) je eine Stunde.

    Es ist das Problem, wenn Lehrerkonferenzen abstimmen (jeder sieht nur seine Arbeit) . Ich erhalte jetzt 2 Entlastungsstunden (und es wird nicht abgestimmt, an allen mir bekannten Gymnasien in Baden-Württemberg ist es genauso, also je 2 Entlastungstunden für jede naturwissenschaftliche Sammlung, wir haben 4 zusätzlich NwT, wobei eine Entlastungsstunde auch mit einer A14 Stelle für 5 Jahre verrechnet werden kann).

    das Problem bei uns ist, dass die Fenster aus den Rahmen fallen könnten, nicht das Schüler herausfallen

    (Allerdings habe ich in 26 Jahren zweimal an der Nachbarschule (verschiedene Orte) erlebt, dass Schüler herausgefallen sind, einmal EG glimpflich ausgegangen, einmal 1. Stock nicht ganz so glimpflich. Beide Schüler saßen auf der Fensterbank mit dem Rücken nach außen. Deshalb gehe ich immer energisch dazwischen, wenn ich unsere Schüler so sitzen sehe - und meine Schüler schauen mich immer verständnislos an und verstehen überhaupt nicht, was ich meine.)

    ich bin bzgl. Entlastungsstundenverteilung froh, dass ich nicht mehr in NRW unterrichte (damals haben an meiner Schule die beiden größten Fachschaften Deutsch und Englisch bestimmt, dass für ihre Korrekturen fast alle Entlastungstunden reserviert wurden, Schulleitung hatte auch die beiden Fächer, für Chemiesammlung blieb nichts mehr übrig, die SL hat einfach einen abgeordnet (es war immer der neueste in der Fachschaft).

    Hier wird ungefähr die Zeit für die Zusatzufgaben bestimmt (1 Entlastungstunde für ein Schuljahr entspricht ungefähr 72 Zeitstunden, 36 Schulwochen mit je 2 Stunden). Das reicht zwar auch nicht, ich empfinde es aber als gerechter. (In Baden-Württemberg sind aber alle Fächer Korrekturfächer, Nebenfächer haben oft sogar mehr zu korrigieren, weil die Kollegen mehr Klassen unterrichten. Alleine deshalb würde hier niemand verstehen, warum für Korrekturen Entlastungstunde gewährt werden sollen. Deutsch hat zwar mehr zu korrigieren, aber keine zeitaufwändige Schülerversuche.)

    Die Frage ist nur: Warum stellen sie die Frage nach dem Hausmeister und den Fenstern dem Ministerium. Für Hausmeister und Fenster ist immer noch der Schulträger verantwortlich. Und dem muss man da Dampf machen, wenn nötig. - Hätte man aber auch schon viel früher.

    Kl.gr.Frosch

    Stimmt, nur hilft es nicht, wenn die Kommunen kein Geld haben, wenn der Denkmalschutz den Austausch der alten Fenster verzögert (Fenster sind am Rahmen fest geschraubt, weil sonst die Gefahr besteht, dass sie herausfallen könnten, das ist nicht schnell geändert) , wenn ...

    Und für die digitale Ausstattung soll auch noch Geld aufgebracht werden und das Steueraufkommen bricht weg ...


    Ich sehe es bei uns. Es ist ja nicht nur eine Schule (und eine nach der anderen ist ja dran, aber wenn es bei anderen noch dringender ist ...)

    Vielen Dank für die Erläuterung Kris24 . Ich hatte Pippis Vater gar nicht auf dem Schirm und hatte mich nur gewundert, was man an dem stärksten Mädchen der Welt Verwerfliches finden könne...

    Mir war es vor ein paar Wochen auch noch nicht klar, aber es ist z. Z. hier (in meiner Region) extrem Thema. Selbst unsere Eisenmann hat sich inden letzten Tagen dazu geäußert (und diese Diskussion wird in meinem Bekanntenkreis noch ärger geführt als Corona).

    Die Zigeunersoße wird jetzt ja auch umbenannt (und viele finden es übertrieben), aber Sprache ändert sich (sonst ist sie tot).

    es wird immer die Vielfalt (der verschiedenen Bundesländer) betont. Im Alltag empfinde ich aber das Gegenteil.

    Grund

    Als ich vor knapp 30 Jahren angefangen habe zu unterrichten, gab es 30 oder mehr unabhängige Schulbuchverlage, die teilweise sehr unterschiedliches Material, Methoden usw. verbreitet haben. Inzwischen gibt es 3 große (und 2, 3 kleine für einzelne Fächer), weil jedes Bundesland einen anderen Lehrplan hat. Die Verlage wurden nacheinander übernommen, deren Reihen eingestellt. Meine (älteren) Kollegen und ich vermissen sie. Die letzte Wahl bestand aus drei Büchern und mit keinem sind wir zufrieden. Die vielen Kompromisse gibt es nicht mehr. Schade.

    Da muss ich jetzt mal den beliebten "Verwirrend"-Smiley zücken... Was haben denn diese Kinderbuchfiguren mit unseren Schüler*innen zu tun?

    Das hat Lehramtstudent vermutlich nicht gemeint. Aber Sprache ist nie neutral. Das ist mir als Kind dank "Mohrenkopf" klar geworden, ich verstehe inzwischen, dass manche Zigeunerschnitzel und Pippis Vater Negerkönig nicht neutral sehen. Sprache formt Gefühle, dank meiner Deutschlehrerin bin ich auf Männer-/Frauensprache aufmerksam geworden. Mit Sprache kann man viel mehr erreichen als nur das was direkt gesagt wird. Sprache übt auch Macht aus.

    Ich versuche sensibel zu sein, weiß aber, dass es mir nie gelingen wird (und mache mich auch nicht verrückt). Ich fand daher den Begriff Kohorte schlecht gewählt, auch wenn ich verstand, was gemeint war. Aber da niemand direkt verletzt war, sondern belustigt reagiert hat, habe ich auch nichts dazu gesagt.

    Dabei hast du noch diese Bedeutung vergessen:

    in der Rinderzucht) Gruppe von Tieren, für die aufgrund bestimmter gemeinsamer Voraussetzungen ein erhöhtes Risiko angenommen wird, dass sie mit einem bestimmten Krankheitserreger infiziert sind
    GebrauchTierzucht

    Ja, ein weiterer Grund, warum dieser Begriff für mich "schlecht " gewählt ist (ich hoffe, Kohorte wurde nicht aus diesem Grund gewählt).

    aaah, okay! Danke. War für mich als Soziologin ein "neutraler" und treffender Begriff zur Beschreibung einer Gruppe mit bestimmten Merkmalen, z.B. alle SchülerInnen eines Jahrgangs. Empfinde ihn aber ehrlich gesagt, trotz anderer Wortbedeutungen, immer noch nicht als problematisch, weil er mir im Leben noch nie in der Bedeutung 1 (räuberische Schar oder Legionenteil) untergekommen ist. Das wäre wohl anders, wäre ich Historikerin, Veterinärmedizinerin oder Räuberprinzessin - und schon sieht man, wie neutral Sprache so ist.

    Ich dachte als ich den Begriff jetzt in Bezug auf Schüler zum 1. Mal hörte dank großem Latinum nur an römische Soldaten, dachte an Gleichschritt, Drill usw., dachte, der Begriff sei wegen der Anzahl gewählt worden und war erst einmal nur schockiert. Der erste mit dem ich sprach, kam auch mit Rinderzucht. Diese Gedanken werde ich nun nicht mehr los (der Begriff ist für mich absolut nicht neutral, aber auch nicht so wichtig, ich verwende ihn einfacg nicht). Und so geht es allen mit denen ich bisher sprach. Er wird falls ausgesprochen immer mit einem entsprechenden Kommentar versehen. Vermutlich haben den Begriff also Soziologen eingeführt und nicht bedacht, was andere dabei empfinden.

    Herzschädigung als Langzeitfolge

    Zitat

    "Das besondere bei unseren Fällen war, dass das Virus durch Myokardbiopsie im Herzmuskel auffindbar ist, auch wenn die eigentliche Covid-19-Erkrankung bereits durchgemacht wurde oder einen harmlosen Verlauf hatte”, erklärt Wenzel. “Erst nach einer klinisch unauffälligen Latenzzeit kamen die Patienten mit dem klinischen Verdacht einer Herzmuskelentzündung zu uns.”

    https://www.wissenschaft.de/gesundheit-med…-nach-covid-19/

    Was mich wundert, denn das weiß man doch schon seit März.

    Ich vermute eher, dass die meisten Leute keine gesteigerte Angst vor der Erkrankung haben und sich nicht symptomlos in Quarantäne begeben können und wollen. Wer ruft schon seinen Arbeitgeber an, um zu sagen, dass die App gesagt hat... und deswegen käme man mal ne Woche nicht vorbei? Ich weiß ehrlich gesagt auch noch nicht, was ich mache, wenn eine Meldung kommen sollte.

    Nein, es hieß (bis vor 2 Wochen (?)) 1 - 2 Tage vor Symptombeginn sei man ansteckend und auch die App benachrichtigt nur die Kontakte 2 Tage vor Symptombeginn). Aber selbst das scheint für viele Menschen so ungewöhnlich zu sein, dass sie es verdrängen (?)/nicht glauben (?). Ich wundere mich auch. Jetzt sind es 5 Tage. Es war ein Rechenfehler in einer Hongkonger Berechnung.

    Zum nachlesen

    https://www.br.de/nachrichten/wi…gedacht,S80MRVa

    Zu mir

    Wenn ich eine Warnung erhalte, werde ich sofort eine Mail an meine SL senden. Ich weiß, sie liest sie immer sofort. Falls doch nicht, rufe ich am nächsten Morgen unsere Vertretungsplaner an (immer mind. 30 Min. vor Unterrichtbeginn anwesend) und frage nach. Letztendlich entscheidet das Gesundheitsamt (benachrichtigt von der SL).

    Ich habe gehört (Bericht im Fernsehen), dass die App derzeit wenig bringt, weil nur ca. 5% der positiv Getesteten es auch in der App angeben. Das finde Ich sehr schade... :(

    Das habe ich anders gehört (und wegen Datenschutz weiß man auch gar nicht, wie viele es eingeben. Man weiß nur, wie viele anrufen und nach dem PIN fragen. Das tun aber nur die, die vom Labor keinen QR-Code erhalten haben. Oder waren das 5 %?)

    Ich habe gelesen, dass berechnet wurde, das nur bei 6 % der Begegnungen beide Infizierter und Unbekannter die App geladen haben und sie dann auch nur funktionieren kann. Das wurde in den letzten Tagen mehrfach geschrieben. Es müssen einfach noch mehr sie verwenden. Vielleicht hat dann jemand überlegt, dass ca. 20% nicht ihr pos. Ergebnis melden und kam auf 5 %? Das ist aber wegen Datenschutz nur Spekulation.

    Wichtig wäre, dass jeder, der sie verwenden kann, sie verwendet. Aber zu viele verstehen den Sinn dahinter nicht. (Ich höre immer wieder, wenn ich krank bin, bleibe ich sowieso zu Hause. Dass man laut ETH Zürich (sie haben einen Rechenfehler bemerkt) bereits bis zu 5 Tagen vor Symptomen andere anstecken kann, ist immer noch vielen nicht klar).


    https://www.n-tv.de/panorama/Zweif…le21989355.html

    ich habe übrigens die Umfrage bis zum Ende durchgeführt ;), mich aber über manche Fragen amüsiert. In meinem Studium gab es noch nicht einmal Windows, meinen 1. eigener PC habe ich mir im Referendariat geleistet (Windows 3.11) und keine Ahnung, ob ich 10, 12, 15 oder noch mehr Fortbildungen zu digitalen Medien und auch Einsatz von Tablets besucht habe. Jeder Schulbuchverlag bot welche an. Und was ist Erst- oder Zweitfach? NwT (bei uns Hauptfach und das Fach, bei dem ich mangels Schulbücher zuerst mein Tablet eingesetzt habe) fand ich gleich gar nicht.

    Man merkt wie bei vielen Umfragen, dass ein Außenstehender die Fragen gestellt hat. Aber genauso wenig wusste ich vor 30 Jahren auch. Es stellt sich halt die Frage wie sinnvoll solche Aufgaben sind, aber der TE kann nichts daran ändern, also helfe ich ein wenig.


    (PS :

    Beim Ausfüllen fiel mir ein, dass wir im Studium noch 11 3/4 große Disketten (nicht 5,25 oder 3,5, die kamen später) für ein Gerät hatten. Die Dinger waren noch labberiger als die 5,25 Zoll Disketten. Man trug sie mit ausgestreckten Armen, damit sie ja nicht knickten. Es hat sich so viel geändert, wer weiß, was in 5, 10 oder 15 Jahren ist? Tablets sind für mich ein Hilfsmittel nicht mehr oder weniger.)

    an meiner Schule hat jeder Lehrer ein Tablet gestellt bekommen als das digitale Klassenbuch eingeführt wurde. Ich verwende es häufig in Verbindung mit dem Beamer. Zu unseren Schulbüchern gibt es zusätzliches Material (Filme, kleine Apps), die ich auf meinem Tablet gespeichert habe und bei Bedarf an die Wand werfe/zeige/verwende. Auch meine Schulbücher inkl. Lösungsbücher sind gespeichert. Ich habe es genossen nur mein Tablet tragen zu müssen. Statt einer schweren Ledertasche reichte eine kleine Handtasche. Das meinte der TE vermutlich nicht.

    (Für meine Fächer gibt es ein paar sehr nette kostenlose Apps, die ich auch den Schülern gezeigt habe. Da aber nicht alle Schüler so gut digital ausgestattet sind und ich niemand bloß stellen möchte, habe ich sie im Unterricht nicht verwendet. )

    Allerdings soll jetzt für Lehrer auf Laptops oder zumindest Convertible umgestellt werden (wir sollten schon vor mind. 1 Jahr entsprechende Geräte erhalten, bei uns führt der Digitalpakt zu Verzögerungen, weil der Schulträger natürlich abwartet). Wieder mehr zu schleppen, aber auch mehr Möglichkeiten.

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