Das Geschmäckle hat ein schlechteres Klima im Kollegium zu Folge, man schaut (mehr) auf sich und nicht mehr auf andere, weil man sich eben ausgenutzt fühlt. Ich finde es schade. Und ja hier sind Gefühle entscheidend.
Aber wenn die meisten es hier gar nicht kennen, dass man sich freiwillig meldet im Wissen, dass es andere tun, wenn es einem mal nicht so gut geht (ohne gleich Attest und Überlastungsanzeige anführen zu müssen), dann vermisst ihr es auch nicht. Ich habe vor 2 Jahren einmal still gehalten, obwohl ich wusste, dass die SL mich für eine Dauervertretung vorgesehen hat, aber ich war ausgepowert und hatte Rückenschmerzen, konnte kaum sitzen und korrigieren. Ein Kollege sprang sofort ein, es gab dann größere Stundenplanänderungen, die bei mir nicht nötig gewesen wären.
Ich habe es zum Glück an allen drei Schulen, an denen ich Lehrerin war, erleben dürfen. An meiner 1. Schule gab es viel Gewalt und leider auch Kriminalität, ich übernahm eine Klasse von einer sehr jungen Kollegin, die verzweifelt war und konnte die Klasse nach dem Jahr, als ich am Ende meiner Kraft war, im Gespräch mit einem Kollegen, sie an ihn weitergeben. Nur weil ich dies wusste, habe ich die Klasse übernommen. Die SL hat es akzeptiert und unterstützt. Es ist so schön, wenn man im Team arbeitet und dieses im Thread geschilderte Verhalten hat die Macht, es zu zerstören. Das nächste Mal warten mehrere auf die Dienstanweisung von oben und je mehr es tun, umso weniger werden sich freiwillig melden.
An meiner 2. Schule habe ich eine Parallelklasse einige Zeit übernommen, um eine Dienstunfähigkeit zu verhindern. Auch das lief im kleinen Kreis, nur wenige inkl. SL, die selbst eine Klasse zusätzlich übernahm, wussten es. Als ich gehen wollte und dank Mangelfächer keine Freigabe erhielt, hat mir es die SL auf dieselbe Weise ermöglicht. Ich bin ihr dafür sehr dankbar. Vieles kann man im Team erledigen, wenn man sich vertraut, wenn man den anderen sieht.
So habe ich FridaK verstanden, so würde es mir auch gehen.