Beiträge von Kris24

    Eine Klassenleitung hat man eigentlich immer. Außer Kolleg:innen mit Lat / Frz (Lat / Frz / Span liegt bei uns auf Bändern, so dass man als eigentlich Hauptfachlehrkraft keine Klassenlehrkraft werden kann) und einem Epochalfach. Und ich wurde bei der Einstellung noch gefragt, ob ich auch fachfremd PoWi unterrichten würde... Manche bei uns haben weniger Arbeit als andere. Das ist der Ärger.

    Ich habe auch schon gehört, dass man x und y nicht in der Oberstufe einsetzen könne, weil es dann Stress gäbe (hach, der eine Spanisch-Lehrer... Da hat in diesem Abi-Jahrgang eine Schülerin imSpanisch-Kurs an das Nachbargym gewechselt.) Und so machen dann andere eben mehr in der Oberstufe, genau. Ist halt unfair. Dann sollen sie denen doch sonstwas geben. Die können ja z.B. meine ganzen Elternemails beantworten ("Wie, ich soll für die Klassenfahrt eine Fahrkarte in den Nachbarort für mein Kind kaufen, wenn es kein D-Ticket hat? Wie geht denn das?", "Ich habe alles im Ranzen meiner Tochter einzeln gewogen! Das ist viel zu schwer!!", "Wieso können Sie denn am Wandertag nicht mit den Kindern gemeinsam bis zum Treffpunkt und zurück gehen? [Sie kriegen bestimmt die Mehrstunden bei 2h am Tag bezahlt.]" Aber das wäre noch ein anderer Chat...)

    Meine Lösung habe ich noch nicht gefunden - krankmelden, um die Arbeit zu schaffen bzw. nicht wieder nur wochenlang 6h schlafen wegen der Korrekturen, habe ich bisher noch nicht gemacht.

    Bei uns ist der Frust bei so einigen Kolleg:innen in den letzten Jahren gewachsen. Vor drei Jahren ist ein Kollege mit De/Rel vorzeitig in den Ruhestand gegangen, weil er gesagt hat, er wolle gesund in Pension gehen - er hatte ständig viel Oberstufe und sah am Ende wirklich nicht mehr gut aus. Zwei Kolleginnen haben den Beruf ganz aufgegeben, obwohl sie Anfang dreißig waren. Sie fanden die Belastung zu hoch und haben sich im pädagogischen Bereich umgeschaut. Aktuell sind es auch einige, die zumindest sagen, dass sie so nicht weitermachen wollen.

    Bei uns sind Oberstufenkurse mehr gefragt, das Unterrichten ist viel angenehmer. Ich selbst freue mich, wenn ich 2 Chemie-LKs gleichzeitig habe, um unsere Basiskurse streiten sich mehrere Kollegen. Und auch wir hatten schon Kurse deutlich über 20. Mein größter LK hatte 26 Schüler, mein größter Basiskurs 28.

    Und bei uns schreiben alle Klausuren, auch Sport. Chemieversuche für viele Schüler sind auch aufwändiger als für wenige.

    Das gleiche Problem hier auch bei mir. Unterschiedliche Kursgrößen in unterschiedlichen Fächern. Dummer Kommentar der Kollegen: Augen auf bei der Fächerwahl.

    Keine Entlastungen und Anrechnungen. Am besten zwei Grundkurse in 11 und 12 mit jeweils 22-26 SuS und noch ne Klassenleitung bei Jahrgang 5-10.

    Im nächsten Leben werde ich Latein-Lehrer mit Kombi Informatik. Immer nur kleine Kurse und nie Klassenlehrer.

    Und vermutlich keine Stelle oder Teilabordnung an andere Schulen

    Ich nutze die Zeit immer, um erstmal zu hören, was in den Ferien so gelaufen ist. Dann kriegt man immer schnell ein Feeling dafür, wo es vielleicht nicht so gut lief.

    Und wie vermeidest du Angabe mit dem weitesten Flug usw.? (Und "Bloßstellung" bzw. Lügengeschichten anderer.)

    Ich bin selbst ein "gebranntes" Kind und musste entweder lügen oder fehlen. Zum Glück tat dies nur ein Klassenlehrer in der Unterstufe.

    Kris24 bei uns hat niemand am ersten Tag frei. Unsere Klassen haben alle zwei Klassleitungen, die sich die Arbeit teilen. Und die wenigen Kollegen, die keine Klassleitung haben, haben meist genug andere Aufgaben zu erledigen.

    Wir haben auch zwei Klassenlehrer pro Klasse und trotzdem bleiben einige Kolleginnen und Kollegen übrig.

    Welche andere Aufgaben gibt es bei euch? Eigene Unterrichtsvorbereitung hat ja jeder.

    Bis auf Bayern komme ich sprachlich ganz gut durch :flieh:

    Dazu passt aus https://de.m.wikipedia.org/wiki/Lysistrata

    "Während frühere Übersetzungen ins Deutsche (darunter 1806 Lysistrata von August Christian Borheck) sehr gemäßigt waren und sich an der Sprache Schillers und Goethes orientierten (vgl. die vierte Szene in der Übersetzung von Ludwig Seeger[12]), bedient sich die Übersetzung des Altphilologen Niklas Holzberg von 2009 der modernen Sprache und gibt unverblümt, aber wissenschaftlich korrekt, die oft recht derbe Ausdrucksweise des Originals wieder, wobei das damalige Dorisch der Spartaner durch Altbairisch ersetzt wurde, weil das „für die Athener mindestens ebenso seltsam klang wie für einen Preußen das Bayerisch“.[1

    Bei uns gibt es eine lange Liste, die mindestens zwei Schulstunden füllt, dann übernimmt der Fachlehrer und unterrichtet. 6 Stunden bei einer Klasse, die sich bereits kennt, finde ich auch viel. Ich hätte vor den Sommerferien deine erfahrenen Kollegen gefragt.


    (Haben Fachlehrer bei euch am 1. Tag frei? Bei uns nur die beiden ersten Stunden.)

    Wieder so dramatisch...

    Es leben ca. 2.5 Millionen Menschen mit arabischem, 2.6 Millionen Menschen mit türkischem und 1.3 Millionen Menschen mit russischem Migrationshintergrund in Deutschland. Das sind ca. 3.1% / 3.2% / 1.5% der deutschen Bevölkerung.

    Und die allermeisten sprechen deutsch.

    Ich denke, diese Begründung für Fremdsprache lernen, wird in Zukunft nicht mehr ausreichen. KI verbunden mit entsprechender Hardware wird für (kurze) Urlaubreisen/Roadtrips ausreichen.

    Mal schauen, welche Schulfächer (nicht nur Fremdsprachen) überleben werden und wie sie sich verändern.

    Mich hat z. B. Altgriechisch mehr überzeugt als Latein. Platon, Aristophanes und Sophokles waren interessanter als Caesars Kriege und Cicero, hat mich mehr geprägt (gut ich übertreibe ein wenig, es gab auch noch Ovid u.a.)

    Wie gesagt, wenn Note 4 nicht ein Ausrutscher war, spricht das entweder dafür, eine andere Naturwissenschaft zu wählen, oder, sollte es notentechnisch in anderen Fächern nicht besser ausschauen, es bietet sich an, du überlegen, ob es grundsätzlich Sinn macht, weiter die Schule zu besuchen oder ob nicht ein Abgang in Kombination mit der Suche nach einem Ausbildungsplatz infrage käme.

    Note 4 heißt ausreichend, es reicht also aus. Ich empfehle durchaus Basiskurs, so heißen bei uns Grundkurse, also weiterhin "Nebenfach". Warum sollten sie kein Abitur machen? Klar, wenn überall 4 steht, wird die Wahl schwierig.

    Leistungskurs bedeutet halt erhöhtes Leistungsniveau mit verpflichtenden schriftlichen Abitur am Ende.

    In BW kannst du - am allgemeinbildenden Gymnasium - halt nicht Spanisch als zweite Fremdsprache wählen, sondern nur Latein, Französisch, Russisch oder Chinesisch.

    Oder Englisch, wenn Latein die erste Fremdsprache ist.

    Wie ist es bei euch bei denen, die Latein als zweite Fremdsprache haben: Wählen da tatsächlich mehr Französisch als Spanisch als dritte Fremdsprache dazu (sofern beides angeboten wird)?

    Stimmt, aber Spanisch wird auch prozentual noch häufiger nach Klasse 10 abgewählt, ein Grundkurs kommt sehr selten zustande, ein LK nie. Und die Mehrheit wählt hier noch 3 Fremdsprachen.

    Volle Zustimmung. Fragt mich ein Schüler in der Einführungsphase, ob er mit einer 4 in Französisch (sprich 5 oder 6 Punkte), ob er das Fach weiterbelegen soll, würde ich wohl eher davon abraten - es sei denn, die 4 war eher einem kurzen Durchhänger geschuldet und er ist sonst besser.

    Es gibt aber Schüler (m/w/d), die auf einer soliden 2 stehen und sich dann fragen, ob das für einen Leistungskurs ausreicht (sowohl für Mathematik als auch für Französisch). Solche, die Angst haben, dass im Leistungskurs nur die absoluten Cracks sitzen und dann Angst haben, unterzugehen. Oder solche, die Angst vor der Kommunikationsprüfung haben - obwohl ihre mündlichen Leistungen bis dato völlig solide waren. Oder solche, die in mehreren Fächern gleich gut sind, sich aber dann doch entscheiden müssen. Und dann finde ich es völlig OK, eine Empfehlung auszusprechen, wenn aus meiner Sicht heraus berechtigt.

    Das sehe ich auch so, darum ging es aber in meinem ersten Beitrag nicht. Ich schrieb deutlich Chemie Klasse 10 Note 4.

    Das ist höchstens relevant für grenznahe Städte. Ansonsten bringt einem Spanisch als Zweitsprache weltweit wesentlich mehr. Und so denken die jungen Leute heute.

    Ich wohne nicht grenznah zu Frankreich, hier ist aber Französisch noch deutlich beliebter.

    Ich schrieb ja bereits in der Vergangenheit, dass Lehrkräfte durchaus auch für ihre Fächer Werbung machen können. Sie sollen nur bei der Wahrheit bleiben.

    Bei Fächern mit erfahrungsgemäß kleinen Kursen ist mehr Zeit, auf die einzelnen Schüler (m/w/d) einzugehen, was vielleicht für den Einen oder die Andere ein Pluspunkt darstellt.

    Wir haben tolle und engagierte Englischkolleginnen und -kollegen, aber in einem kleinen Französischkurs hast du noch einmal andere Handlungsmöglichkeiten als bei drei randvollen Englischkursen.

    Natürlich sollen Lehrer für ihre Fächer Werbung machen. Aber wer in Klasse 10 Nebenfach Chemie eine 4 hat, wird im LK mit größten Schwierigkeiten 5 Punkte erreichen. Wahrscheinlicher folgen 4 Unterkurse in Chemie und kein Abitur. Chemie ist lt. meiner Seminarlehrer das Fach, dass am meisten aufeinander aufbaut, viel mehr noch als eine Fremdsprache, viel mehr als in Mathe oder anderen Naturwissenschaften.

    Und wenn in Chemie die Grundlagen fehlen, schaffen es nur fleißige Schüler sie aufzuholen. Diese haben aber in Klasse 10 keine 4 im Zeugnis.

    Kurz, ich mache auch Werbung, aber ich habe den Blick auf betreffenden Schüler. Der Referendar war stolz, dass ein paar seiner Schüler Chemie wählen und meinte zu mir, ich solle ihnen in den ersten beiden Wochen eine Umwahl empfehlen. Aber so schnell kann ich sie und ihre Fähigkeite nicht kennenlernen. Er wollte vor der SL gut dastehen, alle anderen Kollegen haben die Schüler im Blick.

    Und der Bildungsplan ist zu voll, um fehlendes umfangreich zu wiederholen. Ich muss auch die guten Schüler auf das Abitur vorbereiten. Die Zeit ist knapp.

    Ich meinte die Kursgrößen. Dass im Latein- oder Französisch-LK weniger Leute hocken als in Deutsch oder Geschichte, wird der Regelfall sein, nehme ich an.

    Wir sind froh, wenn es einen Latein-Grundkurs gibt. Französisch wählen auch nicht mehr. Geschichte-LK ist allerdings auch nicht größer, wenn er zustande kommt.

    Und manchmal passieren seltsame Dinge. In diesem Jahr wurde der Chemie-LK häufiger als Bio gewählt, weil ein Biolehrer meinte, Bio sei so schwer geworden und ein Chemie-Referendar Werbung auch für Schüler mit Note 4 machte.

    Den Gedankengang kann ich nachvollziehen und bei uns wird das sicherlich durch Kooperationen mit anderen Schulen erleichtert. Wir schränken andersherum das Wahlangebot gerade deswegen ein, um für die Schüler einen möglichst kompakten Stundenplan ermöglichen zu können. Es gibt damit z.B. auch in der Q-Phase einen planbaren Wochentag ohne Nachmittagsunterricht, der gut für Hobbys nutzbar ist.

    Unsere Schüler haben ja auch höchstens 36 Stunden, die meisten deutlich weniger und daher auch einen Nachmittag frei. Es ist halt nicht bei allen derselbe. Kompakte Stundenpläne gibt es in der Kursstufe selten, davor immer, bis Klasse 10 bzw. Klasse 11 gibt es nie Hohlstunden.

    (traurig, weil wir auch jeden Tag 10-11 Stunden (eine Stunde Mittagspause) für die Oberstufe haben (nicht nur die Q.)

    11 Stunden Unterricht an einem Tag hatte ich schon in meiner Schulzeit in Klasse 11 (G9). 38 Pflichttstunden in der Woche, dazu noch 3 Stunden AG (Französisch, ich war auf einem altsprachlichen Gymnasium).

    Ja, in unserem Stundenplan gibt es 11 Stunden pro Tag (außer Freitag) und manchmal sogar 12. Ich hatte schon LK an 2 Tagen 10. und 11. Stunde, nicht lustig. Hinzu kam, dass fast der ganze Kurs jeweils in den ersten beiden Stunden Mathe hatte, sie waren die ganze Zeit vor Ort. Eine Kollegin sogar einmal 10. - 12. Stunde, 4. und 5. Stunde lagen dann am Vormittag.

    (Das wird bei uns versucht und klappt meistens, dass nur noch eine Doppelstunde so spät liegt.)

    Ergänzung

    Mittagspause kann in der 6. oder 7. Stunde liegen, auch da gibt es Spielraum.

    Ach du sc******. Verstehe ich das richtig, dass ihr im Stundenplan dann an jedem Tag Unterricht für 10 Stunden in der Q-Phase vorhaltet? Wir kommen i.d.R. mit 38-40 Stundenslots pro Woche aus.


    To be fair: Natürlich dann nicht mit jedem denkbaren Fachangebot/Kombination.

    Ja. Kleines Gymnasium, große Auswahl, sonst verlieren wir weitere Schüler. 11 Unterrichtsstunden pro Tag sind üblich, manchmal sogar eine 12.

Werbung