Beiträge von elCaputo

    Auch Bundeswehrärzte und Amtsärzte verfahren nach dem genannten und bewährten Prinzip. Auch sie sind zunächst einmal persönlich für ihr ärztliches Handeln verantwortlich und hängen in aller Regel an ihrer Approbation. Der Berufsethos, der lang erprobte Vorgehensweisen als ratsam erscheinen lässt, sei nur am Rande erwähnt.

    Freilich könnte man unter Pandemiebedingungen anfangen, Herz-OPs nicht nach dem Goldstandard, sondern mit verbundenen Augen, einer rostigen Gartenschere und mittels einer kunstvollen Trepanation der Schädelkalotte durchzuführen.

    Platympus

    Für die meisten Ärzte entspricht erst die Empfehlung durch die Stiko einer Freigabe. Unterbleibt diese Empfehlung, unterbleibt i.d.R. auch die Impfung. Eine Nichtäußerung zu einem Impfstoff durch die Stiko ist in diesem bewährten System nicht vorgesehen.

    Die Zusage durch den Bund, pauschal für etwaige Impfschäden mit Corona-Impfstoffen aufzukommen, stellt so ein Novum dar. Dem wiederum begegnet man mit Misstrauen. Wenn man das unsägliche Spiel mit den ebenfalls zugesagten Soforthilfen für die Praxen mitbekommen hat, dann ist dieses Misstrauen durchaus begründet.

    Man kehrt zu dem eingangs beschriebenen Muster zurück. Keine Stiko-Empfehlung = keine Impfung.

    Kein niedergelassener Arzt ist verpflichtet, eine Impfung zu verabreichen (unabhängig vom Impfstoff). Diese Leistung liegt immer im Ermessen des Arztes und er kann sie jederzeit und ohne Angabe von Gründen verweigern.

    Nicht wenige Ärzte verweigern sich dem Impfen gänzlich und das nicht erst seit Corona. Und davon sind wahrscheinlich die allermeisten noch nicht einmal Impf-Skeptiker, sondern hadern mit dem rechtlich heiklen Status des Impfens und der verhältnismäßig sparsamen Entlohnung.

    Dann muss die Blumen-Lobby ja wirklich ein Strippenzieher in Berlin sein. ;)

    Nein, das waren wohl eher die großen Baumarktketten, die im ersten Lockdown noch gänzlich unbehelligt geblieben waren (und das Geschäft ihres Lebens gemacht haben). Im dann im zweiten Lockdown hatte man über die Gartenbauabteilungen dann doch noch (übrigens nachgeschoben) die gänzliche Schließung und allzu große Einbußen abgewendet. Die kleinen Blumenläden waren da zugegeben nur Beifang.

    Und über die Lobby der ebenfalls betroffenen Landwirte muss ich hoffentlich kein Wort verlieren. Das Landwirtschaftsministerium begreift sich schon immer mehr als deren Interessenvertretung, denn als deren Regulierungsbehörde.

    Ach Quark. Die "wissenschaftliche Grundlage" war dann die Erkenntnis, dass Blumen verderben und auf Feldern wachsen? Überraschung, das gilt für die zahllosen Kartoffeln, Bohnen, Mais etc. die von Restaurants oder auf den Wochenmärkten plötzlich nicht mehr verkauft werden durften, ebenso.

    Die Diskussion ist doch absurd. Gerade bei der Öffnung bzw. Schließung bestimmter Branchen war klar erkennbar, dass nicht Wissenschaft oder medizinische Erwägungen eine Rolle spielten, sondern wirtschaftliche (und damit politische). Je besser die Lobby, desto unbehelligter blieb man. Fertig ist der Lack.

    Es gibt für alles eine Erklärung - die für die Blumenläden hatten wir hier auch mal: Blumen zählen als verderbliche Waren, daher machte man eine Ausnahme. Im Gegensatz zum neuen Pullover kann man die nach zwei Wochen wegwerfen.

    Alles ganz einfach. ;)

    War das damit dann eine wissenschaftliche oder eine politische Entscheidung? Genau! Eine politische.

    Verderbende Blumen wurden über das Infektionsrisiko gestellt, das ja ohne jeden Zweifel in beiden Arten von Geschäften bestand.

    Die meisten Diskrepanzen und Inkonsostenzen im Kontext von Corona waren und sind Ergebnis politischer Entscheidungen, nicht wissenschaftlicher Neuerkenntnisse. Das war mein Punkt. Quod erat demonstrandum.

    Auch in der Wissenschaft ändern sich Erkenntnisse durch weitere Forschung. Siehe z. B. Kritischer Rationalismus nach Karl Raimund Popper.

    War es also die Wissenschaft oder gar Karl Raimund Popper, der im Baumarkt Menschen mit Metro-Karte ungeimpft und ungetestet einkaufen ließ, während sonst nur Getestete hineinkamen? Waren Popper und die Wissenschaftler es, die mehrfach negativ getestete Kontaktpersonen unbarmherzig in Quarantäne beließen, während andernorts fleißig und ohne jede Testung weiter geschlachtet wurde? Hatte gar eine wissenschaftliche Neu-Erkenntnis dafür gesorgt, dass der Blumenladen offen, die benachbarte Boutique aber geschlossen bleiben musste? Sicherlich ist es auf Poppers Mist gewachsen, dass überall Abstandsgebote und Schließungen galten, nur eben plötzlich nicht mehr in Schulen. Basketball ohne Maske in der Pause nein, nach der Pause auf dem angrenzenden Sportplatz selbstverfreilich. Überhaupt Maskenpflicht draußen. Da weiß man ja, wie ehern die von den Wissenschaftlern verteidigt wurde...

    Quarantäne für alle positiv Getesteten, nur nicht für medizinisches Personal. Apropos. Nur eben jenes durfte zunächst testen und bescheinigen. Inzwischen machen das Lehrer und andere Betrüger. Eine bahnbrechende Erkenntnis der Wissenschaft war dem wohl vorausgegangen.

    Man kann die Leute nicht zu ihrem Glück zwingen. Dass breite Teile der Bevölkerung nicht in der Lage sind, Informationen aufzunehmen geschweigen denn korrekt einzuordnen, ist wirklich keine Überraschung. Die Boosterimpfungen sind ja erstmal nur für Alte und schwer Vorerkrankte (...)

    Und genau da liegt doch die Crux. Es ist doch kein Wunder, das "Informationen nicht angenommen werden", wenn sich die Informationen ständig ändern. Zum Teil in ihr Gegenteil.

    Zu Zeiten als Impfstoff knapp war, wurde kommuniziert, dass das Gesundheitsproblem außerhalb der Risikogruppen ein lässliches sei. Zufällig hatte man nie zu wenig Impfstoff, sondern immer nur genau so viel, wie es gerade Risikopatienten gab. "He, regt Euch nicht auf. Ihr habt keine Priorität, ihr seid praktisch nicht gefährdet, gebt euch mit einem späteren Impftermin zufrieden." Monate später kann die Impfung von den Leuten, die eben noch als vernachlässigenswert wichtig galten, nicht schnell genug gemacht werden und wir reden plötzlich von Impfpflicht.

    Ein ähnliches Kommunikationsfiasko gab es bereits bei den Masken, denn als es die nicht gab, waren sie auch unnötig bis gar nicht hilfreich. Jetzt gibt es sie und wir müssen sie plötzlich sogar auf leeren Supermarktparkplätzen tragen.

    Heute hüh, morgen hott. Zwischendurch ein Bombardement aus Zahlen, ständig wechselnden Beobachtungsgrößen (Intensivauslastung, Hospitalisierungen generell, R-Wert, Inzidenzen etc), ein Wust an Regeln, Gesetzen, Verordnungen (auch die häufig schwachsinnig oder sich selbst widersprechend), die dann im Nachbarort wieder ganz anders sind. Diese Dissonanzen, die logischen Brüche und Inkonsistenzen werden auch von "breiten Teilen der Bevölkerung" wahrgenommen und entsprechend goutiert.

    Corona zeigt nicht das Versagen der Menschen, sonder die Planlosigkeit und Inkompetenz der zuständigen Stellen und Personen - über einen so langen Zeitraum.

    Wer sonst keine Probleme hat...

    Interessant, was man aus einem solchen Posting machen kann. Tom123 bringt das Beispiel mit den Diskotheken, um zu zeigen, dass auch in D nicht alle Maßnahmen widerspruchslos hingenommen werden. Damit wurde der Vergleich zu Schweden gezogen.

    Eine Wertung, ob wie und warum das Aufbegehren gegen Disco-Schließungen nachvollziehbar ist, war nicht das Thema. Hat Tom 123 auch nicht vorgenommen.

    Nymphicus

    Die Tatsache, dass Du bei Deinen Beiträgen ständig Dinge annehmen musst, die nicht der Wirklichkeit entsprachen und entsprechen, dass Du immerfort den Modus Konjunktiv bemühen musst, nur um dann auf eine hypothetische (und natürlich möglichst finstere) Zukunft zu verweisen, zeigen doch deutlich, wie Du es mit der Realität hältst. Die Fakten widersprechen schlicht Deiner Fiktion!

    Die Erfahrung zeigt uns, dass ein respiratorisches Virus naturgemäß mutiert, dass Corona dies mit einer recht hohen Rate tut, dass Impfstoffe immer wieder daran angepasst werden müssen und dass eine Welt, die nicht aus lauter selbstversorgenden Pitcairn-Inseln besteht, sich darauf einrichten muss, dass Corona gekommen ist, um zu bleiben. Innerhalb dieses Rahmens gilt es, unser Denken und Handeln abzustecken.

    Hätte hätte Fahrradkette, hätt der Hund nicht geschissen sind null zielführend.

    Von wegen Troll. Die Träumereien, denen hier so mancher von einem Covid freien Neuseeland nachhängt, samt Auswanderung, sind nicht weit entfernt von meinem Verweis aufs Schlaraffenland. Das ist meines Wissens auch ziemlich in der Nähe.

    No Covid ist illusorisch, auch wenn man noch so viele 'hätte' 'wenn' und falsche Konjunktive in seine Tagträumereien einbaut.

    Wird ja jetzt doch recht ernsthaft hier. Deshalb vielleicht noch ein paar Dinge, jenseits der Politik, die irgendwie besser waren.

    Rentner fuhren nur im Osten häufiger Rad. Und schonmal gar nicht mit elektrifizierten 30 Sachen als Ghost Rider im Herrensitz. Die Straßen und Radwege sind ein reiner geriatrischer Albtraum.

    Die Führerscheinregelungen waren wesentlich großzügiger. Auto- und Motorradführerschein gemacht und schon ist auf der komischen Plastikkarte alles ausgefüllt. Heute musste ja gefühlt für einen Klappfix einen extra Führerschein machen.

    Omas Kartoffelsalat. Der war der beste und kommt nicht wieder. Schnüff.

    Der Anteil der Kinder aus Familien, die Gelder nach dem SGB2 beziehen, beträgt in NRW 18%. Je nach Schultyp und Lage sind es schonmal 50 bis 75 Prozent einer Klasse, die vom Amt leben. Mit allen dazu gehörenden Folgeproblemen.

    Zu meiner, zugegeben behüteten und priviligierten, Schulzeit waren das dystopische Horrorszenarien.

    Zahlen zur diesbzgl. Entwicklung in den letzten 30 Jahren kann ich nicht finden. Nach meinem Empfinden sind sie explodiert. Aber exponentielles Wachstum wird bei uns ja nur in einem bestimmten Kontext zum Aufreger. Da gibt es dann auch täglich neue Zahlen.

    Wisst Ihr, was früher besser war? Cherry Coke, die schmeckte noch richtig geil künstlich nach BASF-Kirschen. Wir hatten noch nen Dosenautomaten mit Cola in der Schule! Heute undenkbar. Oder Katjes, noch so richtig haram. Heute schmecken die so grieselig, genau wie Jaffa Cake. Dann Banjo in der Pause. Nein, das war keine ulkige Gitarre.

    Die lustigen Taschenbücher waren noch auf jeder zweiten Doppelseite schwarz weiß - war jetzt nicht so dolle. Fingerkloppe oder Skat im Schulbus war super.

    Bin früher selbst zum Kindergarten gegangen, genauso wie die meisten anderen Kinder. Heute darf mein Kind das vom Kindergarten aus schon nicht mehr. Ist verboten.

    Aber die Tage, an denen mich ein Elternteil in die Schule chauffiert hat, kann ich auch an einer Hand abzählen. Bei 13 Schuljahren und rund 12 km durch den Wald. Heute muss ich meist ewig lange warten, bis ich mal auf den Lehrerparkplatz darf, weil die lieben Kinderlein am besten im Klassenraum ausgekippt werden.

    Gilt es eigentlich auch als Egoismus, wenn man andere Meinungen oder Haltungen als die eigene, nicht aushalten kann und ihnen mit persönlichen Anwürfen begegnen muss?

    Habe jetzt ein bissl mitgelesen und bislang noch keinen Kommentar ausmachen können, der jemanden hätte von seiner "Reiseenthaltsamkeit" abbringen wollen. Das ist doch wie beim Fleischkonsum. Warum muss eine persönliche Entscheidung zum Verzicht immer gleich in ein absolutes Sendungsbewusstsein und eine moralische Selbsterhöhung umschlagen? Diese Art der oberlehrerhaften Übergriffigkeit braucht doch niemand.

    Fährt mein Nachbar furchtbar gern auf Kreuzfahrten, dann hat das null Einfluss auf meine Entscheidung, dies nicht zu tun.

    Jeder nach seiner Fasson.

    Raum für Denkanreize oder für Schilderungen, warum man für sich persönlich die entsprechenden Entscheidungen getroffen hat, ist dann immer noch.

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