Beiträge von Referendarin

    Zitat

    Äh...wie ist es denn in RLP so

    Die meisten Schulen in RP sind eher ländlich bzw. in kleineren Städten. Das hat den Vorteil, dass die Schüler meist wesentlich unproblematischer sind.
    Ich habe meine Praktika in RP gemacht und musste feststellen, dass wirklich ein riesiger Unterschied zwischen den Schülern dort (eben in kleineren Städten und auf dem Land) und den Schülern im Ballungszentrum NRWs besteht. Da liegen einfach Welten dazwischen.
    Natürlich gibt es in RP auch größere Städte (von Ludwigshafen habe ich bisher beispielsweise nichts Gutes gehört) und in NRW auch ländliche Gegenden, aber die Wahrscheinlichkeit, in RP an einer Großstadtschule zu landen, ist recht gering. Andererseits ist natürlich auch die Wahrscheinlichkeit recht hoch, im Nichts zu wohnen.
    RP besteht hauptsächlich aus Eifel, Hunsrück, Rheinland und der Pfalz - ganz grob gesagt, also ländlichen Mittelgebirgen mit viel Wald und einigen Weingebieten - mal so ganz grob gesagt. Innerhalb Deutschlands ist man dort ein bisschen "ab vom Schuss", je nachdem wo man wohnt, aber die Nähe zu Ländern wie Frankreich, Luxemburg und Belgien ist auch ein großer Vorteil. Im gesamten Bundesland wird Dialekt gesprochen und du wirst überall Probleme haben, den Schülern den Unterschied zwischen "sch" und "ch" beizubringen, da man den "ch"-Laut dort gar nicht kennt. ;)

    Gruß von einer Exil-Rheinland-Pfälzerin

    Hallo Carla-Emilia,

    ich wollte gestern ja noch weiterschreiben. Aber heute bin ich selbst wieder ein bisschen ratlos, weil sich meine 9er heute auch unmöglich benommen haben.

    Die Schüler haben was von der Tafel abgeschrieben und es war total still, daraufhin hat eine Schülerin lautstark in die Klasse gerufen: "Ey Leute, es ist ja gerade viel zu still. Macht doch mal ein bisschen Krach." Die anderen haben angefangen mitzumachen, aber dann glücklicherweise aufgehört, als ich sie ermahnt habe. So ging es aber dummerweise die ganze Stunde. Ich war nach der Stunde total genervt und dachte, es kann ja wohl nicht wahr sein.

    Ich hatte eine Grammatikregel mit ihnen ausführlichst besprochen, ganz ganz langsam, wie die Klasse es möchte, da viele Schüler extrem schwach in Englisch sind, diese auf Englisch an die Tafel geschrieben, sie noch mal übersetzt, weil es zu schwer für die Schüler war und sie noch mal auf Deutsch an die Tafel geschrieben, weil die Schüler das unbedingt wollten. Und währenddessen ist die Klasse dann ziemlich abgedreht. Einzelne Schüler haben die anderen zum Quatschmachen angestachelt und hielten es nicht mal für nötig, überhaupt was von der Tafel abzuschreiben. Ich habe mir vorgenommen, solche Dinge eben nicht 5 mal zu erklären, sondern eben nur noch 2 oder 3 mal. Aber das ist doch schade für die anderen Schüler, oder?

    Hausaufgaben, Elternunterschriften und allem anderen läuft man ewig hinterher. Gespräche mit den Eltern sind z.T. sehr hilfreich, aber ich kann ja auch nicht alle Eltern ständig anrufen, sonst werde ich ja gar nicht mehr fertig. Einige Eltern waren auch beim Elternsprechtag. Sie sind z.T. alleinerziehend und sagen selbst, dass sie gar nicht mehr wissen, was sie mit ihren Kindern machen sollen.

    Manche Stunden in der Klasse laufen ganz gut. An anderen Tagen geht das Gemotze los. Es gibt einfach Schüler, die unverschämt werden, wenn man sie in höflichem Ton darauf hinweist, dass sie in der Schule nicht mit den Füßen auf dem Stuhl (mit angezogenen Beinen vor dem Tisch und den Füßen auf dem eingenen Stuhl) sitzen sollen.

    Ich habe mich mit einer anderen Lehrerin unterhalten, die in der Klasse unterrichtet. Sie hat die Klasse seit zwei Jahren, ist extrem streng und hatte am Anfang lange Zeit den gleichen Zirkus und hat lange "kämpfen" (bitte jetzt nicht falsch interpretieren) müssen.

    Vielleicht ist es ein kleiner Trost: Es geht nicht nur dir so.

    In der Klasse sind auch ein paar sehr sehr nette Schüler, die selbst sagen, dass sie es unglaublich finden, wie ihre Mitschüler sich verhalten.

    Aber was macht denn ihr anderen Lehrer, die ihr längere Erfahrung habt? Habt ihr denn nicht solche Klassen?

    Meine Kollegen, die vorher am Gymnasium unterrichtet haben, sagen alle, dass es solche Klassen an ihren Schulen nicht gegeben hätte. Eine meinte sogar, sie hätte früher nie gedacht, dass es einen Schüler oder eine Schülerin gäbe, die so unverschämt wäre. Sie hätte so etwas vorher nie erlebt, hätte aber dann an unsere Schule feststellen müssen, dass es nicht nur einzelne solcher Schüler gäbe.
    Habt ihr nicht solche Klassen?

    Wir haben ja auch wirklich viele ganz ganz nette Schüler, ich habe auch zwei wirklich nette Klassen, aber solch eine Klasse geht auf Dauer ganz schön an die Nerven. :(

    Wahrscheinlich war das jetzt nicht sehr hilfreich, aber vielleicht hilft es auch zu wissen, dass es nicht nur dir so geht.

    Komischerweise läuft in den Klassen bis inklusive 7 immer alles ohne größere Probleme, aber ab 8 wird es meist wahnsinnig schwer. Gut klappt es in den höheren Klassen anscheinend vorwiegend bei Lehrern, die die Klassen schon ab der 5. oder 6. Klasse hatten und bei Lehrern, die extrem streng sind und für nicht gemacht Hausaufgaben o.ä. auch mal schnell eine 6 geben. Aber kann das die Lösung sein?
    Ich stehe auch ständig in dem Konflikt, einerseits gerecht und freundlich zu den Schülern sein zu wollen, aber andererseits eben auch richtig durchgreifen zu müssen. Schade. :(

    Heute auch ratlose Grüße von

    Referendarin ?(

    Zitat

    Frag sie warum, wie sie die Situation finden, was man gemeinsam ändern könnte, was sie sich wünschen (Änderungen etc.)

    Sorry Draken, aber damit käme ich bei meinen Schülern bestimmt nicht weiter. Carla-Emilia hat die Schüler ja bereits gefragt, wie sie die Situation finden und was man gemeinsam änderen könnte. Das hat nicht geklappt und damit einfach eine Phase gekommen, in der sie Grenzen setzen muss und zeigen muss, dass das "Was wünsche ich mir" auch nur begrenzt funktioniert. Wenn ich meine Schüler fragen würde, was sie sich wünschen, würden sie sagen: "Keine Schule, keine Hausaufgaben, den ganzen Tag Musik hören und Party machen... "
    Meine Schüler erwarten neben allem Verständnis für sie, dass der
    Lehrer klare Anforderungen gibt, Grenzen setzt und auch Sachen für sie entscheidet. Manche Dinge und Maßnahmen kann man Schülern zwar erklären, aber ich würde mich dann auf keine Diskussion mehr einlassen. Sonst nehmen dich die Schüler irgendwann nicht mehr ernst.

    Grüße,
    Ex-Referendarin,
    der das auch oft noch schwerfällt.

    Das kommt mir alles so bekannt vor. So habe ich auch immer gedacht.

    Zitat

    Ich habe die Befürchtung, dass das Kontaktieren der Eltern nach hinten losginge, weil das "arme Kind" wahrscheinlich die Flucht nach vorne antreten und damit argumentieren würde, es würde ja gar nichts lernen, weil es so laut sei und das sein eigenes Fehlverhalten nur auf mich und meinen Unterricht bzw. mein mangelndes Durchsetzungsvermögen zurückzuführen sei.

    Aber:
    Niemand kann von dir verlangen, dass du dich durchsetzen sollst und gleichzeitig gar nicht durchsetzen darfst. Das wäre ja absurd. Du hast ja wirklich nicht direkt sanktioniert, sondern alle demokratischen und erzieherischen Mittel ausprobiert. Auch du und auch die ruhigen Mitschüler in der Klasse haben ein Recht darauf, respektvoll behandelt zu werden und nicht unter den anderen leiden zu müssen.
    Bei dem Trainingsraumkonzept heißt es beispielsweise: Jeder Lehrer und jeder Schüler hat ein Recht auf ungestörten Unterricht.
    Das würde ich jedem, der dir Vorwürfe macht, klarmachen.
    Aber ich glaube wirklich, dass die meisten Eltern dir keine Vorwürfe machen werden. Ich habe jedenfalls meist sehr gute Erfahrung mit Elterngesprächen gemacht. Die meisten Eltern waren ganz schockiert darüber, wie ihr Kind sich im Unterricht verhält. Und sie waren froh, das zu wissen. Ich glaube, niemand, der mit Jugendlichen zu tun hat, seien es nun Eltern, Lehrer oder sonstwer, kann Konflikte und Machtkämpfe vermeiden, da Jugendliche permanent ihre Grenzen austesten.

    Ich habe gerade nicht viel Zeit, deshalb schreibe ich später weiter.

    Hallo Enja,
    man wird als Lehrer ab einer gewissen Klassenstufe einfach skeptisch. Es kommt leider häufiger vor, dass Schüler mich anlügen, (wenn sie mir sagen, warum sie die Hausaufgaben nicht machen konnten etc.) als es vorkommt, dass Schüler aus seltsamen Gründen wie falscher Mailadresse die Hausaufgaben wirklich nicht machen konnten. So schade es ist: Ich werde täglich bestimmt mindestens 5 mal von Schülern angelogen und im zufälligen Gespräch mit den Eltern, anderen Lehrern oder Schülern oder sonstwie stellt sich heraus, dass sie gelogen haben. Da finde ich es normal, dass man zumindest skeptisch wird.
    Bei den Kleinen in der 5. und 6. Klasse kommt das glücklicherweise seltener vor, viele Schüler lügen natürlich auch gar nicht, aber leider kommt das Lügen gar nicht so selten vor.
    Beispiel: "Ich kann nicht zum Förderunterricht kommen, da ich einen Arzttermin habe", habe ich an einem Tag 10 (!) mal gehört.
    Ob es wirklich stimmen kann, dass 10 Schüler gleichzeitig Arzttermine haben und das auch noch an einem Tag, an dem - wie seit Langem bekannt war - Förderunterricht ist.
    Oder ich habe die Hausaufgaben 2 mal erklärt, sie an die Tafel geschrieben, ich habe gefragt, ob etwas unklar ist und noch Fragen bestehen, die Schüler können mich direkt nach der Stunde fragen und trotzdem sagen mir am nächsten Tag 5 Schüler, dass sie nicht wussten, dass sie etwas aufgehabt hätten. Gleichzeitig sagen sie selbst, ihre Mitschüler und teilweise auch die eigenen Eltern, dass diese Schüler sehr faul sind und sich gerne vor Arbeit drücken. Die anderen 25 Schüler haben es aber seltsamerweise mitbekommen und verdrehen schon die Augen, wenn ich noch mal nachfrage, ob auch alle die Hausaufgaben mitbekommen haben.
    Hm, da darf man doch wohl skeptisch sein, oder? Komischerweise
    "passieren" diese seltsamen Sachen wie falsche Mailadressen etc. manchen Schülern nie, anderen dafür sehr oft.

    Hallo Carla-Emila,

    solche Klassen gibt es leider immer wieder.

    Ich denke, du hast jetzt alle demokratischen Wege versucht und die Schüler gehen nicht darauf ein bzw. testen deine Grenzen immer weiter aus und überschreiten Grenzen. Es kann nicht sein, dass dich Schüler anschreien und das keine Konsequenzen hat. Es kann auch nicht sein, dass die Schüler im Unterricht machen können, was sie wollen, nur weil sie laut genug gestört haben.

    Ich hatte eine ähnliche Klasse im Referendariat und habe erst viel zu spät richtig durchgegriffen. Bewährt haben sich bei mir v.a. Gespräche mit den Eltern. Den meisten Eltern ist es nicht egal, wenn ihre Kinder sich so verhalten. Was mir auch sehr geholfen hat, war die Schulleitung, die ich leider erst viel zu spät eingeschaltet habe. Wahrscheinlich testen die Schüler es umso mehr aus, da sie wissen, dass du Berufsanfängerin bist. Wenn du die Schulleitung hinter dir hast (der erste Weg wäre ja die Klassenleitung, aber das scheint ja auch nichts zu bringen) und die Schüler das mitkriegen, dann sehen sie, dass du wirklich Grenzen setzt und Dinge durchsetzt. Bei mir hat es geholfen, bei
    den krassesten Verstößen Tadel zu schreiben, die von der Schulleitung unterschrieben und zu den Schülern nach Hause geschickt werden. Außerdem habe eine Schülerin direkt zur Schulleitung geschickt.

    Gut waren auch Gespräche mit Kollegen, die in der Klasse unterrichten. Man ist ja selten der einzige Lehrer, der Probleme mit einer schwierigen Klasse hat. Versuche, so konsequent wie möglich zu sein und Grenzen zu setzen.

    Eine weitere Möglichkeit ist noch, Stillarbeit machen zu lassen und anzukündigen, das Ganze einzusammeln und zu benoten.

    Ich drücke dir ganz feste die Daumen, dass die Schulleitung und die Eltern hinter dir stehen und die Situation besser wird.

    Ich glaube, gerade als Berufsanfänger ist man leider oft nicht streng genug; das geht uns wohl fast allen so. Ich habe daraus gelernt und bin wesentlich strenger als im Referendariat, obwohl ich in manchen Klassen auch leider immer noch nicht streng genug bin.

    Zitat

    Hattet ihr schon mal so etwas bzw. was würdet ihr machen??

    Bei uns wird es so gemacht, dass die Schüler, die die Hausaufgaben wiederholt nicht gemacht haben oder die ich beim Abschreiben der Hausaufgaben erwischt habe, diese an einem Nachmittag in der Schule nachholen müssen. Vorher gebe ich eine Benachrichtigung an die Eltern mit, so dass diese dann sowohl wissen, dass ihr Kind wiederholt die Hausaufgaben nicht gemacht hat als auch darüber informiert sind, dass ihr Kind nacharbeiten muss. Die Eltern fanden das ganz klasse.

    Ich finde deine Idee übrigens auch sehr gut.

    Hallo Venti,
    eigentlich ist es in der 9 so vorgesehen, dass die Schüler, die möchten, aufs Gymnasium vorbereitet werden. Da die Klasse aber so schwach ist, soll auch gefördert werden. Ich könnte es theoretisch so machen, dass ich eine Woche die leistungsstärkeren Schüler bestelle und in der nächsten Woche die anderen. Möglicherweise kämen bei diesen kleineren Gruppen dann aber manchmal nur 2 Schüler, da viele Schüler in der Klasse sehr unzuverlässig sind.
    Ich habe die Schüler am Anfang befragt, wer in den Förderunterricht wollte und wer was dort besonders üben möchte. Damals hatte ich eine recht homogene Gruppe, da sich eher die motivierten Schüler gemeldet hatten.
    Die meisten Schüler hatten ihren Eltern aber nicht erzählt, dass dieser Förderkurs angeboten wird und nachdem die Eltern unterschreiben mussten, ob ihr Kind teilnehmen wird oder nicht (ein Tipp von der Klassenlehrerin, die vermutet hatte, dass viele Eltern daran sehr interessiert wären), haben sich sehr viele Schüler angemeldet. Die (leider nur wenigen) Eltern, die am Elternsprechtag bei mir waren, setzen große Hoffnung in diese Förderstunden, aber ich weiß kaum, wie ich diese riesigen Defizite mit den Schülern aufarbeiten soll.
    Deshalb fiel mir als einzige Lösung das binnendifferenzierte Arbeiten ein, was für mich natürlich sehr aufwändig ist.
    Dumm ist auch, dass einige Schüler, die von den Eltern aus in den Förderkurs müssen, deutlich zeigen, dass sie keine Lust haben.

    Ich habe seit vier Wochen eine 9. Klasse in Englisch, die recht schwach (fast die Hälfte der Schüler hatte eine 5 oder 6 auf dem Zeugnis oder steht zwischen 4 und 5) und oft sehr sehr unruhig ist. Mein Problem ist u.a. der Förderunterricht in der Klasse. Nachdem ich anfangs nur wenige Schüler in meiner Fördergruppe hatte, diese aber freiwillig dort waren, sollen nun viele schwache Schüler von ihren Eltern her in den Förderunterricht gehen, der eigentlich als Vorbereitung für die Schüler gedacht war, die später zum Gymnasium wollen.
    Jetzt habe ich also dort ein paar sehr gute und sehr motivierte Schüler und gleichzeitig viele Schüler, die riesige Lücken in Englisch haben, aber genervt sind, dass sie nun auch noch nachmittags 2 Stunden in der Schule sitzen.
    Ich frage mich, was ich mit so einer heterogenen und auch recht großen Gruppe machen kann. Meine Idee war, gemeinsame Sprechphasen und Grammatikphasen zu machen und zwischendrin verschiedene Schreibaufgaben für die verschiedenen Schüler anzubieten.
    Mein ganz besonderer Sorgenfall ist ist eine Schülerin, die von sich selbst sagt, dass sie fast überhaupt kein Englisch kann. Auf dem Halbjahreszeugnis und in der ersten Klassenarbeit in diesem Halbjahr hatte sie eine 6 in Englisch, in den Jahren davor immer eine 5, konnte diese aber mit anderen Fächern ausgleichen. Einfache Sätze versteht sie kaum und sie schafft es nicht, auf Englisch einfachste Fragen zu beantworten (z.B. die Fragen, welche Musik sie gerne hört oder ob sie ein Haustier hat).
    Sie hatte Nachhilfeunterricht, aber das hat wohl nicht viel gebracht, da dort hauptsächlich Grammatikeinsetzübungen gemacht wurden und sie das dann halbwegs konnte, später aber nicht anwenden konnte.
    Die Mutter meinte, sie hätte in den ersten Jahren die Vokabeln wohl nicht richtig gelernt und wäre wohl auch recht faul.
    Jedenfalls hat die Schülerin riesige Lücken in Englisch, wirkt total resigniert, macht im Unterricht überhaupt nicht mit, stört aber auch nicht; neulich hat sie Gedichte geschrieben. Wenn ich einen Grammatikbereich neu erkläre oder etwas auf Deutsch erkläre, dann hört sie aber schon zu. Wie kann ich diese Schülerin bloß fördern? Ich dachte an Übungen aus dem 6. oder 7. Schuljahr und daran, dass sie einfachste Sätze über sich selbst oder ihren Alltag schreiben könnte.

    Ich zerbreche mir den Kopf, wie ich den Förderunterricht aufbauen soll und all diesen Schülern gerecht werden kann. So ein Leistungsgefälle wie in dieser Klasse habe ich noch nie erlebt. Was kann ich mit den Schülern machen, die sich gar nicht beteiligen und nichts tun? ?(

    Ich habe gerade hier

    http://focus.msn.de/hps/fol/newsau…be.htm?id=14034

    gelesen, dass man sich hier

    http://www.amazon.com/exec/obidos/tg/browse/-/561964/1/002-4063302-3584044?tag=lf-21 [Anzeige]

    kostenlos MP3-Files runterladen kann. Ich habe es allerdings noch nicht ausprobiert.

    Auf der Focus-Seite steht u.a. Folgendes dazu:

    Zitat

    In dem Bereich „Free Downloads“ unter der Rubrik „Music“ bietet das englischsprachige amazon.com einen besonderen Service für seine Kunden an. Zweihundert kostenlose MP3-Files stehen dort zum Herunterladen bereit. Alle sechs Stunden wird die Liste, deren Reihenfolge die Amazon-User selbst bestimmen, aktualisiert.

    Danke für eure Antworten. Ja, ihr habt Recht. Ich habe die Klasse jetzt immerhin seit ein paar Wochen und habe festgestellt, dass selbst die stärksten Schüler der Klasse Probleme haben, wenn die Aufgabenstellung nicht sehr sehr kleinschrittig ist. Ich habe mal versuchsweise Lehrbuchtexte aus Gymnasialbüchern der 9. Klasse inklusive der zugehörigen Aufgaben mit ihnen bearbeitet und es fiel ihnen sehr sehr schwer.
    Übrigens haben die Schüler, die in den letzten Jahren vom Gymnasium kamen, bei uns meist einen riesigen Vorsprung. (Das nur mal als generelle Rückmeldung an die Gymnasiallehrer, da ich finde, dass die verschiedenen Schulformen viel zu wenig zusammenarbeiten - außer natürlich hier im Forum .) :)

    Hm, so erfahren bin ich ja noch nicht, aber ich mache es (insbesondere in Englisch, wo ich viel mit dem Buch arbeite) öfter so: Ich suche mir einen Einstieg, ein paar Übungen oder einen Lesetext raus und schreibe mir die Reihenfolge der Übungen plus sonstige Anmerkungen auf einen Klebezettel, den ich mir auf das Buch klebe. Nach der Stunde werfe ich den Zettel weg, denn gerade die Unterrichtsstunden mit dem Lehrbuch kann ich ja später auch ohne große Planung immer wieder halten.

    Erika schrieb im anderen Forum:

    Zitat

    ich meine, dass es Mobbing ist, wenn schlechte Rechtschreiber durch Punkteabzug in Nicht-Deutsch-Fächern bestraft werden - und das scheinbar auch noch legal.

    Erika, warum ist das Mobbing?
    ?(?(

    Zitat

    Mobbing
    aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

    Das Wort Mobbing wird umgangssprachlich häufig statt Schikane verwendet und kommt aus dem Englischen. Mob bedeutet Meute, to mob anpöbeln, über jemanden herfallen.

    Glaubst du wirklich, wir wollten Kinder schikanieren, wenn wir Rechtschreibfehler anstreichen? ?( Das entsetzt mich wirklich. Bei Kindern, die LRS oder ähnliche Erkrankungen haben, wird die Rechtschreibung doch sowieso nicht bewertet, ebenso (in NRW) nicht in Aufsätzen bis zur 7. Klasse.
    Kannst du dir nicht vorstellen, dass es auch (nicht rechtschreibschwache) Kinder gibt, die sich nicht anstrengen richtig zu schreiben, wenn die Rechtschreibung nicht mitbewertet wird, obwohl sie es eigentlich könnten?
    Ist es wirklich Schikane, dies in GERINGEM Maße mitzubewerten? Dann müsste es ja genauso Schikane sein, wenn meine Kollegen in Deutsch- und Englischarbeiten Ordnungspunkte für eine gute Schrift und gute Form geben.
    Kannst du dir vorstellen, dass Lehrer, die ihr Bestes versuchen, sich angegriffen fühlen, wenn sie gleich des Mobbings bezichtigt werden?

    Traurige Grüße,
    Referendarin :(

    Zitat

    Beim Schulleiter sieht das mit Sicherheit ganz anders aus - Rektoratsarrest.

    Was ist das denn schon wieder? Sowas gibt es bei uns jedenfalls nicht.

    Zitat

    Wenn ihr nicht wollt, dass ein Kino zugemüllt wird, dann bringt es nichts, sich hier drüber zu beschweren und sich nach dem Kinobesuch stillschweigend drüber aufzuregen - einmal sagen und dann sollte es klappen.

    Und wenn es nicht klappt? Woher weißt du, dass Hermine sich nach dem Kinobesuch stillschweigend darüber aufgeregt hat? Das hat sie doch gar nicht geschrieben.

    Ne, ich denke, gewisse Anforderungen kann man an Schüler eines bestimmten Alters schon haben.

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