Beiträge von Tukan

    In Religion wird nicht mehr so genau geschaut. Bei Mangel ist viel möglich... Trotzdem würde ich mir als Fachfremder keinen wirklich guten Reliunterricht zutrauen und bin froh, dass es mich bislang nicht erwischt hat. Sport ist eine versicherungstechnische Sache. Wenn ich da im Sportunterricht einen Fehler mache, hat der meist gravierende Folgen als in Kunst oder Religion.

    An den TE: Bitte unbedingt alle Register beim Nachqualifizieren ziehen - und auf den Rat der studierten Kolleginnen hören. Ich habe schon so viel Murks von Gymnasiallehrern in der Grundschule mitbekommen... Grundsätzlich sind wir aber froh über neue KollegInnen! Man muss halt nur offen sein. Ich empfehle Hospitationen sowie die Buchreihe "Didaktik für die Grundschule" von Cornelsen und die Reihe "Oldenbourg Praxis" (nur noch gebraucht erhältlich). Damit kann man einigermaßen das Grundlagenwissen erlernen und dann auch fundiert entscheiden, ob man Grundschule wirklich will und kann.

    Ich schätze, dass NDS nur deine Sek I Lehrbefähigung anerkennt, auch wenn du an einer Berliner Gesamtschule dein Ref vielleicht auch in der Sek II machst.

    Hundertprozentig sicher kann dir das niemand hier sagen: Du hast aber nichts zu verlieren, angesichts des Mangels wird dir auf jeden Fall eines der Lehrämter anerkannt. Wobei ich Sek I für wahrscheinlicher halte, dort sind die Einstellungschancen auch besser.

    Es geht nicht um den Stoff der 12. Klasse, sondern um das Studium.

    Da ist, ohne Wertung, ein riesiger Unterschied im fachlichen Anspruch erkennbar.

    Das kann man so ganz pauschal nicht sagen.

    Ein Beispiel: In vielen Bundesländern ist es Pflicht, Mathe und Deutsch im Grundschullehramt zu studieren und dazu mindestens ein weiteres Fach. Da es nur wenige gibt, die beide Fächer gleich gut beherrschen, ist das anspruchsvoller, als Bundesländer mit Wahlmöglichkeit und nur zwei Fächern. Außerdem muss man zwischen Bundesländern mit 1. Stex und M.Ed. unterscheiden.

    Ein weiteres Beispiel: In meinem Studium musste ich in Deutsch u.a. literaturwissenschaftliche Seminare belegen. Die Gymnasiallehrämtler mussten (zwei?) literaturwissenschaftliche Seminare mehr belegen. Ob ich jetzt "nur" zwei Hausarbeiten zu Fontane und Goethe schreibe oder zusätzlich zwei zu Schiller und Brentano, macht keinen Unterschied im Anspruch. ;)

    Ein anderes Beispiel: Die Durchfallerquote in Mathematik war im Grundschullehramt kaum geringer als im Lehramt für Gymnasien. Objektiv waren aber in einigen Veranstaltungen bei den Veranstaltungen für G sowie für HR definitiv weniger komplexe Beweise gefordert als im Fachbachelor oder Lehramt GY. Dafür wird beim Gymnasiallehramt aber niemand "gezwungen", das Fach überhaupt zu wählen, wenn es ihm schwerfällt.

    Ein letztes Beispiel: In NRW höre ich seit den Sondermaßnahmen immer wieder von Studierenden an den Unis, die auf Gymnasiallehramt mit Deutsch + x wechseln, obwohl sie nachher an der Grundschule unterrichten wollen, weil sie das Studium als einfacher wahrnehmen, eben weil man nur zwei Fächer und kein Mathe studieren muss. Ich möchte aber nicht wissen, wie nachher deren Grundschulunterricht aussieht, vor allem in Mathe :autsch:

    Ich bin im VBE. Für den Fall der Fälle ist es gut, rechtlich abgesichert zu sein.

    Außerdem sehe ich meine Vorstellungen von einem guten, zukunftsorientierten Schulsystem mit dem Fokus auf einer solide funktionierenden Grundschule am meisten in diesem Verband widergespiegelt.

    Grundsätzlich stimme ich allen anderen hier zu: Schau, was zu deinen Vorstellungen passt. Ein Gesamtschullehrer, der das System seiner Schulform liebt, wird sich im Philologenverband fehlplatziert fühlen, die Klassenlehrerin an der Förderschule, die auf keinen Fall ins GL will, wird kaum in die GEW eintreten.

    Aber: Hauptsache, du bist irgendwo Mitglied, denn in zentralen Fragen (Besoldung) arbeiten die meisten dieser Verbände sehr eng und gut zusammen.

    Tendenziell wird der Bedarf an ESE weiter steigen, während GE voraussichtlich einigermaßen gleich bleibt.

    Vorteil an der Förderschule ist die eigene Klassenleitung, denke ich, du kannst noch besser Beziehung aufbauen und bist dein eigener Herr. Außerdem wird in der Inklusion im Vertretungsfall als Erstes die Förderung zusammengestrichen. Ich kenne keine Regelschule, an der die Inklusion reibungslos funktioniert und Grundschullehrkräfte und Sonderpädagogen ganz zufrieden sind, wohl aber viele, die an der Förderschule zufrieden sind - natürlich nicht unbedingt repräsentativ.

    In der Arbeit mit verhaltensauffälligen SuS finde ich es aber auch sehr befriedigend, durch eine sehr klare Sprache, Ritualisierung etc. aktiv zur Besserung des Verhaltens beizutragen, auch wenn es kräftezehrend ist. Bei GE-Kindern in der Inklusion habe ich hingegen eher oft das Gefühl, dass diese ggü einer Förderschulbeschulung unter ihren Möglichkeiten bleiben und es aus verschiedenen Gründen zu oft auf Beschäftigungstherapie hinausläuft.

    Unfassbarer Vorgang:staun:, den du da beschreibst, der mich aber leider nicht mehr wundert, wenn ich sehe, wie unprofessionell hier häufig von öffentlicher Seite im Bereich Baumschutz und Forst agiert wird. Allein, dass unsere Kleinstadt noch immer keine Baumschutzsatzung hat (im Jahr 2025!!!!), ist eine Ungeheuerlichkeit... Aber in allen Lehrplänen schön was von BNE und Klimaschutz schreiben:autsch:

    Zum Thema: Definitiv alle Register ziehen, Polizei einschalten, Anzeige erstatten und den rechtlichen Weg weiter verfolgen. Du hast auf jeden Fall Anspruch auf Schadenersatz für den Holzwert und es müssten auch 140 Neuanpflanzungen übernommen werden, da du ja nicht für die Notwendigkeit der Ersatzpflanzungen verantwortlich bist. Viel Erfolg!!!

    Im Regieungsbezirk Münster ist die Situatio allgemein sehr schwierig. Selbst in den Schulformen, in denen es Stellen gibt, sind diese fast immer mit weiten Abordnungen verbunden.

    Die Frage nach den Schulen im Bistum Münster hätte ich auch gestellt.

    Vielleicht käme je nach Lage deines Wohnortes ja auch die Schulen im Bistum Osnabrück infrage, die teils sehr grenznah liegen. Die haben allerdings ein eigenes Stellenportal:

    https://stellen.schulstiftung-os.de/

    Ich habe inzwischen eher ein wenig das Gefühl, dass du deinen eigenen Lernprozess nicht selbst in die Hand nehmen möchtest. Die kritische Beschreibung der SuS (wohlgemerkt max. 12 Jahre alt) klingt wie eine Beschreibung deiner eigenen Person, so wie du sie hier im Forum auf andere wirken lässt.

    Mein Ablaufplan für dich wäre in Kurzform: Zähne zusammenbeißen und durchziehen, Verbesserungsvorschläge, so gut es geht, umsetzen, Kritik auf keinen Fall an dich als Person heranlassen. Dann Referendariat bestehen, sichere Stelle haben (mit der Fächerkombi garantiert!), dann kannst du entspannter unterrichten und es genießen wie vor dem Referendariat, aber besser durch das absolvierte, wenn auch stressige, Referendariat.

    Wirtschaft-Politik, WBS, Politik und Gesellschaft, Wirtschaftslehre, Politik-Wirtschaft, Sozialkunde usw... Es gibt zig verschiedene Schwerpunktsetzungen und Ausdifferenzierungen je nach Bundesland. Auch innerhalb eines BLs ändert sich das mal, in NRW gab es bis vor Kurzem noch Sowi, jetzt ist es WiPo.

    Im Endeffekt ist es relativ egal, wie es heißt. In NRW wird eigentlich alles anerkannt, was halbwegs passt. Schwierig wird es nur, wenn es ein Fach hier so gar nicht gibt, z.B. wenn jemand in Hessen oder BaWü Französisch für Grundschullehramt studiert hat.

    Es bringt nichts, dir selbst einzureden, du hättest keine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Du hast einen Masterabschluss und bist damit sehr qualifiziert. Wichtig ist jetzt, dich selbstbewusst zu verkaufen und ein Konzept zu entwickeln, wo du dich stattdessen damit siehst.

    Den Tipp mit den Schulbuchverlagen finde ich sehr gut - die suchen immer. Bewirb dich - auch initiativ, wenn du Lust auf den Job hast. Da hast du auch mit Menschen Kontakt, aber dosierter und musst nicht vorne stehen.

    Ich habe jetzt zugegebenermaßen nur den bisherigen Thread quergelesen...

    Einige Aussagen finde ich inhaltlich oder in ihren möglicherweise unbeabsichtigten Implikationen sehr problematisch.

    Fachfremder Unterricht gehört in der Grundschule aufgrund des Klassenlehrerprinzips dazu. Jedes in der Lehrerausbildung einigermaßen vernünftig denkende Bundesland verpflichtet mindestens zum Studium von Mathe, Deutsch und einem weiteren Fach. Dementsprechend gehe ich völlig mit, dass gerade in den Hauptfächern fachfremder Unterricht einfach vermeidbar wäre. Spannend finde ich, dass hier das nur in Bezug auf Mathe problematisiert wird. In Deutsch sind fachdidaktische Fehler aber ja nicht weniger verheerend.

    Dennoch wird es immer wieder Fächer geben, die in der eigenen Klasse fachfremd abgedeckt werden, um ausreichend Stunden für die Klassenleitung zu haben oder weil es niemanden mit diesem Studienfach gibt. Außerdem ergeben sich daraus Potenziale für fächerübergreifenden Unterricht. Sinnvoll finde ich ein Verfahren, bei dem jede Lehrkraft ein bis drei Fächer "wegwünschen" kann, sodass jeder nicht in seinen schwachen Bereichen eingesetzt wird. Manchmal bietet es sich dann an, dass Parallelkolleginnen tauschen, bes. bei Fächern mit gleicher Stundenzahl (à la "Ich mache in beiden Parallelklassen Musik, weil ich musikalisch bin und mich mit Begeisterung in die Musikdidaktik eingearbeitet habe und du machst in beiden Klassen Kunst, weil du gut zeichnen kannst und Ahnung von Kunstdidaktik hast").

    Außerdem möchte ich die Aussagen von anderen GS-Lehrkräften nochmal unterstreichen, dass Englisch nur in studierte Hände gehört. Gerade weil wir eben kein "stumpfes Vokabellernen" vermitteln, sondern der Unterricht auf ganz anderen didaktischen Konzepten fußt, kann ich als schlechtes Sprachvorbild, das z.B. falsche Grammatik oder Aussprache vorlebt oder häufig Deutsch spricht, unheimlich viel auch hier kaputt machen.

    Ich finde Minimax nicht schlecht gemacht, ist mMn ähnlich wie Flex und Flo, aber etwas übersichtlicher. Was mich grundsätzlich stört, ist die Aufteilung des Lehrwerks in vier Arbeitshefte. Ich finde das klassische Konzept mit Schulbuch bzw. Arbeitsbuch und Arbeitsheft bzw. Trainingsheft besser. Es ist mMn so übersichtlicher und man kann unauffälliger thematische Schwerpunkte setzen.

    Für Mathe finde ich aktuell "Denken und Rechnen" am besten. Das würde ich den o.g., die ich auch nicht schlecht finde, vorziehen.

    In Deutsch habe ich mit Niko sehr gern gearbeitet. Ich finde es übersichtlich aufgebaut und nicht überladen. Auch die Kopplung an Sachthemen in Klasse 3/4 finde ich sehr ansprechend - auch das ist sicher abhängig von der Lehrkraft. Aktuell arbeite ich mit "Flex und Flora", da würde ich aber nur das pinke und grüne Heft nehmen, die ich beide gut finde, für Texte schreiben und Lesen braucht es mMn kein Arbeitsheft.

    Die Mathe-/Deutschrad-Bücher sind stellenweise stumpf und befördern ein Abarbeiten, stellenweise überfrachtet (z.B. wenn in Klasse 1 es auf einer Seite um drei Rechentricks gleichzeitig geht). Deshalb schließe ich mich da mit der Kritik Zauberwald und Palim an.

    Zitat

    Also von GS auf Hrsge geht nicht, von Hrsge auf GS aber schon.

    Das ist falsch. Beides ist beamtenrechtlich die gleiche Laufbahn. Bei beiden Schulformen kann die Stellenausschreibung nachrangig für das jeweils andere Lehramt geöffnet werden. Allerdings ist es in der Praxis in der Regel so, dass meist in den Haupt- und Realschulen größerer Mangel herrscht (aktuelle Situation mal außen vor gelassen), sodass es umgekehrt stellentechnisch einfach ist. Es gab Zeiten, da ist fast jede zweite Grundschullehrkraft nach dem Ref in der Sek I gelandet, weil der Mangel dort so groß war. Aktuell gibt es eben bloß in beiden Schulstufen Mangel. Der Terminus "Herunterstufung" oder "Heraufstufung" ist im Kontext Lehramtswechsel einfach unpassend. Alle Lehrämter haben den gleichen Wert und jede Schulform ihre ganz spezifischen Anforderungen.

    Es darf ja auch gerne Inhalte im Studium geben, die nicht direkt für die Praxis relevant, wobei man den Schwerpunkt dann interessensgeleitet wählen kann. Wenn aber aufgrund der begrenzten Studienzeit und Leistungspunkte nun mal nur ein Entweder-Oder möglich ist, würde ich bei dem (zugegebenermaßen zugespitzten) Beispiel immer für ein Vertiefungsseminar im Schriftspracherwerb plädieren, bevor der nur in einer Grundlagenvorlesung und/oder einem Grundlagenseminar abgehandelt wird...

    Ein Studium ist keine Berufsausbildung. Humboldtsches Bildungsideal und so.

    Das hat auch niemand infrage gestellt...

    Ich spreche ausdrücklich nicht von einem Studium auf Schulniveau oder einem dualen Studium. Die wissenschaftliche Ausbildung ist zweifelsohne auch wichtig. Aber sie muss eben verhältnismäßig sein und auch wirklich die fachlichen Hintergründe der Fachdidaktik abbilden und nicht völlig aus der Luft gegriffen sein. Daher verstehe ich nicht, was daran verkehrt sein soll, sich eine Theorie-Praxis-Verzahnung wie an den obigen Hochschulen und eine qualifizierte didaktische Ausbildung zu wünschen. Was nützt einer Grundschullehrkraft das dritte Seminar in Sprachgeschichte, während der äußerst komplexe Schriftspracherwerb nur im Rahmen einer einführenden Vorlesung abgehandelt wird?

    Ich freue mich sehr für die Region Aachen, gleichzeitig bin ich jedoch sehr skeptisch.

    Es stellt sich die Frage, welchen Stellenwert das Lehramt für die Grundschule an der RWTH Aachen bekommt so stiefmütterlich wie die Uni die Lehramtsausbildung seit Jahren allgemein behandelt. Wenn die Grundschullehrämtler dann in der Fachwissenschaft in total weltfremde Vorlesungen von Diplom-Mathematikern gesetzt werden, befürchte ich, dass die Ausbildung nicht ergiebig sein wird. Es müssen dann auch wirklich Didaktiklehrstühle usw. geschaffen werden. Außerdem finde ich strategisch es nicht so sinnvoll, dass als einziges Drittfach ausgerechnet das einzige Fach angeboten wird, das im Grundschullehramt ohnehin vergleichsweise überlaufen ist. Wie erfolgreich die Kooperation mit Wuppertal wird und das praktisch funktionieren soll, muss man sicherlich abwarten. Die Uni hat ja zumindest einen Lehramtsschwerpunkt.

    Vorbild für die Einrichtung neuer Grundschullehramtsstudiengänge sollten mMn Konzepte mit hoher Theorie-Praxis-Verzahnung und intensiver fachdidaktischer Lehre sein. Da gibt es ja auch super Beispiele und erste Versuche der Neugestaltung in den letzten Jahren (z.B. die staatliche Uni Greifswald mit diesem Modellstudiengang) oder die private EUFH in Rostock und Berlin mit einem sehr grundschulpädagogisch und -didaktisch ausgerichteten Studium.

    Hier noch eine Stimme für das Anfordernlassen, hätte ich auch gerne gemacht. War bei mir aber nicht möglich. Wenn die Vertretungsstellenschule toll ist und man mit allen gut auskommt, ist das sehr viel wert. Wenn du mit KollegInnen schon gut zusammenarbeitest vor dem Ref und sie dann deine Mentorinnen werden, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie im Ref dich auf einmal nicht mehr kollegial behandeln.

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