Beiträge von Zauberwald

    In Hamburg sind die Stadtteilschulen/Gesamtschulen tatsächlich ordentlich ausgestattet und vergleichsweise gut angesehen. Auch viele bildungsorientierte Eltern schicken ihre Kinder dorthin. Die gegenwärtige Schulstruktur wird von einer breiten politischen Mehrheit getragen.

    Kann man da Abitur machen wie an manchen Gemeinschaftsschulen hier?

    Mir tun ehrlich gesagt, die Realschulen leid. Ich denke mal, dass die nicht mehr das sind, was sie mal waren, bzw. heftig kämpfen und dieser eingeführte Hauptschulzweig ist wohl Selbsthilfe.

    So besonders ist das nicht, denn hier in BW gibt es ebenfalls in 5/6 die sogenannte Orientierungsstufe, an deren Ende beispielsweise auch erst entschieden wird an den Realschulen, wer auf Grundniveau oder mittlerem Niveau weiterbeschult wird. Und nein, Zauberwald , die SuS werden auch hier in BW nicht nur in Klasse 5 abgeschult von den Gymnasien, sondern auch am Ende von 6 oder sogar noch später (vor allem die Pandemiesonderregelungen haben da in den letzten zwei Jahren für viele spät abgeschulte SuS gesorgt, deren Eltern den Gymnasialbesuch um jeden Preis erzwingen wollten).

    Das habe ich auch nicht gesagt, bzw. gemeint. Aber 2 Jahre gewartet wird nicht. Bei meinen Kindern gab es recht schnell am Gymnasium (nach Klasse 5) so viele Kinder weniger, dass es anstatt 6 nur noch 5 Parallelklassen gab. Später gingen dann auch immer welche. Aber ohne Coronaregelungen dauert es keine 2 Jahre, ohne dass was passiert. Das mit der Realschule gibt es erst ein paar Jahre, nämlich dass sie einen Hauptschul - und einen Realschulzweig führt, und trotzdem gehen schnell einige auf die Hauptschule runter, denn in Klasse 5 und 6 wird auf Realschulniveau unterrichtet und manche schaffen es einfach nicht bis Ende Kl. 6.

    Bei meiner Abordnung kürzlich habe ich erlebt, wie schnell in Klasse 5 Werkrealschule (Hauptschule mit Möglichkeit des MSA) aus 17 Mitschülern 27 wurden. Der befreundete Rektor sagte mir, dass Kinder mitten im Schuljahr vom Gymnasium auf die Realschule wechseln, diese dann "anziehen" würden und manche es nicht schaffen. Hier scheint es so zu sein. Ich glaube nicht, dass er das erfunden hat, bzw. wüsste ich nicht, wo die neuen Schüler sonst herkommen. Es kamen dann noch Ukrainer dazu und die Klasse wurde geteilt.

    Ja, die Kinder sind in den beiden Jahren auf dem Gymnasium, und ja, es handelt sich um eine Hamburger Besonderheit: Die Beobachtungsstufe. Theoretisch werden 5. + 6. Klasse als Einheit verstanden, und erst am Ende der 6. Klasse entscheiden, ob es in der 7. auf dem Gymnasium weitergeht.

    Als Eltern könnte man dieses Modell doch so auslegen: Ich kann ja mal probieren, ob mein Kind es nicht doch schafft. Wenn nicht, kann es ja immer noch runter. Wer weiß, was sich in den 2 Jahren noch tut?

    Ja, die Kinder sind in den beiden Jahren auf dem Gymnasium, und ja, es handelt sich um eine Hamburger Besonderheit: Die Beobachtungsstufe. Theoretisch werden 5. + 6. Klasse als Einheit verstanden, und erst am Ende der 6. Klasse entscheiden, ob es in der 7. auf dem Gymnasium weitergeht.

    Seltsam. Ein befreundeter Hauptschulrektor erzählte mir erst kürzlich, dass er meist mit einer kleinen 5. Klasse startet, so 16 oder 17 Schüler und dass dann im Laufe des Schuljahres Kinder von der Realschule zu ihm kommen (die Gymnasialkinder, die abgestuft werden, gehen dann eher auf die Realschule), so dass er dann oft im nächsten Schuljahr die Klasse teilen muss.

    Wo gehen bei euch die Kinder hin, die nicht bleiben?

    Empirisch gesehen liegen Grundschullehrer mit ihren Einschätzungen offenbar derart oft daneben (- in Hamburg z.B. hatten 40% aller abgestuften Kinder eine Gymnasialempfehlung), dass man fast ebenso so gut auch würfeln könnte!

    Wo sind denn die Schüler in Hamburg in Klasse 5 und 6? In der Grundschule oder auf dem Gymnasium? Wenn sie schon 2 Jahre auf dem Gymnasium sind und erst nach Klasse 6 abgestuft wird, wieso sind dann die Grundschulen verantwortlich? Bei uns würde schon viel eher abgestuft und nicht erst nach 2 Jahren.

    Manche entscheiden sich für eine "zu Hohe" Schulform in der Hoffnung, dass das Kind da aus dem alten Dunst rauskommt und auf ein besseres soziales Milieu stößt und sich nicht wie in den letzten 4 Jahren in seinem Verhalten schlecht beeinflussen lässt und sich "nach unten" orientiert. Dies würde dann schon auf der Busfahrt losgehen (Zitat einer Mutter). Kann ich mir genau vorstellen und weiß, was sie meint.

    Hat bei euch schon mal ein Kind einem anderen in die Backe gebissen, also so richtig, dass man das Gebiss sieht? (heute bei uns in einer 1.Kl. so geschehen, obwohl hier die meisten echt das sind, was man gute Mittelschicht nennt)

    Ich fasse es kurz zusammen: BW hat die "schlechtesten" Zahlen für die Beamten mit 9,4% Steigerung für alle. Alle anderen Bundesländer (RLP und Thüringen werden sich anschließen) haben im Durchschnitt eine höhere Steigerung, also Richtung 10%. Hat jemand realistisch mit wesentlich besseren Zahlen gerechnet?

    Die Verschiebung um ein Jahr finde ich auch nicht lustig...

    Wenn das noch lange dauert, muss ich meinen angestrebten Vorruhestand verschieben. ;)

    Sogar die Saarlänner sind schon dabei! ^^ Jetz äwer dabber!

    kasimo

    Falls du bei Facebook bist: Dort gibt es die Gruppen "Lehrer auf Abwegen" und "Lehrer auf Abwegen - mehr Klarheit auf dich".

    Die wären vielleicht was für dich.

    Man kann dort auch anonym posten.

    Da posten alle anonym, oder zumindest viele.

    Kasimo, was ich herauslese ist, dass es dir gar nicht gut geht. Du bräuchtest eine Auszeit und Ruhe, um ohne Druck überlegen zu können, wie es weitergeht. Blöde Anmachen würde ich mir hier nicht länger antun. Erzähle deinem Hausarzt wie es dir geht, lass dich krankschreiben, mache eine Reha. Du brauchst Abstand und musst nicht morgen weitermachen, wo auch immer. Ein paar Wochen raus kann Wunder bewirken.

    Hört sich alles blöd ab, sorry. Aber in deinem Zustand würde ich erst mal zur Ruhe kommen, bevor ich vorschnelle Entschlüsse fasse. Wobei ich dich nicht von deinem Plan, das System zu verlassen abbringen will. Kannst es ja mal noch ein bissel ausnutzen. ;)

    Abgesehen von der Inklusion höre ich derzeit vermehrt Klagen von Realschullehrern und Eltern, dass aufgrund der fehlenden verbindlichen Grundschulempfehlung die Qualität der Realschulen sehr leidet. Bei der letzten Personalversammlung forderten die Kollegen eine Rückkehr zur verbindlichen Grundschulempfehlung. Außerdem bieten die Realschulen neben dem mittleren Schulabschluss jetzt auch den Hauptschulabschluss an und separieren nach 2 Jahren selbst, wer welchen Weg gehen darf.

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