TOP 2 folgt sogleich:
Als Lehrer ist man - zumindest im Rahmen des Unterrichts - komplett fremdbestimnt. Nicht inhaltliche Erfordernisse oder spezifische Bedürfnisse der SuS besimmen die Arbeitsabläufe, sondern IMMER ist es das Stundenklingeln, das die Arbeitsphasen vorgibt und taktet.
Das ist eine Form der Entfremdung, die es so starr ansonsten nur in großen Industriebetrieben gibt.
Diese unnatürliche Taktung torpediert nicht nur Lern- und Arbeitsabläufe, sie macht auch die so wichtige kommunikative Interaktion mit den KuK fast unmöglich. Die strikte Einteilung des Unterrichts in 45-Minuten-Einheiten versklavt Lehrer und Schüler gleichermaßen!
Man kann doch sehr offen arbeiten. Offener Anfang, gemeinsamer Stuhlkreis, besprechen des Tages, gemeinsame Lernzeit, freies Arbeiten an den Themen (differenziert mit individueller Hilfe) usw. Mit vielen Fachlehrern in der Klasse ist es schwieriger, aber da kann man sich je nach Tag darauf einstellen und entsprechend/anders planen. Es gibt auch Tage, an denen man die einzige Lehrkraft in der Klasse ist. Wenn die Klasse gut eingeführt ist, läuft der Vormittag notfalls fast ohne dich. Eine Schulklingel habe ich in BaWü noch nie gehört und da arbeite ich jetzt immerhin schon 18 Jahre. Die weiterführenden Schulen haben hier immer Doppelstunden, damit die Fachlehrer auch freier bei den Methoden sind.