Idealerweise sollten alle Schüler die Kompetenzen Stand Ende Klasse 4 beim Übergang in die weiterführende Schule erreicht haben. "Idealerweise", weil du ja schon anklingen hast lassen, dass das nicht immer der Fall ist. Kurzfristig kann man natürlich, da hast du Recht, nur mit den vorhandenen Ressourcen arbeiten und muss Gas geben, nicht nur den regulären, sondern auch den fehlenden Stoff nachzuholen bzw. zu vermitteln. Das klingt in der Theorie einfach, ich sehe aber ein, dass die Umsetzung dessen herausfordernd ist - kenne ich selbst, wenn abgebende Kollegen aus welchen Gründen auch immer den Vorjahresstoff nicht ganz durchbekommen haben. Langfristig geht es nicht ohne Kommunikation mit den abgegebenen Grundschulen, um Schnittstellenprobleme zu benennen und Lösungen hierfür zu finden. Da kommt es aber auch wieder so auf den Einzelfall an, dass man da an der Stelle gar keinen Fahrplan, der für alle Fälle passt, geben kann. So wie ich dich einschätze, weißt du das alles aber bereits und setzt es sicher auch teilweise auch so um.
Man sieht jetzt nicht, welches Bundesland du bist, aber wenn du in BaWü wärst, wüsstest du, dass hier jeder sein Kind an jeder weiterführenden Schule anmelden kann, auch ohne die Grundschulempfehlung dafür zu haben. Will heißen, unsere Gymnasien bekommen teilweise Kinder mit Hauptschulempfehlung, die natürlich mit Lücken und Schwächen die Grundschule verlassen. In den Realschulen ist es inzwischen so schlimm, dass sie seit Jahren auch einen Hauptschulzweig führen, d.h. nach Klasse 6 entscheiden sie dann selbst (entsprechend der Leistungen und Noten), wer bei ihnen den mittleren Abschluss macht und wer den Hauptschulabschluss.
Vielleicht ist es in deinem Bundesland ähnlich.