Beiträge von Zauberwald

    Ich war letztes Schuljahr an eine andere Schule abgeordnet, da waren viele Flüchtlinge und es war so, dass die Kinder nachmittags am ukrainischen Unterricht teilnahmen und fast nie unsere Hausaufgaben machten. Man hatte den Eindruck, dass "unsere Schule" nicht so ernst genommen wird. Die Eltern sagten, sie wollen ja sowieso zurück. Wir haben uns so bemüht, bekamen aber von den Eltern kaum Unterstützung. Vielleicht ist es aber inzwischen besser.

    Mittagsbetreuung/OGS waren/sind auch an meiner Schule jahrelang ein fragiles Gebilde. Die Leute von der Mittagsbetreuung/OGS hatten ihre eigene Vorstellungen und sich teilweise untereinander nicht so einig. Auch jetzt gibt es in der OGTS immer wieder Personalwechsel. Wenn die Schulleitung oder Kollegen etwas sagten bzw. sie auf etwas hinwiesen, was ihnen nicht passte, fühlten sie sich schnell bevormundet. Etwas besser wurde das Verhältnis, als man sie besser mit einbezog.

    Ich finde die Konstellation ziemlich schwierig, denn an meiner Schule haben viele von der OGTS keine pädagogische Vorbildung und können teilweise unsere pädagogischen Intentionen gar nicht richtig nachvollziehen und umsetzen. Da fehlt es an Ausbildung und Knowhow. Es gibt zwar die eine oder andere Erzieherin, doch, wenn es um die Lernbetreuung geht, dann merkt man da auch schnell die Grenzen. Erzieher scheinen nicht ganz für das Alter zu passen.

    Kenne ich.

    Zauberwald, dass dein wirklicher Stundenlohn niedriger als dein Nettolohn geteilt durch deine Unterrichtsstunden ist, brauchst du mir nicht erklären. Ich habe heute Abend noch den Spaß eines Elternsprechtages. Und das mit einem Teilzeitgehalt.

    Ich wollte nur darauf hinaus, dass Steuerklasse 5 kein Vergleichsmaßstab ist. Durch Steuerklasse 5 spart dein Mann jede Menge Steuern. Um dein reelles Gehalt wiederzugeben, müsstest du schon die Rechnung in Klasse 4 aufmachen. Den Wechsel in Steuerklasse 4 würde ich dir persönlich eh empfehlen. Ich begleite dich hier schon jahrelang und in regelmäßigen Abständen kommt von dir die Ansage, wie wenig finanziell bei dir rumkommt. Dabei liegt ein Teil deines Gehalts bei deinem Mann. Bekommst du das eigentlich in einer Art innerfamiliärem Ausgleich ausbezahlt? Hättest du das Geld auf deinem Konto, würde diese Unzufriedenheit vielleicht weniger werden.

    Deshalb schrieb ich ja auch oben noch meinen Bruttostundenlohn. Der liegt bei 50,9 €. Wie hoch ist der denn bei euch so? Wir haben ja eine höhere Stundenverpflichtung und sind bei A12, das wirkt sich natürlich aus.

    Dann wären wir dumm. Aber ich rechne mal den Bruttostundenlohn aus. Allerdings sind ja da das Schriftwesen, die Elternarbeit, die Aufsichten, die Dienstbesprechungen, Teamsitzungen und Konferenzen nicht dabei.

    Also mein Bruttolohn pro Schulstunde beträgt 50,9 ....€. Davon muss man die Vor - und Nachbereitung, die Elternarbeit, Aufsichten Sitzungen, also alles was oben steht abziehen.

    Ich finde es auch traurig, aber ich bin so pflichtbewusst erzogen, dass alles funktionieren muss, bzw., dass man alles dafür tun soll. Das finde ich selbst schade. Meinen Kindern habe ich hoffentlich vermittelt, dass ich sie auch liebe, wenn etwas nicht geht oder zu schwer ist und dass die Welt auch so weitergeht und dass man auch einen anderen Weg finden kann.

    Ich habe bei 3 Kindern immer Minimum 75% gearbeitet, später mehr. Omas waren Hunderte Kilometer weg, mein Mann im Homeoffice/wochenlang im Ausland oder mal ein paar Jahre tagsüber in der Firma - eher kaum irgendwie einplanbar.

    Meine Kinder konnten sehr früh mit dem Hausschlüssel umgehen, unser Kater hat sie ein Stück auf dem Schulweg abgeholt und heimbegleitet und war jahrelang sehr wichtig. Hört sich dumm an, aber war so. Betreuung VOR dem Unterricht gab es noch nicht, also kamen sie gut mit der Uhr klar.

    Alles in allem sind sie viel zusammen gelaufen, die Große hat die Kleinen abgeholt und die 3 waren ein eingespieltes Team, auf das ich mich verlassen konnte. Jeder hatte bestimmte Aufgaben im Haushalt. In 10 Minuten konnten wir nach dem Mittagessen zu viert die Küche klar machen...usw.

    Alles in allem hatte ich kaum Zeit für mich oder Freunde oder irgendwelche Hobbys. Die Wochenenden gingen für Haushalt und Schule drauf, was ich sehr bereut habe, aber im Gymnasium hatten meine Kinder selbst sehr viel zu tun und kaum Zeit für Ausflüge usw.

    Insgesamt fand ich alles mit den Kindern sehr anstrengend und weiß nicht, wie ich es geschafft habe, jetzt sind sie ja groß. Ich kann aber nicht sagen, ob ich das nochmals freiwillig so machen wollte. Vielleicht würde ich im nächsten Leben einen Beruf wählen, bei dem ich zu Hause nichts tun muss.

    Ich habe nicht mehr Teilzeit gearbeitet, weil mir dann der Stundenlohn zu gering war. Eine Klassenleitung mit allen Aufgaben erhält man in der GS sowieso so gut wie immer.

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