Beiträge von Zauberwald

    laleona: Ich habe derzeit eine Inklusionsklasse und meine sonderpädagogische Kollegin macht den ganzen Deutschbereich mit der ganzen Klasse. Wir wechseln uns ab, wer wen zur Förderung herausnimmt. Die meiste Zeit sind wir aber gemeinsam im Raum und nehmen niemanden heraus.

    Nimm die Sonderschule. Du verdienst mehr Geld, hast viel kleinere Klassen und bist meistens zu zweit. Die Ausstattung der Schulen ist meist deutlich moderner und besser. In normalen GS-Klassen hast du auch immer nicht festgestellte Sonderschüler sitzen, die du aber auch bestmöglich fördern sollst.

    Die Eltern sind meist dankbarer und machen keinen Terz, wenn du nicht das Gymnasium empfiehlst. Die Kollegien in den Sonderschulen sind viel entspannter und du kannst ohne Kommentar mit Dreads oder dergleichen ankommen, auch wenn du 50 bist oder kurz vor der Rente.

    Zu meiner Bayernzeit mussten wir montags immer fertige Wochenpläne haben. Als der Schulrat zur Verbeamtung kam, hat er sich diese genau angeschaut und mit meinem Stoffverteilungsplan verglichen. Dazu meinen Ordner mit den schriftlichen Vorbereitungen. Und ja, ich habe diese Wochenpläne immer noch. Weil damals handschriftliche Tabellen gezeichnet und geschrieben wurden, von mir jedenfalls und weil das alles so unglaublich viel Arbeit war. Aber ehrlich gesagt, könnte ich das fast immer noch so verwenden.

    In Bayern gibt es doch Mobile Reserven für die Krankheitsfälle. War ich auch schon. In jeder Schule gab es damals einen Ordner mit Arbeitsblättern für oft Klasse 1 - 9 für diese "Feuerwehrstunden." Aber die Zeiten haben sich geändert. Mit sowas kann man heute nicht mehr viel anfangen.

    Die Jungen Liberalen in NRW schlagen vor, dass man die Beamtenverhältnisse von Lehrern in die von Angestellten umwandeln solle und darüber hinaus Lehrer nach individueller Leistung zu bezahlen.

    Die Forderung 1 empfinde ich persönlich als sehr schwierig in der Umsetzung. Natürlich kann man die Verbeamtung auf neue Stellen aussetzen. Bestehende Beamtenstellen in Angestelltenstellen umzuwandeln, ist m.E. schwierig.

    Die Forderung 2 ist durchaus sympathisch. Bislang werden wir nach Dienstjahren bezahlt und danach, ob wir von oben gefördert und mit A14er-Stellen bedacht werden - da ist die individuelle Leistung aber auch nicht kontinuierlich. Gibt es denn gute Ideen für variable Gehaltsteile - das wäre tatsächlich kein ganz verkehrter Gedanke, mir fehlt aber die Fantasie, was ich machen muss, um variable Einkünfte zu erzielen.

    Soll das für alle gelten oder nur ab A13? Denn bisher können wir höchstens SL werden.

    Warum ist das denn irrelevant? Frauen wird per se schon häufig weniger Kompetenz zugetraut als Männern, kleinen Frauen erst recht. Ob ihnen weniger Kompetenz zugetraut wird als kleinen Männern, kann ich nicht beurteilen, aber alle kleinen Menschen können damit zu kämpfen haben, dass sie erstmal weniger ernst genommen werden. Nach ein paar Minuten in der neuen Klasse zählen dann ganz andere Dinge.

    Vielleicht ist das der Grund, warum Annalena Baerbock mit hohen Absätzen durch den Schnee stapft....

    Große schlaksige Frauen haben es auch schwer, bin ich zwar nicht, aber meine beste Freundin. Alles relativiert sich, wenn man älter wird, eine gewisse Reife hat und über diesen Dingen steht. Dass ein junger Mann wegen seiner geringen Körpergröße Bedenken bzgl. seiner Autorität als Lehrer äußert und hier darüber sprechen will, ist doch völlig legitim. Wir haben ihm ja alle etliche Jahre (Weisheit) voraus und reden da locker drüber. In dem Alter ist es doch noch anders.

    Ältere Schüler nehmen außer der Körpergröße vmtl. auch noch andere Dinge in Augenschein, z.B. Kleidungsstil, Frisur, usw. Da lob ich mir doch wieder die Kleinen, denen scheint das nicht aufzufallen.

    Bei den Arbeitszeitwünschen geht es hier nicht nur um Kitaöffnungszeiten. Manche sind auch durch ihre alten Eltern eingebunden oder haben andere Gründe, später oder an einem ganz bestimmten Tag anders arbeiten zu wollen. Das wird bei uns möglichst auch berücksichtigt. Soo kleine Kinder haben die meisten ja nicht mehr, aber man hat danach auch noch ein Leben und da wir ja nicht wie fast alle anderen Berufe in Gleitzeit arbeiten, dürfen wir auch diese Wünsche äußern. Auch die Menschen ohne Kinder dürfen das, hier bei uns an den Schulen jedenfalls.

    Das Entscheidende ist aber: die Schule hat grundsätzlich Zeitwünsche zum Zweck der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu berücksichtigen und diese nicht pauschal abzulehnen.

    Ja, wir füllen hier tatsächlich Jahr für Jahr am Schuljahresende solche Wunschbögen für das neue Schuljahr aus und da steht das auch drauf mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

    Meine Klassenlehrerin in der 5. Klasse war kleiner als wir alle. Sie unterrichtete Mathe/Physik, auch Leistungskurse bis zur 13. Sie war blond mit zartem Stimmchen. Auf dem Autositz hatte sie ein Kissen liegen (sie hat mich manchmal mitgenommen, weil wir Nachbarn waren). Jedenfalls hat sie lange Jahre ohne Unterbrechung bis zur Rente gearbeitet und ich habe nichts Nachteiliges gehört.

    Wahrscheinlich kommt es auch auf das Gesamtpaket an. Heutzutage gibt es ja auch viele Schulleiter mit sehr langen Haaren :P, die von jedem und allen respektiert werden, weil das einfach zum Gesamtpaket passt.

    Eine meiner besten Freundinnen ist Lehrerin in einer Gemeinschaftsschule, sicher auch etwas schwieriges Klientel dabei. Sie unterrichtet v.a. Kunst, Deutsch und Reli. Vom Aussehen her ist sie wirklich klein und sehr dick, so dass sie inzwischen sehr schlecht laufen kann (ich mache mir auch Sorgen um ihre Gesundheit). Ihren Schülern ist das wurscht. Ich habe es erlebt, SuS, sowohl die 5er als auch die 10er respektieren sie, freuen sich auf den Unterricht, fragen, was als nächstes kommt, wenn sie auf dem Schulhof vorbeilaufen. V.a. im Bereich Kunst ist sie aus ihrer Schule nicht mehr wegzudenken und ich denke, dadurch hat sie auch den Respekt und durch ihre Art, mit Leuten umzugehen.

    Manchmal liegt es auch an dummen Zufällen, dass was nicht so gut läuft. Ich bin z.B. momentan an einer Schule, die bis Klasse 10 geht. Woher soll ich wissen, dass plötzlich alle Springseile viel zu lang sind? Okay, ich hätte das vorher checken können. Hab ich aber nicht. Die Lernbegleitung hat bestimmt gedacht, was macht die eigentlich? In all den anderen Jahren klappte das ganz gut, mit Erstklässlern Seil zu hüpfen. :weissnicht:

    So habe ich es irgendwann abgebrochen und war froh, dass sich keiner gefesselt hatte.

    Was ich sagen will: Dein Satz oben, den Joker zitiert hat, passt bei mir auch immer wieder.

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