Hallo,
danke für die ganzen Antworten. Das gibt mir erstmal viele Impulse zum nachdenken! 
Eine Frage bzw. ein Gedanke von mir ist aktuell, ob Wiederjolungen gerechtfertigt sein können, weil die Lehrkraft auch nur begrenzte Ressourcen zur individuellen Förderung hat?
Wenn ein Kind nicht wiederholt und die Lücken in den weiterführenden Klassen immer größer werden, dann kommt auch eine einzelne Lehrkraft an ihre Grenzen, wenn sie das Kind individuell fördern möchte. Insbesondere dann, wenn es keine weiteren Unterstützungssystem wie zusätzlichen Förderunterricht oder Beratung/Hilfe durch Sonderpädagogen gibt.
Arbeitet jemand in Bremen? In Berichten verstehe ich es immer wieder so, das in Bremen die Bildungspolitik externe Förderung/externen Förderunterricht immer als Stigmatisierung darstellt. Das Kind soll im Regelunterricht individuell gefördert werden. Aber wie sieht es in der Realität aus? Bekommen die Lehrkräfte hierbei Unterstützung? Beratung, Material, kommt eine Förderschullehrkraft zusätzlich in die Klasse?
In einem Praktikum in Niedersachsen habe ich es auch einmal erlebt, das ein Kind die erste Klasse wiederholen musste, weil es Ende der ersten Klasse noch nicht flüssig lesen konnte. Es konnte Silben lesen und teilweise einfache, lautgetreue Wörter. Es hätte aber schon kurze Sätze und kleine Texte sinnendnehmend lesen müssen. Die Leseförderung musste an dieser Schule komplett zuhause von den Eltern übernommen werden ...
Es stimmt, der Rahmenlehrplan gilt für zwei Jahre. Wie kann ich dann Ende der ersten Klasse einschätzen, wie sich die Kinder weiterentwickeln und ob sie die Ziele bis zum Ende der zweiten Klasse erreichen? Werden die Ziele der ersten Klasse auf der Basis des Rahmenlehrplans nochmal inidviduell von jeer Schule festgelegt? Am Beispiel Lesen: An einigen Schulen ist es ausreichend, wenn ein Kind schon Silben lesen kann, an anderen Schulen muss das Kind flüssig kleine Texte lesen können?