Beiträge von Zauberwald

    Einer : Dass junge Menschen mit Fluchthintergrund bisweilen über bestimmte Inhalte und Kompetenzen nicht verfügen, ist zwar korrekt, aber diese Personengruppe wird in der Regel im Rahmen von Vorbereitungsklassen beschult, um sie (auch) sprachlich überhaupt erst einmal auf den Stand zu bekommen, am Regelunterricht teilnehmen zu können. Sobald sie an meinem Unterricht teilnehmen, muss ich davon ausgehen, dass sie die fachlichen Vorkenntnisse mitbringen, meinem Unterricht folgen zu können, und dann unterrichte und bewerte ich nach offiziellen Vorgaben.

    Ich habe auch die Verantwortung, gegenüber den Kollegen (m/w/d), an die ich irgendwann die jungen Menschen übergebe, dass die Leistungen, die ich qua Noten und Zeugnis bescheinige, auch tatsächlich erbracht wurden. Da unterscheide ich nicht zwischen Menschen mit und ohne Fluchthintergrund und ich denke, dass Industrie oder Kollegen (m/w/d) weiterführender Bildungsgänge dieselbe Erwartungshaltung an dich haben. Insofern würde ich mich da auch Quittengelees Ausführungen anschließen.

    So läuft es bei uns nicht. Ich habe jetzt ein Mädchen in die 4. Klasse bekommen, die kein Wort Deutsch kann. Die Rechenzeichen kennt sie auch nicht alle. In Mathe ist sie maximal auf Stufe der 2. Klasse. Aufgrund ihres Alters soll sie bei mir bleiben.

    Ich denke, nur Geschwister können einen so verletzen, weil man sich so gut kennt und in einer besonderen Beziehung zueinander steht. Selbst Kontaktabbruch ist ja eine Form der Bindung. Vielleicht hilft Akzeptanz, dass man sie nie los wird und ein Anwalt, sobald es ums Geld geht.

    Die Sache mit dem Anwalt hat alles noch eskaliert. Ich bin und bleibe das Schwarze Schaf. Meine Schwester meint dazu, mich erpressen zu können, aber das möchte ich hier nicht ausführen.

    Vor Jahren hatte fast niemand ein Problem damit, bei Geburtstagen in der Pause anzustoßen. Ich hatte mal einen Kollegen (damals noch in Bayern), der trank jeden Freitag in der 2. Pause ein Weißbier. Bei uns gibt es seit Jahren Alkohol nur nach Schulschluss und dann sind es 1 oder 2 Flaschen Sekt für 10-12 Kolleginnen und auch nur vor Ferienbeginn. Wenn überhaupt.

    Dieses Problem haben wir in der Grundschule zum Glück nicht. Wir Lehrkräfte, die Schulleitung und die Pfarrer werden auch von den Schülern geduzt. Niemand hat deswegen einen Autoritätsverlust. Wenn die SuS dann in der 4. anfangen wollen, einen zu siezen, finde ich es komisch. Meistens sage ich sogar, sie sollen gerne beim Du bleiben. Ist einfach auch ganz anders. Ab und an wird man auch aus Versehen "Mama" oder "Papa" genannt. Weil es den Kindern peinlich ist, tue ich so als wäre nix.

    Ich würde bei den Älteren auch abstimmen lassen. Wie soll man sich denn die einzelnen Wünsche merken?

    OT: Was mich diesen Winter gestört hat: Durch die Panikmache in den Medien vor Schnee und Glatteis hatte ich im Januar zeitweise richtig Angst/Panik, wie ich wohl in die Schule komme. Bin morgens erst einmal vor die Tür und habe die Lage gecheckt. Dabei war gar nichts, zumindest nichts Ungewöhnliches. Es ist halt Winter und vor 20 oder 30 Jahren hat sich niemand darüber gewundert. Was sollen die Leute sagen, die im Allgäu wohnen?

    In Deutschlands Schulstuben läuft es schon lange nicht mehr rund.

    Was genau läuft nicht mehr rund in Deutschlands Schulstuben? Gerne schickte ich dir mal Schüler, die aus anderen Ländern zu uns kommen und mit 9 Jahren nicht einmal Plusaufgaben bis 100 rechnen können oder wissen, wie man in ein Heft schreibt, bzw. eine Schere benutzt oder dass man Hausaufgaben macht. Das dürfte man doch trotz Sprachbarrieren voraussetzen dürfen.

    In der Schule gilt heute gar nichts mehr. Regelhafte Anwesenheit, pünktliches Erscheinen, Sitzenbleiben während der Stunde, Material mitbringen (oder überhaupt besitzen), Ansagen ohne Diskutiereri befolgen, Räume sauber halten, anständige Kleidung...

    Man könnte fast meinen, es gäbe Zusammenhänge.

    Und wie war es früher? Klappe halten, heiraten, Mann bedienen. Er, der große Geldverdiener und lässt sich die Schlappen bringen. Sonntags in die Kirche und dann machen, was man will. Hauptsache nach außen hui, nix anmerken lassen. Alles unter den Teppich gekehrt. Wenn es ganz schlimm war, sich in der Beichte erneuern lassen.

    Der Erziehungsauftrag der Schule schließt natürlich auch Kleidung mit ein. Eigentlich nicht so schwierig, außer man möchte diskutieren. Danke, war alles.

    Und was genau stellt man sich da jetzt vor? Kein gepunktetes T-shirt? Keine kurzen Röcke und Hosen? Mich stört eine Kappe weniger, als eine zu enge Leggings mit kurzem Pulli, in die sich manche Mädchen und Frauen stecken und die den Körper sehr unvorteilhaft zeigen. Wo willst du da anfangen? Bauchfrei steht auch nicht jedem oder Hosen kurz vorm Runterfallen. Neulich ging ich an ein paar ehemaligen Schülern vorbei, die nun so 14 oder 15 sind. Die hatten so ungefähr eine ganze Dose billigen Deos oder whatever über sich ausgeleert. Ist auch nicht besser als eine schnöde Kappe.

    Für mich ist es auch nicht schwierig. Jede/r soll tragen, was er möchte.

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