Ich halte es daher für geboten – nein, überfällig –, dass wir über eine gerechtere Verteilung der Lasten sprechen. Höhere Steuern und Sozialabgaben für gutverdienende Angestellte in der Privatwirtschaft sind nicht nur ein Gebot der Solidarität, sondern auch der Vernunft. ...
Weißt du denn, wie hoch die Belastung der gut verdienenen Angestellten der Privatwirtschaft ist und wie viele diese Gehaltsstufen erreichen?
Ich kann dir sagen, dass die Belastungen schon sehr hoch sind für Einkommen, die den unseren entsprechen. Die sollen deiner Meinung noch mehr zahlen? Schon heute tragen diese Personen einen Großteil der Steuern.
Gleichzeitig braucht es endlich mehr Lohnzurückhaltung in der Industrie. Wir können uns keine Lohnspirale mehr leisten, wenn wir als Wirtschaftsstandort international konkurrenzfähig bleiben wollen. Es ist nicht vermittelbar, dass deutsche Fachkräfte das Dreifache verdienen wie ihre Pendants in Südostasien....
Dafür sind unsere Lebenshaltungskosten, besonders beim Wohnen viel teuerer als im den meisten Lagen Ostasiens.
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Wir im Staatsdienst gehen da mit gutem Beispiel voran: Unsere Gehälter sind moderat, unsere Aufstiegsmöglichkeiten begrenzt, unsere Pensionen wohlverdient...
Das ist eine Frage der Perspektive. Ich sehe den Fall wie du, allerdings merke ich im großen Teil meines Umfelds, dass unser Pensionssystem als zutiefst ungerecht empfunden wird.
Ein Kernproblem bei uns ist die zunehmende Bürokratie, die sehr gut gemeint ist und sehr gerecht sein will und damit Unternehmen riesige Probleme bringt und immer wieder Schlupflöcher für findige Berater öffnet.
Dazu noch eine Sozialsystem, dass zu wenig zur Eigeninitiative und Leistung ermutigt.