Eben. Wer meint, sich von Extremisten unter Druck setzen lassen zu müssen, statt den Maßnahmenkatalog zu nutzen, der zur Verfügung steht, muss sich nicht wundern, wenn seine als weinerliche Schlaffheit verstandene Toleranz ausgenutzt wird.
Wir sind ein funktionierender Rechtsstaat und mögen dies lange bleiben. Ich fühle mich von der AfD jedenfalls mehr bedroht als von prolligen Jugendlichen.
ich fühl mich seit Amokläufen an Schulen und spätestens seit dem bereits erwähnten Fall von Samuel Paty und auch dem AFD-Melderegister zunehmend garnicht mehr so wohl in meiner Haut, jederzeit selbstbewusst für den Rechtstaat und/oder alle seine - mitunter für einzelne Gruppen auch unangenehme - Regeln der Toleranz einzutreten. Ich bin absolut verwundbar und habe nicht den Eindruck, dass die Schulaufsicht bei meinem beherzten Eintreten für Demokratie und Menschenrechte jenseits von so Labermedaillen wie "Schulen mit Courage" hinter mir stehen würde.
Der Maßnahmenkatalog wird seit Jahren nicht richtig genutzt, darüber hinaus gelangt man in der Praxis doch sehr schnell an sein Ende: Das beginnt schon bei so Dingen wie "ne 5 wirklich gerichtsfest machen" oder Umgang mit "extremem Schulschwänzen mit oder ohne Attest" los, zeigt sich im zögerlichen Umgang von Schulleitungen mit Straftaten von SchülerInnen und findet sein vorerst unrühmliches Ende im Umgang mit dem homosexuellen Kollegen in Berlin.