Beiträge von BaldPension

    ..., aber bei komplexen Aufgaben kann jemand trotz falschem Endergebnis fast alle Punkte bekommen.

    Ist das die Erziehung in die richtige Richtung und wirklich lebensnah?

    Ich denke jetzt gerade an den Brückenbauingenieur, der statische Berechnungen anstellt. Der Rechenweg stimmt, aber das Endergebnis nicht so ganz. Ein Auto fährt drüber und die Brücke stürzt ein.8)

    Guten Morgen,

    ich würde gerne wissen, wie Musiklehrer an GS in Hessen das einschätzen:

    Der Flötenunterricht ist ab Klasse 3 an der hiesigen GS fest verankert. Einige Kinder bringen bereits musikalische Instrumenten Erfahrung mit (speziell Flötenunterricht, andere Instrumente). Andere Kinder kommen völlig ohne Erfahrung in den Blockflötenunterricht. Lehrerwechsel zu Beginn der 4. Klasse, in der 3. Klasse viel Ausfall, eine Stunde pro Woche wird geflötet. Es gibt Kinder die sich sehr schwer tun, die zu Hause keine Unterstützung erwarten können, denen es schwerfällt die gelesenen Noten in die richtige "Griffweise" umzusetzen. Grundsätzlich ist die Idee schön, m.E. hängt es an der Umsetzung. Es ist nicht genug Zeit um auf Kinder mit Problemen einzugehen. Kinder denen sich zu Hause nicht die Möglichkeit bietet Unterstützung zu erfahren (weil Eltern keine Zeit, kein Interesse oder auch einfach schlichtweg selbst keine Erfahrung haben) geraten damit automatisch ins Hintertreffen. Zumal der Flötenunterricht eine große Rolle bei der Musiknote spielt. Mich würde dazu die Meinung von Musiklehrern interessieren.

    Ich finde es erstmal ganz, ganz super, dass bei Euch so etwas stattfindet!

    Dass das Leistungsniveau für das Flötenspielen recht unterschiedlich ausfällt, liegt in der Natur der Sache. Ist beim Instrumentalspiel so. Nicht immer kann man das mit dem Elternhaus erklären. Individuelle Voraussetzungen wie Motorik, Melodie- und Rhytmusgefühl, Gehör spielen eine nicht unerhebliche Rolle.

    Als Lehrer würde ich immer für die schwächeren Schüler eine zweite, leichtere Stimme bereithalten. Am besten als pentatonische Begleitung. Das passt dann immer, auch wenn man sich verhaspelt.8)

    Mein Mann meinte neulich, dass es schon bemerkenswert sei, dass ausgerechnet Lehrkräfte so empfindlich auf Beurteilung reagieren würden, die ja selbst ständig mit Beurteilen zu tun haben.

    Gibt es Berufe und insbesondere Ausbildungen, in denen man nicht beurteilt wird?

    Naja, in jedem Beruf wird man nach Resultaten bewertet. Chef bewertet. Kunde bewertet.

    Aber im Lehrerberuf gibt es möglicherweise deswegen einen Argwohn und Verdruss gegen das Bewertwerden, weil das in subtiler Weise täglich in der Schulstube, dann seitens der Eltern, des Kollegiums, der Schulleitung...sowieso ständig passiert, auch wenn der Unterricht nicht direkt besucht wird.

    Ach ja, und die Gesellschaft bewertet ja auch ständig mit. Jeder, der atmen kann, fühlt sich als selbsternannter Experte ermächtigt und legitimiert, diesen und jenen Senf zum Thema/Schule beisteuern und die Lehrer "bewerten" zu müssen". In welchen anderen Berufen ist es so, dass sich jeder Hans und Franz nach Belieben einmischen kann? Wertschätzung erfahren die Lehrer in diesem Kontext des Meinungsmobs selten.

    Tja, irgendwie immer viel Bewertung, dass einem der Kopf schwirrt...Und wenn dann noch der Schulleiter plötzlich in den Unterricht reinschneit...8)

    Besser wäre es, wenn die Hospitation nicht als Kontrolle oder Strafe gesehen wird.

    Naja, wenn sie keine Kontrolle wäre, würde sie ja nicht stattfinden. Ich habe aber kein Problem mit dem Begriff Kontrolle. Und ja, in allen Bereichen des Lebens muss sie ja ab und zu sein. Bloß bekomme ich immer dann einen Föhn, wenn Kolleginnen und Kollegen dann noch den Begriff 'Augenhöhe' einspülen.

    Ich beziehe das jetzt nicht auf Deine Aussage, Sissymaus.

    Nein, es ist ein hierarchisches System und man sollte es klar benennen. Aber auch mit der Hierarchie habe ich an dieser Stelle kein Problem, wenn sie im Sinne der Förderung und Unterstützung von Menschen agiert.

    Ich kann es nicht beurteilen, was die Intention der plötzlichen Hospitation sein kann. Das plötzliche Erscheinen von drei Personen könnte man als erdrückend/druckmachend empfinden, auf der anderen Seite könnten gerade mehrere Personen unterschiedliche Perspektiven und Meinungen einbringen, die der Berufsanfängerin helfen könnten. Dass man bei dem Begriff 'Ratschlag' die Betonung nicht auf 'schlag' legen wird, setze ich mal voraus.

    Ich denke, Milli85 wird uns den Verlauf aus ihrer Perspektive erzählen, wenn sie es möchte. Wenn sie es nicht möchte, trifft es natürlich auf mein Verständnis und Akzeptanz.8)

    Professionalisiere dich. Du reagierst superangefasst und emotional auf Schüler sowie Schulleitung und agierst mit solchen "extra schwer"-Aktionen schlicht unprofessionell. So wird man in diesem Job an keiner Schule glücklich.

    In der Sache muss ich Dir Recht geben.

    Aber, bist Du der Meinung, dass Berufsanfänger wirklich optimal gecoached und psychologisch gut betreut werden? Oder ist die Lehrerausbildung nicht eher eine Selektionsmühle? Kann mich noch gut daran erinnern, dass in meinem Refendariat nach Unterrichtsbesuchen Heulkrämpfe von Referendarinnen öfter vorkamen. War das ok? Was war der Ertrag? Ich weiß nicht, wie es heute ist...

    Bin zur Zeit ein großer Freund des Ex-Ceo Dr. Michael Stoermer. Seine Ausführungen sind zwar auf die Freie Wirtschaft bezogen, finde aber, dass man daraus viel für das System Schule übertragen könnte, für Schulleiter, Seminar- und Fachleiter, aber auch für den Klassen- und Fachlehrer. Einfach, wie man als Führungskraft mit Menschen/Teams umgeht und sie motiviert.

    Ich hätte mir in der Lehrerausbildung Dr. Michael Stoermer gewünscht.8)

    Das hat nichts mit "Schlitzohr" zu tun. Mit schulrechtlich haltlosem Vorgehen übersteht man auch nicht die Jahre, sondern handelt sich - völlig zurecht - unnötigen Ärger ein. Für das Durchstehen empfehle ich daher eher eine frühzeitige Auseinandersetzung mit Schulrecht. Das gibt die notwendige Handlungssicherheit auch in schwierigeren Situationen.

    War doch ein Scherz! Ich würde jetzt eher Fuchs als Schlitzohr sagen.8)

    Milli85

    An Deiner Schule läuft einiges unrund, wie Du es beschreibst.

    Bei uns war es früher so, dass es zum guten Ton gehört hat, ca. eine Woche vorher Bescheid zu sagen.

    Rechtlich hin und her, ich weiß nicht, wie die Schulleitung es empfinden würde, wenn die Schulaufsicht "mal eben so spontan" in die Schule reingucken würde.

    Ich drücke Dir für die Hospitation beide Daumen!8)

    Niffi3108

    Für mich wäre es nicht normal, wenn man im Leben nicht mal einen Tiefpunkt hat und den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.

    Mach Dir kein Kopfkino, ob Deine Fächer jetzt gefragt sind oder nicht. Das kann bald wieder anders aussehen und manchmal hat man auch Glück. Wenn nicht, kannst Du ja hinterher ein drittes Fach nachstudieren. Und Jobs, mit denen man sich dann finanziell über Wasser halten kann, gibt es an jeder Straßenecke.

    Mein persönliches Motto: "Löse die Probleme erst, wenn sie da sind! Also, lebe jetzt!"8)

    Das finde ich ... unprofessionell.

    Disclaimer: ja, natürlich gibt es sicherlich mal leichtere und mal schwierigere LK. Aber "dafür" eine extra schwere LK zu machen. Naja. (Abgesehen mal davon, dass du damit nicht nur die Schülerin bestrafst, sondern alle Schüler der Klasse.)

    Muss man als Lehrer nicht manchmal ein Schlitzohr sein, wenn man die Jahre durchstehen will?8)

    Ich bin empört, wie hier mit Anfragen umgegangen wird. Da werden junge Menschen immer noch Lehrer, obwohl früher alles besser war, aber es wird nicht als erstes ihre Lebensleistung gewürdigt, stattdessen Ideologie unterstellt. Dieser Ton ist sehr verletzend.

    Und ich bin jetzt so betroffen! Werde das heute mit meinem Urschreitherapeuten besprechen.

    Mal abgesehen davon, dass nicht den jungen Menschen Ideologie unterstellt wird: Da musst Du durch!8)

    Auf diese Idee sind leider einige Kolleginnen gekommen. Da stand oft eine größere Schlange am Kopierer (ich war an einer großen Schule), weil manche in aller Ruhe trotz Warteschlange die ganze Woche durchkopierten. Zur Ehrenrettung: Ein paar haben es gemerkt, erstmal das Wichtige kopiert und dann später wieder weitergemacht. Der Supergau war dann, als es Papierstau gab oder die Druckerpatrone zu wechseln war. Den Stress habe ich mir, wenn es zu vermeiden war, nicht gegeben. Das war mir einfach alles zu unberechenbar. Ich habe oft nach dem Unterricht für die folgenden Tage kopiert, wenn kaum einer am Kopierer war.

    Habe nach Schulbuch unterrichtet.8)

    Mich befremdet auch, wie infantilisiert man heutzutage mit 16-18jährigen umgeht - das sind keine Kleinkinder, die können Informationen aufnehmen und Entscheidungen treffen.

    Ich sehe das ganz klar als Zweckinfantilisierung, wie es gerade der jeweiligen Ideologie so in den Kram passt. Wenn es um das Wahlrecht mit 16 geht, verschwindet bei denselben Ideologen auf einmal die Infantilisierung. Dann sind die Kinder alle auf einmal ach so mündig und reif.8)

    Auf keinen Fall hätte ich meiner Mentorin davon erzählt, denn es war ja mein Fehler und ich würde nicht gerne in einem schlechten Licht dastehen. Ich hätte die Schülerin auf die Seite genommen, ihr das ganze erklärt, mich entschuldigt und die Note gelassen so nach dem Motto "das bleibt unter uns."

    Wäre ich Pfeifenraucher, würde mir dieselbe jetzt aus dem Mund fallen! Ist das jetzt die moderne Fehlerkultur an deutschen Schulen? Kommt mir so vor wie, immer schön unter dem Teppich kehren und mit dem Schüler irgendwas herummauscheln. Wird wohl niemand merken. Sorry, das geht gar nicht!

    Vermutlich würde ich auch nicht die Klassenlehrerin als Hilfe ansprechen, was soll sie denn tun? Die Beziehung zu den Schülern muss man selbst aufbauen, das kommt nicht auf Ansage der Klassenlehrerin. Auch Eltern spreche ich nur äußerst selten an. Meist kann ich die Dinge auch in schwierigen Klassen durch klare Regeln und Konsequenz, aber auch Lob/Belohnung für Verbesserungen hinbekommen.

    Es lebe das Einzelkämpfertum! Bloß nicht als solidarische Gemeinschaft an einem Strang ziehen. Jetzt kapiere ich nach Jahrzehnten, dass junge Menschen kaum noch ins Lehramt wollen und Kolleginnen und Kollegen mehr als ausgebrannt sind. Ist das jetzt die weitere Perspektive?

    Der TE geht es hauptsächlich um das freche und unverschämte Verhalten der o.g. Schülerin, was durch rein gar nichts zu rechtfertigen ist, auch nicht durch einen Fehler/Irrtum bei der LK. Erziehung, Regeln und Konsequenzen können meiner Meinung hier nur gelingen und durchgesetzt werden, wenn das gesamte Kollegium, inkl. Schulleitung, dahinter steht und Kolleginnen/Kollegen unterstützt, wenn sie mal Hilfe brauchen. Haben wir früher jedenfalls so gelernt.8)

    Das kriegen die allermeisten Refs ab Tag eins hin.
    Du bist einfach schlecht organisiert.
    Ein Busfahrer darf auch nicht über eine rote Ampel fahren, weil er Anfänger ist.

    Zu den allermeisten Refs ab Tag eins: Nein!

    Zum Busfahrer: Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich! Der (künftige) Busfahrer macht erstmal in Ruhe und fokussiert seinen Busführerschein. Der Referendar kämpft an tausend Baustellen, bekommt ständig von allen Seiten einen auf die Möpp und sieht erstmal den Wald vor lauter Bäumen nicht.8)

    Gut, dass ich hier nochmal reingeschaut habe. Bei manchen Ratgebern bekommt man hier das Gefühl, dass sie gleich in den Obelixtopf gefallen sind und Anfängerfehler bei denen nie vorgekommen sind.

    Zum Tonfall von Quittengeleesage ich erstmal nichts. Kommt da noch was von der Moderation?

    Was mir hier auffällt, dass die TE hier kaum menschlichen Zuspruch und Aufmunterung bekommt. Macht man das heute so unter den Lehrerinnen und Lehrern? Wird doch immer viel von Empathie geredet.

    Milli85 Erstmal locker bleiben und immer daran denken, dass Deinen Job kaum noch jemand machen will und der Nachwuchs sich in Grenzen hält! Schule muss sich heute mehr denn je als attraktiver Arbeitgeber bemühen. Von daher wäre es jetzt auch nicht verkehrt, wenn die hiesigen Foristen Ihre Wertschätzung äußern würden.

    Zu Deinen Problemen: Sie sind da, aber ich sehe sie nicht ganz so schlimm. Das Überdenken der Arbeitsorganisation könnte evtl. hilfreich sein. Es klang bei den hiesigen Kolleginnen und Kollegen an.

    Deine Hauptbaustelle ist erstmal die o.g. Schülerin. Sie fordert Dich heraus und wiegelt die Mitschüler auf. Ich wäre da offensiv und würde die Eltern persönlich einladen, weil dringlich. Ich würde die Klassenlehrerin und Schulleitung darüber informieren. Gibt es wirklich keine einzige Kollegin oder Kollegen, die/der Dich unterstützen würde und möglicherweise selbst das gleiche Anliegen hätte?

    Zur Situation an Deiner Schule: Lass Dich nicht durch die Wird-auch-an-Dir-liegen-Attitüde verunsichern. Es gibt solche Schulen und auch solche Kolleginnen und Kollegen. Ich hatte da Glück, aber durfte in einer einjährigen Teilabordnung etwas völlig anderes wahrnehmen.

    Also, Kopf hoch! Die Welt wird für Dich in zwei Jahren anders aussehen. Und vielleicht mal öfter die Ohren auf Durchzug schalten, wenn mal wieder unangenehm gekreischt wird.8)

    Es ist eben nicht jeder täglich 200km zu Fuß, ohne Schuhe, quer durch den Wald zur Schule gelaufen und hat dann höhere Mathematik in Klasse 2 auf anhieb verstanden. Früher war.... und so weiter.

    Nö, aber 2 km zu Fuß/Fahhrad wäre auch für die heutigen Schüler durchaus zumutbar. Mussten wir damals auch. Und heute? Schulparkplatz und Schulstraße voller Elterntaxis. Junge, Junge, was müssen die armen Kolleginnen und Kolleginnen an CO2 inhalieren, bevor sie die Schulstube betreten. Nachhaltig und grün ist das auch nicht gerade.

    Bevor jetzt wieder schräg geantwortet wird: Ich beziehe mich auf Schüler, die bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad die Schule erreichen können 8)

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