Beiträge von BaldPension

    Ich habe die Sachen für die Kinder alle analog angeboten und hatte täglich 2 Stunden Telefonsprechstunde. Witzig mit Erstklässlern, aber ich wollte für sie selbst erreichbar sein. Die schreiben mir ja keine e-mail. Skype, zoom, alles verboten bei uns. Bei längerer Schulschließung, die vllt. kommt, hätte ich mich aber schon gefreut, wenn es andere Möglichkeiten gäbe. Datenschutzrechtliche Bedenken habe ich auch. Jedenfalls habe ich keine Lust, vor dem Bildschirm den Hampelmann zu machen und die Eltern sehen dabei zu. Wer weiß, was mit dem Bildmaterial geschieht. Ich warte immer noch, auf eine praktikable Lösung durch den Dienstherrn. Würde mich auch gerne einarbeiten. Vllt. bekäme die Schule ja auch mal wirklich funktionierendes W-Lan, so wie die Leitungen im Schulleiterbüro ausgesteattet sind und mehr als einen PC für 14 Kollegen.

    Wir haben ja nichts außer Tafel, Kreide und uralte Overheadprojektoren. Seit Beginn meiner Dienstzeit hat sich leider nichts geändert und ich habe schon ein Jubiläumsdienstalter. :rotwerd:

    Ich lass mich da auch nicht beirren! Entweder von Mensch zu Mensch oder gar kein Unterricht!8)

    ...den unzähligen Sonnenbrillen-Smileys zufolge, die Du hier im Laufe der Jahre gepostet hast, gehe ich davon aus, dass diese Auftritte als Mitglied einer Blues Brothers Coverband stattfinden... die Sonnenbrille im Smiley sieht sich aber auch wirklich aus wie die originale Ray-Ban. Bist Du Jake oder Elwood? Oder Instrumentalist?

    Ja, nicht so ganz falsch! Spiele in einer bekannten Blues Band, habe aber auch gute Connections zu Galabands, in denen ich bis Corona als Aushilfe mitgespielt habe. Engagements haben sich durch Corona erstmal erledigt. Deswegen muss ich ja noch bis zur Pension in die Schulstube.8)

    Ich fand meine Lehrer durchweg okay, habe aber keinen als irgendwie "prägend" für mich empfunden. Wahrscheinlich lag das aber auch an meinem ohnehin eher nüchternen Umgang mit Schule ... musste man halt hingehen und seine Jahre ableisten.. wer genau da gerade die Klausuren gestellt und die Noten ins Zeugnis getippt hat, fand ich nie so wahnsinnig relevant und interessant.

    Und ganz ehrlich gesagt sehe ich das heute immer noch so. Für die meisten Schüler ist man auch bei netter Unterrichtsatmosphäre und gutem Miteinander vermutlich wenig mehr als der aktuell zugeteilte "Durchschleuser" 😊

    Ich denke, die Schule schafft gewisse kulturtechnische Voraussetzungen, um im Leben klarzukommen, aber prägen muss sich letztendlich jeder selbst.

    Den Einfluss von Schule auf den Geist des Einzelnen und der Gesellschaft sehe ich äußerst begrenzt. Wäre es anders, würde sich unsere Gesellschaft anders entwickeln. Im Leben gibt es dominantere Einflussgrößen.8)

    Ich denke, geehrter Flipper79, Deine fiktive Schulmail, solltest Du dem Schulministerium schicken. Das Ministerium hat in den letzten Monaten unendlich viel geleistet und würde durch Deine Vorlage erheblich entlastet werden. Es bräuchte Deinen Text nur direkt an die Schulen weiterleiten.

    Der Ministerin werden ich vorschlagen, Dich für Deinen Einsatz in dieser Krise, mit dem Landesverdienstkreuz auszuzeichnen.8)

    Bemerkenswert finde ich mal wieder, wie unterschiedlich die Denkweise von Männern und Frauen doch oftmals ist, was mir hier gerade wieder einmal ganz stark auffällt.

    Als ich dieses hier schrieb:

    hatte ich es tatsächlich auf alle Lehrkräfte - egal ob Weiblein oder Männlein - bezogen, was aber dann als Antwort auf meine Frage kam, bezog sich nur/vor allem auf weibliche Lehrkräfte.

    Tja, wir ticken wohl wirklich unterschiedlich! Oder, wie ich einmal gelesen habe: Frauen und Männer sind unterschiedlich verdrahtet.

    Darauf wäre ich nie gekommen!8)

    Wie gesagt, dass wir den Auftrag formell haben, ist mir schon klar. Ich habe aber ein Zeitkontingent x für jedes meines Fächer und "nebenbei" noch einen Erziehungsauftrag in variierendem Maße. Ich sehe da schon durchaus ein Problem in Klassen, in denen massive Interventionen nötig sind. Vor einigen Jahren war ich als Unterstufenklassenlehrerin einer recht problematischen Klasse und ohne Klassenstunden im Stundenplan durchaus im Konflikt, wie viele meiner Englischstunden ich denn wohl für Klassenangelegenheiten und Thematisierung von Problemen & sozialem Miteinander abzwacken kann. Der Fachunterricht hat darunter ganz klar (wieder und wieder) gelitten und das halte ich in einer Bildungsinstitution dann auch nicht für angemessen. Von daher empfinde ich es schon als grundsätzlich falsch, zwar einen Erziehungsauftrag auszusprechen, aber keine expliziten Stundenkontingente für soziales Lernen und Klärung von Konflikten einzuräumen

    Ich denke, unser Schulsystem fährt sich damit bald selbst an die Wand.

    Es ist doch jetzt schon sehr schwer, überhaupt Lehrernachwuchs zu finden. Bei uns im Grundschul- und Sek1 Bereich wird die Lage immer dramatischer.

    Die oberen Hierarchien sollten mal darüber nachdenken, woran es liegt.

    Und bei uns die jungen Lehrer? Gehen doch schon nach wenigen Jahren am Zahnfleisch und würden ihren Job am liebsten hinklatschen, wenn sie eine Alternative hätten.

    Unser Chef sagt auch, dass er froh ist, dass noch (!) ein Teil der alten Garde da ist. Aber wie lange noch?

    Unser Job wird immer unattraktiver und ich fürchte, dass er im Wettbewerb mit anderen Berufen nicht mithalten kann. 8)

    Da BaldPension sich da etwas zurückhält, antworte ich mal ausführlicher:

    Emotional, gut gelaunt, viel Spaß im Kopf... Reden nicht viel, mögen herbe Männerwitze, sind spontan, immer lustig, denken um die Ecke, nehmen nichts zu ernst, lassen Fünfe auch mal gerade sein, sprechen mit Schülern wie mit Erwachsenen, nie moralisierend, lachen oft, sprühen vor Selbstironie, gängeln nur den Hausmeister, kontrollresistent, nach Schulschluss zählt nur noch das Bierchen, die Partnerin zu Hause ist wichtiger als Probleme der Schüler, wollen geliebt werden und sind voll empathisch, können über alles spotten, für Spaß und Partys wird täglich gesorgt..

    Noch Fragen?

    Das ist aber auch etwas übertrieben.

    Nein, ich fände es nur angenehmer, wenn die o. g., von mir zugegebenerweise etwas überzeichneten, Lehrerinnen ein wenig lockerer sein würden und weniger spaßbefreit.

    Und sowieso täte mehr Leichtigkeit in unseren Schulen ganz gut. 8)

    Ahja, und wie definierst du das männliche Pendant dazu? Also DIE LehrER?

    Och, die machen bei uns einfach einen lockereren Eindruck. Ich persönlich bin vom Habitus her sowieso nicht der typische Lehrer. Wenn ich irgendwo bin, wo gute Stimmung ist, sage ich auch nie, dass ich Lehrer bin, sondern Profimusiker. Habe sowieso etliche Auftritte8)

    Kannst du uns das mal näher erläutern? Wenn ich meine Freund*innen und Bekannten zu Klischees über Lehrkräfte befrage, bekomme ich - neben dem üblichen "Ihr habt ja sooo oft Ferien" ;) - eigentlich nur zur Antwort, dass Lehrer*innen immer über alles diskutieren müssen und häufig pingelig seien.

    [...]

    Bin da mal gespannt! Jetzt kommen immer mehr aus dem Urlaub zurück und das RKI ist aufgrund der stark angestiegenen Neuinfektionen mehr als höchst besorgt. 8)

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